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 <title>arranca! - Startseite Mitte</title>
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 <title>arranca! im k-fetisch (Berlin) erhältlich</title>
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 <description>&lt;p&gt;Falls ihr noch keine habt: Die &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt; ist ab sofort auch im Neuköllner Kollektiv-Café &lt;em&gt;k-fetisch&lt;/em&gt; in der Wildenbruchstr. 86 (Ecke Weserstr.) erhältlich!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mehr zum k-fetisch: &lt;a href=&quot;http://kfetisch.blogsport.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;kfetisch.blogsport.de&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Wed, 04 Jul 2018 18:33:04 +0000</pubDate>
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 <title>Gleitgel fürs Gehirn</title>
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&lt;p&gt;Unsere Ausgabe arranca! #52 mit dem Titel «Sex – Fünfzig Jahre danach» ist erschienen. Der Versand läuft gerade Ihr findet sie in den kommenden Wochen im Buchhandel eures Vertrauens. Viel Spaß damit!&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Fri, 15 Jun 2018 17:31:39 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Call for Participation arranca! #52: Sex</title>
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&lt;p&gt;(PDF-Version unten)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach 21 Jahren haben wir mal wieder Lust auf Sex. Im April 1996 erschien mit Nummer 8 die erste «Sexausgabe» der arranca! und sorgte prompt für hitzige Debatten – inklusive Boykottaufruf und allem Pipapo – die bis jetzt nachhallen. Auch wenn wir glauben, dass die Debatte heute anders ausfallen wird, gilt nach wie vor: Sexualität ist ein politisches Thema. Unsere Sexualitäten sind Kampffeld von Befreiungsidealen, Moralvorstellungen, Klassen- und Gruppenzugehörigkeiten, Unterdrückungs- und Diskriminierungsmechanismen und nicht zuletzt Bevölkerungspolitiken. Sexualität ist ein Identifikationsraum und Ort diverser Ausgrenzungen, und für Minderheitenpositionen Ausgangspunkt vielfältiger Subkulturen. Last but not least ist Sexualität eng verflochten mit einer Geschichte von Gewalt und Missbrauch. Sexualität hat eine Menge mit Kapitalismus zu tun: als eine Ökonomie, in ihrer Ökonomisierung oder als eine Triebkraft von Ökonomie. Dabei ist Sexualität für die Post-68er-Linke oft mit einem Tabu versehen – wird doch eher nicht politisch, sondern privat, meist in (Zweier-)Beziehungen und zuhause verortet. Geht auch anders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wir heute an Ausgestaltungen von Sexualität erleben können, führen wir meist auf die sexuelle Revolution der 68er zurück. Im Vergleich ist jedoch festzustellen: Die ‹goldene Zeit› der sexuellen Revolution ist heute. Die sexpositiven Debatten einer progressiven Minderheit waren damals gerahmt vom reaktionär-konservativen Mainstream der 1950/-60er Jahre und somit radikal gegen diesen aufgestellt. Vieles davon ist heute jedoch im Mainstream angekommen und so muss sich die konservative Rechte nun im sexuellen Diskurs gegen diesen Mainstream stellen. Die Möglichkeiten und Selbstverständlichkeiten sexueller Freizügigkeit in urbanen Milieus sind vielfältig. Auch wenn es jenseits dieser Milieus eher bescheiden aussieht, sind auch hier Verschiebungen zu beobachten. Dazu verschafft das Internet abweichenden Positionen Stärke, versorgt und vernetzt Menschen, die plötzlich mit ihren Begehren nicht mehr allein sind, bietet aber auch Gelegenheit, durch diese Begehren neue Märkte zu erschließen. Das Selbst ist politisch, wo es die Kraft besitzt die umgebenden Normen zu verändern – und wird gleichzeitig biopolitisch vereinnahmt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es scheint, als sei Sexualität in weiten Teilen der Linken kein wichtiges Aktionsfeld. Auch wenn wir Auseinandersetzungen individuell verfolgen und uns dazu verhalten, greifen wir das Thema nur selten zur gemeinsam politischen Diskussion auf. Vielmehr stolpern wir gelegentlich übereinander, sei es auf Datingportalen, in Subkulturen, auf Sexparties oder auch nur an den Ecken von Diskursen, die Alternativen zum ‹wie bisher› ausloten. Wir beziehen also Position, oft aber nicht als interventionistische Strategie, sondern individuell, lebenspraktisch. Aus unserer politischen Praxis sind allerdings auch Ansatzpunkte zu nennen: Zum Beispiel engagiert sich die Interventionistische Linke (IL) im What the fuck-Bündnis gegen einen gesellschaftlichen Rollback in Fragen sexueller Selbstbestimmung, wie von einer reaktionär-christlichen, partiell faschistischen Melange forciert. Außerdem ist die IL an der Plattform Feminism Unlimited beteiligt, die sich gründete, um nach den sexuellen Übergriffen an Silvester 2015 und der rassistischen Zuordnung von Sexismus auf Männer mit Migrationshintergrund sowohl gegen Rassismus als auch gegen Sexismus vorzugehen. Und weil wir Teil der Verhältnisse sind, die wir bekämpfen, diskutieren wir auch IL-intern einen Leitfaden zum Umgang mit sexualisierter Gewalt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Euch wollen wir die gemeinsame politische Debatte wieder aufnehmen, und dabei erkunden, wo Interventionsmöglichkeiten auf dem Feld der Sexualität liegen können. Es geht uns darum, Scheu abzubauen und ‹abseitige› Sexualitäten aussprechbar zu machen. Es kommt uns darauf an, Sexualität jenseits des Heteronormativen (aber auch dort) zu denken, feministische sexpositive Perspektiven und antiableistische sowie PoC-Perspektiven zu ermöglichen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lässt sich unsere Geschlechtersozialisation verlernen? Haben unsere Eltern und Großeltern eigentlich auch Sex? Wie? Wie funktionieren Gegenerzählungen zum pornografischen Mainstream und was macht sie emanzipatorisch? Wie verändert sich das Sprechen über Sex, wenn wir eher über sexuelle Identitäten sprechen? Auf welche Art diversifizieren sich auch heterosexuelle Identitäten? Destabilisieren Rollenspiele Geschlechterbilder auch außerhalb des Spiels? Sind Löcher auch nicht-defizitär und aktiv zu denken? Gibt es eine neue Wahrnehmung der Vulva? Ach ja, und was ist eigentlich pervers, und wie subversiv kann das noch sein?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind die neuen sexuellen und beziehungsmäßigen Freiräume und ihre spezifischen Ausformungen ohne neoliberalen Kontext denkbar? In welchem Verhältnis stehen Krise und Sex? Wo liegt die Grenze zwischen Selbstermächtigung und Inwertsetzung beim Online-Dating? Sind tindern, grindern und Co. die Sharingökonomie der Sexarbeit? Wie kann eine differenzierte Position zu Sexarbeit aussehen? Wie stehen Erfüllung durch Sex und durch Arbeit zueinander? Und wo ist die Liebe?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;All diese Fragen kreisen in unseren Köpfen – und in euren sicher noch viele mehr. Deshalb freuen wir uns über konkrete, strategische, experimentelle wie utopische Antworten. Wir freuen uns besonders über Vorschläge/Artikel von Leuten, die sich nicht in einem weißen cis-männlichen Spektrum verorten. Wie immer möchten wir keine theoretischen Spitzenwerte erreichen, sondern zur Vergesellschaftung von (Handlungs-)Wissen beitragen. Auch Texte jenseits des Schwerpunktes sind willkommen. Wir bitten euch, uns eure Vorschläge bis zum 9.8.17 zu schicken – eine kurze Beschreibung genügt. Der Redaktionsschluss für fertige Artikel ist dann am 13.9.17.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eure arranca!-Redaktion, Juli 2017&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Artikelvorschläge bitte an: arranca‹ä›mail.de&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Mon, 17 Jul 2017 13:14:17 +0000</pubDate>
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 <title>Release: arranca! #51 Return to Castle Wolfenstein? Strategien gegen Rechts.</title>
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&lt;p&gt;Liebe Leser*innen,&lt;br /&gt;Anfang der 90er Jahre war Wolfenstein 3D ein Meilenstein in der Computerspiele- Entwicklung – und bot gleichzeitig die Gelegenheit, mit viel grob gepixeltem Blut Nazis zu killen, bis hin zum Endgegner Hitler (im Mech-Anzug). Angesichts der wiedervereinigten Trostlosigkeit im Weltmeister-Deutschland nicht die schlechteste Idee. In den 2000ern wurde die Handlung mit diversen Neuauflagen und Fortsetzungen ausgeschmückt, erst einmal hieß es Return to Castle Wolfenstein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jenseits solcher Pixel gewordenen Macho-Fantasien kommen manche  Fragen offenbar immer wieder, in Neuauflage und Fortsetzungen. Auch wenn  sich die Situation der 90er Jahre nicht wiederholt: Die wieder  erstarkende Rechte bringt uns auch heute in eine Abwehrsituation und  führt dazu, dass es in der Praxis oft weniger um das Erreichen des  schönen Lebens geht, als um die Verhinderung von noch Schlimmerem. Zum  Beispiel, wenn rechte Mobs alltäglich Geflüchtete terrorisieren und auch  die, die mit ihnen solidarisch sind. Rechte Vorstellungen und  Welterklärungen sind weit in die Öffentlichkeit gesickert und  Sagbarkeitsräume haben sich massiv nach rechts verschoben. Gleichzeitig  kann sich unsere Politik nicht auf die Verteidigung einer«offenen  Gesellschaft» zurückziehen und muss auf einer grundsätzlichen Kritik  beharren. In diesem Sinne haben wir ein Heft zusammengetragen, in dem  auf mehreren Leveln über Strategie nachgedacht wird: Zwei Texte  beschäftigen sich geschichtlich mit Ostdeutschland: Zetkin erinnert an  die kurzen Momente linker Hoffnungen zur Zeit der «Wende», als die  Möglichkeit einer wirklich freien, humanen und partizipativen  Gesellschaft im Raum stand, und weist auf die möglichen  Anknüpfungspunkte heute hin. Harry Waibel berichtet über Neonazismus und  Antisemitismus in der DDR. Aktuell gibt es dazu einen Bericht aus  Halle, das sich zu einem rechten Drehkreuz entwickelt hat, mit einer  besonders aktiven Identitären Bewegung und dem nahegelegenen «Institut  für Staatspolitik» des neurechten Ideologen Götz Kubitschek.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus Österreich schildern antirassistische IL-Aktivist*innen ihre  Erfahrungen und den Umgang mit der Fpö, und Sebastian Reinfeld denkt  ausgehend von der Fpö über die Bedeutung von Heldenerzählungen nach. Die  Gruppe Iniciativa Ne Rasismu aus Prag reflektiert über die Bedeutung  von (Un)ordnung als politischem Prinzip, und natürlich dürfen auch  Analysen zu und Strategien gegen Donald Trump in dieser Ausgabe nicht  fehlen: Die britische Gruppe Free Association spürt einer Verbindung zum  Glam Rock nach und der US-Politologe George Ciccariello-Maher  entwickelt Ansatzpunkte für eine Zukunft gegen Trump. Außerdem geht es  um einen spezifischen rechten Antifeminismus, um den Versuch einer  rechten Aneigung von Gramsci, um die Frage nach Affekten in der Politik,  um den Widerstand gegen die AfD in den Bezirken, um Eribons Ekel und um  die Möglichkeit antifaschistischer Theaterarbeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf unseren Aufruf zur Mitarbeit erreichte uns die Kritik, dass wir  teilweise falsche Fragen stellen würden. Wir sind nun gespannt auf  weitere Kritik, Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge, denn die Texte  unterscheiden sich sowohl in ihren Analysen als auch in den  Handlungsansätzen.&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, nun hoffen wir auf eine Lektüre, die zum Weiterdenken und -Machen anregt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eure arranca! Redaktion im Mai 2017&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Mon, 17 Jul 2017 13:00:20 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Call for Participation #51: Rechtspopulismus und Neue Rechte</title>
 <link>https://arranca.org/nachrichten/call-for-participation-51-rechtspopulismus-und-neue-rechte</link>
 <description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rechtspopulismus und Neue Rechte: Auf der Suche nach linken Gegenstrategien.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der &lt;strong&gt;arranca! Nr. 51&lt;/strong&gt; soll es schwerpunktmäßig um das gehen, was uns momentan alle beschäftigt, motiviert, schockiert; die viel zu erfolgreichen Bewegungen der Neuen Rechten in der BRD, Europa und der Welt. Abseits der Auswertung tagespolitischer Ereignisse und der Wiederholung gängiger Analysen und Strategien wollen wir den Blick auf das «Innere», die Struktur und Herkunft dieser Bewegungen legen. Wir wollen mit Euch einen Beitrag dazu leisten, die Hintergründe dessen zu verstehen, was gegenwärtig geschieht – und zu erforschen, was wir als Linke tun können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Hierzu ist eine Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Kontext nötig:&lt;/strong&gt; Sind Ereignisse wie die Wahlerfolge der Trumps, Le Pens und Petrys wütende Reaktionen auf die neoliberale Alternativlosigkeit? Handelt es sich beim Populismus um ein Sprachrohr für die breite Masse, die jetzt dazu befähigt ist, ihr Unbehagen am Status Quo zu äußern? Liegt das daran, dass die Linke es nicht geschafft hat dem Unbehagen, zu einem politischen Ausdruck zu verleihen? Muss eine linke Politik wieder die Klassenfrage in den Vordergrund rücken, muss sie wieder im Sinne Didier Eribons die Sprache der Arbeiter*innen lernen? Welche Rolle können Gewerkschaften dabei spielen? Oder bewegen wir uns vielmehr auf einer identitätspolitischen Ebene: Bündeln Trump und co die Affekte all jener, die sich in ihrer Identität durch Veränderung und Vielfalt bedroht sehen? Sollten wir angesichts dieser Lage die erkämpften bürgerlichen Freiheiten und Rechte verteidigen, oder ist es nötig, umso radikaler und kompromissloser zu handeln? Ist es an der Zeit für linken Populismus – mit der Gefahr der Verwässerung der eigenen Position, der Vereinnahmung durch etablierte Herrschaftsinstitutionen und der Legitimierung eigentlich reaktionärer Strukturen, Praktiken und Akteure? Oder sollten wir umso klarer Kante zeigen – und dadurch vielleicht den Anschluss an den Rest der Gesellschaft verlieren oder uns selbst in eine elitäre Abgehobenheit verstricken? Hilft hier die Unterscheidung zwischen Populismus und popularer Politik? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wir müssen auch die erfolgreiche Etablierung der Rechten unter die Lupe nehmen: &lt;/strong&gt;Liegt ihr strategischer Vorteil darin, dass sie mehr auf staatliche Strukturen aufbauen können als linke, die diese in der Regel nicht besetzen, sondern diese verändern oder zerstören wollen. Sind diese «Anti-Establishment»-Parteien nicht viel mehr mit dem Establishment verstrickt als sie zugeben wollen? Trifft das Gleiche nicht auch auf die rechte Medienkritik zu: Haben die Rechten nicht mittlerweile einen festen Sitz bei Illner und co?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie viel und welche Art von Veränderung ist eigentlich von den Neuen Rechten zu erwarten? Wird nicht unter dem Deckmantel eines großen chauvinistischen Spektakels einfach die alte neoliberale Politik weitergeführt? Und schließlich: Interessiert das die Unterstützer*innen dieser Bewegungen überhaupt? Hat vielleicht die Tatsache, dass größere Teile einst linker Bewegungen vor allem der 1970er Jahre im Politestablishment angekommen sind dazu geführt, dass eine massentaugliche Oppositionsbewegung (gar ein historischer Block?) heute rechts steht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Und, wir wollen in die Zukunft blicken:&lt;/strong&gt; Welche konstruktiven Perspektiven erwachsen aus der Situation einer erstarkenden Rechten für linke Bewegungen? Wie schaffen wir es, der Situation nicht ratlos gegenüber zu stehen, sondern linke Positionen, Bewegungen und Überzeugungen gerade jetzt zu stärken? Jenseits der Versuche, rechte Wähler*innen und Sympathisant*innen rechtspopulistischer Positionen «umzustimmen» bedeutet dies die Frage zu stellen, wie wir es schaffen können, linke Positionen zu einem gesamtgesellschaftlichen Projekt zu machen? Wie können uns bereits stattfindende Kämpfe und Proteste gegen rechte Regierungen, Parteien und Bewegungen dabei ermutigen, auch zuversichtlich in die Zukunft zu blicken? Wie stellen wir uns also von der jetzigen Situation aus gedacht eine rosige(re) Zukunft für linke Bewegungen vor und wie kommen wir dort hin? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir freuen uns über konkrete, strategische, optimistische und auch über experimentelle und utopische Antworten auf diese Fragen, gerne auch aus der Perspektive verschiedener sozialer Kämpfe. Wir freuen uns besonders über Vorschläge/Artikel von Leuten, die sich nicht in einem&amp;nbsp;weißen-cis Men Sprektrum verorten. Wie immer möchten wir keine theoretischen Spitzenwerte erreichen, sondern zur Vergesellschaftung von (Handlungs-) Wissen beitragen. Auch Texte jenseits des Schwerpunktes sind willkommen. Wir bitten euch, uns eure Vorschläge bis zum 26.01. zu schicken – eine kurze Beschreibung genügt. Der Redaktionsschluss für fertige Artikel ist dann am 23.02.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt; Redaktion, Januar 2017&lt;/p&gt;


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 <category domain="https://arranca.org/category/newstyp/startseite-mitte">Startseite Mitte</category>
 <pubDate>Fri, 06 Jan 2017 15:16:50 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Barcelona en Comú: Kämpfe um die Institutionen</title>
 <link>https://arranca.org/nachrichten/barcelona-en-comu-kaempfe-um-die-institutionen</link>
 <description>&lt;p&gt;Interview: Sebastian Schneider&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem in der &lt;em&gt;AK&lt;/em&gt; 616 (Analyse &amp;amp; Kritik) das &lt;em&gt;malaboca-Kollektiv  Murray Bookchins &lt;/em&gt;Konzept des Munizipalismus vorgestellt hatte,  kritisierte &lt;em&gt;Naemi Gerloff&lt;/em&gt; in der AK 617 die Repression gegen  migrantische Straßenhändler*innen in Barcelona. In der AK 618 skizzierte  malaboca, wie enttäuscht Teile der sozialen Bewegungen in Madrid von  der munizipalistischen Stadtregierung dort sind. AK hat im September bei  Laura, Manu und Bue aus der Internationalen Arbeitsgruppe von Barcelona  en Comú nachgefragt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier liegt die längere Version des Interviews vor,  das in der aktuellen AK 622 erschienen ist (Anm. d. Red.).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;AK: Was sind die wichtigsten Erfolge von &lt;em&gt;Barcelona en Comú&lt;/em&gt;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura:&lt;/strong&gt; Zunächst mal wie wir politische Prozesse  verändern, indem wir Gruppen und Menschen an Entscheidungen  partizipieren lassen, die bisher von ihnen ausgeschlossen waren. Dazu  gehört auch alle informellen Verbindungen mit Interessengruppen und  einflussreichen Akteuren in der Stadt zu kappen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die Umsetzung politischer Inhalte nehmen wir das Thema Wohnen als  Beispiel. Fast alle wichtigen Regelungen müssten auf nationaler oder  regionaler Ebene verändert werden. Also haben wir eine Stelle  eingerichtet, die zwischen der Bank und den Leuten, die von der  Zwangsräumung bedroht sind, vermittelt, wobei oft auch die &lt;em&gt;PAH&lt;/em&gt; (Anm.d.R.: Plattform der Hypothekenbetroffenen, eine der wichtigsten  Gruppen im Post-15M-Prozess) beteiligt ist. Die Stadt organisiert den  Betroffenen zur Not eine neue Wohnung, aber es hat seither praktisch  keine Zwangsräumungen mehr gegeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser Ziel ist dabei immer Institutionen zu schaffen, die später nur  schwer wieder abzuschaffen sind, die langfristig das Potential haben,  die Arbeitsweise der Stadt umzuwälzen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bue:&lt;/strong&gt; Jede Regierung, und eine Minderheitsregierung  wie BComú ganz besonders, ist nur innerhalb bestimmter Grenzen  handlungsfähig. Erfolge einer Regierung lassen sich nicht nur daran  bemessen, was getan wird, sondern auch daran, was nicht getan wird.  Neoliberale Politik hat das für sehr lange Zeit mit großem Erfolg getan,  beispielsweise die Steuerflucht von Konzernen und zugleich die Krise  der sozialen Infrastruktur zu ignorieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura:&lt;/strong&gt; In der Wohnungsfrage geht es auch nicht nur  um das Ende der Zwangsräumungen. Die Stadt hat begonnen Häuser für einen  sozialen Wohnungsbau zu erwerben, immerhin 500 Wohnungen bisher.  Außerdem werden gegen Portale wie &lt;em&gt;Airbnb&lt;/em&gt; jetzt Strafen  verhängt, wenn sie illegale Ferienwohnungen veröffentlichen. Denn  Touristification spielt für die steigenden Mieten in Barcelona eine  größere Rolle als Gentrification.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;AK: In der A+K war über Repression gegen die Manteros, migrantische Straßenhändler, in Barcelona zu lesen. Was sagt ihr dazu?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bue:&lt;/strong&gt; Das ist eine der schwierigsten und  konfliktreichsten Situationen, mit denen BComú bis jetzt konfrontiert  wurde, intern und extern. Die Stadtregierung kam unter grossen Druck,  gegen StrassenverkäuferInnen vorzugehen, und hatte dafür wenig  Lösungsoptionen bereit. Das Hauptproblem ist natürlich, dass sie den  Leuten keinen legalen Aufenthaltstitel geben kann. Es gibt jetzt einen  kommunalen Beschäftigungsplan für ca. 75 VerkäuferInnen, also  Arbeitsplätze für ein Jahr, und neue Genossenschaften von  StrassenverkäuferInnen sind im Entstehen. Ich glaube aber nicht, dass  dieser Konflikt sich mit Jobs lösen lässt. Barcelona kann nicht für alle  fliegenden Händler am Mittelmeer Jobs organisieren. Migration ist eine  transformatorische und revolutionäre Herausforderung, bei der es um mehr  geht. Das entwertet in meinen Augen das munizipalistische Projekt  nicht, aber es zeigt, das Veränderung auf vielen Ebenen gleichzeitig  organisiert werden muss, und mit viel Druck von unten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Manu:&lt;/strong&gt; Natürlich muss es auch darum gehen, Tricks zu  finden, um die Zerteilung in Citizens und Non-Citzens von der Stadtebene  aus zu untergraben. Politik und Bewegungen der Stadt haben da ein sehr  grosses Potenzial, wenn man an die municipal ID-cards in  Nord-amerikanischen „Sanctuary Cities“ denkt etwa. In Barcelona gibt es  eine städtische, regionale und staatliche Polizei, und damit viele  Spielchen. Manchmal reicht es auch, nichts zu tun und das hat die  Stadtregierung auch anfangs getan. Aber es gab dann immensen Druck  seitens der Rechten und auch von BewohnerInnen und gelöst ist die bisher  Sache nicht.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura:&lt;/strong&gt; Andererseits sind die Abschiebelagern in  Barcelona geschlossen worden, weil die Gesetze zwar auf nationaler Ebene  gemacht werden, die Lizenzen zum Betrieb aber von den Städten vergeben  werden. Die Stadt hat das verweigert, was gerade ein ziemlich großer  Konflikt mit dem Nationalstaat ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;AK: Wie ist das Verhältnis der Stadtregierung zu den sozialen Bewegungen im Moment?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura: &lt;/strong&gt;Die Stadtregierung braucht die sozialen  Bewegungen und ihren Druck. Denn die Lobby- und Interessengruppen sind  ja weiter da und sehr einflussreich. Wenn es dann keine sozialen  Bewegungen gibt, die Druck in eine andere Richtung machen, kannst du als  Regierung nichts umsetzen. Oft fordern sie viel mehr, als in unserem  Programm steht und das ist auch gut so, weil sonst würdest du gar nichts  durchsetzen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bue:&lt;/strong&gt; Ja richtig, und zugleich lohnen sich die  Auseinandersetzungen innerhalb der Institutionen. Ein anderes Beispiel  ist der Versuch, Druck auf den spanischen Staat auszuüben, mehr  Geflüchtete nach Spanien zu lassen. Barcelona hat einen Deal mit Athen  gemacht, weil in Athen sehr viele Geflüchtete sind und Barcelona einen  Teil von ihnen aufnehmen kann und will. Es geht um eine Solidarität von  Stadt zu Stadt, die natürlich von der konservativen spanischen Regierung  blockiert worden ist, aber eben auch darum, Druck auf die höheren  Ebenen aufzubauen. Das können Barcelona oder die spanischen Städten  allein nur sehr bedingt schaffen. Dazu braucht es eine Verbindung mit  ähnlichen Entwicklungen in anderen Teilen der Welt und besonders in  Europa, weil wir ja einen gemeinsamen institutionellen Rahmen teilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;AK:&lt;/strong&gt; Was ist BComú denn eigentlich? Eine Partei, eine Bewegung, ein Netzwerk?&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Manu:&lt;/strong&gt; Der Bewegungsaspekt stand in der Phase des  Wahlkampfs definitiv im Vordergrund, aber heute ist es eher eine  Organisation. Es gibt mittlerweile eine Menge formal geregelte Abläufe  und es hat sich ein gewisser Habitus heraus gebildet und eine klare  Arbeitsteilung. Und natürlich hat es auch etwas verändert, dass jetzt  manche Leute in der Regierung und diese Perspektive mitbringen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura:&lt;/strong&gt; Zugleich verschwimmen die Grenzen der Partei  sehr stark, weil es keine formale Mitgliedschaft gibt. Es gibt eine  Gruppe Aktivist*innen, die ganz normal in der Organisation mitarbeiten  und Entscheidungen fällen und sich auch in Funktionen wählen lassen  können. Aber es gibt auch die viel größere Gruppe der  Sympathisant*innen, die an vielen wichtigen Entscheidungen (Vorwahlen,  Regierungspakte) über eine Online-Plattform beteiligt werden. Da kann  sich jede*r registrieren, der oder die das möchte, sogar Leute, die in  anderen Parteien Mitglied sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bue:&lt;/strong&gt; Eine Wahlplattform oder eine Partei wird  normalerweise auf zwei Wegen gebildet. Entweder arbeitet eine Gruppe von  Leuten ein Programm aus, stellt das der Öffentlichkeit vor und wirbt  dann um Unterstützung. Oder man bildet ein Bündnis aus Gruppen und  Parteien, die bereits bestehen. In jedem Fall ist das Programm  normalerweise bereits fertig, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt. Bei  BComú und der Idee der confluencia (dt. Zusammenfließen) war das anders  herum. Es wurden Unterschriften gesammelt für den Beginn eines  Prozesses, durch den wir dann alle ein Programm erarbeitet haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Prozess war sehr partizipativ gestaltet, es gab verschiedene  offene Arbeitsgruppen, einmal nach Stadtteilen, und dann nach Themen:  Gesundheit, Bildung, Wohnen, Verkehr, Tourismus, Gender, Migration, und  so weiter. Da haben Leute aus verschiedensten Bereichen und Vierteln  zusammengearbeitet, ein ziemlich beeindruckendes kollektives Lernen,  durch das viele politische Inhalte erarbeitet wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura:&lt;/strong&gt; Auch unser Ethik-Code, der Richtlinien für  PolitikerInnen der gemeinsamen Plattform festlegt, ist durch  crowdsourcing entstanden, in einem grossen offenen Workshop und über  eine offene online Plattform.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Manu:&lt;/strong&gt; Zu dem Bewegungsaspekt gehört sicher auch,  sich in einem größeren politischen Kontext zu verorten. Es geht darum  neue politische Perspektiven zu eröffnen, jenseits der Blockade der  europäischen Krise auf der Ebene der Nationalstaaten und der EU. In  diesem Sinne kommen wir natürlich aus den Bewegungen, aber BComú  übernimmt nicht die Arbeit der Bewegungen. Es geht gewissermaßen um eine  Ausweitung der Kampfebene, darum mit den Widersprüchen der  Institutionen zu arbeiten und Institutionen verändern. Das muss zusammen  mit sozialen Bewegungen geschehen, aber es kann nicht identisch mit  ihnen sein. Die Wahlen zu gewinnen bei weitem nicht heißt, „die Macht“  zu übernehmen. Mit Sitzen in der Regierung ist nicht alles gelöst, du  bist immer noch auf dem selben Schlachtfeld und es tun sich ständig neue  Widersprüche auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;S: In der BRD heißt es oft, die Erfahrungen aus den  politischen Prozessen in Spanien seien nicht übertragbar, weil es in der  BRD keine vergleichbare Vorgeschichte sozialer Kämpfe gegeben hat. Was  denkt ihr dazu?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Manu:&lt;/strong&gt; Wir haben sicher viel gelernt von der &lt;em&gt;15M&lt;/em&gt;-Bewegung  und auch von den mareas, den proto-gewerkschaftlichen Bewegungen, die  Kampagnen zu Wohnen, Gesundheit und so weiter gemacht haben. Die haben  vor allem erst mal super konkrete Forderungen entwickelt, haben sehr  genau geschaut, wo sie in die Offensive gehen und etwas gewinnen können.  Konkrete Forderungen haben den Vorteil, dass sie gewonnen werden können  und die PAH ist ein gutes Beispiel, wie man über ganz viele kleine  Siege vorankommen kann. Da hat immer auch dazu gehört sehr viel Wert auf  gegenseitige Hilfe zu legen und eine Gemeinschaft aufzubauen. Es geht  also nicht um Forderungen allein, sondern auch darum, ein Netzwerk  aufzubauen, von dem diese getragen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man so etwas auf der Ebene einer ganzen Stadt aufbauen will,  dann braucht man schon eine große Stärke und es ist schon richtig, dass  viel dieser Stärke in Barcelona durch 15M entstanden ist. Aber es muss  ja nicht gleich für die ganze Stadt sein, man kann ja auch in  verschiedenen Feldern anfangen. Der Mietenvolksentscheid in Berlin zum  Beispiel, ging ja in so eine Richtung. Sich erst mal auf ein Thema  konzentrieren und dort versuchen Power und soziale Verankerung  aufzubauen und durch kleine Siege Leute zu motivieren. Aber dazu muss  man schon ein ganzes Stück auf Distanz gehen zum selbstbezogenen Teil  der Linken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bue: &lt;/strong&gt;Der entscheidende Punkt ist, dass es gelingt  Leuten zu aktivieren, die sonst nicht politisch aktiv sind. In Spanien  sind da natürlich durch den 15M und die Mareas gute Grundlagen  geschaffen worden. Es gab dadurch viele Leute, die Lust auf politische  Beteiligung hatten und den Glauben an die bestehenden Institutionen  verloren hatten. Aber auf der städtischen Ebene gibt es überall eine  Menge Sachen, die du machen kannst. Auch in der BRD gibt es sicher jede  Menge Leute und Gruppen, die durchaus ein politisches Begehren haben,  die aber nie eine politische Partei unterstützen würden und die sich  vielleicht sogar als unpolitisch bezeichnen. Und genau solche Leute  haben die Kampagne von Barcelona en Comú unterstützt, weil das eben  nicht einfach die nächste Partei war, sondern etwas, wo sie  mitentscheiden konnten. Dafür sind respektvoll und offen gestaltete  partizipative Prozesse entscheidend. Die meisten Menschen diskutieren ja  ohnehin wenig über Politik und wenn dann geht es eher darum, was von  der Politik erwartet wird. Diese Frage einfach mal zustellen, „was  wollen wir selbst eigentlich?“, thematische Arbeitsgruppen bilden und  unterschiedliche Gruppen und Leute einladen, dadurch entsteht schon eine  ganz schöne Dynamik. Und so eine Dynamik kannst du im Grunde überall  erzeugen, wo es irgendwie so etwas wie eine Zivilgesellschaft gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura: &lt;/strong&gt;Sicher sind in Spanien durch 15M viele  Menschen aktiviert worden, die sonst keinen Bezug zu Politik hatten.  Aber um Wahlen zu gewinnen musst du sowieso viel, viel mehr Leute als  nur die aus der Bewegung aktivieren. Die Frage ist doch, wen du in  deiner Organisation haben willst und wie du dich in deinen Inhalten von  den anderen Parteien unterschieden kannst? Beide Fragen hängen letztlich  daran, ob du es schaffst einen Diskurs zu entwickeln, eine Art und  Weise über politische Fragen zu reden, die für die allermeisten Leute  zugänglich ist. Und das ist selbstverständlich auch in anderen Kontexten  möglich. Es geht ja gerade nicht darum Leute zu haben, die schon von  deiner Message überzeugt sind, sondern darum, eine andere Message zu  entwickeln, die neue Leute anspricht und sich von dem unterscheidet, was  alle anderen erzählen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kontext spielt auf jeden Fall eine Rolle und in Spanien gab es  eine sehr spezielle Kombination von Faktoren, aber das heißt ja nicht,  dass sich etwas ähnliches nur durch genau die selbe Kombination von  Faktoren erreichen ließe. Du kannst dich immer von anderen Erfahrungen  in anderen Kontexten inspirieren lassen, kannst dir Mittel, die dort  entwickelt wurden aneignen. Ob und wie Sie sich an den Problemen  bewähren, mit denen deine Organisation gerade beschäftigt ist, musst du  ausprobieren. Insgesamt glaube ich, lernen wir viel zu wenig voneinander  als soziale Bewegungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Manu:&lt;/strong&gt; Barcelona en Comú ist schon sehr speziell und  es lässt sich garantiert nicht copy/paste-mäßig irgendwo hin übertragen.  Aber was viel wichtiger ist als eine große soziale Bewegung ist doch  vielleicht der Aufbau von vielen kleinen Bewegungen. Was man dafür  braucht, ist im Grunde ein gemeinsames Problem, das viele Menschen  teilen. Und solche Probleme gibt es ja nicht nur in Spanien, auch wenn  sie dort durch die Krise multipliziert und verschärft worden sind. Wenn  man von solchen Problemen ausgeht, gibt es immer konkrete Forderungen,  die sich stellen lassen, um die Situation zu verändern. Um die  umzusetzen braucht man ein Mittel, ob das jetzt ein Volksentscheid ist  oder etwas anderes, das ist ja erstmal egal. Also mit einem weit  verbreiteten Problem, umsetzbaren Lösungsvorschlägen und einem Mittel,  mit dem sich Druck aufbauen lässt, damit lassen sich kleine Siege  erreichen und darüber eine Menge Leute gewinnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laura:&lt;/strong&gt; Und gleichzeitig geht es auch darum, seine  Entscheidungsprozesse zu öffnen und kollektiver Intelligenz zu  vertrauen. Bei uns spielt das eine große Rolle in den Debatten, keine  Angst vor Fehlern zu haben, keine Angst haben etwas neues  auszuprobieren. Wenn du immer nur das selbe versuchst, wirst du nie  etwas neues erreichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz normalen Leuten und ihren Ansichten zu vertrauen kann bestimmt  schief gehen. Aber in unserem Fall hat es sehr gut geklappt. Sie kamen  mit Leuten und Gruppen zusammen, die schon länger aktiv sind, und das  kann eine ziemlich produktive Mischung sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine gekürzte Version des Interviews ist in der aktuellen AK erschienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian Schneider ist seit Jahren aktiv gegen die neoliberale Umstrukturierung des städtischen Raums, derzeit v.a. in der &lt;em&gt;Interventionistischen Linken&lt;/em&gt; und beim &lt;em&gt;BUKO&lt;/em&gt; Arbeitsschwerpunkt Stadt und Raum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Fri, 16 Dec 2016 12:33:37 +0000</pubDate>
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 <title>Party: Editorial. 50 mal arranca! am 19.11.2016, Mensch Meier</title>
 <link>https://arranca.org/nachrichten/party-editorial-50-mal-arranca-am-19112016-mensch-meier</link>
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&lt;p&gt;«Träumst auch Du von einer schönen Zukunft? Dann denk dran: ‹Auf die Revolution warten ist Quark›. Zum Glück können wir uns dabei die Beine vertreten, mal ‹den Blick auf alle Ebenen schweifen lassen›. Komm vorbei, denn ‹wer eine Sache nicht untersucht hat, hat kein Recht, mitzureden› oder so – und weil es ‹gnadenlos unerträglich› gut wird.»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Die arranca! wird 50. Das wird gefeiert. Mit allem Pipapo. Theory, Drugs and Rock&#039;n&#039;Roll!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;19.11.2106, 23:00 Uhr | Mensch Meier | Storkower Straße 121 | 10407 Berlin&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Sun, 06 Nov 2016 16:25:08 +0000</pubDate>
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 <title>Call for participation #50: Politik und Kultur</title>
 <link>https://arranca.org/nachrichten/call-for-participation-50-politik-und-kultur</link>
 <description>&lt;p&gt;Wir wollen uns in der kommenden Jubiläumsausgabe (#50) der arranca! einem schon seit der Nullnummer wichtigen Thema und besonderem Merkmal unserer Zeitschrift widmen: den Verbindungen zwischen Alltag, Kunst, Kultur und Politik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der neoliberale Umbau und die technologische Entwicklung der letzten Jahrzehnte haben Kunst und Kultur einem rasanten Wandel unterworfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie haben sich die Produktionsverhältnisse von Kunst und Kultur in den Zeiten des Internets gewandelt? Wie sieht die Kulturindustrie heute aus? Ist heute jede*r ein*e Künstler*in? Was bedeutet die neoliberale Forderung nach Kreativität? Worin besteht die politische Schlagkraft von Kunst? Ist ‚gute’ Politik immer auch Kunst? Wie nutzen der Staat, Banken und Unternehmen die Kunst für ihre Interessen/Ideologien? Bedeutet der erweiterte Zugang zu künstlerischen Ausdrucks- und Verbreitungsmöglichkeiten eine wirkliche Demokratisierung der Kultur? Schafft uns die Kunst neue Wege, abseits der Norm wahrzunehmen? Ist das Selfie ein narzisstischer oder ein identitätspolitisch künstlerischer Akt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Uns interessiert, ob es eine spezifisch linke (Gegen-)Kultur geben kann oder ob Kulturelemente immer von ganz unterschiedlichen Gruppen angeeignet werden. Handelt es sich dabei um die Aneignung gesellschaftlichen Raumes durch politische Akteur*innen oder überwiegt die Aneignung vermeintlicher Subkulturen durch bürgerliche Vertreter*innen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welche gesellschaftliche Funktion hat Kunst? Können beispielsweise situationistische Debatten und Diskurse des vorigen Jahrhunderts für den heutigen politisch-kulturellen Aktivismus fruchtbar gemacht werden? Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Forschungen der cultural studies hinsichtlich Populärkultur gewinnen? Wie schreiben Kino, Fernsehen und Musik gesellschaftliche Mythen fort oder durchbrechen sie durch das ihnen eigene künstlerische Moment? In welcher Art haben feministische und queere Konzepte den kulturellen Horizont erweitern und verändern können? Welche (neueren) marxistischen Ansätze existieren, Kultur zu produzieren und zu begreifen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Zeiten zunehmend pivatisierter Kulturförderung ist Kulturarbeit noch prekarer geworden. Wie begegnen Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen der immer deutlicher werdenden neoliberalen Anforderung Kultur als kapitalistisches Konsumgut und Kreativität als ökonomischen Brennstoff zu produzieren? Welche individuelle Reaktion haben Künstler*innen darauf gefunden und welche Strategien der Organisierung und Vernetzung gibt es?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wie steht es um (linke) Kultur als progressiver Impulsgeber? Es gibt zahlreiche Formen kulturellen Widerstands, aber schaffen es beispielsweise die Strategien der Kommunikationsguerilla tatsächlich aus einem ihr vorgegebenen Korsett auszubrechen? Oder verfehlt die politische Aussage durch Vereinnahmung vom herrschenden System ihr Ziel? Und ganz allgemein: Mit welchen Bildern arbeiten wir? Womit können wir uns von einem Zielgruppenimperativ in Marketing und Werbung distanzieren, und uns trotzdem Gehör verschaffen und dabei verstanden werden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ist von integrativen Architektur- und Stadtplanungsansätzen übrig geblieben? Wie können diese Ideen wieder ins Zentrum gerückt werden, angesichts von Bau- und Gestaltungsmaßnahmen, die sich überwiegend einer Marktverwertungslogik unterworfen haben? Gibt es nur die Wahl zwischen neoliberaler Verdichtung/Inwertsetzung der Stadt und selbstverwalteten Wagenplätzen/Hausprojekten oder welche weitere Utopien einer offenen und integrativen Stadtkultur gibt es?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir freuen uns über eure Vorschläge und Ideen zu diesen Fragen und zu anderen, hier noch nicht erwähnten Aspekten. Wir wünschen uns dabei Beiträge in Wort und/oder Bild, neben erörtenden also auch explizit künstlerischere Perspektiven. Wie immer geht es uns dabei nicht um das Erzielen theoretischer Spitzenwerte, sondern um die Vergesellschaftung von (Handlungs-)Wissen und das zugänglich machen künstlerischer Fragestellungen. Wir bitten euch, uns eure Vorschläge bis zum 22. Juni 2016 zu schicken. Der Redaktionsschluss ist am 22. Juli 2016. Wie immer wünschen wir uns auch Beiträge jenseits dieses Schwerpunkts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;arranca! Redaktion, Mai 2016&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;arranca@mail.de&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Mon, 16 May 2016 13:04:53 +0000</pubDate>
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 <title>arranca! #49: Form follows Function</title>
 <link>https://arranca.org/nachrichten/arranca-49-form-follows-function</link>
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&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Liebe Leser*innen,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;Form follows function: Organisierung hat sich den historischen Aufgaben zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die derzeitigen Flucht- und Migrations-bewegungen sowie das Scheitern von Syriza in Griechenland fordern eine praktische Überprüfung der politischen Konzepte. Vor diesem Hintergrund komplettieren wir mit der -a--rran-ca!-Ausgabe #49 die Doppelausgabe zur Organisierungsfrage. In unserer Einladung zum Mitmachen hatten wir festgehalten, dass es darum geht, vom Stand der aktuellen Kämpfe aus zu denken. Wir hatten euch deshalb gefragt, wie eine politische Praxis aussieht, die unsere Kritik gesellschaftlich wirksam werden lässt. Auch diesmal haben wir verschiedene Antworten bekommen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da ist die Erfahrung einer IL-Aktivistin aus der Unterstützung von Geflüchteten in Lübeck. Mit viel Power und gemeinsamen Grundsätzen wurden dort spürbare Erfolge erzielt und die eigene Organisation ein Stück weit transformiert, ohne vorher groß Konzepte zu schmieden. Ein Plädoyer für eine populare Strategie kommt aus Berlin – die dort geforderte experimentelle Praxis mag (wenn&#039;s gut läuft) ähnlich aussehen wie die aus Lübeck, die damit verbundene, explizit geforderte Theoriebildung setzt die Hürden allerdings höher. Demgegenüber kritisiert der Zweite Mai den in der IL oft anzutreffenden Organisations-Overkill und plädiert für eine kontinuierliche Basisorganisierung im Stadtteil. In eine ähnliche Richtung weist der Bericht von BASTA! aus ihrer Erwerbslosen-Selbst-organisierung in Berlin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz anders argumentiert der Text von Tina und ihr Trupp über Organisierungserfahrungen in Ostdeutschland, der die Bedeutung des gesamtgesellschaftlichen Anspruchs der IL betont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch international sind die Einschätzungen unterschiedlich: Andreas Karitzis, ehemaliges Mitglied des Zentralkomitees und des politischen Sekretariats von Syriza, fordert den Aufbau von autonomen Netzwerken, um der Macht der Kredit-geber*innen gesellschaftliche Gegenmacht entgegensetzen zu können. Aus Berlin wird hingegen im Rahmen von Blockupy für neue symbolische Aktionen im «Herzen der Bestie» argumentiert. Zum Projekt Podemos gibt es in der spanischen Linken viele kritische Stimmen, und in den USA verbinden sich bei der Organisierung an der Uni Ansätze des lateinamerikanischen Anarchismus mit Leninschen Konzepten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus Berlin dokumentieren wir ein Gespräch über gemeinsame Organisierungsansätze von Geflüchteten mit Nicht-Geflüchteten, und aus Graz wird von Erfahrungen rund um das Refugee Protest Camp berichtet. Eine Bestandsaufnahme zu Lebensweisen und Care-Arbeit mit Ergebnissen aus 300 Gesprächen macht die queerfeministische Perspektive auf Organisierung stark. Ähnliche Themen, aber andere Schwerpunkte setzt ein Gespräch über alternative -Familien- und Beziehungsmodelle. In einer -Collage beantworten uns einige Genoss*innen die&amp;nbsp; Frage, in welchem Verhältnis ihre akademische Lohnarbeit zu ihrem politischen Aktivismus steht.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Fazit dieser verschiedenen Debattenstränge ist schwer zu ziehen – für uns zeigt sich jedenfalls die Wichtigkeit einer produktiven Verbindung von Theorie und Praxis, bei der theoretische Positionen in der alltäglichen Auseinandersetzung auf ihre Brauchbarkeit überprüft werden. Wir betrachten die Diskussion um die politische Organisierung deshalb nicht als beendet. In der Tat hat sie Kontinuität. Wir freuen uns aber, mit zwei sehr fruchtbaren Ausgaben zum Thema und zum Gelingen des Organisierungsprozesses der Interventionistischen Linken beigetragen zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Fortsetzung wird die Debatte kurz nach dem Erscheinen dieser -Ausgabe auf einer Strategiekonferenz der IL finden. Manche wollen dort über kommende Aufstände sprechen, andere über die Rolle der IL in einer gesellschaftlichen Linken – zusammen ergibt sich eine spannende Mischung. Beiträge von der Konferenz findet ihr demnächst online &lt;a href=&quot;http://www.interventionistische-linke.org/projekt/strategiekonferenz2016 &quot; title=&quot;Strategiekonferenz&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz herzlich bedanken wir uns bei den diesmaligen Gestalterinnen Hanna und Lotte für den Satz und das wunderbare Layout – das so nie zustande gekommen wäre, gäbe es nicht die Genoss*innen von 123comics. Sie protokollierten mittels Graphic Recording unsere Podiumsdiskussion in der Vierten Welt in Berlin anlässlich der Veröffentlichung der ersten Organisierungs-Ausgabe #48 im September 2015. Die Resultate findet ihr häppchenweise in dieser Ausgabe und komplett, mit Audiomitschnitt &lt;a href=&quot;http://www.interventionistische-linke.org/beitrag/zurueck-die-zukunft-dokumentation &quot; title=&quot;Zurueck in die Zukunft&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wir müssen kontinuierlich an unseren Organisierungsfragen arbeiten und an dieser Stelle eingestehen, dass wir diesmal erst viel zu spät auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis im Heft geachtet haben. In den k----o-m-menden Ausgaben wollen wir weniger Artikel von cis-männlichen Autoren bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Schluss ein Blick in die Zukunft: Die nächste Ausgabe der arranca! erscheint im Herbst 2016. Im Fokus steht das Verhältnis von Kultur und Politik – eine Einladung zur Mitarbeit (Call for Participation) mit einer genaueren Darstellung von Konzept und Ideen findet ihr demnächst auf unserer Homepage.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch jetzt erst einmal, viel Spaß beim Lesen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eure arranca!-Redaktion im April 2016&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Sun, 01 May 2016 09:24:17 +0000</pubDate>
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 <title>Strategiekonferenz der Interventionistischen Linken: Call for Papers zu Plan A, B oder C…</title>
 <link>https://arranca.org/nachrichten/strategiekonferenz-der-interventionistischen-linken-call-for-papers-zu-plan-a-b-oder-c</link>
 <description>&lt;p&gt;Schon im dritten Jahr hintereinander überstürzen sich die Dinge wie zuletzt wohl nur 1989, und uns bleibt wenig übrig als dem Prozess so gut es eben geht zu folgen. Dass wir das nicht nur selbstbezüglich, sondern sogar mit grenzüberschreitender Reichweite tun können, liegt an der Initiative, die wir 2012 mit der Gründung des Blockupy-Bündnisses ergriffen haben: noch heute verdichtet sich in ihm, was eine linke aktivistische Antwort auf die Krise der herrschenden Verhältnisse werden könnte. Dass das nicht gereicht hat, wissen wir selbst. Aber immerhin. Auch wenn der unabsehbare Fortgang der Krise und die leider absehbare Eskalation schon im kommenden Frühling uns weiterhin nötigen, zunächst auf kurze Sicht zu entscheiden und zu handeln, liegt die Unumgänglichkeit einer auf längere Frist abzielenden strategischen Besinnung auf der Hand. Dabei geht es um unsere eigenen Möglichkeiten und um die weitere Ausrichtung unseres Organisierungsprozesses. Es geht aber auch um die Perspektiven der weiteren Linken. Es geht schließlich um die Auslotung der Chance, die Verhältnisse im Ganzen angehen und damit immerhin die Richtung ihrer Krise mitbestimmen zu können. Nicht nur in Deutschland, sondern in Europa und über die Außengrenzen der EU hinaus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diesem Ziel dient die kommende Strategiekonferenz, die wir deshalb auch nicht nur für uns veranstalten. Ihr Gelingen wird nicht nur an ihrem Verlauf, sondern auch an dem hängen, was wir schon im Vorfeld sagen – und zuschreiben werden. Und: Es hängt an der Weite des Horizonts, den wir uns dabei aufgespannen. Deshalb dieser Call for Papers. Wir suchen erste Antworten auf diese (und andere) Fragen:&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Was bleibt von der globalen Welle der Platzbesetzungen, in denen der Arabische Frühling zu mehr als nur einem regionalen Ereignis wurde? Was lehrt uns sein Scheitern? Was zum Beispiel lehrt uns der Umschlag der Besetzung des Maidan in eine vertiefte innerimperiale Krise ohne emanzipatorische Tendenz. Eine Krise von selbst wieder globalem Ausmaß, die Hölle Syriens und das Wagnis Rojava einschließend?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was lehrt uns die Eskalation von Terror und Anti-Terror? Was der Umstand, dass die fundamentalistische Gewalt heute keine Sache ferner Länder, sondern der Ränder unserer eigenen Städte ist, getragen auch von Subjekten aus „unserer“ Mitte? Was, andersherum gedacht, haben wir vom immer deutlicher hervortretenden Modell autoritär gewordener neoliberaler Postpolitik zu halten – von einem Regime, dass nicht einmal mehr „Sicherheit“ zu garantieren vermag und den Ausnahmezustand deshalb im Verfassungsrang festschreibt?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was (größte Frage vielleicht von allen) ist eigentlich unser Verhältnis zur Ankunft des globalen Südens inmitten des globalen Nordens – einem Prozess, der im kommenden Frühjahr wieder Auftrieb gewinnen wird? Wie stellen wird uns dem rassistischen Mob entgegen, wie der extremistischen Mitte? Und wie zur Bewegung des Willkommens, deren Größe, Durchhaltevermögen und Autonomie auch uns überrascht hat?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wie schätzen wir die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse und ihr Spiel von wechselnden Mehr- und Minderheiten, von Dritteln und Zweidritteln eigentlich ein? Wie die mit ihm gesetzten Gefahren – und die von ihm eröffneten Chancen? Was eigentlich sagen wir heute zum Griechischen Aufbruch und seinem jähen Abbruch – der vielleicht nur eine Unterbrechung gewesen sein wird? Wie denken wir über die Modelle, die uns Syriza, Podemos, die Bewegungswahllisten der spanischen Städte, die portugiesische Koalition, die Erneuerung der Labour Party bereitstellen? Sind das für uns „Modelle“, d.h. etwas, das uns zum Anhalt werden kann, um „es“ selbst noch einmal anderes zu machen? Wie halten wirs dabei mit der Regierungs-, gar mit der Machtfrage, auch mit der Frage nach einem „anderen“ Regieren?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wie halten wirs eigentlich – mit der „Demokratiefrage“: Gesetzt immerhin, dass sie von nahezu allen sozialen und politischen Kämpfen seit 1989 als ihre erste und wichtigste Frage gefragt wurde und wird? Was ist uns Postdemokratie, was democracia real ya, und was hat das mit welchem Sozialismus, welchem Kommunismus zu tun? Mit dem Verhältnis von Partei und Bewegung, Institution und Ereignis? Im Bezug übrigens auf welchen Zyklus von Kämpfen: dem Zyklus 2010ff, dem Zyklus 1999ff – sind das zwei? Ist das vielleicht nur einer, und wenn ja oder nein, was für einer oder was für zwei sind das – was ist oder war ihr „Punkt“?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wie glauben wir, stellen sich uns alle diese Fragen, wenn es in diesem, im nächsten, vielleicht erst im übernächsten Jahr zu einer Eskalation auch der ökonomischen Krise kommt? Was bleibt dann von uns und was werden wir dann sein und werden? Politisch, aber auch ganz „privat“, jede für sich? Was bleibt dann von uns und was werden wir dann in welchem Kapitalismus sein?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wer, so ist bei all’ dem immer mitzufragen, sind wir als Linke denn eigentlich, als Linke des 21. und zugleich noch immer als Linke des 20. Jahrhunderts? Was bedeutet uns „1989“ – und was „1968“, die beiden Wendemarken zwischen Alter und Neuer Linker? Sind sie uns Wendemarken? Was eigentlich ist aus unserem Versprechen geworden, race, class und gender endlich wirklich drei-zu-eins zu nehmen, marxistisch und/oder postmarxistisch, fordistisch und/oder postfordistisch, modern und/oder postmodern? Als Linke noch immer einer Klasse oder eines Klassenbündnisses, als Linke gegen alle Klassen, als Linke des Städtischen, als Linke des Cyberuniversums, als Linke in der und gegen die imperiale Lebensweise, die auch unsere ist? Als Linke, verdammt und vielleicht, auf verlorenem Posten?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt; Bitte setzt euch hin und schreibt was auf. Zu einer dieser Fragen, zu einigen, zu allen, zu noch einmal anderen Fragen. Allein, zu mehreren, als Gruppe. Kurz, mittel, länger, lang. Zu Plan A, B oder C. Denkt dabei auf kurze und/oder mittlere und/oder lange Frist. Als Antwort auf die Texte, die wir hier schon dokumentieren und zu denen wir eure Texte hinzufügen werden. Damit wir auf der Strategiekonferenz schon was gelesen und uns deshalb das eine oder andere mehr oder anders zu sagen haben. Bitte.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; Einsendungen bitte an &lt;a href=&quot;mailto:konferenz@interventionistische-linke.org&quot;&gt;konferenz@interventionistische-linke.org&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Fri, 19 Feb 2016 11:32:08 +0000</pubDate>
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