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 <title>arranca! - Älter Werden</title>
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 <title>Rezension</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/49/rezension-1</link>
 <description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rehzi Malzahn, &lt;em&gt;Dabei Geblieben – Aktivist_innen  erzählen vom Älterwerden und Weiterkämpfen&lt;/em&gt;, Unrast Verlag, Münster 2015,  256 Seiten, 16 € &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In 25 Interviews und Gruppengesprächen geht Malzahn der Frage nach,  wie radikal linke Menschen sowohl mit dem persönlichen Älterwerden als  auch dem politischen »dabei bleiben« umgehen. Ihr Ausgangspunkt ist die  immer wieder beklagte Tatsache, dass sich um das 30. Lebensjahr viele  Aktivist*innen aus der (post-)autonomen Bewegung verabschieden. Oft  zugunsten von beruflichen Karrieren oder Familiengründungen, aber auch  weil die »Szene« zu wenig politische Perspektiven bietet, um mit ihr zu  altern. Im Vorwort schildert Malzahn, altersmäßig selbst Mitte 30, wie  die eigenen Zweifel an ihrem politischen Aktivismus letztlich den Anstoß  für das Buch gaben. So macht sie sich selbst auf die Suche nach einem  »Überlebensrezept“,&amp;nbsp; um „dem Anpassungsdruck der Gesellschaft nicht  nachzugeben« (S. 15). Nicht erklärt wird leider, wie die Auswahl der  Interviewten zustande kam. Nur vage heißt es, es sollen »Leute aus  unterschiedlichen Bewegungen und Orten« (S. 8) zu Wort kommen. Die  Altersspanne der von ihr Befragten reicht von 44 bis 72 Jahren. Sie alle  orientieren sich an autonomer bzw. postautonomer Politik im weitesten  Sinne und wohnen in der Regel in der Großstadt. Wer als Leser*in noch  jünger ist, kommt bei der Lektüre nicht umhin, sich selbst Fragen nach  dem eigenen »Bleiben« oder »Gehen« zu stellen. Alleine diese Tatsache  macht das Buch zu einem Gewinn.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Texten wird deutlich, dass verschiedene Formen von  solidarischer Ökonomie eine wichtige Rolle beim »weitermachen« gespielt  haben. Deren Existenz wird allerdings oft in einem politischen  Generationenprojekt verortet, dass es heute so nicht mehr gebe –  stattdessen würden sich auch in der Linken zuhauf  Individualisierungstendenzen zeigen. Ein IL-Genosse aus Frankfurt  kritisiert die heute verbreitete Haltung, das eigene Engagement als  »Politik machen« (S. 228) zu verstehen. Das habe zu viel von einem  Hobby, das man jederzeit auch wieder abbrechen könne. Eine weitere  Essenz: Es gelte, sich die Wut auf die Verhältnisse zu bewahren und  trotzdem Erfahrungen von positiver gesellschaftlicher Veränderung zu  machen. Von einer zunehmenden Gelassenheit gegenüber aufgeladenen  Szenediskussionen berichten ebenfalls mehrere »Ältere« .&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem knapp gehaltenen Nachwort versucht die Herausgeberin, die  aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse zu systematisieren. Heraus  kommt eine Kritik an der autonomen Bewegung (der »Subkulturalität« und  »Selbstghettoisierung« vorgeworfen wird), die so bereits in den 1990ern  geübt wurde. Heinz Schenk und Co. lassen grüßen! Spätestens an dieser  Stelle ist es schade, dass es kaum konkrete Informationen in den  Gesprächen dazu gibt, wie die politischen Zusammenhänge und Gruppen der  Interviewten funktionieren. Denn die Frage des »dabei bleibens« darf  schließlich nicht nur individuell verhandelt werden. Es ist eine Aufgabe  der radikalen Linken und ihrer Strukturen, das »bleiben« zu  ermöglichen. Das Buch bietet für eine diesbezügliche Diskussion auf  jeden Fall einen gelungenen Anstoß. Und es sollte bald mit Berichten  derjenigen kontrastiert werden, die »nicht geblieben« sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Markus Baumgartner&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Sun, 08 May 2016 07:42:00 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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