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 <title>arranca! - Alternative Ökonomie</title>
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 <title>Undoing Capitalism? Reclaim Economy!</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/42/undoing-capitalism-reclaim-economy</link>
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                    &lt;p&gt;Wie fast immer kommen die spannendsten theoretischen Perspektiven aus  queerfeministischer Ecke. Nicht nur in Seminaren, auf dem Event &lt;em&gt;Who  cares? Queerfeminismus und  Ökonomiekritik&lt;/em&gt; und  in diversen Lesekreisen wird über das Projekt von J. K. Gibson-Graham  gesprochen, das kapitalistische Masternarrativ zu dekonstruieren.  Begegnet ist uns dieses Anliegen auch im Artikel von Do. Gerbig und  Kathrin Ganz in der letzten &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt;. In diesem politökonomischen Ansatz  treten neben Lohnarbeit, Miete zahlen und die Verdinglichung unserer  intimen und emotionalen Bereiche zahlreiche weitere individuelle und  kollektive Praxen, die als andere Formen von Ökonomie gedeutet werden:  die Food-Coop, das Hausprojekt, die Landkommune, Clarissa beim Umzug  helfen, die WG-Kinder aus der Kita abholen und fair gehandelten Kaffee  kaufen.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;Wie fast immer kommen die spannendsten theoretischen Perspektiven aus queerfeministischer Ecke. Nicht nur in Seminaren, auf dem Event&lt;em&gt; &lt;a href=&quot;http://www.feministische-oekonomiekritik.org&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite des Events&quot;&gt;Who cares? Queerfeminismus und Ökonomiekritik&lt;/a&gt;&lt;/em&gt; und in diversen Lesekreisen wird über das Projekt von J. K. Gibson-Graham gesprochen, das kapitalistische Masternarrativ zu dekonstruieren. Begegnet ist uns dieses Anliegen auch im &lt;a href=&quot;http://arranca.org/ausgabe/41/diverser-leben-arbeiten-und-widerstand-leisten&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zum Artikel&quot;&gt;Artikel von Do. Gerbig und Kathrin Ganz&lt;/a&gt; in der &lt;a href=&quot;http://arranca.org/ausgabe/41&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Ausgabe&quot;&gt;letzten &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;. In diesem politökonomischen Ansatz treten neben Lohnarbeit, Miete zahlen und die Verdinglichung unserer intimen und emotionalen Bereiche zahlreiche weitere individuelle und kollektive Praxen, die als andere Formen von Ökonomie gedeutet werden: die Food-Coop, das Hausprojekt, die Landkommune, Clarissa beim Umzug helfen, die WG-Kinder aus der Kita abholen und fair gehandelten Kaffee kaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sympathisch daran ist uns die Kritik der scheinbaren ‚Omnipotenz des Kapitalismus‘, die sich gegen einen ökonomischen Determinismus in der Gesellschaftstheorie richtet, indem sie sich vornimmt, „die Spuren gesellschaftlicher Transformation, die in unseren Alltagspraxen stecken, zu erkennen, zu reflektieren und zu intensivieren“ (&lt;a href=&quot;http://arranca.org/ausgabe/41/diverser-leben-arbeiten-und-widerstand-leisten&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zum Artikel&quot;&gt;Gerbig/Ganz&lt;/a&gt;). In der Geschichte sozialer Bewegungen wurde aus geschlechter- und rassismuskritischer sowie queerer Perspektive vielfach der Ökonomismus von Gesellschaftsanalysen weiter Teile der marxistischen Linken kritisiert. Besonders die damit verbundenen Vorstellungen von den relevanten sozialen Herrschafts- und Machtlinien in kapitalistischen Gesellschaften, von Emanzipation und deren revolutionären Subjekten wurden und werden zurecht in Frage gestellt – so auch in dem Vorschlag von Do. Gerbig und Kathrin Ganz, die Klassenfrage „durch eine Analyse der vielfältigen Positionierungen in Erwerbs- und Reproduktionsarbeitsverhältnissen“ zu ersetzen. Wenn wir uns aus herrschaftskritischer Perspektive die Frage nach Transformationsstrategien stellen, erscheint das Anliegen sympathisch, nicht auf den großen Kladderadatsch warten zu müssen, der alle Ausbeutung und Gewalt magisch in einem Zug abschafft. Die genannten alternativen Ökonomien werden so als transformatorische Handlungsräume im Hier und Jetzt ernst genommen. Und eben diese Frage nach den Transformationsstrategien wollen wir anders stellen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Doing capitalism&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Unter Ökonomie verstehen wir die gesellschaftliche bzw. gesellschaftlich vermittelte Herstellung und Verteilung von materiellen und immateriellen Gütern sowie die Art, in der verschiedene Existenzweisen, Produktions- und Austauschverhältnisse miteinander verschränkt sind. Ökonomie ist also eine Form der Regulierung von Gesellschaft. Ökonomie, soziale Verhältnisse und handelnde Subjekte konstituieren sich gegenseitig. So, wie Gerbig und Ganz jedoch Gibson-Graham lesen, liegt ihrer queerfeministischen Ökonomiekritik ein Begriff von Ökonomie zugrunde, welcher mehr auf konkrete Wirtschaftsweisen und Praxen der Existenzsicherung schaut, denn auf deren gesellschaftliche Regulierung. In der Betonung der nicht-kapitalistischen Diversität von ökonomischen Praxen wird eine für ökonomiekritische Analysen und politisches Handeln entscheidende Frage von Do. Gerbig und Kathrin Ganz nicht gestellt, obschon sie sehr wohl in den Analysen von J.K. Gibson-Graham Betrachtung findet: Wie stehen diese verschiedenen Formen von Ökonomie eigentlich zueinander? Dazu bemerken Gibson-Graham in den Ausführungen zu dem, was sie „politics of possibility“ nennen und was zu einer Art „Selbstkultivierung“ im Sinne einer Erweiterung von Handlungsspielräumen durch Alternativkulturen führen soll: „Uns ist klar, dass die ‚Politik der Möglichkeiten‘ (und die theoretischen Entscheidungen, die sie konstituieren) nicht einfach ‚in die Welt gesetzt‘ werden kann mit der Hoffnung, sie würde gedeihen. Sie muss erhalten und gestärkt werden durch das kontinuierliche Schaffen und Erhalten von Räumen, in denen sie bestehen kann, gegenüber dem, was sie zu unterlaufen und zu zerstören droht.“ (unsere Übersetzung) Sie verraten zwar nicht, was es denn genau ist, das die Praxen alternativer Ökonomien zerstören will, aber die verschiedenen Ökonomieformen stehen nicht einfach friedlich nebeneinander. Vielmehr benennen Gibson-Graham ein Dominanz- und Gewaltverhältnis, in welchem nicht-kapitalistische, alternative ökonomische Praxen marginalisiert und in ihrer Existenz bedroht werden. Um eine zugegeben vereinfachende Analogie anzubieten: Die Existenz einer lebendigen und für uns unverzichtbaren Queer-Szene in einigen Metropolen ist zwar als Kritik der dominanten heterosexistischen Geschlechter- und Begehrensnormen zu verstehen, ist aber immer noch eine minoritäre Praxis gegenüber der heterosexistischen Masse, welche die legislativen, kulturellen, ökonomischen und sowieso alle gesellschaftlichen Verkehrs- und Ausdrucksformen dominiert. Diese minoritären Praxen sind deshalb nicht überflüssig. Im Gegenteil: Sie sind für uns überlebenswichtig, bedeuten sie doch Freiräume und Solidarität, die politisches Handeln ermöglichen. Aber weder wollen wir uns mit ihnen zufrieden geben, noch handelt es sich für uns dabei um eine Geschmacksfrage, wonach manche eben lieber Hetero-Kleinfamilien gründen und Fabriken besitzen und Erbeerkaugummi essen, während andere lieber in Kommunen die gemeinsame Misere teilen und Kirschkaugummi kauen. Nein, sie sind ein Gegenentwurf zu Bestehendem und sie sind umkämpft, das heißt sie müssen gegen die Dominanz der Heteronorm durchgesetzt werden. Diese begegnet uns in der staatlichen Regulierung von Lebensweisen, in strukturellen Gewaltverhältnissen, die Geschlechter herstellen, oder in verbalen und körperlichen Attacken.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Dekonstruktion ums Ganze&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Wenn queeres ökonomiekritisches Denken unser Anliegen ist, stellt sich für uns zwangsläufig die Frage nach der Deutung der Vielfalt: Ist die Ökonomie einer Gesellschaft ein System, also ein Ganzes? Oder handelt es sich um mehrere ökonomische Systeme, die aber dennoch ein Ganzes ergeben? Oder macht es gar keinen Sinn, Gesellschaft als ein Ganzes zu betrachten, und hat damit auch die ökonomische Vielfalt keine entzifferbare Systematik? Ist diese Vorstellung eines Ganzen sogar ein diskursives Phantasma, eine Machtstrategie der herrschenden Kräfte?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit einer Weile schon werden immer mehr Gesellschaftsbereiche kommodifiziert, das heißt kommerzialisiert und den Imperativen markwirtschaftlicher Verwertbarkeit unterworfen. Der Neoliberalismus ist zur bestimmenden ökonomischen Regulierungsweise geworden. Diese verallgemeinernde Tendenz ist jedoch der kapitalistischen Ökonomie an sich immanent, also keine besondere Eigenart des Neoliberalismus – dieser ist vielmehr eine historisch spezifische Form dieser Bewegung. Das heißt nicht, dass jeder Moment des menschlichen Lebens dem kapitalistischen Verwertungsdruck direkt und auf gleiche Weise unterworfen ist. Es gab schon immer eine Vielzahl ‚nicht-kapitalistischer‘ Praxen, die Güter herstellen und verteilen, also ökonomische Praxen sind. Kooperation, Solidarität und gegenseitige Versorgung sind zum Teil sogar notwendige Grundlage von Kapitalverwertung, obwohl diese sich für menschliche Bedürfnisbefriedigung nicht interessiert. Feministische Theorie hat beispielsweise gezeigt, dass unbezahlte Haus- und Sorgearbeit keinesfalls außerhalb der kapitalistischen Wirtschaft liegt, sondern im Gegenteil ein konstitutiver Bestandteil zumindest fordistischer Lohn- und Konsumformen ist. Hausarbeit funktioniert zwar anders als Lohnarbeit, ist aber dennoch in Macht- und Ausbeutungsverhältnisse verstrickt. Gerade auch dieser Widerspruch prägt die Dynamiken kapitalistischer Gesellschaften und nimmt heute eben neoliberale Formen an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ökonomie einer Gesellschaft verstehen wir also als ein Ganzes, in dem die Vielfalt ökonomischer Praxen – kapitalistisch oder nicht, direkt oder indirekt der Akkumulation dienend oder eben die bewusst entwickelten, alternativen und solidarischen Praxen – eine (umkämpfte und veränderbare!) Systematik aufweisen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das politische Ziel muss also heißen, die dominierenden Funktionsweisen, die Spielregeln zu verändern, statt sich mit einer Tolerierung alternativer Projekte zufrieden zu geben. Die Veränderung der Spielregeln findet dabei durchaus in den gelebten Alternativen ihren Ausgangspunkt – die verwertungsorientierte Systematik des Ganzen verliert aber nicht schon durch die Existenz von Alternativen an gesellschaftlicher Wirkung. Vielmehr sind die Alternativen ebenso Teil und Ausdruck der beschriebenen Dynamik.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;I don‘t have to make the choice …&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Für queerfeministische Ökonomiekritik schlagen wir also vor, den Blick stärker auf die Beziehungen zwischen den Ökonomien zu richten. Eine solche dekonstruktive Betrachtung des Ganzen schreibt sich in die genannten Traditionen feministischer, antirassistischer sowie queerer Kritiken an Ökonomismus ein: Sie nimmt Differenzen in Positionierungen und Interessen ernst und erkennt sie als Voraussetzung emanzipatorischen transformatorischen Handelns an. Hingegen scheint uns die konstruktivistische Annahme einer „regulatorischen Fiktion der Dominanz von Kapitalismus“ aus dem Blick zu verlieren, dass die ökonomische Diversität durchaus systematisch von Dominanz und Marginalisierung gekennzeichnet ist. Übrig bliebe – zugespitzt – dass es einer jeden freisteht, sich aus einem bunten Strauß ökonomischer Vielfalt nach Belieben zu bedienen. Dies halten wir als Ausgangpunkt politischer Strategien für falsch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entsprechend unvermittelt steht so auch bei Gerbig/Ganz die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen neben dem Plädoyer für alternative Ökonomien im Bestehenden. Dadurch beschränken sie Politik auf ‚konstruktive Praxen‘, und stellen so eine problematische Gegenüberstellung von einerseits Revolution und Kommunismus und andererseits Umverteilen, Grundeinkommen und Hausprojekt her. Das dabei produzierte Denkverbot betrifft die Negativität: Alle Kritik muss sofort umsetzbar und also mit den Verhältnissen in Grenzen vereinbar sein – oder sie bleibt Utopie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Gegensatz, wie er sich bei Gerbig/Ganz finden lässt, ist bei Gibson-Graham nicht in gleicher Weise ausgeprägt. Bei ihnen geht es um die Reproduktion „ethischer Subjekte“ – jedoch zu dem Zweck, die Gesellschaft als Ganzes zu verändern. Haben wir uns diese ethischen Subjekte als Neuauflage der Frage nach dem kollektiven politischen Subjekt vorzustellen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz und Gerbig wollen die widersprüchlichen sozialen Effekte neoliberaler Vergesellschaftungsprozesse in den Blick nehmen und dabei die Klassenfrage durch die Analyse vielfältig verschränkter Machtverhältnisse ersetzen. Klasse „als prozesshaft, komplex und nicht kohärent“ zu betrachten, erscheint sinnvoll, wenn damit die Klasse an sich, also ein gesellschaftlicher Zustand beschrieben werden soll. Wie sieht es aber mit der Klasse für sich, mit der Klasse als politischer Identität aus? Hier scheint es uns sinnvoll, den Klassenantagonismus nicht über Bord zu werfen, sondern die prozesshafte, komplexe Klasse zu mobilisieren im Sinne von „Geschlechterklassen“, der „Klasse der Perversen“ oder der „Klasse der Prekarisierten“. Ein Ökonomiebegriff, der Kapitalismus als spezifische gesellschaftliche Regulierung begreift, die sowohl Güter als auch Identitäten und Subjekte herstellt, muss sich somit auch auf das Klassenkonzept auswirken (statt es zu verabschieden): Der Antagonismus kann kein einzelner sein, sondern ist vielmehr von den verschiedenen Ungleichheitsbeziehungen durchzogen, was Solidarität zwischen den verschiedenen Positionen der Ausbeutung wichtiger macht denn je.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Kommunismus in einem Kiez?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Das transformatorische Potenzial alternativer Projekte ernst zu nehmen, müsste im Sinne dieses Ökonomiebegriffs heißen, den falschen Antagonismus von Reform und Revolution aufzugeben, statt sich entweder auf eine Seite zu schlagen oder ein Bild von unverbunden nebeneinander stehenden Anliegen zu zeichnen – denn die Bedingungen vielfältiger Bewegungen, welche den jetzigen Zustand aufheben, ergeben sich aus den jetzt bestehenden Voraussetzungen. Projekte alternativer Ökonomie richten sich zwar gegen bestehende ökonomische Zwänge, sie können diese aber nicht durch ihre bloße Existenz überwinden. Sie stoßen immer wieder an dieselben Grenzen: die Lohnvermitteltheit der Existenz oder die Marktgesetze, die auch für im Kollektiv produzierte Waren gelten. Nicht zuletzt kennen alle, die mal in Kooperativen und Hausprojekten gewohnt oder gearbeitet haben, diese &lt;em&gt;reality checks&lt;/em&gt;: Plötzlich muss die Monatsmiete irgendwie aufgebracht werden, ob das Geld da ist oder nicht. Plötzlich ist das Kollektiv die Avantgarde und Ideengeberin neuer entregulierter Unternehmensweisen, &lt;em&gt;team work&lt;/em&gt; ein Muss und die Aufhebung der Grenze zwischen Wohnzimmer und Arbeitsplatz kehrt sich als Form der Arbeitskraftverwertung gegen die eigenen Interessen („Die Interessen von Heidi Hoh und der Firma können nicht dieselben sein!!“).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie können alltägliche solidarische ökonomische Praxen, mit welchen Menschen ihr Leben und Wirtschaften kollektiv von kapitalistischen Verwertungs- und Marktzwängen zu befreien versuchen, zu transformatorischen Praxen werden? Umsonstläden, Foodcoops, Guerillagärten und Freifunkprojekte stehen nicht zwingend zum kapitalistischen Verwertungsprinzip im Widerspruch. Wir müssen sie schon aktiv dazu machen, indem wir zum Beispiel die Widersprüche zwischen Kapitalverwertung und menschlicher Bedürfnisbefriedigung benennen und zuspitzen, die uns zu solchen Projekten bewegen. Wir müssen Forderungen entwickeln, die darüber hinausweisen, die nicht nur alternative Praxen sichtbar machen, sondern auch die auf eine radikale Umwälzung des Bestehenden verweisenden Momente. Das heißt, dass diese Praxen kollektiv sein müssen. Das heißt aber auch, deutlich zu machen, dass sie nicht bloß die bessere Alternative auf dem Markt der Möglichkeiten darstellen, sondern einer praktischen Kritik bestehender Verhältnisse gleichkommen. Erst dann leitet sich eine prozesshafte und komplexe Klasse nicht aus Identität ab, sondern aus dem geteilten Ziel einer zu verhandelnden und zu verallgemeinernden gesellschaftlichen Veränderung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es reicht also nicht, einfach immer und überall unseren politischen Forderungen den Zusatz „und sowieso gegen Geschlecht und Kapitalismus“ hinzuzufügen. In den Diskussionen um bedingungsloses Grundeinkommen und Lohn für Hausarbeit gab es immer auch Fraktionen, die diese Forderungen derart formuliert haben, dass ihre konkrete Umsetzung nicht mit der bestehenden Ordnung vereinbar gewesen wäre. Um die in den Forderungen enthaltene Emanzipationsperspektive zu verwirklichen, müssten sich die Verhältnisse also grundlegend ändern: Sei es die Abhängigkeit des Lebensstandards von der Lohnhöhe, die Trennung von Erwerbsarbeit und sozialer Reproduktion oder die strukturelle Verletzbarmachung durch individualisierte ökonomische Abhängigkeiten. Solche nicht unmittelbar im Bestehenden umsetzbaren Forderungen dennoch zu formulieren und zu verfolgen, zielte darauf ab, solidarische Bündnisse zu organisieren, auf deren Grundlage der Rahmen des Machbaren nicht länger als absolute Grenze des Politischen hingenommen würde. Dann wären das bedingungslose Grundeinkommen und Lohn für Hausarbeit auch nicht lediglich bessere und antiheteronormative sozialstaatliche Dekommodifizierungspolitiken, sondern bekämen systemsprengenden Charakter. Es gilt die Machtfrage zu stellen.&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Mon, 05 Jul 2010 09:31:23 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Erfolgreich gescheitert</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/39/erfolgreich-gescheitert</link>
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                    &lt;p&gt;War die Alternativbewegung ein Wegbereiter des Neoliberalismus? In seinem neu erschienenen Buch &lt;em&gt;&lt;a href=&quot;http://www.edition-nautilus.de/programm/politik/buch-978-3-89401-583-1.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kleine Geile Firmen&lt;/a&gt;&lt;/em&gt; (Edition Nautilus, 2008) spannt Arndt Neumann zur Beantwortung dieser Frage einen Bogen von den Beatniks über die Hippies, die Alternativbewegung und ‚neue Unternehmensberater’ wie Matthias Horx bis zur Digitalen Bohème. Dabei zeigt er, wie die Forderung nach Autonomie von einem Ausgangspunkt der Revolte zu einem Mittel der Ausbeutung werden konnte.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;War die Alternativbewegung ein Wegbereiter des Neoliberalismus? In seinem neu erschienenen Buch &lt;em&gt;&lt;a href=&quot;http://www.edition-nautilus.de/programm/politik/buch-978-3-89401-583-1.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kleine Geile Firmen&lt;/a&gt;&lt;/em&gt; (Edition Nautilus, 2008) spannt Arndt Neumann zur Beantwortung dieser Frage einen Bogen von den Beatniks über die Hippies, die Alternativbewegung und ‚neue Unternehmensberater’ wie Matthias Horx bis zur Digitalen Bohème. Dabei zeigt er, wie die Forderung nach Autonomie von einem Ausgangspunkt der Revolte zu einem Mittel der Ausbeutung werden konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Selbstverwaltete Ökoläden, Buchladenkollektive, basisdemokratisch geführte Zeitungsredaktionen oder Handwerksbetriebe sind im Lauf der letzten 20 Jahre sehr selten geworden. Die Alternativbewegung ist gescheitert und diente lange Zeit wohl vor allem als Vorlage für Karikaturen. Du hast sie Dir unter einem anderen Aspekt angeschaut: Wie wichtig war die Entwicklung der Alternativbewegung für die Durchsetzbarkeit neoliberaler Zumutungen in der BRD?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zunächst war die Alternativbewegung Teil der sozialen Auseinandersetzungen der 1960er und 1970er Jahre, die den Fordismus in die Krise getrieben haben. Diese Kämpfe waren durch eine Exzessivität der Bedürfnisse geprägt, die die fordistischen Grundpfeiler Lohnarbeit und Kleinfamilie in Frage stellte: Fabrikarbeiter, die immer höhere Lohnforderungen stellten, Frauen, die sich den Zumutungen der unbezahlten Hausarbeit entzogen, Jugendliche, die sich der Arbeit verweigerten und stattdessen von Sozialhilfe und Bafög lebten usw. Der Neoliberalismus war eine Antwort auf die Krise des Fordismus. Der Exzessivität der Bedürfnisse setzte er Haushaltsdisziplin, Lohnkürzungen und unternehmerische Rationalität entgegen. Diese waren jedoch nur durchsetzbar, indem einzelne aus den sozialen Auseinandersetzungen kommende Forderungen und Bedürfnisse in verzerrter Form aufgegriffen wurden – unter ihnen auch das Bedürfnis nach Autonomie. In diesem Sinne lässt sich sagen, dass sich die Alternativbewegung trotz ihrer Niederlage durchgesetzt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Antriebskräfte der von dir beschriebenen Entwicklung waren immer wieder ökonomische oder politische Krisen der Alternativbewegung. Du hast dir die Debatten innerhalb der Bewegung über den Umgang mit jenen Krisen recht genau angeschaut – hätten die Lösungsstrategien auch ganz anders aussehen können?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es hat bereits Anfang der 1980er Jahre eine ganz andere Lösungsstrategie gegeben. Die autonome Bewegung war auch eine Antwort auf die inneren Krisen der Alternativbewegung. Der Sackgasse der Selbstausbeutung setzte sie die Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums entgegen. Durch Hausbesetzungen, Diebstahl sowie den Bezug von Sozialhilfe und Bafög sollten Autonomie und Selbstbestimmung im Hier und Jetzt ermöglicht werden. In gewisser Weise ist die Antwort der autonomen Bewegung heute immer noch aktuell. Neue Formen des Leben und Arbeitens kann es in dieser Gesellschaft nicht ohne die Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums geben. Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend geändert. Gerade Hartz IV, Studiengebühren sowie die Einführung von Bachelor und Master haben viele Spielräume massiv eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums heute bedeuten kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ In &lt;/em&gt;Kleine Geile Firmen&lt;em&gt; werden einige Aspekte der in den 1990er und 2000er Jahren als ‚neu’ gehandelten, prekären Arbeitsverhältnisse auf die Versuche der Alternativbewegung in den 1970er und 80ern zurückgeführt, mit einer anderen Art von Arbeitsorganisation zu experimentieren: flache Hierarchien, (Schein-)Selbstständigkeit, Hangeln von Projekt zu Projekt oder auch Identifizierung mit der hippen Firma. Gewerkschaften und Linksradikale stehen schon seit Längerem vor der Frage, wie sich Leute, die unter solchen Bedingungen arbeiten, organisieren lassen. Kann da das Zurückverfolgen der ideologischen Wurzeln der ‚Digitalen Bohème’ auf ehemals linke Ansätze Hinweise geben?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum einen zeigt die Alternativbewegung, dass es nicht darum gehen kann, „die Leute zu organisieren“. Sie zeigt, dass wir unsere eigenen prekären Arbeits- und Lebensbedingungen zum Ausgangspunkt machen müssen. Die Alternativbewegung war nicht zuletzt eine Antwort auf das Scheitern von Betriebsinterventionismus und leninistischen Avantgardekonzepten. Diese waren durch den weitgehend vergeblichen Versuch geprägt, die Kluft zwischen der studentisch geprägten antiautoritären Bewegung und der industriellen Arbeiterklasse durch abstrakte politische Konzepte zu überwinden. Zugleich beruhte die politische Arbeit in den Fabriken auf der Verleugnung der eigenen Subjektivität. Diese abstrakte Radikalität und Verleugnung der eigenen Subjektivität war nur wenige Jahre lang lebbar. Demgegenüber versuchte die Alternativbewegung, die eigenen Wünsche und Konflikte zum Ausgangspunkt zu machen. Gerade in ihren Anfängen konnte die Alternativbewegung deswegen eine große Anziehungskraft entfalten. Zum anderen zeigen die Verbindungslinien zwischen Alternativbewegung, Neuen Selbstständigen, New Economy und ‚Digitaler Bohème’ die Ambivalenz von prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen. Prekarität lässt sich nicht auf erzwungene Unsicherheit reduzieren. Prekarität ist zugleich das, was wir uns immer gewünscht haben. Ob Autonomie, Flexibilität oder Differenz: In verzerrter Form lebt die gegenkulturelle Subjektivität in den gegenwärtigen Arbeits- und Lebensverhältnissen fort – gerade auch in der Kultur- und Wissensproduktion. An diesem Punkt wird ein zentraler Mechanismus der gegenwärtigen Machtverhältnisse deutlich. Zugespitzt formuliert: Der Fordismus beruhte auf dem Tausch soziale Absicherung und steigende Löhne gegen stumpfsinnige Arbeit. Heute breitet sich vor allem in der Kultur- und Wissensproduktion eine andere Form des Tausches aus: Selbstbestimmte und interessante Arbeiten gibt es nur gegen fortwährende Unsicherheit und schlechte Bezahlung. Diese Ambivalenz der Prekarität verbietet eine einfache Skandalisierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Traditionelle linke Politik und ein auf Armut und Unsicherheit verengtes Verständnis von Prekarisierung laufen an diesem Punkt ins Leere, da sie das Bedürfnis nach selbstbestimmtem Arbeiten nicht ernst nehmen. Parolen wie ‚Scheiß-Praktikum’ werden weder unseren eigenen widersprüchlichen Arrangements gerecht, noch wirken sie in irgendeiner Weise anziehend auf andere Prekäre. Deswegen geht es darum, eine politische Perspektive zu entwickeln, die die Ambivalenz der Prekarität ernst nimmt und in der Autonomie und soziale Absicherung nicht länger ein Widerspruch sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Die Analyse in &lt;/em&gt;Kleine Geile Firmen&lt;em&gt; ist weitestgehend beschränkt auf die bundesdeutsche Geschichte. Versuche, innerhalb des Kapitalismus andere Produktionsformen umzusetzen, sind jedoch definitiv kein deutsches oder europäisches Phänomen. Man denke an die Experimente, die im laufenden Jahrzehnt in den besetzten Fabriken in Argentinien, Brasilien und Venezuela gemacht wurden und werden. Was könnte man sich von einem Vergleich der dortigen Erfahrungen mit dem in Kleine Geile Firmen beschriebenen Scheitern der Alternativbewegung erhoffen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Formulierung „andere Produktionsformen innerhalb des Kapitalismus“ macht deutlich, dass ein Vergleich nur auf einer sehr abstrakten Ebene möglich ist. Meiner Ansicht nach überwiegen die Unterschiede. Während für die Alternativbewegung das Bedürfnis nach Autonomie und die Revolte gegen autoritäre Managementkonzepte im Vordergrund standen, sind die Besetzungen von geschlossenen Fabriken vor allem der Versuch, Armut und Arbeitslosigkeit zu entkommen. Für sinnvoller halte ich es, die Alternativbewegung mit ähnlichen Bewegungen in den USA und in Westeuropa zu vergleichen. Gerade in Kalifornien hatte die Gegenkultur der 60er Jahre großen Einfluss auf die Internetkultur der 90er Jahre. Zugleich finden sich in der BRD der 60er und 70er Jahre zahlreiche gesellschaftliche Auseinandersetzungen, in denen das Bedürfnis nach Autonomie eine ähnlich große Rolle gespielt hat. Neben den Projekten der Frauenbewegung gilt dies vor allem für die zahlreichen Arbeitsmigranten, denen die Selbstständigkeit die Flucht aus der Fabrik ermöglicht hat. All dies zeigt, dass die Alternativbewegung nur ein kleiner Teil eines viel weitergehenden gesellschaftlichen Aufbruchs war. Zugleich wirkt dieser Aufbruch nicht allein in der Kulturund Wissensproduktion fort. Selbstständige Arbeit findet sich in allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Übergänge zwischen Lohnarbeit, Selbstständigkeit und Erwerbslosigkeit sind fließend geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Am Ende deines Buches steht die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, das uns von der „durch ökonomische Zwänge bis zur Unkenntlichkeit verzerrte[n] Autonomie“, nämlich der Autonomie in der Arbeit, zur Autonomie der Arbeit führen soll. Es wird nicht weiter ausgeführt, wie die ‚Autonomie der Arbeit’ beschaffen sein könnte. Fraglich erscheint mir jedenfalls, ob eine realpolitische Forderung an Vater Staat wirklich der richtige Weg ist, um die emanzipatorischen Seiten des Begriffs der Autonomie entgegen seiner neoliberalen Verzerrung zu stärken? Müsste man nicht vielmehr an der tatsächlich in vielen Arbeitsverhältnissen erreichten Autonomie ansetzen? Sind die erlangten Kompetenzen, die selbstständige Tätigkeit, die routinierte Teamarbeit etc. nicht die besten Voraussetzungen für selbstbewusst und effektiv durchgeführte Kämpfe?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorweg: Wie eine ‚Autonomie der Arbeit’ aussehen könnte und welche Wege dahin die richtigen sind, ist vor allem eine Frage der politischen Praxis. Deshalb sehe ich die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen am Ende des Buches vor allem als Platzhalter für eine notwendige Debatte über eine politische Perspektive jenseits eines sozialdemokratischen, alternativen oder linksradikalen Traditionalismus. Dabei ist das bedingungslose Grundeinkommen ein guter Ausgangspunkt, da diese Forderung sowohl an das Bedürfnis nach Autonomie als auch an das Bedürfnis nach sozialer Absicherung anschließt. Ansonsten sehe ich keinen Widerspruch zwischen alltäglichen Kämpfen und weitergehenden Forderungen. Das Problem ist vielmehr, dass wir auf beiden Ebenen noch keine angemessenen Formen gefunden haben. Die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen ist noch so abstrakt, dass sie gegenwärtig keine konkrete Lebensperspektive bietet. Trotz großer Zustimmung im Bereich der Kultur- und Wissensproduktion wirkt sie deshalb nicht mobilisierend. Man könnte auch sagen, dass das bedingungslose Grundeinkommen noch nicht realpolitisch genug ist. Auch auf der Ebene der alltäglichen Auseinandersetzungen kann ich im Augenblick noch keine exemplarischen Kämpfe erkennen. Vor allem die zunehmende Fragmentierung von Arbeitsverhältnissen durch Projektarbeit, selbstständige Arbeit und befristete Verträge erschwert es, von der individuellen Unzufriedenheit zur gemeinsamen Auseinandersetzung zu kommen. Wie sich die in den gegenwärtigen Arbeitsverhältnissen erworbenen Fähigkeiten politisch wenden lassen, bleibt deshalb eine offene Frage.&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Wed, 20 Jan 2010 13:19:00 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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