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 <title>arranca! - Frankreich</title>
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 <title>Die Klasse der Anderen ist eine andere Klasse</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/51/die-klasse-der-anderen-ist-eine-andere-klasse</link>
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;p&gt;Didier Eribons Buch Rückkehr nach Reims wurde so gehypt wie selten ein Buch über Klasse und die soziale Frage. In den linken und bürgerlichen Medien – ­eigentlich überall – wurde die autobiographische Erzählung über das Verlassen und Hassen der Herkunftsklasse, über Scham, die eigene (homo)sexuelle Befreiung und intellektuelle Suche positiv besprochen. Die Erzählung versucht sich gleichzeitig in einer Antwort auf die Frage, wie es zu diesem Aufstieg der Rechtspopulist*innen kommen konnte.&lt;/p&gt;

        &lt;/div&gt;
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&lt;p&gt;Didier Eribons Buch Rückkehr nach Reims wurde so gehypt wie selten ein Buch über Klasse und die soziale Frage. In den linken und bürgerlichen Medien – ­eigentlich überall – wurde die autobiographische Erzählung über das Verlassen und Hassen der Herkunftsklasse, über Scham, die eigene (homo)sexuelle Befreiung und intellektuelle Suche positiv besprochen. Die Erzählung versucht sich gleichzeitig in einer Antwort auf die Frage, wie es zu diesem Aufstieg der Rechtspopulist*innen kommen konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist quasi alles drin: Die neoliberale Wende linker Politik, die Individualisierung und das Verschwinden der Klasse aus dem politischen Diskurs und nicht zuletzt die Beschreibung der Lebensrealität von Menschen, die es so beschissen haben, dass von denjenigen, die dort noch nicht sind und auch nicht hinwollen, viel Verständnis für beschissene Positionen aufkommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wir diesem Buch wirklich hoch anrechnen, ist, dass Emotionen und Affekte einen Platz in dieser Aufstiegsgeschichte bekommen, einen Platz in der politischen Auseinandersetzung. Das Buch berührt, ohne sich gegen Intellektualität zu stellen &lt;br /&gt;Viele Texte sind geschrieben worden, die sich mit der Frage beschäftigen, was wir jetzt mit der Analyse des rechtspopulistischen Aufstiegs auch als Ergebnis linken Versagens machen (zum Beispiel Dossier &lt;em&gt;Luxemburg&lt;/em&gt;). Wie kann die Erkenntnis, dass die linken Parteien keine Möglichkeit der Identifikation mehr bieten und kein überzeugendes Projekt für die Zukunft für «die Benachteiligten, Prekären, Abgehängten» für eine neue Klassenpolitik fruchtbar gemacht werden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rückkehr nach Reims war für Eribon eine Möglichkeit, sich seiner Herkunft soziologisch zu nähern, ohne die Gefahr der erneuten Involviertheit mit der Familie. Das ist weniger soziologisch interessant als psychologisch: die Motivation, die Gründe der Anderen, die keine reale Klasse mehr sind, spielen kaum eine Rolle. Stattdessen erfolgt ein fragwürdiger soziologischer Nachweis, sie hätten sich in ihrem Rassismus und ihrem ängstlichen Konservatismus eigentlich nie groß verändert. Bloß die Umstände seien andere geworden, also die politisch-moralische Führung der sich nach rechts entwickelnden bürgerlichen Mittelklassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die sehr persönliche Geschichte über Eribons Scham der eigenen Herkunft und seine Auseinandersetzung mit Homophobie und Intellektuellenfeindlichkeit haben uns in ihrem Mut und ihrer Klarheit berührt. Es blieb aber auch ein Unbehagen. Die Frage für uns nun, warum?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht weil wir die Geschichte als vor allem männliche Aufstiegsgeschichte lasen, die gelang, weil es männliche Unterstützungsnetzwerke gab. Die harte Abgrenzung zur Herkunftsfamilie und das Profilieren im wissenschaftlichen und journalistischen Feld, mit der Betonung einer vermeintlich neutralen Sachebene, die feministischen Widerspruch provoziert. Weil in der Erzählung von der selbsttätigen Befreiung und Flucht, die Ermöglichung dieses Weggehens durch den Anteil weiblicher Reproduktionsarbeit in Form von Arbeit und Wünschen der Mutter, unsichtbar wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier ist auch der Dissenz zu Bourdieu verständlich, den Eribon anspricht. Denn Bourdieu betont die Bedeutung von Erziehung als Habitusformierung, die bei Eribon verschwindet und erst die Erzählung von der subjektiven, schweren, aber auf Intelligenz basierenden klugen Aufstiegsgeschichte ermöglicht. Diese Sicht lässt die bequeme Möglichkeit offen, sich mit diesen rassistischen, sexistischen, ungebildeten Anderen beschäftigen zu können, ohne real mit ihnen zu tun zu haben, geschweige denn gemeinsam mit ihnen Politik zu machen.&lt;br /&gt;Inklusive blinder Flecken bekommt diese Sicht durch die Herkunft Eribons legitimes Gewicht. Er muss es ja wissen, er kommt von dort.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir lesen darin auch einen Rest Ekel der Herkunft gegenüber, sichtbar versteckt im Scheinwerferlicht der erst rückblickend zugestandenen sozialen Scham. Das Fehlen jeglicher positiver Bezüge zu seiner Herkunft, diese Affekte irritieren, denn während er für die Rückkehr der Klasse in die politische Diskussion wirbt, sorgt seine persönliche Geschichte vom männlichen &lt;em&gt;weißen&lt;/em&gt; Subjekt als erfolgreiches Aufstiegsprojekt für das Verschwinden derselben in der Bedeutungslosigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frage, warum immer mehr Arbeiter*innen rechts wählen ist eine gute Frage. Verknüpft mit der spezifischen Ekelperspektive von oben aber macht es ein gesamtgesellschaftliches Problem zur Strategie von «denen da unten»; die hart arbeitende, hart lebende, sich verhärtende Klasse. Nichts mit solidarischer Arbeits- und Lebensweise, nichts mit schlau, nichts mit Handlungsfähigkeit, nichts mit real gemischten Existenzen. Hier wird ein Bild der &lt;em&gt;weißen&lt;/em&gt; homogenen Arbeiterklasse gemalt, die es so nicht gab und gibt. Klasse ist hier vor allem das Andere des Bürgerlichen. Nur wie erklärt sich damit der gesamtgesellschaftliche Rechtsruck?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So bleibt eine brüchige Männlichkeit, die vom Liberalismus ihres Milieus der französischen Intellektuellen profitiert hatte, solange dieser noch nicht nach rechts weggebrochen war, die Brille, durch die die Welt betrachtet wird. Durch sie verschwinden die Anteile weiblicher* Sorgearbeit und Zuspruchs, des Mutmachens und des Dreckwegräumens nicht nur aus der eigenen Geschichte. Auch in der Analyse des rechtspopulistischen Aufwinds wird nicht thematisiert, dass sich hier Antifeminismus und der Hass auf die sozial Deklassierten zu einem erfolgreichen rechten Projekt verbunden haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für Bürger*innen erzählt Eribon sehr vieles über Klasse. Für Menschen aus dieser Klasse erzählt er zu wenig, zu grob und abschätzig. Und dann ist für Aufsteiger*innenkinder, wie wir es sind, Eribon lesen so: Ey, es gab eine lange Reihe an Auseinandersetzungen mit Klasse und Klassismus vor diesem Buch, aber sie fanden nicht das Gehör, da sie nicht von einem großen Intellektuellen mit einem Berg von kulturellem Kapital und einer «selbstverständlichen» legitimen Sprechweise kam. Das heißt für uns nicht, dass sie aus dem politischen Diskurs verschwunden war, wie Eribon schreibt, sondern nur, dass Bürger*in werden/sein hilft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese legitime Sprechweise heißt auch, über Emotionalität politisch-strategisch zu sprechen, zumindest wenn es um Klasse geht. Alles bleibt unter Kontrolle, der Kontakt zur Vergangenheit ist wissenschaftlicher Neugier geschuldet und bleibt distanziert. So lässt Eribon seine Familie oder seine Herkunftsklasse nur selten selbst zu Wort kommen, aber erzählt im Stil einer linken Vogelperspektive eine Geschichte über die Massen. Seine Familie, die «da unten», werden Objekte soziologischer und politisch-strategischer Phantasmen. Schade, sie hätten viel mehr sein können. Aber vielleicht ist das der Preis für ein Projekt, das versucht, selbstreflexive Vergangenheitsbewältigung mit dem großen soziologischen Wurf zu verbinden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir finden, Eribon schafft quasi einen literarischen Rahmen, aber rekonstruiert nicht die realen Kämpfe, die Hybridität und den Schmutz der politischen Kämpfe, wer da wen besiegt und beschämt hat oder wer vom eigenen Führungsanspruch nicht loslassen kann. Die Arbeiter*innenklasse wird hier nicht gleich zur revolutionären Klasse ausgerufen oder zu armen Opfern gemacht. Eribon beschreibt, dass Menschen gehört werden und repräsentiert sein wollen, aber er lässt die Frage nach solidarischer klassenübergreifender Praxis und neuen Formen von Repräsentationspolitiken offen. Am Ende bleibt es eine Aufgabe, eine andere Klasse zu schaffen, eine Klasse aller Anderen, die sich nicht mehr schämen wird.&lt;/p&gt;


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 <category domain="https://arranca.org/tag/didier-eribon">Didier Eribon</category>
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 <pubDate>Thu, 22 Jun 2017 16:22:47 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Riots</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/4/riots</link>
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                    &lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁHier war über die Jugendunruhen nicht viel zu hören. Man bekam mit,  daß in Paris wegen des Gesetzesprojektes von Bollodur Hunderttausende  auf der Straße waren. Bollodur wollte, daß Arbeitsanfänger nur 80% des  Mindestlohnes verdienen sollten, angeblich, um ihre Integration in den  Arbeitsmarkt zu erleichtern. ln Wirklichkeit wurde damit der gesetztlieh  festgesetzte Mindestlohn gesenkt. Durch die Massenproteste wurde das  dann zu Fall gebracht. Was war los?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁHier war über die Jugendunruhen nicht viel zu hören. Man bekam mit, daß in Paris wegen des Gesetzesprojektes von Bollodur Hunderttausende auf der Straße waren. Bollodur wollte, daß Arbeitsanfänger nur 80% des Mindestlohnes verdienen sollten, angeblich, um ihre Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. ln Wirklichkeit wurde damit der gesetztlieh festgesetzte Mindestlohn gesenkt. Durch die Massenproteste wurde das dann zu Fall gebracht. Was war los?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab in ganz Frankreich Demonstrationen. Wirklich bedeutend waren sie aber nur in Paris, Nantes und Lyon. Dort waren nicht nur Schülerinnen und Studentinnen auf der Straße. Es gab auch viele Arbeitslose und Jugendliche aus den Vorstädten, die sich an den Unruhen beteiligten. Politiker, Polizei und Gewerkschaften versuchten, diese Bewegung zu spalten. Es hieß, daß die StudentInnen an den Krawallen nicht beteiligt gewesen seien, daß der friedliche Protest nur von ein paar Spinnern aus den Vorstädten zu Unruhen gemacht worden sei. Das stimmte nicht. Die Jugendlichen aus den Vorstädten waren anfangs gar nicht auf den Demos. Sie, die Arbeitslosen, waren von dem Gesetzesprojekt auch nicht betroffen. Erst nach den ersten Unruhen kamen auch sie dazu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁAber alle Demonstrationen standen im Zusammenhang mit dem Gesetzesprojekt?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja, überall ging es darum. In Paris fand die größte Demonstration statt. In Lyon waren es ein paar tausend, die auf der Straße waren. Zu den Unruhen in Lyon kam es, weil die Bullen Jugendliche angriffen. Vormittags hatten die Gewerkschaften eine Demo organisiert. Um 12 hieß es dann: &quot;Wir gehen alle nach Hause, nur die Krawallmacher&amp;nbsp; bleiben hier &quot;. Allein aus Solidarität blieb die Hälfte der Jugendlichen auf dem Platz zurück. Die Bullen haben uns dort mit CS-Gas angegriffen und in die Straßen getrieben. Damit gingen die Unruhen los. Du weißt, wie das ist: Die Leute laufen durch die Straßen und schmeißen dabei die Scheiben der teuren Geschäfte ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Lyon waren die Unruhen anders als in Paris. Es gab keine richtigen Straßenschlachten, sondern einfach nur Angriffe auf teure Läden und Plünderungen. Nach diesen Auseinandersetzungen kamen die Leute nicht mehr nur wegen dem Gesetzesprojekt Viele Studentinnen, die am Anfang &quot;keine Gewalt &quot; gerufen hatten, schmissen nach 2 Tagen selber Steine. Die Erfahrung mit den Bullen ging allen unter die Haut. Politiker und Medien bemühten sich dann um einen &quot;Dialog&quot;. Das Gesetz wurde zurückgenommen, Studentinnen in Talkshows eingeladen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁEntstanden bei dieser Radikalisierung neue Forderungen, die über die Ablehnung des Gesetzesprojektes hinausgingen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nein, das kann man nicht sagen. Die Studentinnen haben sich sehr schnell zurückgezogen, als das Gesetz gestoppt wurde. Es war ihnen egal, daß es Inhaftierte gab. Auch für die Abschiebung algerischer Jugendlicher, die von der Regierung ohne jede Gesetzesgrundlage ausgeflogen wurden, interessierten sie sich nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁAber die Bewegung ging doch nach der Gesetzesrücknahme weiter?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nein, manche haben versucht, die Bewegung zu verlängern. Die letzte große Demo fand aber nur noch statt, weil die Mobilisierung bereits gelaufen war. Die Regierung hatte das Projekt bereits zurückgenommen. Man ging nur noch auf die Straße, um den Sieg zu feiern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was hat es mit den Lyoner Riots im April auf sich? Nach dem Fall des Gesetzesprojekts gab es noch vier Mal im daraufolgenden Monat Unruhen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist etwas ganz anderes. Diese Unruhen sind in den Vorstädten nichts Besonderes und haben ganz andere Ursachen. Meistens brechen sie aus, wenn die Bullen einen Immigrantenjugendlichen erschießen oder schwer verletzen. Diese Riots in der Banlieue interessieren die Medien in Frankreich nicht. Was in den Vorstädten kaputt gemacht werden kann, hat sowieso keinen Wert für die Regierung. Obwohl die Bullen dort viel brutaler auf Unruhen reagieren, gibt es keine Resonanz in der Öffentlichkeit. Die Riots gegen das Projekt Balladur wurden beachtet, weil sie sich in den Innenstädten abspielten und auch von Studentinnen getragen wurden. In der Banlieue ist das nicht der Fall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist im übrigen auch für uns schwer, mit den Jugendlichen in der Banlieue etwas zu tun zu haben, wenn du nicht selbst von dort und Immigrant bist. Freunde von uns wurden vor 2 Jahren bei einem Riot von Jugendlichen geschlagen, weil sie als Fremde in den Stadtteil gekommen waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁAlso stecken hinter den Unruhen im Frühjahr eigentlich zwei unabhängige Bewegungen: die Immigrantenjugendlichen aus der Vorstadt und die StudentInnen- und Schülerlnnen-Bewegung, die gegen das Gesetzesprojekt demonstriert?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja. Bei den Protesten gegen Balladur hat sich das eine Zeit lang vermischt. Auch StudentInnen wurden militant. Der Versuch der Regierung, das zu trennen, hat aber eine reale Grundlage.&amp;nbsp; Die Bewegung gegen das Gesetzesprojekt war politisch von Gewerkschaften und Studentenverbänden kontrolliert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁGibt es eine eigenständige Organisationsform unter den jugendlichen Immigrantinnen in der Banlieue?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt nur die Gangs. Man haßt die Bullen, aber man erhebt keine politischen Forderungen. Ich kenne keine einzige politische Gruppe oder Organisation, die dort eine Rolle spielen würde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁUnd wer hatte den größten Einfluß auf die Studentinnen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gewerkschaften. Sie haben die Bewegung vereinnahmt. Sie haben, ohne die Leute zu fragen, mit der Regierung verhandelt und sich als Organisatoren der Demonstrationen aufgespielt. Von den Studentenverbänden war der sozialistische der wichtigste. Und alle haben sich von den Riots distanziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁWas war an den Unruhen in diesem Frühjahr neu?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu den letzten Jahren haben sich viele SchülerInnen und StudentInnen politisiert. Mehr als 50% der Riotters waren unter 18 Jahre alt, der Durchschnitt war also sehr jung. Außerdem merkte man, daß es den Leuten nicht mehr nur um ihre Karriere und ihr gutes Auskommen geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁHat sich die soziale Situation für Jugendliche in den letzten Jahren deutlich verschlechtert, oder war es ein Zufall, daß die Unruhen gerade jetzt ausbrachen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die soziale Lage ist für manche Leute schon länger sehr schlecht, vor allem natürlich in der Banlieue. Was aber schlimmer geworden ist, ist die rassistische Regierungspolitik. Seit einem Jahr ist wieder Pasqua Innenminister. Als er das letzte Mal in diesem Amt war, 1986, sind bei Schülerdemonstrationen Leute umgekommen. Jetzt verfolgt Pasqua eine brutale Abschiebepolitik. Jugendliche werden nach Algerien ausgeflogen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie versucht die Regierung eigentlich, auf die Situation in der Banlieue zu reagieren? Ich habe neulich einmal gehört, daß einzelne Bürgermeister in der Pariser Vorstadt sogar für die Sprengung der Hochhaussiedlungen plädieren, um illegale Besetzungen zu verhindern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon weiß ich nichts. Aber natürlich wird die Regierung versuchen, die Bevölkerung in den Stadtteilen stärker zu mischen. Die Konzentration der Armut führt zu einer Solidarität, die die Bullen nicht mehr richtig kontrollieren können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Lyon haben wir erlebt, wie Stadtteile, die hauptsächlich von AraberInnen bewohnt waren, zunehmend in Geschäftszentren umgewandelt wurden. Die Bevölkerung wurde in die Vorstädte verdrängt. Dort werden jetzt ein paar Sportplätze gebaut, damit die Leute ruhig bleiben. Aber solche Ausgaben sind nur Kleinigkeiten, wesentliches wird nicht geändert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;ɁIhr habt gesagt, daß es - soweit Ihr Bescheid wißt - unter den jugendlichen ImmigrantInnen kaum politische Gruppen gibt. Welche Rolle spielt der HipHop bei der politischen Artikulation der Jugendlichen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor allem in Paris eine große. Die meisten HipHop-Gruppen machen auch politische Texte, sie singen von den Reichen und den Bullen, von ihrer eigenen Situation. In Lyon gibt es keine große Musikszene, aber auch da wächst der Einfluß von HipHop und afrikanischer Musik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt in Frankreich vor allem 2 bekannte HipHop-Gruppen, nämlich NTM und IM, die als Sprachrohr der Vorstädte gelten. Immer wenn in Talkshows über die Lage der Imigrantenjugendlichen geredet wird, lädt man eine der beiden Gruppen ein. Dort beschimpfen sie dann Politiker und Journalisten.&lt;/p&gt;


&lt;!--
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 <category domain="https://arranca.org/category/abschnitt/ausserhalb-des-schwerpunkts">Ausserhalb des Schwerpunkts</category>
 <pubDate>Tue, 13 Aug 2013 21:02:33 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Getting Rid of the Straight Taste</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/43/getting-rid-of-the-straight-taste</link>
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                    &lt;p&gt;In early 2010, a &lt;a href=&quot;http://fels.nadir.org/de/fels/queerfem&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite der AG Queerfeminismus&quot;&gt;queer  feminist work group&lt;/a&gt; formed  within FelS. No retreat of queer and feminist approaches to  niches, no  uninspired lingering in academia, no professional perishing  in gender  mainstreaming. Instead, we are preparing ourselves for a  vibrant,  broad, anti-capitalist queer feminist movement.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Our experience shows us that gender relations tend  to be considered as a transversal issue. However, in specific struggles they  are too often neglected. This is why we see  queer feminism as a  political field with its own practices that we want  to explore, rework  and reinvent. So we are at our beginning, but we  are not dealing with a  tabula rasa.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;This  collage is an attempt to get to know queer  feminism. We contacted queer  and feminist collectives in different  parts of the world in order to  hear about their struggles and political  practices, and to establish a  network between them and us. We sent a  questionnaire to collectives in  Istanbul, St. Petersburg, Jakarta,  Belgrade, Paris and Berlin. You can  read the full answers here. There  is also a &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen&quot; title=&quot;go to the short version in German&quot;&gt;short&lt;/a&gt; and a &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen-langversion&quot; title=&quot;go to the long version in German&quot;&gt;long&lt;/a&gt; version in German.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;In early 2010, a &lt;a href=&quot;http://fels.nadir.org/de/fels/queerfem&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite der AG Queerfeminismus&quot;&gt;queer  feminist work group&lt;/a&gt; formed  within FelS. No retreat of queer and feminist approaches to niches, no  uninspired lingering in academia, no professional perishing in gender  mainstreaming. Instead, we are preparing ourselves for a vibrant, broad,  anti-capitalist queer feminist movement.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Our experience shows us that gender relations tend  to be considered as a transversal issue. However, in specific struggles they are too often neglected. This is why we see  queer feminism as a political field with its own practices that we want  to explore, rework and reinvent. So we are at our beginning, but we are  not dealing with a tabula rasa.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;This collage is an attempt to get to know queer  feminism. We contacted queer and feminist collectives in different parts  of the world in order to hear about their struggles and political  practices, and to establish a network between them and us. We sent a  questionnaire to collectives in Istanbul, St. Petersburg, Jakarta,  Belgrade, Paris and Berlin. You can read the full answers here. There is  also a &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen&quot; title=&quot;go to the short version in German&quot;&gt;short&lt;/a&gt; and a &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen-langversion&quot; title=&quot;go to the long version in German&quot;&gt;long&lt;/a&gt; version in German.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;What are your roots?  Which social struggles is  your work based on?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi:&lt;/strong&gt; There is no struggle in my roots. There wasn’t  any opposition or social struggle in my family and in my past. When I  was 27, I joined a feminist organization for the first time, because I  wanted to. I’m still a member of that organization today, I question  patriarchy, and I try to build freedom for myself.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; The Panthères Roses formed in 2002, when &lt;em&gt;Le  Pen&lt;/em&gt; reached the second round of the presidential elections. A new  right-wing movement established itself, and they are still ruling – they  are rigorous, they push security politics and populism onto the agenda,  and they act very aggressively against individual freedoms and  progressive achievements in society. At that moment, we saw the need for  a collective that is located at the point of intersection between the  LGBT&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref1_qogdly3&quot; title=&quot;L = lesbian, G = gay, B = bisexual, T = transgender /  transsexual, I = intersexual, Q = queer&quot; href=&quot;#footnote1_qogdly3&quot;&gt;1&lt;/a&gt; movement and social  movements. Even if we don’t claim roots (because that sounds biologistic  and monocausal to our ears), we can say that we didn’t come out of  nowhere. Our work can be inscribed into LGBT struggles, and we relate to  radical lesbian politics (Monique Wittig), feminist materialism,  anti-racism and anti-capitalism.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd:&lt;/strong&gt; First and foremost, we are a radical queer  group fighting for a community that is based on self-definition and  inclusivity. We oppose the traditional heteronormative patriarchal  norms, which cannot be questioned without addressing different forms of  oppression and structures in society.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;The members of QueerBeograd come from different  (class/political/cultural) backgrounds, but we are all deeply rooted in a  feminist, anti-authoritarian, anti-capitalist movement, and being queer  is determining and influencing the way we work politically. Some of us  are artists and cultural activists, some have been engaged in  anti-fascist or anti-racist structures for a long time, and others are  part of local LGBT and feminist associations.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On that basis, we connect our work to different  struggles and collaborate with groups who address these topics, such as  LGBT groups, feminist groups, no border groups, anti-racist,  anti-fascist or anti-capitalist collectives.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Our work includes expressions of solidarity,  collaborations for campaigns or specific projects, exchanging and  mutually influencing our political views, and providing financial  support.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FNO:&lt;/strong&gt; I grew up in the USSR and was a teenager  during the Perestroika period. I saw my parents struggle, lose their  jobs, their identity, their friends and their position in society.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; La Barbe’s approach is inspired by Wittig’s  and Delphy’s texts, by movements such as the &lt;em&gt;MLF&lt;/em&gt; [&lt;em&gt;Mouvement de la libération des femmes&lt;/em&gt;, Women’s Lib], of course, also by lesbian  collectives such as the &lt;em&gt;Lesbian  Avengers&lt;/em&gt;, political  collectives such as the &lt;em&gt;Billionaires  for Bush&lt;/em&gt;, artist groups such  as the &lt;em&gt;Guerilla Girls&lt;/em&gt;, and primarily, by political groups. &lt;em&gt;La  Barbe&lt;/em&gt;’s founders come from the &lt;em&gt;Act Up Paris&lt;/em&gt; collective. We link to a threefold heritage: feminist, lesbian and  artist. We see ourselves as positioned in the center of the scene, where  sometimes the ‚traditional’ feminists of the &lt;em&gt;Collectif National pour les Droits des Femmes&lt;/em&gt; are opposed to groups of the queer movement.  Plus: we like to claim that we symbolically have sprung from the womb of  Eric Zemmour – homophobic, sexist, racist, and proud of it all.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok:&lt;/strong&gt; We build our work on the struggle for the  recognition of the inviolability of persons. The state should not be  allowed to regulate private issues, and to tell people what to do and  what not to do, as long as their actions do not violate other persons’  rights.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul:&lt;/strong&gt; Lambda activists define themselves as  feminists and anti-militarists. The LGBT movement and the feminist  movement were very closely connected from the start. Concerning  anti-militarism, Lambda is in close contact with the conscientious  objection movement. We have a very active member who was a conscientious  objector, and who is gay. He spent a year in prison and was tortured.  Moreover, Lambda defines itself as a non-violent group, i.e. our  practices are non-violent. For example, we support the Kurdish movement,  but not the guerrilla. The Kurdish movement is the only movement that  supports LGBT politics and positions, just as the Kurdish party is the  only party in the parliament who does that.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.:&lt;/strong&gt; We build our work on some (non-essentialist)  feminist, queer, anti-sexist, anti-racist, post-colonial,  anti-capitalist struggles.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Institut Pelangi Perempuan:&lt;/strong&gt; We are part of the queer feminist movement.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;In what structural  conditions are you working? And how did neoliberalism and the global  crises affect these conditions?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; What? I don’t get the question.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Institut Pelangi Perempuan: &lt;/strong&gt;The context in which we are working is shaped  by the rise of islamic fundamentalism in Indonesia, though there are big  regional differences within the country. Queer and LGBT groups are not  illegal, but they are also not officially legitimized by the government.  Recently, there were open aggressions against different LGBT  minorities, for example during a conference that we organized in spring  2010. This had a huge impact on the work done by the organization, and  also on LGBT people, who don’t feel safe anymore. In 2008, the  Indonesian government enacted an anti-pornography law which stipulates,  among other things, that any publication about homosexuality is illegal,  because they consider homosexuality to be a bestiality, a form of  sexual deviance. Moreover, there are official local regulations in some  Indonesian provinces which are discriminatory against LGBT people. For  example in Palembang, South Sumatra, prostitution is illegal, and the  law says that LGBT people are prostitutes; so they are criminalized. At  the same time, it is important for us to be involved in  anti-islamophobic actions, and we support campaigns against  islamophobia, since we believe that it isn’t “the” Islam which is  responsible for the increasing aggression against queer people.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi:&lt;/strong&gt; Neoliberalism has a negative impact on us. It  leads to an inflation of concepts. The global crisis and neoliberalism  lead to a situation where we don’t make our projects a reality, where  our progress is very slow, and where a lot less people have to do a lot  more work. This makes us more and more tired.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; The Panthères  Roses are a registered  association, which means that we can announce demonstrations. We try to  function as horizontally as possible. We don’t have a president or a  board, but instead we take decisions as a collective in our weekly  public meetings. We are independent and don’t receive any financial  aids. We get the money that we need by selling stickers or t-shirts, or  by organizing solidarity fundraising events.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concerning the effects of neoliberalism, many of us  have to work more and more, and are earning less and less. The rents are  totally overpriced. It is hard to find the time and the motivation for  political activism. Our context is a French neoliberalism that is  steered by a rather right-wing government who force their political  agenda on us. In Paris, there’s only a few of us who are organized, and  there are very few autonomous spaces. Homophobia, lesbophobia and  transphobia are strong here. Currently, the catholics are particularly  aggressive.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd:&lt;/strong&gt; The group was founded in 2005, that is, in a  period when Serbia still hadn’t economically recovered from the  consequences of what happened in the 1990’s. The majority of the Serbian  population lives in precarious economic circumstances. That is also the  case with most of our members. This is a very decisive fact, because it  determines who can actually afford to be politically active. We are  continuously debating this. From our feminist perspective, we try to  create conditions where persons are paid for their work. We also try to  prevent exclusion based on economic reasons, which is why we give  financial support to the participants of our festival (traveling  expenses, accommodation).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;A huge part of the work that LGBT and feminist  groups in Serbia are doing is funded by international donors. It’s very  important to have a financial support structure. Otherwise, a huge  amount of important political work would be impossible in the Balkan  region.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;The crisis aggravated the already precarious social  situation of the country.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In our own practice, we apply for funds only  from sources that we deem  to be ethical – we check where such funds come from, and we are equally  grateful for any support by queer grassroots solidarity fundraising. All  of our members have been working as volunteers for years, which affects  our everyday life and adds to our precarious working and living  situation. We try to switch to a more sustainable form of action – for  personal reasons, but also in order to maintain our political activity  in the long run.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Having said this, our very independent form of  political practice means that we are pretty free to build our own  activity and politics agenda, and that we have the liberty to refuse the  influence of funding organisations so that we can maintain an  autonomous perspective.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok:&lt;/strong&gt; We live in a society that is strongly  dependent on our government’s despotism. The government’s administrative  decisions are unpredictable and intransparent. It’s often useless to  try to inform police and other state employees about the film festival  via negotiations and discussions, and to create an open debate. For  instance, the Archangelsk municipal authorities assured us that the  festival is OK, and that the government wouldn’t act against it. 30  minutes later, some festival venues cancelled – because police officers  had come to the clubs and threatened to impose administrative sanctions.  The media are controlled and censored, especially television. The  social majority is passive, intimidated and focused on consumption, and  doesn’t believe that change for the better is possible here. They aren’t  informed about the real situation and the violation of human rights in  this country. The increasing attempts of the orthodox church to gain  influence are another reason why it’s hard for us to do our work.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul:&lt;/strong&gt; I think a  lot of things are linked to the economic situation within a country.   Everyone has to keep their business going on. One example in Turkey is  the army. Turkey is the biggest buyer of guns made in Germany. This is  the reason why the war in Turkey between the Turkish army and the  Kurdish minorities has to go on. And this is what we have to see: It’s  the system that is violent. And under the conditions of neoliberalism,  this is not changing for the better at all.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.:&lt;/strong&gt; We work in the following structural  conditions: capitalism, racism, sexism, gender relations and  heteronormativity, homophobia, transphobia, nation state setting and  nationalism, postcolonialism, post-fascist Germany, anti-semitism,  ableism and other power structures that we consider to be very entangled  with each other. We continuously have to organize financial means to  keep the infoshop alive. As individuals, we are in the privileged  position to actually be able to do self-organized politics; however,  this position is constantly threatened, because of the necessity to sell  our own labor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FNO:&lt;/strong&gt; The answer to that question would absorb the  entire article.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;How do you use “We” when you  speak? For whom are you speaking?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Institut Pelangi Perempuan:&lt;/strong&gt; “We” are young queer and lesbian feminist women.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi:&lt;/strong&gt; For me, the word “we”  stands for all oppressed persons. I don’t only consider women to be a  subject of feminism. “We” is all the oppressed, the discriminated, the  victims of violence. “We” represents those who are against the ruling  powers. Identities are transformable, we have multiplex identities. Some  of these identities can also represent power, and at the same time we  can be oppressed with one of our other identities. Feminism, and  different feminisms, can be very enriching in many respects.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul:&lt;/strong&gt; Identity politics are a complex field. I am  against any victimization of identity. For example, people from  countries in the so-called West often ask us how it is to be gay in a  muslim country. I ask back: “Well, how is it to be gay in a catholic  country?” Attempts to victimize our identity and to stabilize the  hierarchy between ‘western’ and muslim countries are colonial. But  sometimes, identity can be very important, especially when somebody  tells you that your identity doesn’t exist at all, or that it is sick.  Of course then I will speak up and say, “I am trans”, and I stand by my  identity. At the same time, we say, “We are Kurdish”, “We are Armenian”.  Many Kurdish LGBTs give up their LGBT identity because they fight for  their Kurdish identity. The domestic violence that many Kurdish women  experience within their families is another example. They don’t talk  about it – in light of the violence by the Turkish state that they  experience, they don’t see domestic violence as violence. For them, it’s  more important to fight for Kurdish independence and for their rights  as Kurdish persons. This is why it can be important to make identities  visible and to defend them, if they aren’t taken into account or  ignored. But at the same time, it’s very important to not exclude other  identities.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd:&lt;/strong&gt; There’s a queer theorist in Sidney called Linnell  Secomb, who says about  queer: “Queer is not an identity category, it’s a process of the  continuous disruption of any notion of there being a norm.” In this  sense, our „we“ includes not only LGBTIQ&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L =  lesbian, G = gay, B = bisexual, T = transgender / transsexual, I =  intersexual, Q = queer&quot;&gt;1&lt;/a&gt;, but people who question structures of  society, the categorization and the discrimination against people based  on the hierarchy of categories.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok:&lt;/strong&gt; The LGBT community, representants of the  Russian civil society and citizens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.:&lt;/strong&gt; We use “we” only when we speak about the  infoshop’s organizing committee. We think it’s problematic to construct a  categorial “we”, because this means that some people will be included  into a collective “we” without being asked if they want to (“we the  women”, for example), while others will be excluded. We reject the  concept of paternalistically speaking for others, but of course, our  claims point to the transformation of the overall conditions in this  society (and other societies). In doing this, we try to be undogmatic  and self-reflexive.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; We are a non-mixed lesbian, trans and gay  collective, and we don’t want to “speak in the name of x”. Our  identities as lesbians, trans* and gays are one of our starting points,  but not the only one. We don’t feel it’s our vocation to represent all  LGBTs. We don’t agree with a part of the LGBT community and of feminist  collectives in France, and in these contexts, our positions are  minoritarian. We oppose the instrumentalization of feminism for racist  aims. This became obvious in the debates around the law concerning the  burka and the headscarf, in the discussion regarding the French army’s  intervention in order to “liberate” Afghan women, and in the general  stigmatization of the poor project suburbs and the migrants who live  there, and who are said to be primarily responsible for sexism and  homophobia in France. Another point where we are different from other  collectives is our position regarding the struggles of sex workers. Some  mainstream feminists claim abolitionist positions, which leads to the  exclusion of feminist sex workers from demonstrations. Moreover, the  essentialist feminists don’t acknowledge trans* persons’ claims.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FNO:&lt;/strong&gt; Sometimes, “we” refers to my friends and me,  sometimes to all those who are fighting on our side of the barricades.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; We speak for the women – “the women” as a  category that was produced through the oppression by men, as a category  that will live on as long as its oppression, which is why we aspire for  it to disappear. Until then, we’ll speak for women – with beards. “We”  are those women who are willing to fight for the “people of the women”  and to make fun of women’s situation at the same time, just like we make  fun of the attributes of – male – power.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Where do you want to push  the boundaries of the political? Which struggles do you want to make  visible?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FNO:&lt;/strong&gt; I am intrigued by debates on identity  politics.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; To  abolish heterosexual taste? This year we participated in our own way in  the debate on national identity. We puked in front of Eric Besson,  Minister of &#039;Immigration, Integration, National Identity and  Mutually-Supportive Development.&#039; We disrupted events with Christine  Botin (a catholic homophobe who has been ranting and raving for years)  and demanded that she shut up and quit speaking on our behalf. We  participated in &lt;a href=&quot;http://existrans.org/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;the Existrans  website&quot;&gt;&lt;em&gt;Existrans&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;, a demonstration by trans people and  their supporters. We marched on March 8, May 1, December 1 (World AIDS  Day), and at Sans-Papiers demonstrations. Usually we participate as part  of the pink block, thus gaining visibility as trans, lesbian, and gay  in social movements predominantly concerned with social cuts (retirement  pay, health care, education, etc). We want to bring pleasure to these  demonstrations, where there is usually way too much heterosexism.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi:&lt;/strong&gt; I&#039;m not sure I understand the question. For  me, politics comprises the private and the public, the local and the  global domain, that is: everything. Thus, politics, as I see it, has no  limits. I engage in a collective struggle in several areas: I support  and unite with those who fight against capitalism, sexism, violence,  war, and heterosexism.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok:&lt;/strong&gt; Sexuality is political in a society that  distinguishes correct and legit sexuality from wrong, criminal or  perverse sexuality. As long as homosexuality and bisexuality are not  &#039;normal&#039; and not protected by the state, sexuality and gender identity  are political and will remain part of the struggle for equal rights.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Institut Pelangi  Perempuan:&lt;/strong&gt; Our work builds on queer feminist ideas and  aims at the empowerment of young lesbian women. The first step was to  create a safe space for young lesbians in Jakarta. Due to the existing  norms, culture, and religion, lesbians in general are stigmatized as  sinners. Such conditions hinder them from coming out and sharing their  problems, feelings, and concerns. Our initiative started with a mailing  list, which gave young lesbians access to important information on  reproductive rights, psychological support, and their political and  social rights.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;The work of the institute starts from the assumption  that young lesbians can and should be actively involved in the struggle  for the rights of sexual minorities. We think that young people are the  people of the future and because of that it is very important to  empower them for the future of activism. The Institute&#039;s approach is  EduFunTainment (education, fun and entertainment): We organize sport  events, such as boxing and dancing clubs. Members of the Institute  Pelangi Perempuan frequently have not been politically active before.  Therefore, a language aimed at young people is used since we think it is  important to present politics as cool in order to introduce young  people to it.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;A special activity is the &lt;em&gt;lez skul&lt;/em&gt; on the  weekends, where young lesbian women learn about gender, feminism, and  LGBT issues. For this, we collaborate with the Gender and Sexuality  Department of the University of Indonesia, with some feminist activists,  and different transgender groups in Jakarta.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; Our main aim is to denounce the dominance of  men over women in all aspects of society.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Our second aim is to claim some of the political,  artistic, media, and economic power – in the name of some absurd  principle of justice, and because power will simply go on doing what it  does until you grab hold of it.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Our third aim is to question gender categories, which  are always repressive. Some facial hair and – Oops! – you&#039;re in  command? If that is so, we want to grow beards and join the club.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Our fourth aim is to laugh about all this, about the  categories, the prominent men, and about their world. We want to make  visible &#039;man&#039; as a category, with all the clubs and privileges that  entails.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;We fight for women, but women are not our concern. We  aim our feminist gaze at men, at their privileges, their love of  co-optation, their reclusiveness, their perpetual self-appraisal, their  contempt for the rest of the world, and at their power, which must be  wrested from them. If as a result of this fight people realize that men –  white, rich, healthy men – rule the world, and if this realization in  turn unhinges the categories, that would be fantastic.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.:&lt;/strong&gt; Everything is political!!!!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd: &lt;/strong&gt;Globally we can see that women, the poor, but  also queers are usually affected most by political conflicts and crises  (environmental, resources, education, etc). The struggles by minorities,  by the unheard and unwanted are always struggles for solidarity and an  inclusive society. We are part of these struggles and support them.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul: &lt;/strong&gt;We have a comprehensive view of human rights. We  try to respect all human rights without hierachizing them. However, what  often happens in activist work – and I really find this disturbing – is  that people come up with a list and define themselves as antiracist,  antisexist, anticapitalist, anti-this and anti-that, without having the  faintest clue as to what all this stands for. It&#039;s like a dresscode to  them. We rather try and put all these issues on our agenda, in our  everyday political work.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Which networks do you work  with?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok: &lt;/strong&gt;We work with local and international  LGBT networks, human rights networks, and film festival networks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; Feminist, queer, and political  networks, as well as those created all around us through our various  repeated attacks. These days we no longer need to fish around for our  targets – women approach us and request our interventions in their  spaces.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi: &lt;/strong&gt;We are in contact with organized and  autonomous feminists, organized LGBTT&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L =  lesbian, G = gay, B = bisexual, T = transgender / transsexual, I =  intersexual, Q = queer&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&amp;nbsp; groups,  autonomous lesbian groups, anti-militarists, pro-feminist men, queer  groups, the Kurdish women&#039;s movement, environmental groups, human rights  groups, conscientious objectors, and similar networks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.: &lt;/strong&gt;For us, our info shop is a networking  space.&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;We are mainly connected with queer,  feminist, and anti-sexist individuals, initiatives, information centers,  and alliances. Additionally, we work with non-commercial collectives.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Institut Pelangi  Perempuan:&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;Locally, we work with various feminist  groups. We are also part of the Indonesian young feminist network and  the Indonesian LGBT forum. These organizations are in close contact with  different human rights groups and feminist groups in other Muslim  countries. IPP is also part of &lt;a href=&quot;http://www.iglyo.com&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;the IGLYO  website&quot;&gt;IGLYO&lt;/a&gt; (International LGBTIQ youth organization) and &lt;a href=&quot;http://ilga.org/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;the ILGA website&quot;&gt;ILGA&lt;/a&gt; (International LGBTIQ Association),  and the Executive Director of Institut Pelangi Perempuan is one of the  board members of ILGA Asia.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FNO:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://www.chtodelat.org&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;the website  of Chto Delat&quot;&gt;Chto Delat&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://streetuniver.narod.ru&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;the  website of Street University&quot;&gt;Street University&lt;/a&gt;, Blue Spot  Amsterdam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses: &lt;/strong&gt;Feminists, social movements, the  radical left, the anarchist movement, the &lt;a href=&quot;http://www.ueeh.net&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;the UEEH website&quot;&gt;UEEH&lt;/a&gt; (the Euro-Mediterranean Summer University of Homosexualities, taking  place in Marseille each year), we don&#039;t like working alone! We regularly  participate in networks and collectives. Right now, we are part of &lt;a href=&quot;http://www.egalitedesdroits.fr&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;the  website of Égalité des Droits&quot;&gt;&lt;em&gt;Égalité  des Droits&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;, a network dedicated to legal  equality for lesbians, trans and gay people. In France, approximately 40  groups are&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;part of &lt;em&gt;Égalité des Droits.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul: &lt;/strong&gt;We have close ties to other social  movements. Lambda volunteers are usually engaged in further political  work: in anarchist groups, in women&#039;s collectives, in the environmental  movement… Our cultural center is used by other groups for meetings.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Queer Beograd: &lt;/strong&gt;We work with different feminist, LGBT,  anti-fascist, no-border, antiracist and artist networks, both  regionally and internationally. In general we consider alliances and  co-operations as crucial to emancipative work. In order not to stay in a  box, we try to keep an open mind for different groups and issues.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;What will have changed in  ten years concerning gender norms and hierarchies? What do you hope for?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi: &lt;/strong&gt;I hope that 10 years from now my  country will be less violent and that it will have come closer to  achieving peace. I hope that femicide and hate crimes will be reduced,  and that women and LGBTT people will have equal rights. I hope I will  live in a society that does not constantly remind me that I am  woman-lesbian-trans-kurdish-disabled-etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; The label &#039;feminist&#039; will be a sign of pride  once again. It will be cool to have hairy legs, to be a &#039;frustrated  lesbian&#039; and burn bras. Everyday sexism will decline and make room for  lesbians, gays, and all BTIs&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L =  lesbian, G = gay, B = bisexual, T = transgender / transsexual, I =  intersexual, Q = queer&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;. Women will be confident and pursue their aims  with determination while society respects them. Men will question their  privileges, and sex characteristics will lose their hallowed status.  Movements will spring from everywhere, protesting legal and factual  inequalities as well as the gender categories that perpetuate them.  Institutions and social and professional structures will change  drastically and open up new possibilities for women, trans people,  people of color, and for everyone who does not fit the norm, new modes  of being and interacting.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul: &lt;/strong&gt;I think, we won’t be able to stop homophobia  within the next ten or fifteen years. But what’s really important is to  find allies and to support each other.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.:&lt;/strong&gt; Make love – make riots!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd:&lt;/strong&gt; That&#039;s a difficult question. Building  communities and networks is a long-term project and sometimes painfully  slow. Shifting gender norms and hierachies – changing the heterosexual  matrix – takes even longer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;But looking at changes in the Serbian discourse on  queer people and their rights since we started the group five years ago,  we can see how much impact grassroots work has. It&#039;s empowering to see  that groups or communities are very powerful when they stick to their  radical politics and direct action (in all their diversity).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;If in 10 years queer kids in the Balkans can come  out unafraid and without being considered sick by the majority of  society, that is something to fight and hope for.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;This year, despite fascist threats, the first  Belgrade Pride since 2001 took place. Hopefully in 2020 we will  celebrate its 10th anniversary.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok: &lt;/strong&gt;We hope that homophobia and transphobia will  decline or even vanish – in Russian and globally; that women will have  equal rights; that people will be able to live their identities and  still be accepted; that the value of human life will be respected in  Russia and elsewhere; that there will be less violence and more  dialogue; that the state will serve the people and not the other way  around.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FNO: &lt;/strong&gt;I  hope that women will be more like sisters to each other. I hope that  they stop killing gay and lesbian people in my country. I hope that  queers, migrants, women, disabled people, and the unemployed will come  together and create a revolution against neoliberal, postindustrial,  postfordist capitalism. Stop artificial alienation from each other!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Institut Pelangi Perempuan:&lt;/strong&gt; It  is hard to say what will have changed in ten years, because the  situation in Indonesia constantly changes, and very rapidly so. Much  depends on what government Indonesia will have then. First of all, we  hope and fight for better protection for LGBT people. We hope for a  government that clearly commits to the protection of queer and LGBT  minorities. Our goal is to fight for a heterogeneous and pluralist  country, which condemns all forms of discrimination against LGBT and  other minorities.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; We would love to be able to say that by 2020  gender and male dominance have been abolished, but… &lt;em&gt;la panthère&lt;/em&gt; never dreams, she attacks!&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;footnotes&quot;&gt;&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote1_qogdly3&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref1_qogdly3&quot;&gt;1.&lt;/a&gt; L = lesbian, G = gay, B = bisexual, T = transgender /  transsexual, I = intersexual, Q = queer&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;!--
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 <pubDate>Sat, 25 Dec 2010 14:10:05 +0000</pubDate>
 <dc:creator>arranca! Redaktion</dc:creator>
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 <title>Den heterosexuellen Geschmack abschaffen? (Langversion)</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen-langversion</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-type-text field-field-teaser&quot;&gt;
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;p&gt;Anfang 2010 hat sich bei FelS die &lt;a href=&quot;http://fels.nadir.org/de/fels/queerfem&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite der AG Queerfeminismus&quot;&gt;AG Queerfeminismus&lt;/a&gt; gegründet. Statt  eines Rückzugs queerer und feministischer Ansätze in   Nischen, anstelle  des braven Verharrens in akademischen Zirkeln oder   des  professionalisierten Verendens im Gender Mainstreaming nehmen wir   Anlauf  für eine lebendige, breite, antikapitalistische   queerfeministische  Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Geschlechterverhältnisse zwar    häufig als &#039;Querschnittsthema&#039; mitgedacht werden sollten, in der    konkreten Auseinandersetzung jedoch allzu oft hinten runter fallen.    Deshalb begreifen wir Queerfeminismus als ein Politikfeld mit eigenen    Praxen – und diese wollen wir kennenlernen, weiterentwickeln, neu    erfinden. Wir stehen damit ganz am Anfang, aber nicht im luftleeren    Raum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Collage ist der Versuch, uns diesen Raum zu erschließen: Mit    queeren und feministischen Gruppen aus verschiedenen Teilen der Welt in    Kontakt zu treten, um etwas über ihre Kämpfe und politischen Praktiken    zu erfahren und diese mit unseren eigenen Kämpfen sowie untereinander   zu  vernetzen. Dazu haben wir einen Fragebogen an Gruppen in Istanbul,   St.  Petersburg, Jakarta, Belgrad, Paris und Berlin verschickt. &lt;span&gt;Die Antworten könnt ihr hier in voller Länge lesen!&lt;/span&gt; Die &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen&quot; title=&quot;zur Kurzversion&quot;&gt;gekürzte Druck-Version&lt;/a&gt; sowie eine &lt;a href=&quot;http://arranca.org/node/605&quot; title=&quot;zur englischen Übesetzung&quot;&gt;englische Übersetzung&lt;/a&gt; sind ebenfalls online zugänglich.&lt;/p&gt;

        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Anfang 2010 hat sich bei FelS die &lt;a href=&quot;http://fels.nadir.org/de/fels/queerfem&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite der AG Queerfeminismus&quot;&gt;AG Queerfeminismus&lt;/a&gt; gegründet. Statt  eines Rückzugs queerer und feministischer Ansätze in   Nischen, anstelle  des braven Verharrens in akademischen Zirkeln oder   des  professionalisierten Verendens im Gender Mainstreaming nehmen wir   Anlauf  für eine lebendige, breite, antikapitalistische   queerfeministische  Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Geschlechterverhältnisse zwar    häufig als &#039;Querschnittsthema&#039; mitgedacht werden sollten, in der    konkreten Auseinandersetzung jedoch allzu oft hinten runter fallen.    Deshalb begreifen wir Queerfeminismus als ein Politikfeld mit eigenen    Praxen – und diese wollen wir kennenlernen, weiterentwickeln, neu    erfinden. Wir stehen damit ganz am Anfang, aber nicht im luftleeren    Raum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Collage ist der Versuch, uns diesen Raum zu erschließen: Mit    queeren und feministischen Gruppen aus verschiedenen Teilen der Welt in    Kontakt zu treten, um etwas über ihre Kämpfe und politischen Praktiken    zu erfahren und diese mit unseren eigenen Kämpfen sowie untereinander   zu  vernetzen. Dazu haben wir einen Fragebogen an Gruppen in Istanbul,   St.  Petersburg, Jakarta, Belgrad, Paris und Berlin verschickt. &lt;span&gt;Die Antworten könnt ihr hier in voller Länge lesen!&lt;/span&gt; Die &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen&quot; title=&quot;zur Kurzversion&quot;&gt;gekürzte Druck-Version&lt;/a&gt; sowie eine&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;http://arranca.org/node/605&quot; title=&quot;zur englischen Übesetzung&quot;&gt;englische Übersetzung&lt;/a&gt; sind ebenfalls online zugänglich.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;span&gt;Was sind eure Wurzeln? An welche sozialen Kämpfe knüpft ihr an?&lt;/span&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Amargi:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; In meinen Wurzeln gibt es keinen Kampf. In meiner Familie und in meiner Vergangenheit gab es weder eine Opposition noch einen sozialen Kampf. Mit 27 bin ich zum ersten Mal aus eigenem Willen einer feministischen Organisation beigetreten. Ich befinde mich heute immer noch in derselben Organisation, hinterfrage das Patriarchat und versuche, mir meine Freiheit aufzubauen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Les Panthères Roses:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Die Panthères Roses sind 2002 gegründet worden. Le Pen ist damals in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen gelangt. Eine neue Rechte tauchte auf, die uns bis heute regiert – hart, mit Sicherheitspolitik und Populismus auf dem Programm und sehr offensiv gegen persönliche Freiheiten und soziale Errungenschaften agierend. Zu diesem Zeitpunkt sahen wir die Notwendigkeit, eine Gruppe zu gründen, die sich an der Schnittstelle von LGBT&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref1_33ieals&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer&quot; href=&quot;#footnote1_33ieals&quot;&gt;1&lt;/a&gt;-Bewegung und sozialen Bewegungen befindet. Auch wenn wir keine Wurzeln einfordern (Wurzeln hören sich ein bisschen zu biologistisch und monokausal an): Wir kommen nicht von nirgendwo her, unsere Aktionen schreiben sich in die Kämpfe von LGBT ein, wir beziehen uns auf radikalen Lesbianismus (Monique Wittig), feministischen Materialismus, Antirassismus und Antikapitalismus. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;QueerBeograd: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;In erster Linie sind wir eine radikale Queer-Gruppe, die für ein Zusammenleben auf Grundlage von Selbstdefinition und Einschluss kämpft. Wir richten uns gegen die traditionellen heteronormativen und patriarchalen Normen, was voraussetzt, dass auch andere Unterdrückungsformen und Strukturen der Gesellschaft thematisiert werden.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Die Mitglieder von QueerBeograd haben unterschiedliche (politische/kulturelle/Klassen-) Hintergründe, aber wir sind alle tief in der feministischen antiautoritären antikapitalistischen Bewegung verwurzelt; dass wir queer sind, bestimmt/beeinflusst die Weise, wie wir Politik machen. Einige von uns sind Künstler_innen oder kulturell tätig, einige sind seit langem in antifaschistischen oder antirassistischen Strukturen aktiv und andere sind in lokalen feministischen und LBGT-Gruppen organisiert.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Dadurch sind wir mit verschiedenen anderen Kämpfen verbunden und arbeiten mit LGBT-Gruppen, feministischen Gruppen, No-Border-Gruppen, antirassistischen, antifaschistischen und antikapitalistischen Gruppen zusammen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Unsere Zusammenarbeit reicht vom Solidarisieren über gemeinsame Kampagnen oder Projekte bis zum Austausch über unsere politischen Ansichten und finanzielle Unterstützung.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;FNO:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Ich bin in der UdSSR aufgewachsen und habe meine Jugend während der Zeit der Perestroika verbracht. Ich habe erlebt, wie meine Eltern kämpfen mussten, ihre Jobs, Identität, Freunde und gesellschaftliche Stellung verloren. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;La Barbe:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;La Barbe&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; hat sich für ihren Ansatz inspirieren lassen durch die Texte von Delphy und Wittig, durch Bewegungen wie das MLF (&lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Mouvement de libération des femmes&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt;, &#039;Befreiungsbewegung der Frauen&#039;), natürlich durch lesbische Gruppen wie die &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Lesbian Avengers&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt;, politische wie die &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Billionaires for Bush&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt;, künstlerische wie die &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Guerilla Girls&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; und vor allem aktivistische - die Gründerinnen stammen aus der Gruppe &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Act Up Paris&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt;. Wir berufen uns auf ein dreifaches Erbe: feministisch, lesbisch und künstlerisch. Wir verorten uns in der Mitte des Schießplatzes, auf dem sich mitunter die &#039;klassischen&#039; Feministinnen des &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Collectif National pour les Droits des Femmes&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; und Gruppen aus der Queer-Bewegung gegenüber stehen. Im Übrigen legen wir Wert darauf, dass wir symbolisch dem Schoß von Eric Zemmour – homophob, sexistisch, rassistisch und stolz darauf – entsprungen sind. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;bok o bok:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir knüpfen an den Kampf für die Anerkennung der Unantastbarkeit des Menschen an: Der Staat darf nicht das Private reglementieren, dem Menschen diktieren, was er machen darf und soll und was nicht, solange sein Handeln die Rechte der anderen nicht verletzt. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Lambda Istanbul:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Bei Lambda definieren wir uns als Feminist_innen und Antimilitarist_innen. Die LGBT-Bewegung und die feministische Bewegung hatten von Anfang an sehr enge Verbindungen. Im Sinne des Antimilitarismus ist Lambda in engem Kontakt mit dem &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Conscientious Objection Movement&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; (Bewegung von Kriegsdienstverweigerern): Wir haben selbst ein sehr aktives Mitglied, das Kriegsdienstverweigerer war und schwul ist. Er war ein Jahr im Knast und wurde gefoltert. Außerdem definiert sich Lambda als gewaltlose Gruppe, das bedeutet Gewaltlosigkeit in der Praxis. Wir unterstützen zum Beispiel die kurdische Bewegung, aber nicht die Guerilla. Die kurdische Bewegung ist die einzige – wie auch die kurdische Partei im Parlament die einzige Partei ist –, die die Politik und Positionen der LGBT unterstützt. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;f.a.q.:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir knüpfen an einige (nicht-differenz-)feministische, queere, anti-sexistische, anti-rassistische, post-koloniale, anti-kapitalistische Kämpfe an. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Wir sind Teil der queer-feministischen Bewegung.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;span&gt;Unter welchen strukturellen Bedingungen arbeitet ihr? Und wie haben sich Neoliberalismus und die globalen Krisen auf diese ausgewirkt?&lt;/span&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;La Barbe:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;span&gt;Häh? Verstehe die Frage nicht. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Die Bedingungen, unter denen wir arbeiten, sind aktuell von den aufstrebenden islamisch-fundamentalistischen Bewegungen in Indonesien geprägt, wobei es diesbezüglich starke regionale Unterschiede gibt. Seit einiger Zeit gibt es immer wieder offene Aggressionen und Angriffe auf LGBT-Gruppen, zum Beispiel auf einer Konferenz, die wir im März 2010 organisiert haben. Diese Vorfälle haben uns und unsere Arbeit sehr beeinflusst, weil wir uns nicht mehr sicher fühlen. Homosexualität gilt als sexuelle Störung und wird in vielen Regionen Indonesiens zunehmend kriminalisiert – und nicht nur von islamistischen Organisationen. Auch die indonesische Regierung erkennt queere Lebensformen und LGBT-Gruppen nicht offiziell an und diskriminiert sie in der Gesetzgebung. Im Jahr 2008 hat die indonesische Regierung ein Anti-Pornografie-Gesetz verabschiedet, das unter anderem die strafrechtliche Verfolgung jeglicher Veröffentlichungen zu queeren Themen und Homosexualität vorsieht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Gleichzeitig ist es uns wichtig, uns gegen Islamfeindlichkeit zu engagieren und entsprechende Kampagnen zu unterstützen, weil wir meinen, dass nicht „der“ Islam für die zunehmende Aggression gegen queere Menschen verantwortlich ist.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Amargi:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Der Neoliberalismus beeinflusst uns negativ, indem er die Begriffe inflationiert. Globale Krise und Neoliberalismus führen dazu, dass wir unsere Projekte nicht verwirklichen, dass wir sehr langsam vorankommen und dass wir mit sehr wenigen Menschen viel mehr Arbeit leisten müssten, so dass wir noch mehr ermüden.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Les Panthères Roses:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Die &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Panthères Roses&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; sind ein eingetragener Verein, dadurch können wir Demonstrationen anmelden. Wir versuchen, so horizontal wie möglich zu funktionieren, wir haben keine Vorsitzende oder keinen Vorstand, sondern entscheiden kollektiv in unseren öffentlichen wöchentlich stattfindenden Vollversammlungen. Wir sind unabhängig und erhalten keine Subventionen, wir beschaffen uns selbst die Kohle, die wir brauchen, indem wir Sticker oder T-Shirts verkaufen oder Soli-Events organisieren. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Was die Effekte des Neoliberalismus betrifft: Viele von uns müssen immer mehr arbeiten und verdienen immer weniger, die Mieten sind völlig überteuert, es ist schwierig, die Zeit und den Willen für politischen Aktivismus zu finden. Der Kontext ist ein französischer Neoliberalismus, der von einer ziemlich extremen Rechten geführt wird, die uns ihre politische Agenda vorschreibt. In Paris sind wir nicht viele, die organisiert sind, und es gibt sehr wenige selbstbestimmte Orte. Homophobie, Lesbophobie und Transphobie sind ausgeprägt (momentan sind die Katholiken besonders aggressiv). &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;QueerBeograd:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Die Gruppe wurde 2005 gegründet, als sich Serbien infolge der 1990er Jahre immer noch in einer schwierigen ökonomischen Situation befand. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in prekären Verhältnissen, und das gilt auch für die meisten unserer Gruppenmitglieder. Das ist wichtig, weil von der finanziellen Situation abhängt, wer es sich überhaupt leisten kann, politisch aktiv zu sein. Das ist eine fortlaufende Diskussion. Von einem feministischen Standpunkt aus versuchen wir, Strukturen zu schaffen, in denen Arbeit bezahlt wird und Teilnehmer_innen unserer Festivals bei den Reisekosten und der Unterbringung unterstützt werden, weil sie sich die Teilnahme ohne finanzielle Unterstützung kaum leisten können.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Ein großer Teil der feministischen und LGBT-Gruppen in Serbien wird von internationalen Geldgebern finanziert. Ohne diese Unterstützung wäre ein großer Teil der politischen Arbeit auf dem Balkan nicht möglich. Die Krise hat die sowieso schon prekäre soziale Situation im Land noch verschärft.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Wir selbst beantragen Unterstützung nur bei Geldgebern, die wir als ethisch einschätzen. In gleichem Maße erhalten wir dankenswerte Unterstützung durch solidarische Graswurzel-Spendenaktionen. Unsere Mitglieder arbeiten seit Jahren ohne Bezahlung, was Auswirkungen auf unser alltägliches Leben mit der prekären Arbeits- und Wohnsituation hat. Wir bemühen uns, eine beständigere Praxis zu finden, aus persönlichen Gründen, aber auch, damit unsere Politik langfristig aufrecht erhalten werden kann.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Dennoch sind wir durch unsere ziemlich unabhängige Praxis in der Lage gewesen, unsere eigene Aktivität und Politik zu entwickeln, den Einfluss von Geldgebern abzuwehren und eine autonome Perspektive zu bewahren.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;bok o bok:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir leben in einer Gesellschaft, die stark von der Willkür unserer Regierung abhängig ist. Die &lt;/span&gt;&lt;span&gt;administrativen Entscheidungen der &lt;/span&gt;&lt;span&gt;Regierung sind &lt;/span&gt;&lt;span&gt;unberechenbar und intransparent. So ist der Versuch oft müßig, Beamte in Verhandlungen und Gesprächen über das Filmfestival zu informieren und einen offenen Dialog zu schaffen. Zum Beispiel wurde uns in Archangelsk von der Stadtverwaltung versichert, dass das Festival ok sei und die Regierung nichts dagegen unternehmen werde. Eine halbe Stunde nach diesem Gespräch haben uns Spielorte abgesagt – weil Polizisten in die Clubs gekommen waren und ihnen mit administrativen Sanktionen gedroht haben. Die Medien werden kontrolliert und zensiert, besonders das Fernsehen. Es gibt eine &lt;/span&gt;&lt;span&gt;passive, konsumierende eingeschüchterte Mehrheit in der Gesellschaft, die nicht an die Möglichkeit positiver Veränderungen glaubt und nicht über die reale Situation und die Missachtung der Menschenrechte im Land informiert ist. Auch die zunehmenden Versuche der orthodoxen Kirche, Einfluss zu nehmen, tragen dazu bei, dass es nicht einfach für uns ist, unsere Arbeit zu machen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Lambda Istanbul: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Vieles hängt mit der ökonomischen Situation eines Landes zusammen. Jedes Land muss die eigene Wirtschaft am Laufen halten. Ein Beispiel in der Türkei ist die Armee. Die Türkei ist der größte Abnehmer deutscher Waffen. Das ist ein Grund, weshalb der Krieg zwischen der türkischen Armee und der kurdischen Minderheit weitergehen muss. Wir müssen einsehen, dass es das System ist, das gewalttätig ist. Und unter dem Neoliberalismus ist es nicht gerade besser geworden.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;f.a.q.:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir arbeiten unter folgenden strukturellen Bedingungen: Kapitalismus, Rassismus, Sexismus, Geschlechterverhältnis und Heteronormativität, Homophobie, Transphobie, Nationalstaatlichkeit und Nationalismus, Post-Kolonialismus, post-faschistisches Deutschland, Antisemitismus, Ableism, und andere Machtstrukturen, die unserer Ansicht nach eng miteinander verwoben sind. Für die Erhaltung des Infoladens müssen wir ständig finanzielle Mittel auftreiben. Als Individuen sind wir zwar in der privilegierten Position, selbstorganisierte Politik machen zu können, diese Position ist allerdings ständig durch den Zwang, die eigene Arbeitskraft zu verkaufen, etc. bedroht. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;FNO:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;span&gt;Zur Beantwortung dieser Frage wäre ein ganzer Artikel nötig …&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Wie benutzt ihr das &lt;/span&gt;‚&lt;span&gt;Wir&lt;/span&gt;‘&lt;span&gt;, wenn ihr sprecht? Für wen sprecht ihr?&lt;/span&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;„Wir“ sind junge queere und lesbische feministische Frauen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Amargi: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Das Wort „Wir“ steht für mich für alle Unterdrückten. Ich sehe nicht nur die Frauen als ein Subjekt des Feminismus. „Wir“, das sind alle Unterdrückten, die Diskriminierten, die Gewaltopfer. Wer gegen die Macht ist, wird durch das „Wir“ symbolisiert … Identitäten sind veränderbar, wir haben multiplexe Identitäten. Einige von diesen Identitäten können auch die Macht symbolisieren und zugleich können wir mit einer anderen Identität aber auch unterdrückt werden. Feminismus und die verschiedenen Feminismen können in vieler Hinsicht eine Bereicherung darstellen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Lambda Istanbul:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Identitätspolitik ist ein komplexes Feld. Ich bin gegen jegliche Viktimisierung von Identität: Beispielsweise werden wir oft von Leuten aus so genannten westlichen Ländern gefragt, wie es ist, in einem muslimischen Land schwul zu sein. Ich frage dann zurück: „Hm, wie ist es denn, in einem katholischen Land schwul zu sein?“ Versuche, unsere Identität zu viktimisieren und die Hierarchie zwischen &#039;westlichen&#039; und muslimischen Ländern zu stabilisieren, sind koloniale Verhaltensweisen. Aber manchmal kann Identität sehr wichtig sein, besonders wenn jemand dir erzählt, dass deine Identität gar nicht existiert oder krank ist. Da gehe ich natürlich hin und sage „ich bin trans“, und ich stehe zu dieser Identität. Gleichzeitig sagen wir „wir sind kurdisch“, „wir sind armenisch“. Viele kurdische LGBT-Menschen geben ihre LGBT-Identität auf, weil sie für ihre kurdische Identität kämpfen. Ein anderes Beispiel ist die häusliche Gewalt, die viele kurdische Frauen in ihren Familien erleben. Sie sprechen nicht darüber – sie betrachten sie nicht als Gewalt angesichts der Gewalt, die sie durch den türkischen Staat erfahren. Es ist für sie wichtiger, für die kurdische Unabhängigkeit zu kämpfen und für ihre Rechte als kurdische Menschen. Daher kann es, wenn Identitäten nicht gesehen oder ignoriert werden, wichtig sein, Identitäten sichtbar zu machen und zu verteidigen. Aber es ist sehr wichtig, gleichzeitig keine anderen Identitäten auszuschließen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;QueerBeograd:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Es gibt eine queere Theoretiker_in in Sydney, Linnell Secomb, die &#039;queer&#039; folgendermaßen definiert: „Queer ist keine Identitätskategorie, sondern das kontinuierliche Stören jeglicher Form von Normativität“. In diesem Sinne schließt unser &#039;Wir&#039; nicht nur LGBTIQ&lt;/span&gt;&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;span&gt; ein, sondern alle Menschen, die die hegemonialen Strukturen unserer Gesellschaft sowie die auf Hierarchien basierende Kategorisierung und Diskriminierung von Menschen in Frage stellen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;bok o bok:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Die LGBT-Community, Vertreter_innen der russischen Zivilgesellschaft und Bürger_innen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;f.a.q.:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir benutzen das &#039;Wir&#039; nur für uns als Orga-Gruppe des Infoladens. Ein kategoriales &#039;Wir&#039; zu konstruieren finden wir problematisch, weil dadurch manche Menschen, ohne gefragt zu werden, in ein kollektives &#039;Wir&#039; (wie beispielsweise &#039;Wir Frauen&#039;) eingeschlossen werden, andere wiederum daraus ausgeschlossen werden. Ein paternalistisches Sprechen für andere lehnen wir ab, jedoch zielen unsere Forderungen selbstverständlich auf die Veränderung gesamtgesellschaftlicher Zustände. Dabei versuchen wir, undogmatisch und reflektiert zu bleiben. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Les Panthères Roses:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir sind eine nicht-gemischte Lesben-, Trans- und Schwulen-Gruppe, und wir wollen nicht „im Namen von … sprechen“. Wir gehen von unseren Identitäten als Lesben, Trans und Schwule aus, aber nicht nur. Wir fühlen uns nicht berufen, alle LGBT zu repräsentieren. Wir sind mit einem Teil der LGBT-Community und feministischen Gruppen in Frankreich uneins, und unsere Positionen sind in diesen Zusammenhängen Minderheitenpositionen. Wir wenden uns gegen eine Instrumentalisierung des Feminismus für rassistische Ziele. Das hat sich bei den Debatten um die Gesetze zum Kopftuch und zur Burka gezeigt, bei der Diskussion über die Intervention der französischen Armee zur „Befreiung“ der afghanischen Frauen und bei der generalisierenden Stigmatisierung der Vororte und der dort lebenden Migrant_innen als diejenigen, die in erster Linie für Sexismus und Homophobie in Frankreich verantwortlich seien. Ein anderer Punkt, der uns von anderen Gruppen unterscheidet, ist unsere Position zu den Kämpfen von Huren. Einige &#039;Mainstream&#039;-Feminist_innen vertreten eine abolitionistische Position, die dazu führt, dass feministische Huren aus Demos ausgeschlossen werden. Die essentialistischen Feminist_innen erkennen außerdem die Forderungen von Trans nicht an. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;FNO: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Manchmal sind „wir“ meine Freund_innen und ich, manchmal alle, die auf unserer Seite der Barrikade kämpfen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;La Barbe:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir sprechen für die Frauen. Die Frauen als eine Kategorie, die der Unterdrückung durch die Männer entsprungen ist, eine Kategorie, die so lange fortbestehen wird wie ihre Unterdrückung und deren Verschwinden wir also anstreben … bis dahin sprechen wir durchaus für die Frauen … mit Bart. &#039;Wir&#039; sind jene Frauen, die bereit sind, für das &#039;Volk der Frauen&#039; zu kämpfen und sich zugleich über die Lage der Frauen (&lt;/span&gt;&lt;span&gt;la condition féminine&lt;/span&gt;&lt;span&gt;) lustig zu machen, so wie über die Attribute der – männlichen – Macht. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;span&gt;Wo wollt ihr die Grenzen des Politischen verschieben? Welche Kämpfe wollt ihr sichtbar machen?&lt;/span&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;FNO:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;span&gt;Ich finde die Debatten über Identitätspolitik spannend.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Les Panthères Roses:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Den heterosexuellen Geschmack abschaffen? Dieses Jahr haben wir auf unsere Art an der Debatte zur „nationalen Identität“ teilgenommen, indem wir vor Eric Besson, Minister für „Immigration, Integration, nationale Identität und solidarische Entwicklung“, gekotzt haben. Wir haben eine Diskussionsveranstaltung mit Christine Botin (homophobe Katholikin, die seit Jahren wütet) gestört und sie aufgefordert zu schweigen und nicht mehr an unserer Stelle zu sprechen, wir waren bei &lt;/span&gt;&lt;a href=&quot;http://existrans.org/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Existrans-Webseite&quot;&gt;Existrans&lt;/a&gt;&lt;span&gt; dabei, der Demo der Trans und derer, die sie unterstützen. Wir waren zum 8. März auf der Straße, am 1. Mai und am 1. Dezember, dem Welt-Aids-Tag, und bei Sans-Papiers-Demos. Wir gehen oft als Pink Block, was uns als Trans, Lesben und Schwule innerhalb großer Demos der sozialen Bewegungen sichtbar macht, die momentan besonders aktiv gegen die Angriffe auf das Sozialsystem (Renten, Gesundheitssystem, Bildung etc.) sind. Wir wollen es uns auch gut gehen lassen bei diesen Demos, in denen es oft zu viel heterosexistisches Verhalten gibt. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Amargi:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Ganz klar ist mir die Frage nicht. Politik beinhaltet für mich jedenfalls den privaten &lt;/span&gt;&lt;span&gt;und&lt;/span&gt;&lt;span&gt; den öffentlichen, den lokalen &lt;/span&gt;&lt;span&gt;und&lt;/span&gt;&lt;span&gt; den globalen Bereich, also alles. Daher hat die Politik, die ich mache, keine Grenzen. Ich führe einen kollektiven Kampf auf mehreren Plattformen: Ich solidarisiere und vereinige mich mit denjenigen, die gegen Kapitalismus, Sexismus, Gewalt, Krieg, Heterosexismus sind.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;bok o bok:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Die Sexualität wird politisch, wenn es in der Gesellschaft einerseits „richtige“ und „geschützte“ Sexualität gibt und andererseits „falsche“, „verbrecherische“, „perverse“ Sexualität. Solange Homo- und Bisexualität nicht „normal“ sind und vom Staat nicht geschützt werden, bleibt das Thema der Sexualität und der Gender-Identität politisch und ein Teil des Kampfes für gleiche Rechte und für den Schutz vor Diskriminierung. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Unsere Arbeit orientiert sich an queer-feministischen Ideen und hat das Empowerment junger lesbischer Frauen zum Ziel. Der erste Schritt unserer Politik bestand darin, einen sicheren Raum für junge lesbische Frauen in Jakarta zu gründen, denn nach den geltenden Normen und auf Grund von Kultur und Religion werden Lesben als Sünderinnen stigmatisiert. Diese Bedingungen hindern sie an ihrem Coming Out und daran, über ihre Gefühle und Probleme zu sprechen. Unsere Initiative startete mit einer Mailingliste, die jungen lesbischen Frauen Zugang zu wichtigen Informationen verschaffte, zum Beispiel über ihre sexuellen, sozialen und politischen Rechte sowie über psychologische Unterstützung.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Die grundlegende Annahme für unsere Arbeit lautet, dass junge Lesben aktiv in die Kämpfe um die Rechte sexueller Minderheiten involviert sein können und sollten. Und wir meinen, dass die jungen Leute die Menschen der Zukunft sind und es deshalb sehr wichtig ist, sie zu befähigen, politisch aktiv zu werden. Unser Ansatz ist &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;EduFunTainment&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; (Education, fun and entertainment): Wir organisieren Sport wie zum Beispiel Boxen, Tanzclubs und andere Veranstaltungen. Die Mitglieder des Instituts müssen vorher nicht politische aktiv gewesen sein, daher benutzen wir eine für Jugendliche zugängliche Sprache. Wir meinen, Politik muss cool sein, wenn junge Leute damit etwas anfangen können sollen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Eine besondere Aktivität ist die &lt;em&gt;lez skul&lt;/em&gt; an den Wochenenden. Dabei erfahren junge lesbische Frauen einiges über Feminismus und Gender- und LGBT-Themen. In diesem Zusammenhang arbeiten wir mit der Fakultät Gender und Sexualität der Universität von Indonesien, einigen feministischen Aktivistinnen und verschiedenen Transgender-Gruppen in Jakarta zusammen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;La Barbe:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Unser Hauptziel lautet, ganz einfach die Herrschaft der Männer über die Frauen in allen Bereichen des Handelns anzuprangern. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Das zweite Ziel besteht darin, nebenbei einen Teil der politischen, künstlerischen, medialen, finanziellen etc. Macht einzufordern – im Namen eines albernen Gerechtigkeitsprinzip, und weil die Macht so lange klarkommt, wie man sie nicht ergreift. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Das dritte besteht darin, die Geschlechterkategorien und ihren grundlegend repressiven Charakter in Frage zu stellen. Ein paar Haare am Kinn und – hopp! – machst Du die anderen alle? Wenn das so aussieht, dann wollen wir uns gerne Bärte wachsen lassen und Teil des Clubs werden. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Das vierte Ziel besteht darin, über all dies zu lachen, über die Kategorien, über die mächtigen Männer und über die Welten, die sie unter sich erschaffen haben. Die Kategorie &#039;Mann&#039; sichtbar zu machen mit ihren Clubs und ihrer Kultur des Prestiges etc. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Wir kämpfen für die Frauen, aber die Frauen und ihre Lage sind nicht unser Thema. Wir wollen den feministischen Blick auf die Männer lenken, auf ihre Privilegien, ihre Vorliebe für die Kooptation, ihr Unter-sich-Bleiben, ihre Fähigkeit sich selbst zu gratulieren, ihre Verachtung für den Rest der Welt und ihre Macht, die ihnen entrissen werden muss. Wenn die Menschen sich im Zuge dessen darüber klar werden, dass es Männer – weiße – reiche – gesunde – sind, die ihre Welt lenken, und daraus die Überwindung der entgegengesetzten Kategorien resultiert – um so besser.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;f.a.q.:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Everything is political!!!!&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;QueerBeograd: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Überall auf der Welt sehen wir, dass meist die Armen, Frauen und ebenso queere Menschen am stärksten von Konflikten und Krisen (der Umwelt, Ressourcen, Bildung...) betroffen sind. Die Kämpfe der Minderheiten, der nicht Gehörten und Unerwünschten sind immer Kämpfe für eine solidarische und einschließende Gesellschaft. Auch wir gehören dazu und unterstützen diese Kämpfe.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Lambda Istanbul: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Wir haben ein sehr umfassendes Verständnis der Menschenrechte, wir versuchen alle Menschenrechte zu berücksichtigen und sie nicht unterschiedlich zu gewichten. Was wir in der Politik häufig beobachten können – ich finde das wirklich verstörend –, ist, dass Leute eine Liste erstellen und sich als antirassistisch, antisexistisch, antikapitalistisch und viele andere &#039;Anti&#039;s beschreiben, aber in Wirklichkeit keine Idee davon haben, was all diese &#039;Anti&#039;s bedeuten. Es ist eine Art Dresscode. Wir versuchen, diese Themen wirklich auf unsere Agenda zu setzen, in unserer täglichen politischen Arbeit.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;span&gt;Welche Netzwerke nutzt ihr?&lt;/span&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Bok o bok:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;span&gt;Wir nutzen lokale und internationale Netzwerke der LGBT-Community, von Menschenrechtsorganisationen und von Filmfestivals.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;La Barbe:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Feministische, queere, politische Netzwerke sowie diejenigen, die um uns herum durch unsere wiederholten Angriffe auf den gleichen Sektor entstehen. Heute müssen wir uns unsere Ziele nicht mehr selber suchen – die Frauen kommen selbst zu uns, um uns zu bitten, in ihrem Bereich zu intervenieren. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Amargi:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir haben Kontakt zu organisierten Feministinnen, autonomen Feministinnen, organisierten LGBTT&lt;/span&gt;&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;span&gt;, autonomen lesbischen Gruppen, Anti-Militarist_innen, pro-feministischen Männern, queeren Gruppen, der kurdischen Frauenbewegung, der Umwelt-Bewegung, Menschenrechtsvertreter_innen, Kriegsdienstverweigerern und ähnlichen Netzwerken.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;f.a.q.: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Wir verstehen den Infoladen als Ort der Vernetzung. Wir sind hauptsächlich mit queeren, feministischen, antisexistischen Einzelpersonen, Initiativen und Beratungsstellen vernetzt und in Bündnissen organisiert. Darüber hinaus arbeiten wir mit kollektiven und nicht-kommerziellen Gruppen zusammen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Lokal arbeiten wir mit verschiedenen anderen feministischen Gruppen zusammen, außerdem sind wir Teil des Indonesischen Netzwerks junger Feministinnen und des Indonesischen LGBT-Forums. Sie stehen in engem Kontakt mit verschiedenen Menschenrechtsgruppen und feministischen Gruppen in anderen muslimischen Ländern. Institut Pelangi Perempuan ist auch Mitglied in der &lt;/span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;a href=&quot;http://www.iglyo.com/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur IGLYO-Webseite&quot;&gt;IGLYO&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt; (Internationale LGBTIQ-Jugendorganisation) und der &lt;/span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;a href=&quot;http://ilga.org/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur ILGA-Webseite&quot;&gt;ILGA&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt; (Internationale LGBTIQ-Vereinigung), und unser Institutsdirektor sitzt im Gremium der asiatischen Sektion der ILGA.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;FNO:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt; &lt;a href=&quot;http://www.chtodelat.org/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite von Chto Delat&quot;&gt;Chto Delat&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;, &lt;a href=&quot;http://streetuniver.narod.ru/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite der Street University&quot;&gt;Street University&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;, Blue Spot Amsterdam.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Les Panthères Roses: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Feminist_innen, soziale Bewegungen, die Linke der Linken, die anarchistische Bewegung, die &lt;/span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ueeh.net/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur UEEH-Webseite&quot;&gt;UEEH&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt; (euro-mediterrane Sommeruni der Homosexualitäten, die jeden Sommer in Marseille stattfindet) – wir arbeiten nicht gerne allein! Wir tun uns oft in Netzwerken oder Kollektiven mit anderen Gruppen zusammen. Momentan sind wir Teil des Netzwerks &lt;/span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;a href=&quot;http://www.egalitedesdroits.fr/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite von Égalité des Droits&quot;&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Égalité des Droits&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;&lt;span&gt; für Rechtsgleichheit von Lesben, Trans und Schwulen, darin organisieren sich etwa 40 Gruppen in Frankreich. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Lambda Istanbul: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Wir haben enge Verbindungen zu anderen sozialen Bewegungen. Unsere Mitglieder sind meist auch noch in anderen politischen Gruppen aktiv, in anarchistischen Gruppen, in Frauenkollektiven, in der Umweltbewegung&lt;/span&gt;…&lt;span&gt; Andere Gruppen nutzen unser Kulturzentrum für ihre Treffen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;QueerBeograd: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Wir arbeiten mit verschiedenen regionalen und internationalen feministischen Netzwerken, LGBT-Netzwerken, antifaschistischen und No-Border-Netzwerken sowie antirassistischen und Künstler-Netzwerken zusammen. Wir sehen Bündnisse und Kooperation als wesentlich für emanzipatorische Arbeit an. Um nicht in unseren Problemen verhaftet zu bleiben, versuchen wir, uns Offenheit für andere Gruppen und Themen zu bewahren.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;span&gt;Was sind eure Hoffnungen? Was wird sich in den nächsten zehn Jahren verändert haben?&lt;/span&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Amargi: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Ich wünsche mir, dass man sich in den kommenden 10 Jahren in meinem Land dem Frieden noch etwas nähert und sich von Gewalt entfernt, dass die Frauenmorde, Hassmorde abnehmen, dass die Frauen und LGBTT ihre Rechte erlangen. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der ich nicht mehr daran erinnert werde, dass ich Frau-Lesbe-Trans-Kurd_in-behindert etc. bin. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;La Barbe:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Dass die Bezeichnung &#039;Feministin&#039; wieder Anlass für Stolz wird, dass es wieder hip wird, Haare an den Beinen zu haben, &#039;frustrierte Lesbe&#039; zu sein und BHs zu verbrennen, und dass der ganz normale Sexismus zurückgeht, um Platz zu machen für die Lesben, die Schwulen und all die BTI&lt;/span&gt;&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;span&gt;. Dass Frauen selbstsicher werden und ihre eigenen Ziele verfolgen, dass die Gesellschaft sie respektiert und ihnen Raum lässt. Dass die Männer ihre Privilegien in Frage stellen und dass die Geschlechtsattribute ihren Heiligenstatus verlieren. Dass überall Bewegungen entstehen, die gegen die rechtlichen und faktischen Ungleichheiten protestieren sowie gegen die Geschlechterkategorien, die diese fortbestehen lassen. Dass sich die Zusammensetzung der Institutionen, der sozialen und beruflichen Strukturen massiv verändert und damit für Frauen, für Trans-Menschen, für &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;Persons of Color&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; und für alle, die nicht in die Norm passen, neue Möglichkeiten entstehen, neue Weisen des Seins und des Miteinander-Umgehens. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Lambda Istanbul:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Ich denke, wir werden nicht in der Lage sein, Homophobie innerhalb der nächsten zehn oder fünfzehn Jahren zu stoppen. Aber es ist sehr wichtig, sich zusammen zu schließen und sich gegenseitig zu unterstützen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;f.a.q.:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Make love - make riots!&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;QueerBeograd:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Das ist eine schwierige Frage. &lt;/span&gt;&lt;span&gt;Communities&lt;/span&gt;&lt;span&gt; und Netzwerke aufzubauen dauert lange. Gendernormen und -hierarchien zu verschieben – die heterosexuelle Matrix zu verändern – dauert noch länger.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Doch der Diskurs in der serbischen Gesellschaft über queere Menschen und ihre Rechte hat sich deutlich gewandelt, seit wir die Gruppe vor fünf Jahren gegründet haben. Dies zeigt, wie wirkungsvoll Graswurzelarbeit sein kann. Es ist vielversprechend und macht Mut, dass Gruppen oder &lt;/span&gt;&lt;span&gt;communities&lt;/span&gt;&lt;span&gt; sehr machtvoll sein können, wenn sie ihre radikale Politik und direkten Aktionen (in aller Vielfalt) weiterverfolgen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Wenn in zehn Jahren queere Kinder auf dem Balkan ohne Angst ihr Coming-out haben können, ohne von der Mehrheit der Bevölkerung als krank angesehen zu werden, dann ist es das wert, dafür zu kämpfen und darauf zu hoffen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;In diesem Jahr findet die erste Pride-Parade in Belgrad seit 2001 statt, ohne dass sie wegen faschistischer Drohungen abgesagt werden muss. Vielleicht können wir 2020 den zehnten Geburtstag feiern.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;bok o bok:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Unsere Hoffnungen sind, dass Homophobie und Transphobie nachlassen oder gar verschwinden – in Russland und international. Dass Frauen die gleichen Möglichkeiten und Rechte genießen können. Dass Menschen ihre Identitäten frei ausleben können und alle Identitäten akzeptiert werden. Dass in Russland und international der Wert des menschlichen Lebens größer wird. Dass es weniger Gewalt gibt und Menschen es schaffen, sich durch Worte zu verständigen. Dass der Staat der Gesellschaft dient und nicht andersherum.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;FNO:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Ich hoffe, dass Frauen mehr wie Schwestern zueinander sind. Ich hoffe, dass sie in meinem Land aufhören, schwule und lesbische Menschen umzubringen. Ich hoffe, dass Queers, Migrant_innen, Frauen, Menschen mit Behinderungen und Angestellte, die ihren Job verloren haben, zusammenkommen, um eine Revolution gegen den neoliberalen, postindustriellen, postfordistischen Kapitalismus zu erschaffen. Stoppt die künstliche Entfremdung voneinander!&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan: &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt;Schwer zu sagen, was sich in zehn Jahren verändern haben wird. Die Situation in Indonesien ändert sich in der letzten Zeit immer sehr schnell. Es hängt davon ab, wie die indonesische Regierung dann aussehen wird. In erster Linie hoffen und kämpfen wir für besseren Schutz von LGBT-Menschen. Wir hoffen auf eine Regierung, die sich klar zum Schutz und zur Legalisierung von Queer- und LGBT-Minderheiten bekennt. Unser Ziel ist ein vielfältiges und pluralistischen Land, das alle Formen der Kriminalisierung und Diskriminierung von LGBT- und anderer Minderheiten in Indonesien verurteilt.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;Les Panthères Roses:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span&gt; Wir würden gerne sagen können, dass bis 2020 Gender und männliche Dominanz abgeschafft sind, aber … die &lt;/span&gt;&lt;em&gt;&lt;span&gt;panthère&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;span&gt; attackiert, sie träumt nicht!&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;footnotes&quot;&gt;&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote1_33ieals&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref1_33ieals&quot;&gt;1.&lt;/a&gt; L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

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 <pubDate>Sat, 25 Dec 2010 14:06:59 +0000</pubDate>
 <dc:creator>arranca! Redaktion</dc:creator>
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;p&gt;Anfang 2010 hat sich bei FelS die &lt;a href=&quot;http://fels.nadir.org/de/fels/queerfem&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite der AG Queerfeminismus&quot;&gt;AG Queerfeminismus&lt;/a&gt; gegründet. Statt  eines Rückzugs queerer und feministischer Ansätze in Nischen, anstelle  des braven Verharrens in akademischen Zirkeln oder des  professionalisierten Verendens im Gender Mainstreaming nehmen wir Anlauf  für eine lebendige, breite, antikapitalistische queerfeministische  Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Geschlechterverhältnisse zwar  häufig als &#039;Querschnittsthema&#039; mitgedacht werden sollten, in der  konkreten Auseinandersetzung jedoch allzu oft hinten runter fallen.  Deshalb begreifen wir Queerfeminismus als ein Politikfeld mit eigenen  Praxen – und diese wollen wir kennenlernen, weiterentwickeln, neu  erfinden. Wir stehen damit ganz am Anfang, aber nicht im luftleeren  Raum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Collage ist der Versuch, uns diesen Raum zu erschließen: Mit  queeren und feministischen Gruppen aus verschiedenen Teilen der Welt in  Kontakt zu treten, um etwas über ihre Kämpfe und politischen Praktiken  zu erfahren und diese mit unseren eigenen Kämpfen sowie untereinander zu  vernetzen. Dazu haben wir einen Fragebogen an Gruppen in Istanbul, St.  Petersburg, Jakarta, Belgrad, Paris und Berlin verschickt und servieren  euch an dieser Stelle eine Kostprobe der Antworten. Eine &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen-langversion&quot; title=&quot;zur Langversion&quot;&gt;ausführlichere Version&lt;/a&gt; und deren &lt;a href=&quot;http://arranca.org/node/605&quot; title=&quot;zur englischen Übesetzung&quot;&gt;englische Übersetzung&lt;/a&gt; sind ebenfalls online zugänglich.&lt;/p&gt;

        &lt;/div&gt;
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&lt;p&gt;Anfang 2010 hat sich bei FelS die &lt;a href=&quot;http://fels.nadir.org/de/fels/queerfem&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Webseite der AG Queerfeminismus&quot;&gt;AG Queerfeminismus&lt;/a&gt; gegründet. Statt   eines Rückzugs queerer und feministischer Ansätze in Nischen, anstelle   des braven Verharrens in akademischen Zirkeln oder des professionalisierten Verendens im Gender Mainstreaming nehmen wir Anlauf   für eine lebendige, breite, antikapitalistische queerfeministische   Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Geschlechterverhältnisse zwar   häufig als &#039;Querschnittsthema&#039; mitgedacht werden sollten, in der   konkreten Auseinandersetzung jedoch allzu oft hinten runter fallen.   Deshalb begreifen wir Queerfeminismus als ein Politikfeld mit eigenen   Praxen – und diese wollen wir kennenlernen, weiterentwickeln, neu   erfinden. Wir stehen damit ganz am Anfang, aber nicht im luftleeren   Raum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Collage ist der Versuch, uns diesen Raum zu erschließen: Mit   queeren und feministischen Gruppen aus verschiedenen Teilen der Welt in   Kontakt zu treten, um etwas über ihre Kämpfe und politischen Praktiken   zu erfahren und diese mit unseren eigenen Kämpfen sowie untereinander  zu  vernetzen. Dazu haben wir einen Fragebogen an Gruppen in Istanbul,  St.  Petersburg, Jakarta, Belgrad, Paris und Berlin verschickt und  servieren  euch an dieser Stelle eine Kostprobe der Antworten. Eine &lt;a href=&quot;http://arranca.org/43/den-heterosexuellen-geschmack-abschaffen-langversion&quot; title=&quot;zur Langversion&quot;&gt;ausführlichere Version&lt;/a&gt; und deren &lt;a href=&quot;http://arranca.org/node/605&quot; title=&quot;zur englischen Übesetzung&quot;&gt;englische Übersetzung&lt;/a&gt; sind ebenfalls online zugänglich.&lt;/p&gt;
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&lt;h4&gt;Was sind eure Wurzeln? An welche sozialen Kämpfe knüpft ihr an?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi:&lt;/strong&gt; In meinen Wurzeln gibt es keinen Kampf. In  meiner Familie und in meiner Vergangenheit gab es weder eine Opposition  noch einen sozialen Kampf. Mit 27 bin ich zum ersten Mal aus eigenem  Willen einer feministischen Organisation beigetreten. Ich befinde mich  heute immer noch in derselben Organisation, hinterfrage das Patriarchat  und versuche, mir meine Freiheit aufzubauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; Die Panthères Roses sind 2002  gegründet worden. Le Pen ist damals in die zweite Runde der  Präsidentschaftswahlen gelangt. Eine neue Rechte tauchte auf, die uns  bis heute regiert – hart, mit Sicherheitspolitik und Populismus auf dem  Programm und sehr offensiv gegen persönliche Freiheiten und soziale  Errungenschaften agierend. Zu diesem Zeitpunkt sahen wir die  Notwendigkeit, eine Gruppe zu gründen, die sich an der Schnittstelle von &lt;span&gt;&lt;span&gt;LGBT&lt;/span&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref1_oqalgcj&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&quot; href=&quot;#footnote1_oqalgcj&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;-Bewegung und sozialen Bewegungen befindet. Auch wenn wir keine  Wurzeln einfordern (Wurzeln hören sich ein bisschen zu biologistisch und  monokausal an): Wir kommen nicht von nirgendwo her, unsere Aktionen  schreiben sich in die Kämpfe von LGBT ein, wir beziehen uns auf  radikalen Lesbianismus (Monique Wittig), feministischen Materialismus,  Antirassismus und Antikapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; Wir berufen uns auf ein dreifaches Erbe:  feministisch, lesbisch und künstlerisch. Wir verorten uns in der Mitte  des Schießplatzes, auf dem sich mitunter die &#039;klassischen&#039; Feministinnen  des &lt;em&gt;Collectif National pour les Droits des Femmes&lt;/em&gt; und Gruppen aus der Queer-Bewegung gegenüber stehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok:&lt;/strong&gt; Wir knüpfen an den Kampf für die Anerkennung  der Unantastbarkeit des Menschen an: Der Staat darf nicht das Private  reglementieren, dem Menschen diktieren, was er machen darf und soll und  was nicht, solange sein Handeln die Rechte der anderen nicht verletzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul:&lt;/strong&gt; Bei Lambda definieren wir uns als  Feminist_innen und Antimilitarist_innen. Die LGBT-Bewegung und die  feministische Bewegung hatten von Anfang an sehr nahe Verbindungen. Im  Sinne des Antimilitarismus ist Lambda in engem Kontakt mit dem &lt;em&gt;Conscientious Objection Movement&lt;/em&gt; (Bewegung von Kriegsdienstverweigerern): Wir haben selbst ein sehr  aktives Mitglied, das Kriegsdienstverweigerer war und schwul ist. Er war  ein Jahr im Knast und wurde gefoltert. Außerdem definiert sich Lambda  als gewaltlose Gruppe, das bedeutet Gewaltlosigkeit in der Praxis. Wir  unterstützen zum Beispiel die kurdische Bewegung, aber nicht die  Guerilla. Die kurdische Bewegung ist die einzige – wie auch die  kurdische Partei im Parlament die einzige Partei ist –, die die Politik  und Positionen der LGBT unterstützt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.:&lt;/strong&gt; Wir knüpfen an einige  (nicht-differenz-)feministische, queere, anti-sexistische,  anti-rassistische, post-koloniale, anti-kapitalistische Kämpfe an&lt;em&gt;&lt;strong&gt;&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Unter welchen strukturellen Bedingungen arbeitet ihr? Und  wie haben sich Neoliberalismus und die globalen Krisen auf diese  ausgewirkt?&amp;nbsp;&lt;/h4&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&amp;nbsp;&lt;/strong&gt; Die Bedingungen, unter denen wir  arbeiten, sind aktuell von den aufstrebenden  islamisch-fundamentalistischen Bewegungen in Indonesien beeinflusst,  wobei es diesbezüglich starke regionale Unterschiede gibt. Seit einiger  Zeit gibt es immer wieder offene Aggressionen und Angriffe auf  LGBT-Gruppen, zum Beispiel auf einer Konferenz im Frühjahr 2010. Diese  Vorfälle haben uns und unsere Arbeit sehr beeinflusst, weil wir uns  nicht mehr sicher fühlen. Homosexualität gilt als sexuelle Störung und  wird in vielen Regionen Indonesiens zunehmend kriminalisiert – und nicht  nur von islamistischen Organisationen. Auch die indonesische Regierung  erkennt queere Lebensformen und LGBT-Gruppen nicht offiziell an und  diskriminiert diese in der Gesetzgebung. Im Jahr 2008 hat die  indonesische Regierung ein Anti-Pornografie-Gesetz verabschiedet, das  unter anderem die strafrechtliche Verfolgung jeglicher  Veröffentlichungen zu queeren Themen und Homosexualität vorsieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; Die &lt;em&gt;Panthères Roses&lt;/em&gt; sind  ein eingetragener Verein, dadurch können wir Demonstrationen anmelden.  Wir versuchen, so horizontal wie möglich zu funktionieren, wir haben  keine Vorsitzende oder keinen Vorstand, sondern entscheiden kollektiv in  unseren öffentlichen wöchentlich stattfindenden Vollversammlungen. Wir  sind unabhängig und erhalten keine Subventionen, wir beschaffen uns  selbst die Kohle, die wir brauchen, indem wir Sticker oder T-Shirts  verkaufen oder Soli-Events organisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Effekte des Neoliberalismus betrifft: Viele von uns müssen immer  mehr arbeiten und verdienen immer weniger, die Mieten sind völlig  überteuert, es ist schwierig, die Zeit und den Willen für politischen  Aktivismus zu finden. Der Kontext ist ein französischer Neoliberalismus,  der von einer ziemlich extremen Rechten geführt wird, die uns ihre  politische Agenda vorschreibt. In Paris sind wir nicht viele, die  organisiert sind, und es gibt sehr wenige selbstbestimmte Orte.  Homophobie, Lesbophobie und Transphobie sind ausgeprägt (momentan sind  die Katholiken besonders aggressiv).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd:&lt;/strong&gt; Die Mehrheit der serbischen Bevölkerung  lebt in ökonomisch prekären Verhältnissen, so wie auch die meisten  unserer Gruppenmitglieder. Dieser Umstand ist wichtig, weil er sich  darauf auswirkt, wer es sich überhaupt leisten kann, politisch aktiv zu  sein. Das ist eine andauernde Diskussion. Aus einer feministischen  Perspektive versuchen wir, Bedingungen zu schaffen, in denen Personen  für ihre Arbeit bezahlt werden, und durch finanzielle Unterstützung  (Reisekosten, Unterkunft) der Teilnehmer_innen unserer Festivals dem  Ausschluss aufgrund ökonomischer Verhältnisse entgegenzuwirken.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
&lt;h4&gt;Wie benutzt ihr das &#039;Wir&#039;, wenn ihr sprecht? Für wen sprecht ihr?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul:&lt;/strong&gt; Identitätspolitik ist ein komplexes  Feld. Ich bin gegen jegliche Viktimisierung von Identität:  Beispielsweise werden wir oft von Leuten aus so genannten westlichen  Ländern gefragt, wie es ist, in einem muslimischen Land schwul zu sein.  Ich frage dann zurück: „Hm, wie ist es denn, in einem katholischen Land  schwul zu sein?“ Versuche, unsere Identität zu viktimisieren und die  Hierarchie zwischen &#039;westlichen&#039; und muslimischen Ländern zu  stabilisieren, ist eine koloniale Verhaltensweise. Aber manchmal kann  Identität sehr wichtig sein, besonders wenn jemand dir erzählt, dass  deine Identität gar nicht existiert oder krank ist oder etwas anderes.  Da gehe ich natürlich hin und sage „ich bin trans“, und ich stehe zu  dieser Identität. Gleichzeitig sagen wir „wir sind kurdisch“, „wir sind  armenisch“. Viele kurdische LGBT-Menschen geben ihre LGBT-Identität auf,  weil sie für ihre kurdische Identität kämpfen. Ein anderes Beispiel ist  die häusliche Gewalt, die viele kurdische Frauen zu Hause erleben. Sie  sprechen nicht darüber – sie betrachten sie nicht als Gewalt angesichts  der Gewalt, die sie durch den türkischen Staat erfahren. Es ist für sie  wichtiger, für die kurdische Unabhängigkeit zu kämpfen und für ihre  Rechte als kurdische Menschen. Daher kann es, wenn Identitäten nicht  gesehen oder ignoriert werden, wichtig sein, Identitäten sichtbar zu  machen und zu verteidigen. Aber es ist sehr wichtig, gleichzeitig keine  anderen Identitäten auszuschließen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd:&lt;/strong&gt; Es gibt eine queere Theoretiker_in in  Sydney, Linnell Secomb, die &#039;queer&#039; folgendermaßen definiert: Queer ist  keine Identitätskategorie, sondern das kontinuierliche Stören jeglicher  Form von Normativität“. In diesem Sinne schließt unser &#039;Wir&#039; nicht nur  LGBTIQ&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&quot;&gt;1&lt;/a&gt; ein, sondern alle Menschen, die die hegemonialen Strukturen  unserer Gesellschaft sowie die auf Hierarchien basierenden  Kategorisierungen und Diskriminierung von Minderheiten in Frage stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;f.a.q.:&lt;/strong&gt; Wir benutzen das &#039;Wir&#039; nur für uns als  Orga-Gruppe des Infoladens. Ein kategoriales &#039;Wir&#039; zu konstruieren  finden wir problematisch, weil dadurch manche Menschen, ohne gefragt zu  werden, in ein kollektives &#039;Wir&#039; (wie beispielsweise &#039;Wir Frauen&#039;)  eingeschlossen werden, andere wiederum daraus ausgeschlossen werden. Ein  paternalistisches Sprechen für andere lehnen wir ab, jedoch zielen  unsere Forderungen selbstverständlich auf die Veränderung  gesamtgesellschaftlicher Zustände. Dabei versuchen wir, undogmatisch und  reflektiert zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; Wir sind eine nicht-gemischte  Lesben-, Trans- und Schwulen-Gruppe und wir wollen nicht „im Namen von …  sprechen“. Wir gehen von unseren Identitäten als Lesben, Trans und  Schwule aus, aber nicht nur. Wir fühlen uns nicht berufen, alle LGBT zu  repräsentieren. Wir sind mit einem Teil der LGBT-Community und  feministischen Gruppen in Frankreich uneins, und unsere Positionen sind  in diesen Zusammenhängen Minderheitenpositionen. Wir wenden uns gegen  eine Instrumentalisierung des Feminismus für rassistische Ziele. Das hat  sich bei den Debatten um die Gesetze zum Kopftuch und zur Burka  gezeigt, bei der Diskussion über die Intervention der französischen  Armee zur „Befreiung“ der afghanischen Frauen und bei der  generalisierenden Stigmatisierung der Vororte und der dort lebenden  Migrant_innen als diejenigen, die in erster Linie für Sexismus und  Homophobie in Frankreich verantwortlich seien. Ein anderer Punkt, der  uns von anderen Gruppen unterscheidet, ist unsere Position zu den  Kämpfen von Huren. Einige &#039;Mainstream&#039;-Feminist_innen vertreten eine  abolitionistische Position, die dazu führt, dass feministische Huren aus  Demos ausgeschlossen werden. Die essentialistischen Feminist_innen  erkennen außerdem die Forderungen von Trans nicht an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; Wir sprechen für die Frauen. Die Frauen als  eine Kategorie, die der Unterdrückung durch die Männer entsprungen ist,  eine Kategorie, die so lange fortbestehen wird wie ihre Unterdrückung  und deren Verschwinden wir also anstreben … bis dahin sprechen wir  durchaus für die Frauen … mit Bart.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
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&lt;h4&gt;Wo wollt ihr die Grenzen des Politischen verschieben? Welche Kämpfe wollt ihr sichtbar machen?&lt;/h4&gt;
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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; Den heterosexuellen Geschmack  abschaffen? Dieses Jahr haben wir auf unsere Art an der Debatte zur  „nationalen Identität“ teilgenommen, indem wir vor Eric Besson, Minister  für „Immigration, Integration, nationale Identität und solidarische  Entwicklung“, gekotzt haben. Wir haben eine Diskussionsveranstaltung mit  Christine Botin (homophobe Katholikin, die seit Jahren wütet) gestört  und sie aufgefordert zu schweigen und nicht mehr an unserer Stelle zu  sprechen, wir waren bei &lt;a href=&quot;http://existrans.org/&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zur Existrans-Webseite&quot;&gt;Existrans&lt;/a&gt; dabei, der Demo der Trans und derer,  die sie unterstützen. Wir waren zum 8. März auf der Straße, am 1. Mai  und am 1. Dezember, dem Welt-Aids-Tag, und bei Sans-Papiers-Demos. Wir  gehen oft als Pink Block, was uns als Trans, Lesben und Schwule  innerhalb großer Demos der sozialen Bewegungen sichtbar macht, die  momentan besonders aktiv gegen die Angriffe auf das Sozialsystem  (Renten, Gesundheitssystem, Bildung etc.) sind. Wir wollen es uns auch  gut gehen lassen bei diesen Demos, in denen es oft zu viel  heterosexistisches Verhalten gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; Wir wollen den feministischen Blick auf die  Männer lenken, auf ihre Privilegien, ihre Vorliebe für die Kooptation,  ihr Unter-sich-Bleiben, ihre Fähigkeit sich selbst zu gratulieren, ihre  Verachtung für den Rest der Welt und ihre Macht, die ihnen entrissen  werden muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bok o bok:&lt;/strong&gt; Die Sexualität wird politisch, wenn es in  der Gesellschaft „richtige“ und „geschützte“ Sexualität gibt und  „falsche“, „verbrecherische“ „perverse“ Sexualität. Solange Homo- und  Bisexualität nicht „normal“ sind und vom Staat nicht geschützt werden,  bleibt das Thema der Sexualität und der Gender-Identität politisch und  ein Teil des Kampfes für die gleichen Rechte und den Schutz vor  Diskriminierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Institut Pelangi &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Perempuan:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt; Der erste Schritt unserer Politik  bestand darin, einen sicheren Raum für junge lesbische Frauen in Jakarta  zu gründen, denn nach den geltenden Normen und auf Grund von Kultur und  Religion werden Lesben als Sünderinnen stigmatisiert. Diese Bedingungen  hindern sie an ihrem coming out und daran, ihre Gefühle und Probleme zu  teilen. Unserer Initiative startete mit einer Mailingliste, die jungen  lesbischen Frauen Zugang zu wichtigen Informationen verschaffte wie über  reproduktive und politische Rechte sowie über psychologische  Unterstützung. Die grundlegende Annahme für unsere Arbeit lautet, dass  junge Lesben aktiv in die Kämpfe um die Rechte sexueller Minderheiten  involviert sein können und sollten. Unser Ansatz ist &lt;em&gt;EduFunTainment&lt;/em&gt; (Education, fun and entertainment): Sport wie zum Beispiel Boxen, Tanzclubs und andere Veranstaltungen organisieren.&lt;/p&gt;
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&lt;h4&gt;Was sind eure Hoffnungen? Was wird sich in den nächsten zehn Jahren verändert haben?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lambda Istanbul:&lt;/strong&gt; Ich denke, wir werden nicht in der  Lage sein, Homophobie innerhalb der nächsten 10 oder 15 Jahre zu  stoppen. Aber es ist sehr wichtig, sich zusammen zu schließen und sich  gegenseitig zu unterstützen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amargi:&lt;/strong&gt; Ich wünsche mir, dass man sich in den kommenden  10 Jahren in meinem Land dem Frieden noch etwas nähert und sich von  Gewalt entfernt, dass die Frauenmorde, Hassmorde abnehmen, dass die  Frauen und LGBTT&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&quot;&gt;1&lt;/a&gt; ihre Rechte erlangen. Ich wünsche mir eine  Gesellschaft, in der ich nicht mehr daran erinnert werde, dass ich  Frau-Lesbe-Trans-Kurd_in-behindert etc. bin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La Barbe:&lt;/strong&gt; Dass die Bezeichnung &#039;Feministin&#039; wieder  Anlass für Stolz wird, dass es wieder hip wird, Haare an den Beinen zu  haben, &#039;frustrierte Lesbe&#039; zu sein und BHs zu verbrennen, und dass der  ganz normale Sexismus zurückgeht, um Platz zu machen für die Lesben, die  Schwulen und all die BTI&lt;a href=&quot;#footnote1&quot; title=&quot;L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&quot;&gt;1&lt;/a&gt;. Dass Frauen selbstsicher werden und ihre  eigenen Ziele verfolgen, dass die Gesellschaft sie respektiert und ihnen  Raum lässt. Dass die Männer ihre Privilegien in Frage stellen und dass  die Geschlechtsattribute ihren Heiligenstatus verlieren. Dass überall  Bewegungen entstehen, die gegen die rechtlichen und faktischen  Ungleichheiten protestieren sowie gegen die Geschlechterkategorien, die  diese fortbestehen lassen. Dass sich die Zusammensetzung der  Institutionen, der sozialen und beruflichen Strukturen massiv verändert  und damit für Frauen, für Trans-Menschen, für &lt;em&gt;Persons of Color&lt;/em&gt; und für alle, die nicht in die Norm passen, neue Möglichkeiten entstehen, neue Weisen des Seins und des Miteinander-Umgehens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;QueerBeograd:&lt;/strong&gt; Der Diskurs in der serbischen  Gesellschaft über queere Menschen und ihre Rechte hat sich deutlich  gewandelt, seitdem wir die Gruppe vor fünf Jahren gegründet haben. Dies  zeigt, wie wirkungsvoll Graswurzelarbeit sein kann. Es ist  vielversprechend und macht Mut, dass Gruppen oder communities sehr  machtvoll sein können, wenn sie ihre radikale Politik und direkten  Aktionen (in aller Vielfalt) weiterverfolgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Les Panthères Roses:&lt;/strong&gt; Wir würden gerne sagen können, dass bis 2020 Gender und männliche Dominanz abgeschafft sind, aber … die &lt;em&gt;panthère&lt;/em&gt; attackiert, sie träumt nicht!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;

&lt;ul class=&quot;footnotes&quot;&gt;&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote1_oqalgcj&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref1_oqalgcj&quot;&gt;1.&lt;/a&gt; L = lesbisch, G = gay (schwul), B = bisexuell, T = transgender / transsexuell, I = intersexuell, Q = queer﻿&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;!--
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 <pubDate>Tue, 21 Dec 2010 16:20:37 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>&quot;Unsere Radikalität ist keine theoretische Radikalität...&quot;</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/13/unsere-radikalitaet-ist-keine-theoretische-radikalitaet</link>
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;p&gt;Um die Jahreswende 1996/97 haben sich in Frankreich Zehntausende gegen die Verschärfung der rassistische Ausländergesetze (das Gesetz Debré) gewehrt. Ausgegangen war die Bewegung von zwei Kirchenbesetzungen in Paris, wohin sich 300 papierlose und von Abschiebung bedrohte Afrikaner geflüchtet hatten.&lt;/p&gt;
        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Um die Jahreswende 1996/97 haben sich in Frankreich Zehntausende gegen die Verschärfung der rassistische Ausländergesetze (das Gesetz Debré) gewehrt. Ausgegangen war die Bewegung von zwei Kirchenbesetzungen in Paris, wohin sich 300 papierlose und von Abschiebung bedrohte Afrikaner geflüchtet hatten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von den &quot;Sans Papiers&quot; läßt sich einiges lernen, nicht nur hinsichtlich antirassistischer Politik . Beeindruckend ist auch, wie sie konkrete Forderungen mit Radikalität verbinden: Mit ihrer Forderung nach Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus gehen sie über die bürgerlichen Grundrechte nicht hinaus. Und doch macht ihre Organisationsform einer aus Basiskollektiven bestehenden Bewegung ohne offizielle SprecherInnen jede reformistische Vermittlung dieser Forderungen nahezu unmöglich. Die &quot;Sans-Papiers&quot; sind eine soziale Bewegung von unten, die ohne jeden radikalen Gestus auftritt und trotzdem die Verhältnisse viel grundsätzlicher in Frage stellt als viele, die ständig das Wort &quot;Revolution&quot; im Mund führen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Salah Teiar ist als ein Vertreter der &quot;Sans Papiers&quot; im Sommer 1997 in Deutschland unterwegs gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wie schätzt du die Bedeutung der Migration in der französischen Gesellschaft ein?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also zunächst mal: Immigration spielt in Frankreich schon seit dem 18.Jahrhundert eine wesentliche Rolle beim Aufbau der französischen Ökonomie. Nach offiziellen Statistiken stammen 20% der französischen Bevölkerung von Einwanderern ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens spielt Migration eine große Rolle, weil sie viel mit der Politik hier zu tun hat. Die Einwanderung in Europa ist eine Folge des Neokolonialismus oder neuerdings Neoliberalismus, das heißt der sozialen Zerstörung, die in den Ländern der Dritten Welt angerichtet wird. Der Neoliberalismus hat die Ökonomien der 3.Welt-Staaten praktisch enthauptet, die Produktion ist in vielen Ländern völlig zum Stillstand gekommen. Davon profitieren wenige Metropolen, während die Peripherie ausgeblutet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Europa versucht sich jetzt die dadurch in Bewegung geratenen Menschen durch Gesetze vom Leib zu halten, aber das wird unmöglich sein. Man kann Menschen, die um ihr Überleben kämpfen, nicht aufhalten. So gesehen befinden wir uns erst in der Vorgeschichte der Migration. Es wird in der Zukunft noch viel größere Migrationsbewegungen geben.&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;strong&gt;Die Einwanderungsgesetze in Frankreich waren nicht immer so repressiv wie heute?&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube, daß etwa 1974 eine Verschlechterung der Aufenthaltsbedingungen begann. Das fiel mit der ersten Erdölkrise zusammen. Die OPEC-Länder hatten die Konfrontation mit dem Westen gesucht und einseitig die Ölpreise erhöht. Daraufhin gingen die westlichen Länder und insbesondere Frankreich dazu über, die EinwandererInnen als Verhandlungsmasse gegen die OPEC-Staaten zu benutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Gesetz, das das Aufenthaltsrecht von ImmigrantInnen regelt, war vorher von 1945 bis 1974 immer nur leicht modifiziert worden. Von da ab jedoch gab es in sehr kurzen Abständen Veränderungen. Es sind seitdem keine 2 Jahre mehr ohne neue Ausländergesetze vergangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der wichtigste Einschnitt stammt aus der Zeit des Innenministers Pasqua in den 80ern. Unter ihm wurde die gesamte Gesetzgebung umgekrempelt, angefangen von Aufenthaltsbestimmungen bishin zu den Regelungen, die die Staatsbürgerschaft festlegen. Der Aufbau des vereinten Europas hat dabei auch eine wesentliche Rolle gespielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wo siehst du dann den Anfang der Papierlosen-Bewegung in Frankreich? Und wie waren die Reaktionen auf Eure ersten Proteste?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Sans-Papiers waren nicht die ersten unter den ImmigrantInnen, die den institutionalisierten Rassismus bekämpft haben. Aber wir waren die ersten, die umfassende Forderungen aufgestellt und das Problem politisch benannt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist kein Zufall, daß wir uns als &quot;Papierlose&quot; und nicht als &quot;Illegale&quot; oder so was bezeichnen. Wir akzeptieren nicht, daß wir aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Das heißt, wir akzeptieren die herrschende Terminologie nicht. Um ein System zu bekämpfen, muß man auch die Definitionen ablehnen, die dieses System hervorbringt. Man muß eine eigene Sprache der Bewegung schaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Politisierung des Konflikts hat vielen Organisationen nicht gefallen. Es ist ja üblich, daß Aufenthaltsgenehmigungen als humanitäre Einzelfallprobleme betrachtet und behandelt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als 1996 die 300 Afrikaner die Kirche St. Bernard in Paris besetzten, waren deswegen auch sofort eine Reihe Feuerwehrleute zur Stelle. Zahlreiche Vereinigungen tauchten auf und versprachen den 300 Afrikanern sich für die Prüfung ihrer Fälle einzusetzen. Aber Achtung: Außer diesen 300 sollten keine weiteren Fälle dazukommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Hilfsverbände hatten allerdings nicht daran gedacht, daß alle dieser 300 Afrikaner bereits 3 oder 4 behördliche Vorgänge eingereicht und nirgends eine positive Antwort erhalten hatten. Für die meisten gab eigentlich nur noch die Alternative, verrückt zu werden oder zu radikalen Mitteln zu greifen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die rechte Regierung hat dann auch noch eine Menge wirklich schwachsinniger Fehler begangen. Der erste war, die Vermittler nicht anzuerkennen. Der zweite uns zu zeigen, daß wir nichts besseres zu erwarten haben, wenn wir uns ruhig verhalten. Sobald die Kirche geräumt war, wurden 40 von uns abgeschoben. Das war noch mal ein Beweis, daß diejenigen, die das große Geld besitzen, uns im Untergrund haben wollen, als unsichtbare Gestalten und daß wir keine andere Wahl haben als dagegen zu kämpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Du sagst selbst, daß die Besetzung der St.Bernard-Kirche in Paris das Problem von Einzelfällen auf ein politische Ebene bringen sollte. Was wolltet Ihr thematisieren?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Sklavenstatus, den wir in der französischen oder europäischen Gesellschaft innehaben. Manche Papierlose wurden angezeigt, weil sie ihre Kinder in der Schule angemeldet haben oder gesundheitliche Probleme hatten. Das heißt, wir besitzen alle Pflichten, aber keine Rechte. Wir sind wie moderne Sklaven. Wir sind die Arbeiter, die beim Bau der großen Gebäude schuften: bei der neuen Staatsbibliothek, dem Verteidigungsministerium, den Autobahnen usw. Überall dort wurden die Aufträge an Subunternehmen weitergereicht, die versuchten, das absoulte Minimum zu zahlen und sich deshalb Papierlose anheuerten. Und obwohl wir deshalb längst Bestandteil der französischen Gesellschaft sind, dürfen wir an ihr nicht teilhaben. Das war unsere Hauptargumentation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tatsächlich ist es uns damit gelungen, mit den Gewerkschaften in Berührung zu kommen und der Zivilgesellschaft zu erklären, was ein Papierloser überhaupt ist. Aus der juristische Kategorie des &quot;Illegalen&quot; sind Menschen aus Fleisch und Blut geworden. Wir sind viele der Eigenschaften losgeworden, die man uns anhängen wollte. Wir haben gezeigt, daß wir weder Kriminelle noch geistige Spätentwickler noch sonst irgendetwas Absonderliches sind. Die meisten von uns kommen auf dem frankophonen Sprachraum, das heißt der einzige Unterschied zwischen uns und den anderen ist, daß wir dunklere, schwarze oder gelbe Haut haben. Und das als einen Unterschied zu bezeichnen, ist das Kriterium eines Faschisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Außerdem haben wir gezeigt, daß es der Staat ist, der uns marginalisieren will. Der uns in dieser Rolle behalten möchte und der das damit rechtfertigte, daß es die Front National und den Rassismus gibt. Uns wurde gesagt: &quot;Haltet den Mund, sonst schlachtet die Front National das Thema wieder aus.&quot; Das heißt ein Staat, der sich selbst als republikanisch bezeichnet, akzeptiert eine faschistische Partei und daß diese ihr die Bedingungen diktiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit Mitte des Jahres gibt es eine Mittel-Links-Regierung unter Jospin. Werden sich damit die Bedingungen für die Sans-Papiers verbessern?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben keine großen Illusionen. Obwohl die Linke uns eigentlich dankbar sein müßte, denn die Niederlage der Rechten bei den letzten Wahlen hat viel mit der Papierlosen-Bewegung zu tun gehabt. Wir durften zwar nicht wählen, aber wir haben die Gesellschaft mit unserem Widerstand darüber sensibiliert, was die Rechtsregierung wirklich vertritt. Als das Debré-Gesetz präsentiert wurde, das alle französischen Staatsbürger zu Denunzianten machen sollte, haben Hunderte von Intellektuellen vom zivilen Ungehorsam aufgerufen; Zehntausende waren auf der Straße. Das war eine sehr wichtige Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was jetzt die Linke bringen wird, bleibt abzuwarten, aber in den Programmen der &quot;Parteien der Mehrheit&quot; (PSF, PCF, Bürgerbewegung, Radikale und Grüne, Anm.d.R.) steht vieles, war für uns einen Fortschritt darstellen würde. Das Problem ist nur, daß zwischen diesen Programmen und ihrer Verwirklichung eine große Kluft liegt. Es gab bisher auch keine ernsthaften Gespräche mit der Regierung (Juli 1997). Unmittelbar nach dem Wahlsieg kam zwar ein Konvoy von Papierlosen aus Angouleme nach Paris, der dann auch von einem Berater Jospins empfangen wurde, aber das war eine reine Höflichkeitsmaßnahme, kein politisches Treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das heißt, die Bewegung muß jetzt weitermachen, um die neue Regierung zur Durchsetzung unserer Forderungen zu zwingen. Das wird nicht einfach. Ein Beispiel: Die Regierung Jospin hat zwar versprochen die Gesetzesverschärfungen Pasqua, Debré etc. zurückzunehmen, aber sie ist nicht bereit, ein Abschiebungsmoratorium zu verhängen. Das heißt, die Leute, die auf der Grundlage der bisherigen Gesetze festgenommen werden, können auch weiterhin abgeschoben worden. Ein zweites Beispiel: die Regierung Jospin hat Einzelfallprüfungen angeboten, die wir aber grundsätzlich ablehnen. Wir wollen die Legalisierung von allen, nicht nur Begünstigungen für ein paar Tausend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist also möglich, daß wir die Jospin-Regierung ebenso bekämpfen müssen wie zuvor die Regierung Juppé.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;In Deutschland ist es sehr selten, daß sich MigrantInnen organisieren, um die Situation hier zum Thema zu machen. Die meisten Migrantenorganisationen arbeiten zu Kurdistan, Türkei, Palästina, also zu den jeweiligen &quot;Heimat&quot;-Staaten, auch wenn diese Länder schon lange nicht mehr ihre Heimat sind. Wie ist es in Frankreich möglich gewesen, daß bei den Kirchenbesetzungen vergangenes Jahr eine breite MigrantInnen-Bewegung entstand?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die afrikanischen Leute, die die erste Kirchenbesetzung gemacht haben vorher schon zusammmen in Unterkünften in der Banlieue von Paris zusammengelebt. Sie kamen ungefähr aus der gleichen Region in Afrika und sprachen die gleiche Sprache. Man kann also sagen, daß es eine gemeinsame afrikanische Identität gab, die die Bewegung ermöglichte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Leute haben in ihrer eigenen Gemeinschaft außerhalb der französischen Gesellschaft gelebt und miterleben müssen, wie ständig Bekannte abgeschoben wurden. Sie haben darüber geredet und dadurch auch ihre eigene Situation thematisiert. Nachdem ihre Fälle ohne jedes Ergebnis bei 3 oder 4 verschiedenen Behörden herumgelegen hatten, überlegten sie sich andere Sachen. Und so kam die Idee der Kirchenbesetzung zustande.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Besetzer wurden zunächst in der Kirche aufgenommen, aber schon am 4.Tag erklärte der katholische Kardinal, daß wenn die Besetzung auf 300 Personen angestiegen sei, daß es sich dann um eine Aktion der extremen Linken handeln müsse, und beantragte bei der Polizei die Räumung der Kirche. Danach wurde das Thema erst richtig groß.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Als was würdest du die Sans Papiers bezeichnen: Eine eher politische Bewegung, die die gesellschaftlichen Verhältnisse insgesamt verändern will, oder eine soziale Bewegung, die konkrete Minimalforderungen aufstellt?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sans Papiers sind eine Bewegung, die für ganz konkrete Ziele sehr radikal eintritt. Wir haben festgestellt, daß wir die Gesetzgebung des französischen Staates angreifen müssen, um hier überleben zu können. Wenn man so will, ist unsere Radikalität keine theoretische Radikalität, die sich gegen das System richtet, keine, die etwas mit der Linken oder der Arbeiterklasse zu tun hat; es ist eine ganz praktische, unmittelbare Radikalität. Unser Widerstand richtet sich gegen die Rassendefinition der französischen Gesetzgebung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit den Positionen der extremen Linken in Frankreich haben wir nichts zu tun, auch wenn unsere Beziehungen zu diesen Gruppen von Anfang an gut waren. Wir sind immer am Gespräch mit ihnen interessiert gewesen, genauso wie wir auch mit der politischen Mitte geredet haben. Aber die Sans Papiers haben an sich einen ganz anderen Charakter. Wir sind kein Verband, keine Organisation, wir sind eine völlig autonome Bewegung, die sich von niemandem Entscheidungen diktieren läßt und die sich auf einige wenige Forderungen beschränkt: erstens Regularisierung des Aufenthalts aller MigrantInnen; zweitens Stopp der Abschiebungen und Rückkehr der bereits Abgeschobenen; drittens Freilassung der wegen unvollständiger Papiere Festgenommenen und viertens natürlich die Streichung aller rassistischen Gesetze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Siehst du eine Gefahr, daß sich die Sans Papiers ähnlich wie z.B. SOS Racisme institutionalisieren und ihren Bewegungscharakter verlieren könnten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Struktur der Sans Papiers macht eine solche Entwicklung fast unmöglich. Wir bestehen nur aus selbständigen Kollektiven, die die obengenannten Forderungen tragen und vertreten. Darüberhinaus besitzen wir keine Infrastruktur, wir haben keine offiziellen Sprecher. Vielleicht würde so eine Entwicklung eintreten, wenn wir die Legalisierung des Aufenthalts für alle erreicht hätten. Dann würde sich möglicherweise eine neue Funktionsweise und Struktur der Sans Papiers ergeben, aber bisher sind wir nichts anderes als ein Netzwerk von Basiskollektiven.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wo kommen die Leute in der Bewegung her?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die meisten aus französischsprachigen Ländern in Afrika und Asien, aber es gibt auch eine Menge Leute aus der chinesischen, türkischen, kurdischen, armenischen oder osteuropäischen Community. Darüber wie viele es sind, haben wir keine Zahlen. Es ist interessant: Manchmal finden Treffen auf drei Sprachen statt, alles dauert dadurch natürlich viel länger, aber trotzdem gibt es eine gemeinsame Diskussion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In Frankreich gilt die Gesetzgebung als sehr hart, aber in der Praxis gibt es weniger Razzien als z.B. in Deutschland. Woran liegt das?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es liegt mit Sicherheit nicht daran, daß die Verwaltung bei uns lascher wäre. Die französischen Behörden sind noch schärfer als die Gesetzgeber. Es liegt eher daran, daß massive Abschiebungen zu sehr an die Massendeportationen von Juden erinnern würden und deswegen innenpolitisch nicht durchzusetzen sind. Deswegen nehmen sie lieber beständig in kleiner Zahl Leute fest und schieben sie dann ab als große Razzien zu organisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die faschistische FN ist in Frankreich zwar stärker als vergleichbare Parteien in Deutschland, aber der Rassismus hier scheint trotzdem militanter zu sein als bei Euch. Erstens: Stimmt der Eindruck überhaupt? Und zweitens: Gibt es eine antirassistische Gegenwehr von MigrantInnen in Frankreich, wenn Nazigruppen Leute überfallen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt in Frankreich längst nicht nur die Front National, sondern sehr viele gewalttätige faschistische Gruppen. Ständig kommt es rassistischen Angriffen, die in den Zeitungen nur Randnotizen bleiben. Ich glaube deswegen nicht, daß es in Deutschland und Frankreich zwei verschiedene Klassen von Gewalt gibt, daß die extreme Rechte bei Euch gewalttätiger ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem ist, wenn Staaten anfangen, solche rassistischen Angriffen zu akzeptieren. Der Staat ist per Definition für alle da, die in einer Gesellschaft leben. Ich kann damit leben, daß der staatlicher Schutz auch für Rassisten gilt, aber ich kann nicht akzeptieren, daß der Ausländer dieses Recht nicht besitzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum zweiten Teil deiner Frage: Es gibt in ganz Frankreich antifaschistische Komitees und wenn es drauf ankommt, haben die Leute auch keine Angst, es den Faschisten zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Unterstützer von Flüchtlingen in Deutschland weisen immer wieder darauf hin, wie schwer es ist, mit Papierlosen politisch zu arbeiten. Die Alltagsprobleme – keine Wohnung, Angst vor der Polizei, unsichere Arbeitsverhältnissen – wachsen den Leuten einfach über den Kopf.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kann das nicht mehr hören. Man darf die Geduld nicht verlieren. Wenn man etwas sät, dauert es auch ein paar Monate, bis du etwas ernten kannst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mich stört es richtig, wenn jemand sagt: Die Papierlosen sind so oder so, die haben Angst, sie trauen sich nicht. Ich lebe seit Jahren in dieser Situation. Ich bin immer noch Opfer von ständigen Kontrollen und zwar nur wegen meinem Aussehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit eineinhalb Jahren kümmere ich mich kaum um meine Familie, sondern kämpfe auf der Straße. Aber wenn es niemanden gibt, der sich für die Sache engagiert, dann wird sich an der Situation auch nie etwas ändern. Wir haben also gar keine andere Wahl, und deswegen find ich es Quatsch, so zu argumentieren. Man muß die Leute anschieben, man muß ihnen die Wichtigkeit dieses Kampfs erklären. Daß sie am Anfang Angst haben, ist normal und legitim. Aber sie müssen das überwinden und sie müssen langen Atem haben. Unsere Angelegenheit klären wir nicht in ein paar Wochen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es hat Übertritte von kommunistischen Gemeinderäten und Bürgermeistern zur FN gegeben. Sind das Einzelfälle gewesen, die man der PCF nicht vorwerfen kann, oder hat das auch mit einem nationalistischen und rassistischen Diskurs der Kommunisten zu tun gehabt?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt zumindest unter vielen Linken eine völlige Verharmlosung des Rassismus. Alles wird entschuldigt: Man redet von der Arbeitslosigkeit und den katastrophalen Verhältnissen in der Banlieue, die die FN stark machen. Das heißt, alles wird auf die sozialen Probleme geschoben und die Rassisten tauchen gar nicht mehr auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein weiteres Beispiel: Ein kommunistischer Bürgermeister hat in der Peripherie von Paris ein Wohnheim, das hauptsächlich von ausländischen Arbeitern bewohnt wurde, abreißen lassen, weil es, so seine Argumentation, nicht den Normen entspreche. Das gleiche Grundstück ist inzwischen fünf Mal gekauft und wieder verkauft worden, d.h. es gab eine gigantische Bodenspekulation um dieses Objekt. Der selbe Bürgermeister hat dann eine Delegation der Sans-Papiers zu einer offiziellen Zeremonie für die Illegalen in der Gemeinde eingeladen. Vielleicht ist er kein Rassist, aber in der Frage des Wohnblocks hat er sich wie einer verhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also man kann sagen, daß es in der französischen Gesellschaft insgesamt keine klare Abgrenzung gegen den Rassismus gibt. Es gibt in allen Parteien Leute, die beim Thema Einwanderung mehr oder weniger zur extremen Rechten gehören, ohne insgesamt rechtsextremistische Positionen zu vertreten. Die FN hat der französischen Gesellschaft ganz einfach ihre Ideologie des &quot;Frankreich zuerst&quot; inzwischen aufgezwungen. Und das geht auch den Sozialisten oder den Kommunisten nicht vorbei.&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Sat, 23 Jan 2010 17:18:41 +0000</pubDate>
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                    &lt;p&gt;Bereits anderthalb Jahre sind seit der Entstehung der &lt;em&gt;Nouveau Parti Anticapitaliste&lt;/em&gt; (NPA, &lt;em&gt;Neue Antikapitalistische Partei&lt;/em&gt;) vergangen und ein knappes Jahr seit ihrem Gründungskongress im Februar 2009. Der richtige Moment, eine erste Bilanz zu ziehen und jenseits allgemeiner Prinzipien und Absichtserklärungen den Blick auf das zu richten, was die Partei tatsächlich umzusetzen vermag.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;Bereits anderthalb Jahre sind seit der Entstehung der &lt;em&gt;Nouveau Parti Anticapitaliste&lt;/em&gt; (NPA, &lt;em&gt;Neue Antikapitalistische Partei&lt;/em&gt;) vergangen und ein knappes Jahr seit ihrem Gründungskongress im Februar 2009. Der richtige Moment, eine erste Bilanz zu ziehen und jenseits allgemeiner Prinzipien und Absichtserklärungen den Blick auf das zu richten, was die Partei tatsächlich umzusetzen vermag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier soll nicht die Existenzberechtigung der NPA diskutiert werden – dies geschah bereits in zahllosen Artikeln zum Zeitpunkt ihrer Entstehung. Stattdessen soll ihre tatsächliche Praxis an ihren Ansprüchen gemessen werden. Dies wird im Folgenden vor allem hinsichtlich ihrer Struktur und inneren Logik versucht. In der Tat stellt die NPA ein interessantes Phänomen dar: Eine Partei – ehemals die&lt;em&gt; Ligue Communiste Revolutionnaire (LCR, Revolutionäre Kommunistische Liga) &lt;/em&gt;– transformiert sich, um neue Personen anzuziehen und damit Kräfteverhältnisse zu verändern. Auch mit dem Vorsatz, einen Schmelztiegel zu schaffen, in dem verschiedene politische Traditionen zusammenkommen. Hier geht es um die Frage, ob diese Zusammenkunft tatsächlich gelungen ist. Die Frage nach den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen und der Bedeutung der NPA für die sozialen Bewegungen kann hier nicht beantwortet werden: Solche Entwicklungen müssen über größere Zeiträume als ein Jahr beobachtet werden. Die NPA hat ihre maximale Schlagkraft noch nicht erreicht, da sie bisher ausgiebig mit internen Fragen beschäftigt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die NPA wollte «alle Kräfte versammeln, die die Ära des Profits hinter sich lassen und mit dem Kapitalismus brechen möchten, um den Weg zu öffnen hin zu einer nie da gewesenen Gesellschaft – demokratisch und egalitär, feministisch und ökologisch». Hinsichtlich der Versammlung aller Kräfte war dieses Vorhaben bisher nicht wirklich erfolgreich, und das ist sicher zu begrüßen: Die Entstehung einer einheitlichen Organisation als einziges Sprachrohr der linksradikalen Bewegungen wäre beunruhigend und problematisch. Die politischen Organisationen und Vereine bilden in ihrer Vielzahl und Diversität ein Gewebe, das einen vielfältigen Bezug zur Außenwelt ermöglicht und eine Einheitspartei verhindert. Eine solche liefe Gefahr, zufrieden ob ihrer selbst einzuschlummern. Auch heute existieren also noch andere Organisationen, die die Ära des Profits hinter sich lassen möchten und nicht Teil der NPA geworden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie ist ihr Verhältnis zur NPA? Zwar ist nicht die Gesamtheit aller rebellischen Gruppen mit der NPA verschmolzen, doch die Mehrheit scheint durchaus bereit zu sein, sich im Kampf mit ihr zu verbünden. Dies ist bereits geschehen – sowohl in Auseinandersetzungen vor Ort als auch bei Kämpfen nationalen Ausmaßes. Es zeigt sich allerdings ein gewisses Misstrauen gegenüber der Partei, gerade aufgrund ihres Aufrufs zur Vereinigung. Dieser Argwohn nimmt zwei Formen an. Gruppen, die einer Organisationslogik gehorchen, fühlen sich bedroht. So die &lt;em&gt;Parti Communiste Français (PCF),&lt;/em&gt; die in einer sehr schwierigen Lage ist und ihre Existenz in vieler Hinsicht infrage gestellt sieht: In ihren Augen beschleunigt die NPA diesen Niedergang. Dies äußert sich teils in merklichen Spannungen zwischen den jeweiligen Aktivist_innen in lokalen Kämpfen. Die CGT, als führende Gewerkschaft, warf der NPA gar vor, in ihrem Revier zu wildern und weigerte sich, an der Sommer-Universität der NPA teilzunehmen. Mit Vertreter_innen des Unternehmertums und der etablierten Parteien hingegen trafen sich CGT-Offizielle zur gleichen Zeit durchaus. Dies ist bezeichnend für die politische Positionierung dieser Gewerkschaft, gleichfalls jedoch für das tiefe Misstrauen angesichts des Entstehens der NPA.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diejenigen schließlich, die aus einer Anti-Parteien-Tradition stammen, seien es Libertäre, die Bewegung der Banlieues oder andere linksradikale Gruppen, misstrauen der Parteienform per se und hinterfragen den durch die NPA bemühten Diskurs der Offenheit, der nur als Maske diene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tatsächlich: Betrachtet man die interne Praxis der Partei, so wird deutlich, dass derzeit von Demokratie nicht die Rede sein kann. Damit blamiert sich der durch die NPA zur Schau getragene Wille, ein echter Ort der Versammlung zu werden, und Zweifel kommen hinsichtlich ihrer derzeitigen Fähigkeit auf, eine nie da gewesene Gesellschaft zu errichten. Es gibt zwei Gründe für dieses Demokratie- Problem: Zum einen die Logiken, die der Mitgliederstruktur der Partei entspringen, sich also dem unmittelbaren politischen Willen entziehen. Zum anderen die politische Struktur, die sich die NPA gegeben hat und die durchaus schneller verändert werden könnte.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;«Bildet halt eine Strömung»&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Der Versuch einer breiten Sammlung war für die NPA erfolgreich: 9000 Mitglieder hatte sie bereits zum Zeitpunkt des Gründungskongresses im Februar 2009. Diese kommen aus verschiedenen politischen Traditionen: Zu einem Drittel stammen sie aus der ehemaligen LCR, die restlichen zwei Drittel waren entweder zuvor in anderen Organisationen aktiv oder sind Neuankömmlinge. Problematisch an dieser Struktur ist, dass die LCR-Mitglieder die einzige bedeutende Gruppe bilden, die schon vor der Gründung als solche bestand, mit eigener politischer Kultur und eigenen Umgangsweisen. Es soll hier nicht, wie es oft geschieht, der LCR unterstellt werden, dass sie sich mit machiavellistischer Intention nur scheinbar transformiere, um neue Personen anzuziehen, zugleich aber weiterhin alles kontrollieren wolle. Jedoch gewinnt die Kultur der Ligue auf geradezu ‹natürliche› Weise Oberhand. So fühlen sich diejenigen, die einer anderen politischen Kultur entstammen, zwar oft mit Wohlwollen betrachtet und auch angehört – wie um die reklamierte Offenheit unter Beweis zu stellen –, ohne dass jedoch die von ihnen eingebrachten Punkte wirklich aufgenommen würden. Der erste Eindruck lautet dabei oft: «Wahnsinn, was man hier alles sagen kann!»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch auch die aus der LCR kommenden Aktivist_innen stehen vor einem Problem: Oft sehen sie sich einer Vielzahl vereinzelter Positionen isolierter Individuen gegenüber. Man kann ihnen schwerlich vorwerfen, dass sie bei dem bleiben, woran sie glauben – sie werden kaum um des Pluralismus willen Minderheitenpositionen übernehmen, die nicht die Ihrigen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Lösung, die sich abzuzeichnen scheint, besteht in der Bildung von Strömungen innerhalb der Partei. Dies soll jedem und jeder erlauben, der eigenen Stimme Gehör zu verschaffen. Aus der Diskussion zwischen einer Trotzkistin und einem Libertären am Rande der NPA-Sommeruniversität 2009: «Bildet halt eine Strömung! Formiert euch!» Dies mag Anlass zum Schmunzeln geben, birgt aber ein ernstes Problem in sich: Damit eine dissidente Stimme gehört wird, muss sie sich an die politischen Ausdrucksformen der Ligue anpassen. Dies beeinflusst natürlich den Inhalt. Für die Libertären und die Aktivist_ innen einiger anderer Gruppierungen ist dies umso problematischer, als sich ihre Kritik gerade auf Fragen der internen Organisation bezieht. Auch das Gewicht der ehemaligen Mitglieder der LCR – insbesondere in den informellen Momenten – ist ein Faktor, der den Raum für abweichende Positionen einschränkt. So ist beispielsweise der Begriff des ‹Öko-Sozialismus›, der mit einem Zweig der radikalökologischen Bewegung seinen Weg in die NPA gefunden hat, in informellen Zusammenkünften oft Gegenstand von Spott. Wie aber soll man unbeschwert in eine Versammlung gehen, eine solche Position verteidigen und zu erklären versuchen, wenn man in der Minderheit, vielleicht politisch eher unerfahren ist und zuvor jene höhnischen Bemerkungen hören musste? Um in der NPA eine Minderheitenposition zu vertreten, braucht es manchmal eine sehr dicke Haut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die einzige Struktur, die sich schon zuvor formiert hatte und ein Gegengewicht hätte bilden können, ist &lt;em&gt;L’étincelle&lt;/em&gt; (der Funke), eine Abspaltung von &lt;em&gt;Lutte Ouvrière&lt;/em&gt; (Arbeiterkampf) – ebenfalls eine traditionsreiche trotzkistische Partei. Die Konfrontation zwischen zwei solcher Gruppen hätte vielleicht die monolithische Entwicklung verhindern und einen Raum eröffnen können, der das Auftreten dissidenter Stimmen erst ermöglicht. Jedoch ist die Mitgliederstärke von &lt;em&gt;L‘étincelle&lt;/em&gt; nicht ausreichend, um diese Rolle auf nationaler Ebene überzeugend auszufüllen. Derzeit scheint tatsächlich in der Bildung von Strömungen der einzige Weg zu bestehen, die Situation zu ändern. Doch dafür zahlt man einen hohen Preis: Dies ist genau das, was immer gemacht wurde und immer zum gleichen Typ politischer Praxis führt, nämlich zum Ausfechten interner Kämpfe. Diese zermürben die Aktivist_innen und erschöpfen sich im Allgemeinen in einer sterilen Konfrontation zweier Wahrheiten, weit entfernt von einer gemeinsamen Weiterentwicklung. Die Folge sind über kurz oder lang Brüche und Spaltungen. Eine andere Option bestünde darin, von Zeit zu Zeit Plattformen bezüglich spezifischer Themen zu bilden und ansonsten die Dinge so zu belassen wie sie sind. So könnte die Debatte früher oder später doch noch in Gang kommen, auch wenn kurzfristig nichts an der beschriebenen Logik geändert würde.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Die politische Struktur: Autonomie statt Demokratie&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Es bleibt die Frage der internen Struktur. Derzeit herrscht parteiintern keine Demokratie. Dies spiegelt sich in der Entstehungsgeschichte der NPA wieder. Zur gleichen Zeit bildeten sich parallel die nationale Leitung und vor Ort die Betriebs-, Stadtteil- und (in ländlichen Gegenden) Regionalkomitees. Es fehlten also alle Zwischenebenen, die die lokale mit der nationalen Ebene verbinden. Beim Gründungskongress im Februar 2009 wurde mit dem aus 192 Personen bestehenden &lt;em&gt;Conseil Politique National&lt;/em&gt; (CPN, Politischer Nationalrat) eine solche Zwischenebene ins Leben gerufen, die die Vertretung der Parteimitglieder garantieren soll. Darüber steht der Exekutivrat, der sich aus 20 Mitgliedern des CPN zusammensetzt. Die geschaffenen Instanzen sind durchaus akzeptabel, problematisch sind jedoch die Verbindungen zwischen ihnen. Momentan verfügen sie alle über eine Art Autonomie. So ist nicht klar, mit welchem Mandat die Mitglieder des CPN tagen. Manche sind sehr gewissenhaft und tun alles, um eine Verbindung zwischen ihrem Komitee und dem CPN herzustellen. Andere pfeifen darauf. Die gleiche Sorge muss der Verbindung zwischen Exekutivrat und CPN gelten. Diese Versäumnisse machen sich schmerzhaft bemerkbar, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, wie zum Beispiel über Wahlbündnisse mit anderen Parteien. Vielen ist es übel aufgestoßen, dass sie von den Verhandlungen, die in ihrer eigenen Partei dazu liefen, aus der Presse erfahren haben. Über diese Frage läuft eine lebhafte Debatte in der NPA. Es besteht also Hoffnung auf strukturelle Veränderungen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;NPA in Aktion&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Und was ist mit den Kämpfen? In der kurzen Zeit ihrer Existenz wurde die NPA darin eine wesentliche Akteurin. Wer in Frankreich zu einer Demonstration, einer Besetzung oder einer Versammlung geht, wird viele - manchmal gar ausschließlich - Aktivist_innen der NPA sehen. Jedoch gelingt es der Partei momentan nicht, eine eigene Dynamik der Kämpfe zu erzeugen. Sie bildet einen Rahmen, der es Aktivist_innen erlaubt, sich zu organisieren, allerdings zum Teil mit erheblichen Koordinationsschwierigkeiten. So ist es einigen dank der NPA gelungen, sich anlässlich der Kämpfe im Bereich der Universitäten und der Forschung zusammenschließen und lokal eine Strategie zu erarbeiten, auf nationaler Ebene war dies jedoch nicht der Fall. Obwohl die Bewegung mehrere Monate andauerte, kam es nicht zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe mit dem Exekutivrat und somit nicht zur Entwicklung einer Strategie. Ein weiteres Beispiel – zweifellos erfolgreicher, weil lokal begrenzt: Sans Papiers (illegalisierte Migrant_innen) hatten ein Gewerkschaftshaus besetzt und wurden durch die CGT brutal geräumt. Diese Besetzung und ihre Beendigung waren Gegenstand sehr heftiger Debatten, die die Unterstützer_innen der Sans Papiers entzweiten. Die NPA – selbst sehr uneins in dieser Frage – besetzte einen neuen Ort, getauft &lt;em&gt;Ministerium für die Legalisierung aller Sans Papiers&lt;/em&gt;. Diese Aktion ermöglichte es, die Krise mit aufrechtem Gang zu überwinden und dem Kampf von Neuem eine politische Perspektive zu geben. Angesichts der Arbeit, die die Besetzung erfordert, ist klar, dass eine kleine Gruppe dies nicht geschafft hätte. Nicht überraschend finden sich also auf der Ebene der Kämpfe die gleichen Verhältnisse wie parteiintern: viel Energie, viel Motivation, aber eine fürchterliche Unbestimmtheit und Unsicherheit, insbesondere die Strukturen betreffend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um ein Fazit zu ziehen: Die NPA steckt voller Möglichkeiten und ist heute die einzige Akteurin, die in Frankreich ein vielversprechendes Kräfteverhältnis herstellen könnte, und dies auf revolutionärer und zugleich offener Grundlage. Sie kann erste Erfolge in einzelnen Kämpfen verbuchen. Die Offenheit trägt jedoch zu einer gewissen Unschärfe bei, welche zwar auf den ersten Blick sympathisch wirken mag, aber auch die politische Linie der Partei oft verschwimmen lässt. Bezüglich der in ihren Prinzipien angekündigten «revolutionären Transformation der Gesellschaft» bleiben folglich Zweifel bestehen. Wird versucht, alle und jede zufrieden zu stellen, bleiben letztlich die meisten unbefriedigt und werden demotiviert. Die Mehrzahl der Libertären hat sich schon wieder verabschiedet und den anderen Radikalen wie &lt;em&gt;L‘étincelle&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Gauche Révolutionnaire&lt;/em&gt;, ebenfalls trotzkistisch, fällt es schwer, einen wirklichen Impuls zu geben. Theoretische Debatten werden nicht geführt: Anstatt die Konfrontation zwischen den unterschiedlichen Ideen zu suchen und so eine gemeinsame politische Kultur zu schaffen, verharrt man in jener sterilen Unschärfe. Als einzige Option scheinen interne Flügelkämpfe alten Stils zu bleiben – mit der Gefahr, dass eine Idee die andere besiegt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die Gründung der Louise-Michel-Gesellschaft um den trotzkistischen Philosophen Daniel Bensaïd, die einen dringend benötigten theoretischen Schmelztiegel schaffen will. Freilich wird diese Aktivität einiger externer Intellektueller nicht ausreichen, um die internen Gegebenheiten der Partei massiv zu verändern. Ein weiteres wesentliches Hindernis für eine positive Entwicklung ist die Zentralität der Wahlen für die Aktivitäten der Partei. Zum einen fressen Wahlkämpfe ungeheuer viel Zeit, zum anderen kristallisiert sich die innerparteiliche Debatte um sehr sensible Fragen (das Verhältnis zu anderen Parteien etc.), was die verschiedenen Positionen erstarren lässt. Die Scheidelinie zwischen Reform und Revolution wird anhand taktischer Fragen gezogen, ohne dass die Möglichkeit bestünde, sie in kluger und politischer Weise zu diskutieren. Raus aus der NPA ...? Ja, aber wohin dann?&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Fri, 22 Jan 2010 16:39:24 +0000</pubDate>
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