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 <title>arranca! - Konsumkritik</title>
 <link>https://arranca.org/taxonomy/term/47/0</link>
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 <language>de</language>
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 <title>Die Axt am Pfeiler des Kapitalismus</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/38/die-axt-am-pfeiler-des-kapitalismus</link>
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                    &lt;p&gt;Konsumkritik gilt vielen als Ideologie, die gesellschaftliche Probleme auf Einzelne abwälzt. Dabei ist sie dringend nötig – und kann unter den richtigen Vorzeichen viel gewinnen: Einen alltagstauglichen Zugang zur Kapitalismuskritik zum Beispiel&lt;/p&gt;

        &lt;/div&gt;
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&lt;p&gt;Konsumkritik gilt vielen als Ideologie, die gesellschaftliche Probleme auf Einzelne abwälzt. Dabei ist sie dringend nötig – und kann unter den richtigen Vorzeichen viel gewinnen: Einen alltagstauglichen Zugang zur Kapitalismuskritik zum Beispiel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem sich abzeichnenden Klimawandel ist der „westliche Lebensstil“ in die Krise geraten. Jeder Mensch in einem Industrieland emittiert pro Jahr durchschnittlich 2,7 Tonnen CO2 allein für den Warenkonsum, weitere 1,5 Tonnen für Ernährung und 1,3 Tonnen für das Autofahren. „Klimagerecht“ nach dem gleichnamigen Konzept wären allenfalls zwei Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr – für alles zusammen. Bei aller berechtigten Kritik an Politik und Wirtschaft führt daher kein Weg an einer radikalen Konsumkritik vorbei.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Zwischen den Stühlen&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Doch der Diskurs um Klimawandel und Konsum wird dem Problem nicht gerecht: Die Business-as-usual-Fraktion weist Konsumkritik mit Verweis auf übergeordnete Zusammenhänge generell zurück, wahlweise mit den Parolen „ökologische Industriepolitik statt Verzicht“ (Sigmar Gabriel), „Stromkonzerne enteignen“ (attac) oder „Kapitalismus abschaffen“ (radikale Linke). Auf der anderen Seite propagieren besorgte Ökos wie neoliberale Umweltökonomen mit individuellem Emissionsrechner oder CO2-Kreditkarte das komplette Gegenteil: die CO2-Ich-AG. Schleichend übernehmen die LOHAS – die den „Lifestyle of Health and Sustainability“ praktizieren – die Meinungsführerschaft. Bionade avanciert zum „offiziellen Getränk für eine bessere Welt“. Internetportale feiern den Hybrid-Geländewagen von Lexus. Und auf der Cebit ist das „Ecobook“ von Acer der Star, dessen teilweise aus Bambus gefertigtes Gehäuse als Ausweis für den Green IT-Trend gilt. Folgerichtig stellt die Gesellschaft für Konsumforschung 2007 unter dem Titel „Klimawandel belebt Binnennachfrage“ fest: Aus Angst vor der Katastrophe gehen die Deutschen erstmal nachhaltig shoppen. Der herrschende Diskurs verkauft den richtigen Konsum offensiv als beste Maßnahme für den Klimaschutz. Zwischen diesen Stühlen eine emanzipatorische Konsumkritik anzusiedeln, erscheint nahezu aussichtslos, weswegen viele das Thema lieber links liegen lassen. Die beispielhafte Kritik einiger Leitbilder ergibt aber nützliche Bausteine für einen progressiven Konsumdiskurs, der letztlich zu einem kapitalismuskritischen Diskurs werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Prekarisierung versus Nachhaltigkeit&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Es ist kein Zufall, dass der Begriff LOHAS ursprünglich aus dem Marketing kommt und sich auf die einkommensstarke und gebildete Schicht der „jungen Kreativen“ bezieht, denen ein Hang zu nachhaltigen und fairen Produkten bescheinigt wird. Denn die Idee, dass Klimaschutz ganz wesentlich aus anderem Konsum besteht, setzt hohe Anforderungen hinsichtlich Einkommen und Gestaltungsmöglichkeiten. Ihre Verallgemeinerung auf die gesamte Gesellschaft kann unter den gegenwärtigen Tendenzen sozialer Spaltung und Prekarisierung nicht funktionieren. Das Umweltbewusstsein sinkt in Deutschland seit den 1980er Jahren kontinuierlich - während soziale Ungleichheit und Unsicherheit rapide ansteigen. Wenn Existenzangst wächst, sinkt die Aufmerksamkeit für ökologische Probleme. Und mehr Geld für ökologisch verträgliche Produkte auszugeben, wäre nur unter Bedingungen relativer sozialer Gleichheit akzeptabel - Konsumkritik funktioniert nur in einem Klima sozialer Sicherheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gesellschaftliche Strukturen werden in der öffentlichen Konsumdebatte ausgespart, wie das Beispiel Verkehr verdeutlicht: Wir alle sollen das Auto am besten ganz stehen lassen, das Konzept einer Aachener Stiftung fordert gar, ein individuelles jährliches Kohlenstoffbudget auf einer CO2-Kredit­karte, von dem beispielsweise bei jedem Tank­vorgang ein Betrag abgebucht wird. Außen vor bleibt dabei, ob ich in Templin oder Berlin wohne, ob ich fünf oder fünfzig Kilometer zur Arbeit fahren muss, ob im Zuge der Bahn­priva­ti­sierung tausende Kilo­meter Schienen stillgelegt werden und die Ticket­preise steigen. Die Indivi­dualisierung des Problems wird damit total, gesellschaftliche Rahmen­bedingungen für den „richtigen“ Konsum werden ausgeblendet. Aber nur wenn ich tatsächlich eine Wahl­möglichkeit habe, kann ich mich auch „richtig“ entscheiden. In vielen Fällen setzte dies einen starken öffentlichen Sektor voraus: beispielsweise mit kostenlosem ÖPNV oder einer demokratisierten Stromversorgung.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Nicht nur anders, sondern weniger&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;In vielen Bereichen wird es schlicht nicht ausreichen, einfach anders zu konsumieren. Die CO2-Intensität des Konsums ist in fast allen Industriegesellschaften seit 1990 deutlich zurückgegangen. Das heißt, die Menge CO2, die durch die Produktion eines Euros Bruttosozialprodukt freigesetzt wird, sinkt kontinuierlich. Der Haken ist nur: Die Gesamtemissionen steigen entweder an oder fallen deutlich geringer als die CO2-Intensität. Unser Konsum wird umweltfreundlicher, aber wir konsumieren gleichzeitig immer mehr, so dass unter dem Strich die Umwelt kaum entlastet wird. Dies gilt insbesondere für jenen Bereich des Konsums, der nicht der direkten Bedürfnisbefriedigung dient. 1997 betrug die durchschnittliche Lebensdauer eines PCs etwa sieben Jahre, heute sind es zwei. 2007 wurden in Deutschland 33 Millionen neue Handys verkauft. Da interessiert es nicht, ob einzelne Produkte etwas nachhaltiger produziert werden oder weniger Strom verbrauchen - helfen kann nur Verzicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Flugverkehr ist ein weiteres anschauliches Beispiel, wie weit die Debatte über Verzicht gehen müsste. Eine Flugreise in die Karibik verursacht ungefähr vier Tonnen CO2 pro Passagier: Wer das alle zwei Jahre macht, der braucht - überspitzt gesagt - zu Hause auch keine Energiesparlampe mehr einzudrehen. Technische Alternativen sind auf lange Sicht nicht zu erwarten, und Kompensationszahlungen à la Atmosfair sind individuell sinnvoll, aber gesellschaftlich keine Lösung. Menschen dürfen also schlicht nicht mehr so viel fliegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber wer entscheidet darüber, wer fliegen darf und wer nicht? Verzicht über teurere Preise zu forcieren, wäre ungerecht und undurchsetzbar. Der einzige Weg, wie weniger Fliegen akzeptabel gemacht werden kann, wäre eine demokratische Debatte darüber, wer zu welchem Zweck fliegen darf und wer nicht. Nicht ganz so extrem, aber ähnlich eindeutig ist das Beispiel Fleischkonsum, dessen Einschränkung dringend nötig, wohl aber nur über eine gesellschaftliche Debatte möglich wäre. Konsumkritik bedeutet nämlich auch die kollektive und demokratische Aushandlung einer Vorstellung vom guten Leben für alle.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Anerkennung jenseits des Konsums&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Konsumkritik muss also nicht allein anderen Konsum, sondern vor allem auch weniger Konsum insgesamt beinhalten. Diese Einsicht legt die Axt an die Grundpfeiler des globalisierten Kapitalismus: das Wachstum der Weltwirtschaft. Konsumkritik wird auf diesem Wege zur Kapitalismuskritik. Die ökonomische Debatte darüber, ob es Wachstum ohne gesteigerten Ressourcenverbrauch überhaupt geben kann und ob ein Kapitalismus ohne Wachstum denkbar wäre, ist dabei aber noch gar nicht entscheidend. Lange vorher wird die Frage relevant, ob weniger Konsum gesellschaftlich überhaupt denkbar wäre. Denn in kapitalistischen Gesellschaften ist Konsum nicht länger ein Mittel zur Bedürfnisbefriedigung. Konsum ist ein zentrales Medium der Vergesellschaftung selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Im Lifestyle-Kapitalismus ist der Stil eines Menschen, seine Identität, unmittelbar verbunden mit den Dingen, die er konsumiert“, schreibt der Journalist Robert Misik. Wir kaufen nicht nur Dinge, sondern Sinn. Wenn das stimmt, dann hinterlässt die Forderung nach Konsumverzicht eine identitäre Leerstelle. Konsumkritik muss daher zwingend verbunden sein mit Vorstellungen von gesellschaftlicher Anerkennung jenseits des consumo ergo sum („Ich konsumiere, also bin ich.“). Mehr Partizipation am gesellschaftlichen Leben, ein bedingungsloses Grundeinkommen oder solidarisches Wirtschaften im Kleinen wie im Großen könnten Wege sein, die durch Konsumverzicht entstehende Lücke zu füllen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die schlechte Nachricht lautet also: Wir kommen um eine radikale Konsumkritik nicht herum, die insbesondere eine Debatte über Verzicht beinhaltet. Die gute Nachricht aber ist: Der Versuch lohnt sich. Ein radikaler konsumkritischer Diskurs ist eng verbunden mit eigentlich linken Forderungen: eine demokratische Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit, eine gute öffentliche Infrastruktur, ja letztlich Emanzipation von den kapitalistischen Verhältnissen selbst. Das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um aus dem konsumkritischen einen kapitalismuskritischen Diskurs zu machen.&lt;/p&gt;


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 <category domain="https://arranca.org/tag/kapitalismus">Kapitalismus</category>
 <category domain="https://arranca.org/tag/klima">Klima</category>
 <category domain="https://arranca.org/tag/konsumkritik">Konsumkritik</category>
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 <pubDate>Sat, 23 Jan 2010 17:35:50 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Chris Methmann</dc:creator>
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 <title>Kauf dich glücklich</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/38/kauf-dich-gluecklich</link>
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;p&gt;Es geht quer durch die bunte Warenwelt der Shoppingmeile. Die Globalisierung ist längst in unserem Alltag verankert und hinterlässt Spuren in unserem Konsumverhalten. Egal ob Verbrauchsgüter oder neue Technikspielerei, viele Produkte haben bereits mehr Länder dieser Welt bereist als du. Folge unserer Entdeckungsreise durch die Straßen dieser Stadt.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;Es geht quer durch die bunte Warenwelt der Shoppingmeile. Die Globalisierung ist längst in unserem Alltag verankert und hinterlässt Spuren in unserem Konsumverhalten. Egal ob Verbrauchsgüter oder neue Technikspielerei, viele Produkte haben bereits mehr Länder dieser Welt bereist als du. Folge unserer Entdeckungsreise durch die Straßen dieser Stadt.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Fashion Street&lt;br /&gt; Kleine Modesünden, große Wirkung&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Erste Anlaufstation ist die „Fashion Street“. Bekannt für angesagte In-Mode und Clubwear. Hier gibt es das globale T-Shirt und die Jeans von Welt – alles, nur nicht billig! Du zahlst mit Karte, andere mit Schweiß, Blut und Umweltschäden. Dabei bestehen viele Klamotten aus Baumwolle. Eigentlich ein Naturprodukt: Was kann Schlimmes dabei herauskommen? Das Ergebnis sind Monokultur-Plantagen in Afrika und Asien. Auf diesen wird weder mit Wasser noch mit Pestiziden und Dünger gegeizt. ErntearbeiterInnen werden bei der Arbeit genauso vergiftet wie EinwohnerInnen, Tiere und Pflanzen durch das belastete Grundwasser. Um die Baumwolle für ein T-Shirt zu produzieren, werden 20.000 Liter Wasser benötigt, doch in den Baumwolle produzierenden Ländern ist Wasser rar. Die Arbeit auf den Plantagen ist mühsam und schlecht bezahlt, immer noch müssen Kinder bei der Arbeit helfen. In den Großnähereien in Asien nähen junge Frauen in 12- bis 16-Stunden-Schichten unsere Trends von morgen zusammen. Im Durchschnitt verdienen sie zwei Euro am Tag. &lt;br /&gt; Deutschland ist Weltmeister! 2006 wurde nichts aus der Fußballweltmeisterschaft, dafür sind „wir“ Weltmeister in der Umkleidekabine: Pro Person werden in Deutschland 26 Kilo Textilien gekauft, davon 13 Kilo Kleidung. Der weltweite Durchschnitt liegt bei acht Kilogramm.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;FastFoodNation&lt;br /&gt; Wie viel Fleisch verträgt die Welt?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Nur wenige Meter von der „Fashion Street“ entfernt liegt die „FastFoodNation“. Zeit für eine kleine Pause, um etwas Abstand von den Modesünden zu gewinnen und sich zu stärken. Den Schuppen kennt man: Es gibt ihn in jeder Stadt, das Essen schmeckt fast immer gleich, Einrichtung und Arbeitskleidung sind uniform. Aber können wir ohne schlechtes Gewissen in einen Burger beißen? Unser Fleischkonsum ist keineswegs nachhaltig. Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland 60 Kilo Fleisch verzehrt. Die ProduzentInnen mästen dafür 26 Millionen Schweine, 13 Millionen Rinder, 94 Millionen Lege- und Masthennen und 10 Millionen Puten. An diese Tiere werden jährlich 68 Millionen Tonnen Futtermittel verfüttert. Die müssen erst mal produziert werden. Importiert wird das Futtermittel zum Beispiel aus Brasilien, wo gigantische Areale Wald gerodet werden, um Futtermittel anzubauen. Dies sind wieder Monokulturen und was das bedeutet, wissen wir ja. &lt;br /&gt; Kuhfürze fördern den Treibhauseffekt! Fleisch ist ein Klimakiller. 300 bis 500 Liter Methangas stößt eine Kuh täglich aus. Pro Kilo Fleisch sind das umgerechnet 36 Kilo Kohlendioxid. Die Brand­rodung riesiger Waldflächen trägt ebenfalls zur Polschmelze bei. Bye, bye, Eisbär!&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;I’m electric&lt;br /&gt; Technik für die Hosentasche&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Handy, Notebook und MP3-Player sind unsere Wegbegleiter. Im „I’m electric“ gibt es die neuesten und leistungsstärksten Modelle. Nicht nur Technik-Freaks geben dafür horrende Summen aus. Die ganze Zeche zahlt aber die Natur. Im Handy stecken viele wertvolle Metalle, deren Förderung die Umwelt langfristig zerstören. Coltan wird für die Kondensatoren gebraucht. Im Kongo werden dafür Regenwälder abgeholzt und Kinder kriechen durch Förderminen. Der Abbau von Kupfer verwandelt ganze Landstriche in Mondlandschaften. Das sieht man dem auf Hochglanz polierten Mobiltelefon mit kurzer Lebensdauer nicht an. Etwa alle zwei Jahre wird das Handy im Durchschnitt ausgetauscht. Die Technik landet entweder im Restmüll und verseucht mit Quecksilber, Cadmium und Arsen unsere Natur oder sie wird nach China und Indien verschifft und dort von ArbeiterInnen ohne Schutzvorkehrungen zerlegt. Auf die Verpackung würde „Made in Hell“ passen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Sei fair!&lt;br /&gt; Bio, fair und weniger ist mehr!&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Wir sind am Ziel! Doch die Probleme, die unser Konsum verursacht, haben sich noch lange nicht in Luft aufgelöst. Dieser Laden ist ein Anfang: Hier kannst du ohne schlechtes Gewissen in die Warenregale greifen und dem Konsumterror frönen – wenn du es dir leisten kannst! Coole Streetfashion biologisch und fair produziert, gesunde Bio-Kost und sauberer Ökostrom. &lt;br /&gt; Die Öko- und Sozialappelle sind längst nicht mehr so angestaubt wie in den 1980er Jahren und heute ist es sexy, öko zu sein! Mit dem neuen Ökosexappeal wird viel Geld verdient. Das haben die großen Unternehmen erkannt und drängen mit Bio-Fastfood und Organic-Jeans auf den Markt. Doch viele Menschen können weder am gesunden Lebensstil noch am schicken Ökoflair teilhaben. Es heißt: „Niemand, der seine Lebensweise nachhaltig umstellt, muss verzichten!“ Für die Menschen, die es sich leisten können, mag das stimmen und sie kaufen sich mit Bio- und Fair-Trade-Produkten ein reines Gewissen. Was am Ende von den guten Absichten übrig bleibt, wird die Zukunft zeigen.&lt;br /&gt; Kritisch konsumieren heißt auch immer: Was brauche ich wirklich und was steckt hinter dem Produkt?&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Konsum Global&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Diese fiktive Stadtführung kannst du in jeder echten Stadt durchführen. KonsumGlobal ist ein bundesweites Projekt. Du kannst an Stadtführungen oder Workshops teilnehmen. Wir unterstützen dich mit Infos, Materialien und Tipps. Bereits in 17 Städten werden konsumkritische Stadtführungen angeboten. Eine Übersicht findest du auf &lt;a href=&quot;http://www.konsum-global.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.konsum-global.de.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;


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 <category domain="https://arranca.org/tag/konsumkritik">Konsumkritik</category>
 <category domain="https://arranca.org/tag/stadt">Stadt</category>
 <category domain="https://arranca.org/category/abschnitt/schwerpunkt">Schwerpunkt</category>
 <pubDate>Sat, 23 Jan 2010 17:35:49 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Boris Demrovski</dc:creator>
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</item>
<item>
 <title>Crisis? What Crisis?</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/40/crisis-what-crisis</link>
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                    &lt;p&gt;Das Gespenst der Biokrise geht um, auch in Europa. Aber bei der Linken in Deutschland scheint sie bisher nur als rhetorische Figur und Nebenwiderspruch angekommen zu sein. Die Frage, was genau wir ändern müssten, damit es bei endlichen Ressourcen und übernutzten Naturräumen Klimagerechtigkeit geben kann, diese Frage hat sich die Linke in Deutschland noch nicht wirklich gestellt. Denn dann landen wir bei der Erkenntnis, dass es ohne Negativwachstum, ohne eine schrumpfende Ökonomie im globalen Norden nicht geht.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;Das Gespenst der Biokrise geht um, auch in Europa. Aber bei der Linken in Deutschland scheint sie bisher nur als rhetorische Figur und Nebenwiderspruch angekommen zu sein. Die Frage, was genau wir ändern müssten, damit es bei endlichen Ressourcen und übernutzten Naturräumen Klimagerechtigkeit geben kann, diese Frage hat sich die Linke in Deutschland noch nicht wirklich gestellt. Denn dann landen wir bei der Erkenntnis, dass es ohne Negativwachstum, ohne eine schrumpfende Ökonomie im globalen Norden nicht geht. Nur so haben die Länder des globalen Südens eine Chance, ihre Infrastruktur und ihre Ressourcennutzung bis zur sogenannten «dignity line» auszubauen, ohne dass der Totalkollaps der Ökosphäre unvermeidlich wird. Wie genau hält es die Linke mit dem kapitalistischen Wachstumsimperativ und was haben wir jenseits der Forderung »Alles für Alle« dem herrschenden Diskurs entgegenzusetzen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der gegenwärtigen Wirtschaftskrise bemühen sich die Regierungen, den Rückgang der Wirtschaftsleistung zu begrenzen und mit Hilfe von Konjunkturpaketen und der Rettung von Banken möglichst schnell wieder positive Wachstumsraten herbeizuführen. Selbst der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, scheint seinen Glauben in die Selbstheilungskräfte der Märkte verloren zu haben und befürwortet staatliche Interventionen. Vergessen scheinen die Zeiten, in denen allerorts von Kürzungen der Staatsausgaben die Rede war, die vor allem zu Lasten derjenigen gingen, die auf die öffentliche Infrastruktur und sozialstaatliche Leistungen angewiesen sind. Vor diesem Hintergrund ist es nur folgerichtig, dass die Linke die Verteilungswirkungen der Krisenbearbeitung ins Zentrum ihrer Kritik rückt. Die radikale Linke verweist darüber hinaus auf den systemischen Charakter der Krise, die Instabilität kapitalistischer Vergesellschaftung im Allgemeinen und die des Neoliberalismus im Besonderen. Eine Kritik jedoch, die lediglich die Art und Weise, wie die kapitalistische Wachstumsökonomie wieder auf einen dynamischen Pfad geführt werden soll, zum Gegenstand hat, ignoriert die voranschreitende Zerstörung der «natürlichen» Lebensgrundlagen in Folge der Produktivkraftentwicklung und der Krisenhaftigkeit der gesellschaftlichen Naturverhältnisse. Diese Leerstelle der Linken in der Bearbeitung der Wirtschaftskrise ist keineswegs eine Ausnahmeerscheinung, sondern Ausdruck der Weigerung, kapitalismuskritische Positionen von einem sozial-ökologischen Standpunkt aus zu entwickeln. Doch auf welchen Fundamenten könnte eine linke Wachstumskritik stehen?&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;strong&gt;Die Frage nach den Grenzen des Wachstums&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Der Begriff Wachstum als Vergleichsmaßstab des volkswirtschaftlichen Outputs wurde im 20. Jahrhundert, in der Phase des Fordismus, populär. Fliessbandproduktion, Standardisierung der Produkte, technische Weiterentwicklungen und die Erkämpfung relativ hoher Löhne in Folge gewerkschaftlicher Organisierung sorgten für ein stetiges Anwachsen der Wirtschaftsleistung. Gewerkschaften und sozialdemokratischen Parteien waren Teil der den Fordismus tragenden Kräftekonstellation, die Gesellschaften wurden darauf getrimmt durch einen stetigen Zuwachs der Wirtschaftsleistung den Systemwettbewerb zu gewinnen und Verteilungskonflikte klein zu halten. So hatten auch die ArbeiterInnen an den Früchten des Wirtschaftswachstums teil, die Monotonisierung der Arbeitsabläufe wurde durch das Versprechen auf ein ständig steigendes Konsumniveaus, welches die Eintönigkeit kompensieren sollte, mit ermöglicht. Der Sinn und Zweck des Arbeitens verlagerte sich von der produktiven Tätigkeit an sich, hin zur Erzielung eines möglichst hohen Einkommens. »Mehr ist besser« lautete die Devise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses imperativische «Mehr«, welches auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens basiert, hat neben der gesellschaftlichen Dimension tief greifende Auswirkungen auf die Naturverhältnisse. Die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen wurde zwar in den 1970er und 1980er Jahren von der Umweltbewegung thematisiert, die Frage nach den Grenzen des Wachstums aufgeworfen und in Folge dessen «Umweltthemen» in den Fokus des politischen Establishments gerückt. Allerdings wurden die ökologischen Fragen aus Sicht der Herrschenden erfolgreich «entschärft», die Grenzen des Wachstums wurden in das Wachstum der Grenzen transformiert: mit der fortschreitenden technischen Entwicklung - so die bis heute dominante Vorstellung - lässt sich der wirtschaftliche Output immer weiter steigern. Wachstumsgrenzen wachsen mit der kapitalistischen Innovationsgeschwindigkeit. Einige umweltpolitische Regelwerke, die einem fortgesetzten Wirtschaftswachstum nicht im Wege standen, wurden eingeführt, während sich die Umweltbewegung nach und nach institutionalisierte. Die hegemoniale Stellung des «Mehr ist besser» wurde erfolgreich verteidigt.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;strong&gt;Ökonomisches Schrumpfen und Verzichtsrhetorik&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Seit dem Jahr 2006 wird verstärkt über ein altbekanntes, bis dahin jedoch eher stiefmütterlich behandeltes Thema diskutiert, den Klimawandel. Eine immer wieder in die öffentliche Debatte eingeworfene Strategie, wie dem Klimawandel begegnet werden sollte, ist die Begrenzung des individuellen CO2 Budgets auf zwei Tonnen pro Kopf und Jahr. In Deutschland sind wir gegenwärtig etwa beim Fünffachen dieses Wertes angelangt. Abgesehen davon, dass die Umsetzung dieses Vorschlags nicht ohne zusätzliche Überwachungsmechanismen durchsetzbar wäre, zielt dieser Ansatz auf eine individualisierte, rein auf das Konsumverhalten ausgerichtete Problembearbeitung ab. Nicht die auf Grenzenlosigkeit ausgerichtete kapitalistische Produktionsweise wird als Ursache des Klimawandels ausgemacht, die anzugehen ist, sondern das Konsumverhalten der Einzelnen. So ist es nur folgerichtig, dass beispielsweise der weltweit wohl meistbeachtete Klimareport von Nicolas Stern Investitionen in die Erforschung «kohlenstoffarmer Produkte» und eine von oben induzierte Änderung der Konsumnormen als zentrale Pfeiler im Kampf gegen den Klimawandel ansieht. Solche Ideen stoßen bei Teilen der Klimabewegung durchaus auf offene Ohren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese, auf das individuelle Konsumniveau abzielende, Debatte erinnert daran, mit welchen Argumenten unter neoliberalen Vorzeichen massiver Sozialabbau durchgesetzt wird: »Wir leben über unsere Verhältnisse, wir müssen privat für das Alter vorsorgen, wir müssen alle den Gürtel enger schnallen.«&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Forderung nach Minuswachstum, die gleichbedeutend mit einem Rückgang des gesamtgesellschaftlichen Konsumniveaus ist, ist also durchaus problematisch. Schließlich wollen wir ganz sicher nicht in das gleiche Horn blasen wie diejenigen, die ausgerechnet denjenigen Verzicht predigen, die ohnehin zunehmend in Armut gedrängt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am heikelsten ist die Forderung nach wirtschaftlicher Schrumpfung jedoch, weil diese zunächst relativ abstrakt erscheinende Forderung auf die individuelle Ebene herunter gebrochen, zu unangenehmen Fragen führt. Wie würde sich mein/unser Lebensstil verändern müssen, wenn wir in einer klimagerechten Welt leben würden? Selbst bei der konsequenten Nutzung erneuerbarer Energieträger, die durchweg weder CO2-neutral sind, noch eine grenzenlose Energiegewinnung versprechen, ist nicht davon auszugehen, dass sich das Konsumniveau der Mehrheit der Gesellschaften des Nordens und einiger Eliten des Südens, also der globalen HochverbraucherInnen, aufrechterhalten ließe. Dies ist kein angenehmes Szenario. Kann es sein, dass auch wir Linken im globalen Norden uns recht bequem eingerichtet haben und das Credo «Mehr ist besser» erst bei sehr hohen Einkommen ablehnen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sollten wir, angesichts der Gefahr, wir könnten uns der »Verzichtsrhetorik« schuldig machen, die Finger von Wachstumskritik und der Beleuchtung gesellschaftlicher Naturverhältnisse lassen und weiterhin getreu des Mottos «Alles für alle» Politik machen? Ganz sicher nicht. Der Klimawandel, das Artensterben, die Ausbreitung von Wüsten, Wasserknappheiten und viele andere Krisensymptome sind Ausdruck der voranschreitenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und des Ökosystems, auf das wir alle angewiesen sind. Diese destruktiven Entwicklungen sind in erster Linie auf den Wachstumsimperativ, den in den kapitalistischen Verhältnissen angelegten Zwang zur Akkumulation von Kapital, zurückzuführen. Die ökologisch vermittelten Krisensymptome sind auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zurückzuführen, besitzen jedoch eine eigene Dynamik, die von der kapitalistischen Logik negiert wird. Die »Natur« wird den kapitalistischen Interessen gemäß zugerichtet, die Umweltpolitik bewegt sich bis heute immer im Rahmen des ökonomisch »vertretbaren«; daran ändert der Einwand, dass »Natur« gesellschaftlich konstruiert ist, gar nichts. Im Gegenteil, oft genug handelt es sich bei diesem Einwand um den Versuch, gerade von Linken, sich den Fragen nach einem sorgsamen Umgang mit der Biosphäre, von der wir ein Teil sind, nicht zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;&lt;strong&gt;Die Politik des Klimawandels&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Der Klimawandel sorgt bereits heute für eine Zuspitzung sozialer Auseinandersetzungen. Im globalen Süden werden die Lebensbedingungen breiter Massen immer prekärer. Die politische Bearbeitung des Klimawandels, beispielsweise durch die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls und im besonderen des &lt;em&gt;Clean Development Mechanism&lt;/em&gt; verschlimmern die »natürlichen« Auswirkungen des Klimawandels. Unter dem Deckmantel einer sauberen Entwicklung werden Indigene von ihrem Land vertrieben, um Platz für Windparks zu schaffen oder Staudammprojekte zu realisieren. Eine linke, internationalistische Perspektive kann nicht einfach die katastrophalen Auswirkungen des Wirtschaftswachstums und die Krisenhaftigkeit der gesellschaftlichen Naturverhältnisse ignorieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie also könnte eine Perspektive aussehen, die weder eindimensionaler individualistischer Verzichtsrhetorik, wie sie viele konsumkritische Ansätze vertreten, das Wort redet, noch die Naturgebundenheit unseres Daseins außer acht lässt? Während Marx die ungebremste Produktivkraftentwicklung begrüßte, weil sie seiner Einschätzung nach die Möglichkeiten einer revolutionären Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse erhöhte, hat der Lauf der Geschichte diese Hoffnung widerlegt. Die Linke hat weder ein Transformationsprojekt, noch eine Utopie, wie eine postkapitalistische Gesellschaft aussehen könnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um dies zu ändern, müssen wir anfangen über gesellschaftlicher Alternativen im Hier und Jetzt nachzudenken. Das muss auf zwei Ebenen geschehen: Einmal müssen wir radikal unsere Vorstellungen von Arbeit und Produktion in Frage stellen, etwa in der Autoindustrie. Dafür müssten neue Verkehrskonzepte jenseits des Autos als individuellem Fortbewegungsmittel erarbeitet und umgesetzt werden Gleichzeitig ginge kein Weg vorbei an radikaler Arbeitszeitverkürzung, bedingungslosem Grundeinkommen und einer Umwertung und Umverteilung von Lohnarbeit und anderen Formen von Arbeit; eine Diskussion, die Feministinnen schon in den 1980ern forcierten, und die jetzt wieder an Aktualität gewinnt. Schon an diesem einen Beispiel ist zu sehen, dass Klimagerechtigkeit ohne den völligen gesellschaftlichen Umbau nicht zu haben ist. Dieser Umbau kann aber nur funktionieren, wenn sich auch auf der Mikroebene etwas ändert: Food-Coops, Formen des kollektiven Wohnens und Arbeitens, Kämpfe gegen Autobahnbau und für autofreie Städte, Kollektivierung und Dezentralisierung von Produktionsprozessen und die Aneignung und Dezentralisierung der Energieproduktion, was einen Kampf gegen die großen Energieproduzenten einschließt. Diese Initiativen erproben Alternativen zu individualisierten Lebensentwürfen und Konsumzwang und fordern die bestehenden Verhältnisse heraus. Um ein ganz anderes Ganzes zu erkämpfen, muss die Linke in den Industrieländern die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Naturverhältnissen angehen und sich offensiv und kreativ mit progressiven wachstums- und konsumkritischen Ansätzen beschäftigen.&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Fri, 08 Jan 2010 22:21:44 +0000</pubDate>
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