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 <title>arranca! - Mayday</title>
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 <title>Back to the lab(our)!</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/42/back-to-the-labour</link>
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                    &lt;p&gt;Bereits seit dem Spätsommer 2009 macht die Frage die Runde, ob es am 1.  Mai 2010 in Berlin wieder eine große Euro­mayday-Parade durch Kreuzberg  und die angrenzenden Kieze geben wird. Auch bei FelS haben wir über  diese Frage viel diskutiert, sind dabei aber zu dem Schluss gekommen,  dass wir das Projekt Mayday zwar keineswegs aufgeben werden, uns an der  Vorbereitung einer weiteren Parade am 1. Mai in der bisherigen Form  dieses Jahr aber nicht beteiligen wollen.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;Bereits seit dem Spätsommer 2009 macht die Frage die Runde, ob es am 1. Mai 2010 in Berlin wieder eine große Euro­mayday-Parade durch Kreuzberg und die angrenzenden Kieze geben wird. Auch bei FelS haben wir über diese Frage viel diskutiert, sind dabei aber zu dem Schluss gekommen, dass wir das Projekt Mayday zwar keineswegs aufgeben werden, uns an der Vorbereitung einer weiteren Parade am 1. Mai in der bisherigen Form dieses Jahr aber nicht beteiligen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die vier Berliner Mayday-Paraden waren in unseren Augen ein großer Erfolg. Ihre&amp;nbsp; Organisation war aber nur mit sehr großem Aufwand zu bewerkstelligen. Daran haben sich leider nur punktuell auch andere Akteur_Innen sozialer Auseinandersetzungen außerhalb der linken Szene beteiligt. Und nach nur vier Jahren droht der Mayday schon zum Ritual zu erstarren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jahr für Jahr muss ein enormer Aufwand gestemmt werden, damit die Parade neben den drei bis vier anderen linken Großevents am selben Tag überhaupt wahrgenommen wird. Der damit verbundene Verzicht auf viele andere wichtige politische Projekte ist einer der Gründe, warum wir dieses Jahr nicht mit einer Parade antreten wollen.&amp;nbsp; Für viele aus unseren Reihen steckt viel Herzblut in diesen Paraden, denn es war damals keineswegs einfach, die skeptischeren unter unseren Genoss_innen und Bündnispartner_innen vom Sinn und Zweck dieses Experimentes zu überzeugen. Bis wir im Mai 2006 endlich dem Beispiel aus Mailand, Hamburg und vielen anderen europäischen Städten folgen konnten, waren viele Stunden Diskussion auf zahllosen Gruppen- und Bündnistreffen vergangen. Und die Vorbereitung hat uns trotz aller Mühe immer viel Freude bereitet, von unserem Riesenspaß auf den Paraden selbst einmal ganz zu schweigen. Mit unserer Entscheidung gegen eine neue Parade im Jahr 2010 wollen wir all das nicht konterkarieren. Wenn wir uns im Berliner Mayday-Bündnis nun gegen eine neue Parade aussprechen, dann vor allem, weil unsere Nachbereitung der letzten beiden ergeben hat, dass wir unsere Anstrengungen unter dem Label Euromayday grundsätzlich politisch hinterfragen müssen. Zum einen müssen wir uns rückbesinnen auf die Ziele, die wir beim Entschluss zu unserer ersten Parade im Jahre 2006 vor Augen hatten, zum anderen ist aber auch eine Neubewertung einiger unserer Anliegen vor dem Hintergrund der politischen Lage des Jahres 2010 notwendig. Denn in den letzten fünf Jahren hat sich nun einmal in unserer politischen Umwelt viel verändert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So war eines der Ziele, die wir mit den Mayday-Paraden erreichen wollten, der Bruch mit dem autistischen Ausdruck, den die meisten linksradikalen Demonstrationen hierzulande in den 1990er Jahren angenommen hatten. Der Mayday sollte auch für Menschen offen sein, die mit den üblichen kulturellen Codes und Ausdrucksformen linksradikaler Demos nicht viel anfangen können. Dieses Ziel haben wir mit den Paraden erreicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und auch abseits des Maydays hat sich an der Demonstrationskultur der Hauptstadt in den letzten Jahren einiges verändert. Es wäre sicher vermessen, die spürbar verbesserte Außenwirkung vieler linker Straßenevents in Berlin hin zu offenen Demos und Paraden, an denen sich auch Menschen gerne beteiligen, die sich selbst nicht direkt zur linken Szene zählen, nur dem Euromayday-Konzept zuzuschreiben. Einen wertvollen Beitrag hat der Mayday-Ansatz hierzu aber geleistet. Heute bemühen sich aber ganz unterschiedliche politische Spektren bei der Planung ihrer Kundgebungen um Offenheit und ansprechendes Auftreten. So sind beispielsweise die Sprechblasen-Pappschilder der Euromayday-Bewegung als Manifest der Selbstermächtigung im politischen Alltag mittlerweile bundesweit präsent. Es ergibt daher in Berlin im Jahre 2010 nicht mehr viel Sinn, weiterhin mit unserer Kritik am Black-Block-Konzept hausieren zu gehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Außerdem kommt einigen von uns bei den Mayday-Paraden bisher die Artikulation eines kollektiven Antagonismus gegen die herrschenden Verhältnisse zu kurz, vor allem in Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Wir werden daher in den nächsten Monaten untersuchen müssen, ob und wie sich unser Bekenntnis zu inhaltlich offenen Aktionsformen mit dem Wunsch nach einem antagonistischeren Auftreten vereinbaren lässt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein weiterer und uns viel wichtigerer Aspekt des Euromayday-Ansatzes ist die Thematisierung und Skandalisierung prekärer Arbeits- und Lebensverhältnisse. Als die Compañer@s aus Hamburg mit ihrer Parade im Jahre 2005 zum ersten Mal in Deutschland in so großem Rahmen öffentlichkeitswirksam von prekärer Beschäftigung sprachen, von der unsicheren Arbeit mit Laptop und Wischmob, mit und ohne Krankenversicherung, mit und ohne Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitserlaubnis, da wusste hierzulande noch kaum eine Zeitung etwas mit diesen Begriffen anzufangen. Kaum zwei Jahre später war das Thema in aller Munde. Und zwar nicht nur in den Feuilletons von Spiegel, Stern, SZ und Co., sondern auch in den Führungsgremien der großen Gewerkschaften im DGB.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwar hat sich seitdem leider rein gar nichts zum Guten gewendet, was die zunehmend skandalösen Existenz­bedingungen von immer mehr Menschen in der postfordistischen Arbeitswelt und den rassistischen Normalzustand dieses Landes betrifft. Aber das Phänomen wird als solches erkannt und diskutiert, sowohl in der radikalen Linken als auch in Teilen der DGB-Gewerkschaften. Daher muss nun auch die Kritik der Mayday-Bewegung am Fokus der Gewerkschaften auf ihre Stammklientel, den fest angestellten weißen Facharbeiter der Industriearbeitswelt, einmal in Ruhe überprüft und gegebenenfalls neu formuliert werden. Das heißt nun aber nicht, dass wir plötzlich kritiklos zur Teilnahme an der DGB-Latschdemo aufrufen werden. Die neuen Bemühungen der Gewerkschaften um die prekär Beschäftigten dieses Landes bleiben derzeit nach wie vor eher die Ausnahme gewerkschaftlicher Praxis. Und wir sind weiterhin fest davon überzeugt, dass wir als linksradikale Gruppe in der Diskussion einiges mehr zum Thema Arbeit beitragen können als der Deutsche Gewerkschaftsbund. Schon allein deshalb, weil wir nicht in der Verlegenheit sind, ständig das Konstrukt der ‚guten Arbeit‘ als köstlichstes Gut der Demokratie anpreisen zu müssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stattdessen werden wir diesen Sommer mit einer kleinen Diskursintervention Präsenz auf der Straße zeigen. Das heißt allerdings nicht, dass wir uns ein für alle Mal von der Parade verabschieden. Denn die immer wieder einmal geäußerte Kritik, die Maydayparade sei „zu unpolitisch“, weil „nur getanzt“, nicht aber auch protestiert und etwas gefordert werde, teilen wir nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Keine der Berliner Mayday-Paraden war frei von Forderungen und Protest. In dieser Kritik äußert sich nur einmal mehr die fehlende Sensibilität mancher Linker, die nötig ist, um soziale Auseinandersetzungen und ihre Akteur_innen als solche zu erkennen, wenn sie sich nicht in den gewohnten aus-drücklich ‚politischen‘ Ausdrucksformen äußern, wenn sie sich also nicht mit Hilfe von Transparenten, Parolen, Sitzblockaden oder Steinwürfen artikulieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegenteil: Das Berliner Mayday-Bündnis ist als Bündnis jenseits der Paraden gescheitert, gerade weil es uns allen nicht gelungen ist, neben den ausdrücklich ‚politischen‘ Gruppen aus der Berliner Linken auch dauerhaft Menschen zu integrieren, die ihre alltäglichen sozialen Kämpfe fernab der linken Szene der Hauptstadt ausfechten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Zusammenhang mussten wir 2008 und 2009&amp;nbsp; leider konstatieren, dass zahlreiche neue Selbstorganisations-, Protest- und Widerstandsansätze prekär Beschäftigter der Hauptstadt sich mit dem Label Mayday nicht anfreunden wollen. Ob Emmely-Soliarbeit, Scheißstreik oder Dichtmachen.org: Wenn wir uns an diesen Auseinandersetzungen beteiligen wollten, mussten wir dies stets neben und zusätzlich zu unseren Mayday-Bündnisterminen tun. Synergie- und Vernetzungs-Effekte haben sich hier stets nur schleppend eingestellt, von ‚Organisierung‘ ganz zu schweigen. Und auch die bislang sehr erfolgreiche Arbeitsagentur-Kampagne Keiner muss allein zum Amt konnten wir nie zufriedenstellend mit unseren eigenen Mayday-Bemühungen zusammenführen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die Mayday-Paraden in Europa und der Welt erhoffen wir auch dieses Jahr wieder viel Erfolg. Das meiste von dem, was wir in diesem Text beschreiben, bezieht sich nur und ausdrücklich auf Berlin, den Ort, an dem wir politisch wirken. In anderen Städten gelten andere Voraussetzungen, die nach wie vor einen Ausgangspunkt und Nährboden für die Paraden bieten. Zuletzt hat der Mayday-Neuzugang in Bremen im Jahre 2009 in unseren Augen eindrucksvoll bewiesen, dass diese Aktionsform keineswegs nur als Ausdrucksform der beiden größten deutschen Städte taugt. Die Interaktion, die sich seit dem 1. Mai 2009 zwischen dem dortigen Mayday-Bündnis und Akteur_innen verschiedener sozialer Auseinandersetzungen – von der Vor-Ort-Solidarität mit der Kassiererin Emmely bis hin zum Widerstand gegen die Umstrukturierung bei Schlecker – etabliert hat, verdeutlicht, wie viel Potential in diesem Ansatz steckt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun wollen wir einen in der Paradenvorbereitung häufig zu kurz gekommenen roten Faden des ursprünglichen Konzepts wieder aufgreifen. Der Mayday-Ansatz soll die alltäglichen sozialen Kämpfe sichtbar machen und vernetzen, die in der Hauptstadt so oft isoliert und ohne eine konkrete kollektivierte Widerstandsperspektive ausgefochten werden. Nicht zuletzt wegen unserer Erfahrungen im Mayday-Bündnis sind wir der Auffassung, dass der Ort einer derartigen Organisierung außerhalb der klassischen Strukturen linksradikaler Politik zu suchen ist. Um eine konkretere Vorstellung über gesellschaftliche Bruchlinien und Ansatzpunkte eines alltäglichen sozialen Widerstands – zum Beispiel auf dem Arbeitsamt – zu gewinnen, werden wir in Form einer militanten Untersuchung in Interaktion mit den Akteur_innen in und um das Jobcenter Berlin-Neukölln treten, um dort einen wichtigen Aspekt prekärer Arbeits- und Lebensverhältnisse genauer unter die Lupe nehmen zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Teil der &lt;em&gt;Interventionistischen Linken&lt;/em&gt; ist FelS einer experimentellen Praxis verpflichtet. Zu jedem Experiment gehört neben einer gründlichen theoretischen Vorarbeit immer auch eine gewisse Zeit im Labor. Diese Zeit werden wir uns im Jahr 2010 nehmen, um unsere politischen Prämissen zu überdenken und neue Wege der Intervention zu erproben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn der kategorische Imperativ des „Fragend schreiten wir voran“ verträgt sich nicht mit einer Praxis, die zum Ritual zu werden droht.&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Mon, 05 Jul 2010 09:33:28 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Arbeiten und Arbeiten und Machen und Tun</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/39/arbeiten-und-arbeiten-und-machen-und-tun</link>
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;p&gt;Die (Euro)Mayday-Paraden, die seit 2001 stattfinden, stellen einen der wichtigsten europaweiten Versuche dar, die Prekarisierung von Arbeit und Leben im Neoliberalismus zu thematisieren. Ein zentrales Ziel der Paraden ist es, die Kämpfe von Prekarisierten zusammenzubringen und sichtbar zu machen, frei nach dem Motto ‚Vom Wischmop bis zum Laptop’. In Berlin finden sie seit 2006 statt. Im Vorfeld des Mayday 2008 beschlossen wir, die Zusammensetzung der Parade genauer zu betrachten. Wir fragten uns, was diese über die Beschränkungen und Möglichkeiten aussagt – sowohl der Parade selbst als auch für politische Intervention. Wie ‚prekär’ sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Teilnehmenden? Welche (prekären) Subjektivitäten werden auf der Parade repräsentiert, welche nicht? Neben diesen Aspekten interessierte uns, was die Teilnehmenden der Parade überhaupt selbst unter Prekarisierung verstehen, was sie sich unter einem schönen Leben vorstellen und wie sie dieses organisieren (oder nicht). Uns ging es darum herauszufinden, inwiefern und wie die TeilnehmerInnen der Parade in prekäre Arbeitsprozesse eingebunden sind und wie diese zum Ort antikapitalistischer Kämpfe werden können.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;Die (Euro)Mayday-Paraden, die seit 2001 stattfinden, stellen einen der wichtigsten europaweiten Versuche dar, die Prekarisierung von Arbeit und Leben im Neoliberalismus zu thematisieren. Ein zentrales Ziel der Paraden ist es, die Kämpfe von Prekarisierten zusammenzubringen und sichtbar zu machen, frei nach dem Motto ‚Vom Wischmop bis zum Laptop’. In Berlin finden sie seit 2006 statt. Im Vorfeld des Mayday 2008 beschlossen wir, die Zusammensetzung der Parade genauer zu betrachten. Wir fragten uns, was diese über die Beschränkungen und Möglichkeiten aussagt – sowohl der Parade selbst als auch für politische Intervention. Wie ‚prekär’ sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Teilnehmenden? Welche (prekären) Subjektivitäten werden auf der Parade repräsentiert, welche nicht? Neben diesen Aspekten interessierte uns, was die Teilnehmenden der Parade überhaupt selbst unter Prekarisierung verstehen, was sie sich unter einem schönen Leben vorstellen und wie sie dieses organisieren (oder nicht). Uns ging es darum herauszufinden, inwiefern und wie die TeilnehmerInnen der Parade in prekäre Arbeitsprozesse eingebunden sind und wie diese zum Ort antikapitalistischer Kämpfe werden können.&lt;br /&gt; So gesehen ging es uns von Anfang an auch darum, Selbstreflexion anzuregen und über die jährliche Mayday-Parade hinaus die Vereinzelung von Prekarisierten zu überwinden.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;I. Die drei ???&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die ‚Selbststudie’ während der Mayday-Parade bestand aus drei Elementen. Zum einen wurde in Fragebögen nach den Lebens- und Arbeitsbedingungen, den verlangten Veränderungen und der Form des Aktivismus gefragt. 300 Fragebögen wurden ausgefüllt und ausgewertet. Des Weiteren wurde eine teilnehmende Beobachtung der Parade hinsichtlich Alter, Gender, der Sichtbarkeit von ‚Gegenkulturen’ und der Anwesenheit von Personen mit Kindern durchgeführt.&lt;br /&gt; Als drittes führten wir insgesamt circa 70 Gespräche. Dabei stellten wir folgende Fragen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Wovon lebst du und womit verbringst du den größten Teil deiner Zeit?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Es geht beim Mayday um prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen - was hat das mit deinem Leben zu tun?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Das Motto des diesjährigen Maydays lautet ‚Organisiert das schöne Leben’. Was ist ein schönes Leben für dich? Was hindert dich daran, ein schönes Leben zu führen?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wie kann man das schöne Leben organisieren? Was hindert dich daran?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h4&gt;II. Wer sind ‚wir’?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Beim Mayday trifft sich jung und alt, genauer gesagt reicht die Alterspanne von 17 bis 82 Jahren. Doch meistens sind ‚wir’ 31 Jahre alt. Genau dies war das Durchschnittsalter der circa 5000 Menschen, die an der Parade 2008 teilnahmen. Drei Viertel der TeilnehmerInnen zirkulieren um dieses Alter (zwischen 22 und 39 Jahren), ein Zehntel der TeilnehmerInnen hat übrigens Kinder. Das Verhältnis derjenigen, die sich als männlich oder weiblich bezeichneten, war exakt 1:1. Acht Prozent der Teilnehmenden klassifizierten ihr Geschlecht als weder männlich oder weiblich, sondern als ‚anders’. Diese relativ große Zahl kann vermutlich der verstärkten Beschäftigung mit queeren Politiken und einer Kritik an binären Geschlechtervorstellungen innerhalb der (radikalen) Linken zugeschrieben werden. Zu dieser Wahrnehmung passt der hohe Organisationsgrad von 84 Prozent derjenigen, die sich als weder männlich oder weiblich identifizierten. Eine andere Muttersprache als deutsch sprechen 15 Prozent, und 16 Prozent hatten keinen deutschen Pass. Von diesen Personen waren alle bis auf sechs aus den USA oder der EU.&lt;br /&gt; 77 Prozent der Teilnehmenden wohnen in Mietwohnungen und 51 Prozent in Wohngemeinschaften. 14 Prozent leben mit ihrem Partner/ ihrer Partnerin, sieben Prozent in Hausprojekten und drei Prozent haben Wohneigentum. Nicht selten ist die Wahl der Wohnform eine Reaktion auf die Prekarisierung, wie es ein Teilnehmer beschreibt: „In unserer Hausgemeinschaft organisieren wir uns das Wohnen mit anderen zusammen. Mit der Arbeitsteilung bleibt dann wieder mehr Zeit für andere Sachen.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie vermutet gab es einen hohen Anteil an akademischen Qualifikationen unter den Teilnehmenden: 45 Prozent der Teilnehmenden waren zum Zeitpunkt der Umfrage Studierende. Weit mehr als ein Drittel hat einen akademischen Abschluss, drei Prozent sind promoviert. Zu den vermeintlich besseren Zukunftsaussichten von AkademikerInnen bemerkt eine Studentin: „Ich rechne nicht damit, dass es je so sein wird, dass ich ein festes Einkommen haben werde.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Auswertung der Daten bezüglich Erwerbsarbeit(-slosigkeit) gestaltete sich aufgrund der großen Anzahl von Studierenden problematisch. Ihr monatliches Budget setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Finanzquellen (Minijob, Eltern, Bafög) zusammen, deren jeweilige Höhe sich aus der Umfrage nicht ergab. Der Anteil an Erwerbsarbeitslosen lag bei 19 Prozent, wobei nur 13 Prozent ALG I oder ALG II erhielten.&lt;br /&gt; Das Durchschnittseinkommen von Männern betrug 1035 Euro, von Frauen 904 Euro. Allerdings variierte das Einkommen bei Frauen (+/- 804 Euro) wesentlich stärker als bei Männern (+/- 604 Euro).&lt;br /&gt; Immerhin ein knappes Drittel bekommt finanzielle Unterstützung von den Eltern.&lt;br /&gt; Die Mehrheit der Befragten macht Überstunden und sehnt sich nach anderen Formen der Arbeit. Der überwiegende Teil der Befragten – unabhängig von der Art des Jobs – strebt an, nur halbtags beschäftigt zu sein oder mehr Geld für die gleiche Arbeitszeit zu bekommen (26 Prozent).&lt;br /&gt; Durchschnittlich haben die meisten drei Praktika gemacht, von denen 59 Prozent unbezahlt waren. Erwähnenswert ist, dass es keinen positiven Zusammenhang zwischen der Anzahl der geleisteten Praktika und dem derzeitigen Einkommen gibt. Diejenigen, die ein bezahltes Praktikum abgeleistet haben, werden durchschnittlich besser bezahlt als diejenigen, die für ihre Praktika keinen Lohn bekommen haben.&lt;br /&gt; Geldprobleme am Ende des Monats erlebt ein Drittel der Befragten als regelmäßiges Déjà-vu-Erlebnis und immerhin ein weiteres Drittel ‚manchmal’.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;III. „Innerhalb des unschönen Lebens schrittweise Freiräume erkämpfen“&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die Umfrage ergab, dass die große Mehrheit der Teilnehmenden politisch aktiv - und gleichzeitig nicht mehr an der Uni ist. Dies ist vor dem Hintergrund dessen, dass Studieren und Aktivismus zumeist als zwei Seiten derselben Medaille wahrgenommen wird, überraschend.&lt;br /&gt; Siebzig Prozent sind in einer Gruppe, Organisation oder Initiative organisiert - mehr Männer (77 Prozent) als Frauen (64 Prozent). Eine kleine Gruppe von sieben Prozent war zum ersten Mal auf einer Demonstration. 73 Prozent hatten Erfahrungen mit illegalen Demonstrationen, 65 Prozent mit Blockaden und 59 Prozent mit ‚direkten Aktionen’. Die spezifische Mitgliedschaft in einer Gruppe sagte nichts über die Erfahrungen mit verschiedenen Aktionsformen aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem Begehren nach etwas Besserem wird auf zweierlei Weise nachgegangen. Neben den klassischen Möglichkeiten des Aktivismus findet die Organisierung des schönen Lebens auch in alltäglichen Handlungen statt: sich „private Inseln suchen, wo es geht, in denen man sich in ein Hausprojekt begibt und da die Kindererziehung mitorganisiert oder dadurch, dass man sich das Geld teilt.“ Das Schaffen von solidarischen Freiräumen zieht sich durch viele Interviews.&lt;br /&gt; Über die Hälfte der Interviewten sieht sich durch die alltäglichen Zwänge an der Organisierung eines schönen Lebens gehindert: Es gibt „eine Menge Leute, die sind einfach viel zu erschöpft, sich politisch zu betätigen“, fasst es ein Interviewter zusammen. Ein weiteres Manko sei, dass „die Linke uns einbegriffen es noch nicht auf die Reihe bekommen hat, Organisierungsformen zu entwickeln, die viele und auch nicht nur uns tendenziell mittelständische, mehrheitsdeutsche Menschen ansprechen.“&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;IV. „Schönes Leben ... oh Gott, das ist eine ganz schön komplizierte Frage“ - Schlussfolgerungen&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die Befragung der Demo-TeilnehmerInnen hat gezeigt, dass die Bandbreite dessen, was als Prekarität oder Prekarisierung begriffen wird, sehr groß ist und deshalb auch die Selbsteinschätzungen ob der eigenen Betroffenheit sehr unterschiedlich sind. Angefangen von einem jungen Mann, der von 400 Euro lebt und dies als so ausreichend empfindet, dass er sich nicht als prekär sieht, bis hin zu einem Lehrer, der die fehlende Möglichkeit, nichtsanktioniert und ohne Einbußen (zeitweilig) aus dem Job auszusteigen als Prekaritätskriterium benennt, erstrecken sich die Selbsteinschätzungen und Prekaritätsbestimmungen.&lt;br /&gt; Die überwiegende Mehrheit der Befragten hat die eigene Lebens- und Arbeitssituation als eindeutig oder bedingt prekär bezeichnet. In fast allen Gesprächen wurde deutlich, dass die Befragten nicht ausschließlich für andere demonstrierten, sondern dass sie sich selber als Betroffene der Verhältnisse sahen oder sehen.&lt;br /&gt; Insbesondere die immer wieder zu findende Einstufung „bedingt prekär“ und die Begründung für die durch „bedingt“ angedeutete Einschränkung sagen viel über die Prekaritätskriterien der Leute aus: In dieser Gruppe finden sich vor allem diejenigen, die zum Beispiel in sehr entgrenzten (also wenig Privatleben lassenden) Jobs arbeiten oder eine komfortable Befristung haben (zum Beispiel eine Vollzeitstelle auf drei Jahre), aber materiell ganz gut abgesichert sind. Es ist in den entsprechenden Interviews eine große Vorsicht zu spüren, sich selbst als prekär einzustufen, auch wenn Unzufriedenheit über die Arbeitsbedingungen bekundet wird. In diesem Zusammenhang war auch das ein oder andere Mal die Sprache vom „Luxusprekariat“, um die eigene Situation von der imaginierten Lidl-Verkäuferin abzugrenzen. Dennoch bleiben die finanzielle Lage und ökonomische Zwänge die wichtigsten Kriterien, um sich selber das Label „prekär“ zu verpassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Arbeit wird in den Interviews als der bestimmende Faktor im eigenen Alltag erlebt – sei es aufgrund der Fülle an Zeit, die mit Erwerbsarbeit oder Erwerbsarbeitssuche verbracht wird, oder aufgrund der Bedeutung für die existenzielle Sicherung. Finanziell über die Runden zu kommen ist auch für Leute mit Erwerbsarbeit problematisch. „Die Organisation des eigenen Alltags und dafür zu sorgen, dass man nicht abrutscht [nimmt] immer mehr Zeit und Raum ein.“&lt;br /&gt; So überrascht es auch kaum, dass Prekarität von den Befragten fast ausschließlich in Bezug auf Lohnarbeit definiert wird, wobei die folgenden Aussagen, wie bereits angedeutet, als Kriterien für Prekarität eine deutlich geringere Rolle spielten als die konkrete materielle Situation und die beruflichen Planungsperspektiven: „kein Arbeitsvertrag“, „keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“, „Entgrenzung von/zu viel Arbeit!“, „Notwendigkeit, neben dem Studium zu jobben“, „zu viel Arbeit für zu wenig Geld“, „Erwerbszwang bzw. keine nicht-sanktionierte Möglichkeit des Ausstiegs“.Bemerkenswert ist, dass sich abgesehen vom Kriterium des Hartz-IV-Bezugs alle Nennungen auf die Verfasstheit der ausgeübten Lohnarbeit beziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie nicht anders zu erwarten stehen die Beschreibungen der Lebenssituationen im Widerspruch zu dem, was sich die Leute eigentlich unter einem ‚schönen Leben’ vorstellen. So werden auf diese Fragen bereits die grundsätzliche Lebenssicherung betreffende Dinge, wie genügend Essen, Kleidung, Teilhabe an Kultur und Freizeit und „ein Einkommen, von dem man leben kann“ genannt. Bei circa zwei Dritteln der Interviewten ist die Frage nach einem schönen Leben direkt oder indirekt verbunden mit der Umverteilung von Arbeit, Verbesserung der Arbeitsverhältnisse oder dem Wunsch nach einer Gesellschaft, in der der Zwang zur Lohnarbeit aufgehoben ist. Nicht auf Kosten anderer zu leben, eine Gesellschaft ohne Ausschlüsse und die Möglichkeit zur Selbstbestimmung unabhängig von Geschlecht und Herkunft waren weitere häufige Wünsche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Interviews wird aber auch darauf hingewiesen, dass wir uns beim Aufbau einer anderen Gesellschaft oftmals selber im Weg stehen: „Ich kenne das auch, gerade auch Anerkennung über die Arbeit zu bekommen und es ist schwer, da herauszukommen. Weil mein Umfeld dann doch kein Verständnis hätte, wenn ich sagen würde, ich hab heute Mittag keine Zeit, ich will ins Schwimmbad. Ich habe schon überlegt, ob ich eine fiktive Arbeitsgruppe gründe und die dann fiktiv in meinen Kalender eintrage, um dann genau ins Schwimmbad gehen zu können.“ Per Selbsttäuschung ins Schwimmbad dürfte nur eine von vielen Alltagsstrategien sein, die zu Tage treten, wenn wir unsere eigenen Arbeits- und Lebensverhältnisse zum Gegenstand der Untersuchung machen. Letztlich dürften die Antworten auf die Frage, wann, wo und wie wir uns selbst im Wege stehen, die interessantesten Ergebnisse für die Frage erbringen, wie Organisierung in Zeiten des prekären Lebens aussehen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wir bedanken uns herzlich bei allen, die bei der Umfrage am 1. Mai mitgewirkt haben!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Wed, 20 Jan 2010 12:57:08 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Moderner Klassenkampf mit Fragebogen</title>
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                    &lt;p&gt;Ein Interview mit AktivistInnen des Berliner Mayday und der Berliner Gruppe&lt;br /&gt;
Für eine linke Strömung (FelS) über die Untersuchungen auf der Mayday-&lt;br /&gt;
Parade und während der Berlinale&lt;/p&gt;
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        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ein Interview mit AktivistInnen des Berliner Mayday und der Berliner Gruppe &lt;em&gt;Für eine linke Strömung (FelS)&lt;/em&gt; über die Untersuchungen auf der Mayday-Parade und während der Berlinale&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Ihr habt alle Erfahrungen mit Untersuchungen gemacht und zwar einerseits im Rahmen der Kampagne „Mir reicht‘s … nicht!“ (MRK) und andererseits während der Berliner Mayday Parade. Wie seid ihr darauf gekommen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Arnd:&lt;/em&gt; Das kam dadurch zustande, dass der Hamburger Mayday die MRK gemacht hat und darin als eine Station auch die Berlinale gesehen hat. Wir haben dann festgestellt, dass wir relativ wenig über die Situation dort wissen und überlegten, wie wir an Informationen über die Arbeitssituation vor Ort rankommen. Daraus ergaben sich erste Interviews mit Kinobeschäftigten: Wir waren auf der Suche nach Konflikten und wollten wissen, wie das Beschäftigungsverhältnis für diese Leute aussieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis:&lt;/em&gt; Die MRK sah ursprünglich drei Etappen vor. Bei der ersten Etappe auf der Documenta ging es darum, kollektiven und individuellen Konflikten nachzuspüren, um ein Verständnis für die alltäglichen Lebensrealitäten von prekarisierten KünstlerInnen oder KunstvermittlerInnen zu entwickeln. Diese gelten Neoliberalen ja oft als ‚role model’. Dieses erste Stadium wurde vom Hamburger Mayday-Bündnis alleine in Angriff genommen, sie sind während der Documenta rumgelaufen und haben Interviews geführt und gleichzeitig zu einem kollektiven Reviewing-Prozess eingeladen. Dort wurde versucht, sowohl Konflikt- als auch Verbindungslinien nachzugehen und die gesammelten Aussagen zu diskutieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zweite Etappe war ursprünglich für den Verdi-Bundeskongress geplant, wo die HamburgerInnen mit Gewerkschaftsmitgliedern und GewerkschaftssekretärInnen Interviews führen wollten, um die ambivalente Rolle von Gewerkschaften im Prozess der Prekarisierung zu thematisieren. Diese Etappe fand schließlich aus verschiedenen Gründen nicht statt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Berlinale schließlich war als Endpunkt der Kampagne gedacht, vor allem weil sie ein öffentlicher, sich als ‚gesellschaftskritisch’ sehender Ort ist, an dem sich deutliche Ambivalenzen zeigen: zahlreiche Prekarisierte inmitten des Glamours, wobei Glamour und Prekarisierung gerade auf der Berlinale immer aufeinander verweisen. Die Berlinale polarisiert, dort werden – bei genauem Hinsehen - soziale Realitäten und Verschiebungen von Arbeits- und Lebensverhältnissen sichtbar, die exemplarisch für den Prozess der Prekarisierung stehen. Es ging zunächst darum, überhaupt erst einmal zu erfassen, was das konkret für die Menschen bedeutet und welche individuellen aber vor allem verbindenden Perspektiven sie darüber hinaus haben. Uns als FelS war es zudem ein Anliegen, Momente von möglicher Selbstorganisierung und Widerstand freizulegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Julika: &lt;/em&gt;Bevor wir selbst aktiv geworden sind, haben wir die Umfrage der HamburgerInnen beobachtet und fanden es spannend, wie durch eine solche Befragung die Lebenssituationen und auch die Selbsteinschätzungen und -wahrnehmungen der befragten Personen rausgekitzelt wurden. Das hat uns inspiriert. Zudem gab es in Wien auch eine Befragung, die explizit „militante Umfrage zu prekären Lebenssituationen“ genannt wurde. Diese beiden Versuche haben uns animiert, eine Selbststudie beim Berliner Mayday zu machen. Wir wollten wissen: Wer sind wir eigentlich, der Berliner Mayday? Ein weiterer Motivationsfaktor war unser Eindruck, prekäre Lebenssituationen würden sehr häufig nur als individuelles Problem wahrgenommen. Viele von uns erfahren die Folgen der Prekarisierung in ihrem eigenen Lebensalltag und suchen sich Wege, damit umzugehen. Entweder individuell oder in Kleingruppen – sei es das Hausprojekt, die Familie, der Freundeskreis. Wir wussten aber auch, dass die eigenen Lebensumstände unter vielen AktivistInnen und auch in Politgruppen selten thematisiert werden, was auch das politische Arbeiten und das Miteinander im Politikbetrieb beeinflusst. Wir wollten also zweierlei erreichen: Erstens unsere ‚Vereinzelungs-These’ überprüfen und zweitens gucken, ob sich darüber hinaus durch die Befragung Auswege finden lassen, ob Ideen und Strategien existieren, über die wir zuvor noch nicht nachgedacht hatten. Wir wollten eine Diskussion unter den TeilnehmerInnen des Berliner Mayday in Gang setzen: Wer ist warum da und was für Potenziale oder Grenzen bringt die ganz alltägliche prekäre Lebenssituation mit sich – auch in Hinblick auf politische Arbeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis:&lt;/em&gt; Das könnte man auch umformulieren: Demonstriert man beim Mayday, weil es einem um ein moralisch-politisches Anliegen geht oder geht es vielleicht auch um die eigene Involviertheit?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Wie sah das Untersuchen als Tätigkeit konkret aus?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis:&lt;/em&gt; Bei der Berlinale-Befragung war ja die ‚Zielgruppe’ – um es mal so zu bezeichnen – sehr diffus, das waren Reinigungskräfte in den einzelnen Kinos, KartenabreißerInnen, VorführerInnen, Security, Selbstständige, PraktikantInnen – also ein ganz weites Feld. Wir hatten zunächst vor allem das Problem, dass wir kaum direkte Kontakte zu jemand hatten. Und die zwei Wochen Berlinale sind ein relativ kurzer Untersuchungszeitraum, in dem die Beschäftigten noch dazu total viel zu tun haben. Wir haben also schon Monate zuvor begonnen, mit einem ausgearbeiteten Gesprächsleitfaden in Kinos zu gehen. Ursprünglich war die Idee, dort ad hoc kurze Interviews zu führen und die Leute dann noch mal zu einem längeren Interview einzuladen. Dort hätte es auch stärker um die Perspektive jenseits von individualisiertem Umgang mit der Erfahrung von Prekarisierung gehen sollen. Die langen Interviews kamen allerdings nie zustande: Wir haben zwar zu einem Termin eingeladen, aber da kam dann niemand. Ansonsten haben wir Ad-hoc-Interviews bei einer Aktion vor dem Berlinale-Vorbereitungsbüro am Potsdamer Platz geführt, wo wir in erster Linie mit den PraktikantInnen geredet haben. Es wurden Kontakte geknüpft, so dass wird danach im privaten Rahmen noch ein paar längere Interviews mit anderen Beschäftigten führen konnten.&lt;br /&gt; Zunächst basierte alles auf dem eben erwähnten Gesprächsleitfaden, gerade bei längeren Interviews mussten wir jedoch oft stark davon abweichen, so dass es eher explorative qualitative Interviews wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Arnd:&lt;/em&gt; Allerdings schwammen wir sehr lange bei der Frage, wer jetzt für uns als BefragteR ‚relevant’ ist bzw. ‚wen’ wir eigentlich gerade untersuchen. Oder anders: Wen können wir überhaupt untersuchen? Wir hatten immer diese zwei Pole – einerseits die ‚Niedriglohnprekarisierten’ und dann die ‚Kreativprekarisierten’ und wollten die Frage nach dem Gemeinsamen stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis: &lt;/em&gt;Schade ist auch, dass wir es trotz guter Vorsätze nicht mehr geschafft haben, Interviews noch während der Berlinale zu führen. Uns ist einfach die Zeit ausgegangen, wir hatten den Aufwand unterschätzt und irgendwie war dann Stress mit der Vorbereitung der Gala, auf der wir Ergebnisse präsentieren wollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Julika:&lt;/em&gt; Bei der Mayday-Untersuchung hatten wir ja im Gegensatz zur Berlinale einen relativ langen Vorbereitungszeitraum, in dem wir uns erst mal überlegen mussten, was wir überhaupt genau wissen wollten und wo wir mit unserer Umfrage hinwollten. Es gab durchaus unterschiedliche Motivationen und Perspektiven und wir haben dann versucht, ausgehend von unseren Interessen Fragecluster zu bilden und uns mit Brainstormings an das Thema anzunähern. Die konkrete Umsetzung fand auf dem Berliner Mayday statt, dadurch war die Zielgruppe sehr klar. Die Umfrage bestand schließlich aus einer Art Baukastensystem. Wir hatten einerseits Leute, die eine Teilnehmende Beobachtung durchgeführt und einen subjektiven Eindruck davon geliefert haben, wie das Geschlechterverhältnis war, wie viele Leute mit Kindern da waren, ob und wie viele Plakate hochgehalten wurden oder ob es Sprechchöre gab. Die eigentliche Umfrage hatte einen quantitativen und einen qualitativen Teil. Die quantitative Umfrage bestand in einem Fragebogen, der vor allem die Lebenssituation der Menschen abgefragt hat, also das Alter, den Beruf, ob sie Studis sind und Kinder haben, wie sie wohnen. Auch zur Frage der politischen Organisierung haben wir Fragen gestellt. Bei der qualitativen Umfrage liefen Leute mit Aufnahmegeräten rum. Wir hatten uns vorher Fragen überlegt, die einerseits den Bereich der Lebenssituation abdecken und dann das individuelle Verständnis von Prekarisierung abfragen, auch wie man sich selbst dazu ins Verhältnis setzt. Weil das Motto des Mayday ‚Organisiert das schöne Leben!‘ ist, fragten wir, was für die Leute überhaupt ‚schönes Leben’ bedeutet und wie sie es organisieren. Schließlich haben wir noch Postkarten verteilt. Dort standen Fragen drauf wie „Was machst du am 2. Mai?“ Wir wollten damit die Leute auffordern, im Freundeskreis, auf der Demonstration oder zu Hause am Küchentisch zu diskutieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Was waren denn zentrale Probleme und Hindernisse bei euren Untersuchungen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Julika:&lt;/em&gt; Ein Problem war erst mal die Frage, worauf wir uns konzentrieren. Was wollen wir überhaupt wissen und wo wollen wir damit politisch hin? Das ist ein großer Themenkomplex, an den wir uns zwar diskursiv so weit wie möglich angenähert haben, aber ich glaube, dass wir es nicht geschafft haben, eine ‚Superkomplettmasterplanlösung’ zu entwickeln. Das zweite Problem war die große Datenmenge – es hat doch einen ganzen Stab an Leuten mit viel Zeit gebraucht, um den Interviewbogen auszuwerten und dann diese Informationen auch in politische Projekte oder einen diskursiven Prozess umzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Arnd:&lt;/em&gt; Das Problem bei der Berlinale war von vornherein die knappe Zeit, dadurch waren wir irgendwann ziemlich in Bedrängnis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis:&lt;/em&gt; Die Berlinale hatte eine doppelte Funktion: Zum einen war es immer noch ein Befragungs- und Verständigungsprojekt, aber auf der anderen Seite war es auch Abschluss einer Kampagne, also sollte am Schluss auch irgendwas öffentlich Präsentables rauskommen. Diesem Zwang Genüge zu leisten bedeutete, einerseits zu befragen und gleichzeitig daraus irgendwelche Ergebnisse zu ziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Arnd:&lt;/em&gt; Bei der Berlinale waren zum Schluss alle im Stress, sowohl Befragte als auch Befragende. Interessant war jedoch, dass einige Befragte bei der Berlinale ihre Arbeitssituation gar nicht als problematisch gesehen haben. Sie haben schon die Widersprüche benannt, aber oftmals war es so, dass zum Beispiel PraktikantInnen oder Leute, die dort als LichttechnikerInnen arbeiteten, das als Sprungbrett gesehen haben. Für die ist das ein Prestigeding, dass sie da arbeiten können und sie machen das irgendwie auch gerne. Eine Regisseurin hat erzählt, dass ihre Mutter für drei Monate nach Berlin gezogen ist, um auf ihr Kind aufzupassen, damit sie Vollzeit für die Berlinale arbeiten kann und das fand sie gut so. Mit diesen Aussagen muss man umgehen, denn es ist deutlich geworden, dass einige Leute Prekarisierung eben nicht einfach nur scheiße finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis:&lt;/em&gt; Das fasst eine der Ambivalenzen von Prekarisierung gut zusammen. Wir hatten auch noch andere Schwierigkeiten. Im Vorfeld haben wir uns zum Beispiel stark den Kopf zerbrochen, mit welcher Position wir auftreten wollen. Denn wir waren Befragende und als solche distanziert, gleichzeitig haben wir versucht, Anknüpfungspunkte zu finden und auf ähnliche Konfliktmuster in unseren Lebensrealitäten zu verweisen. Dennoch waren wir eben nicht ‚vom Fach’. An sich hat die Befragung dann trotzdem ganz gut geklappt, aber ich glaube, dass mitunter das Interesse von Leuten größer gewesen wäre, wenn wir nicht so als Leute ‚von außen’ erschienen wären.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Arnd:&lt;/em&gt; Es gab eben ein zweifaches Interesse: Das eine war das Aufspüren von Konflikten, bzw. überhaupt der Versuch, der individualisierten Bewältigung von Prekarisierung nachzugehen und zu schauen, ob es kollektive Bewältigungs- oder Widerstandsformen gibt. Und zweitens eben auch ein Interesse daran, mögliche Organisierungsprozesse zu initiieren. Gerade bei diesem Punkt stellt sich die Frage, ob wir überhaupt Angebote formulieren können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Julika:&lt;/em&gt; Wir hatten sehr große Bedenken, dass Leute aus Angst, Informationen über sich preiszugeben, nicht mitmachen. Entsprechend waren wir positiv überrascht, dass das ganz selten passiert ist. Ganz im Gegenteil war das Interesse recht groß. Wenn man da stand und einen Fragebogen ausgefüllt hat, kamen häufig gleich mehrere Leute und haben gefragt, was wir machen. Das Bedürfnis, etwas über sich und sein Leben zu erzählen, ist schon da – das ist in Hinblick auf die methodische Herangehensweise an eine militante Untersuchung durchaus eine wichtige Feststellung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis:&lt;/em&gt; Auf der Abschlussveranstaltung wurde in erster Linie die Form der szenischen Lesung gewählt, in der sehr viele Zitate aus den Berlinaleund Documenta-Interviews zusammengefasst wurden. Dabei wurden Widersprüchlichkeiten, Ambivalenzen und auch Absurditäten des prekarisierten Lebens sehr deutlich. Diese Form war ursprünglich angedacht worden, um überhaupt einen Aufhänger für eine gemeinsame Diskussion herzustellen, auch darüber, wie man rauskommen kann aus diesem Hamsterrad der individualisierten Bewältigung. Diesen Kommunikationsprozess haben wir allerdings im Rahmen der Gala nicht so erfolgreich herstellen können, vor allem weil die Veranstaltung viel zu gut besucht war, um überhaupt noch so etwas wie eine Diskussion zu ermöglichen. Eine einzige Veranstaltung ist dafür sicherlich zu kurz, wir hätten beispielsweise Workshops machen müssen. Dem Anspruch, einen Organisierungsprozess zu initiieren, konnten wir so jedenfalls nicht gerecht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;¿ Was habt ihr daraus gelernt, was zieht ihr politisch für Schlüsse aus euren Projekten? Wird es in Zukunft weitere Untersuchungen geben?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Arnd:&lt;/em&gt; Es steckt sicher eine ganze Menge Potenzial in dieser Form der politischen Intervention und wenn man es sehr akribisch macht, ist dort durchaus politischer Mehrwert zu holen. Man muss sich allerdings im Vorfeld viele Gedanken darüber machen, wie man das organisiert und welchen Bereich man sich aussucht. Militante Untersuchung ist immer zunächst eine Methode und man sollte sie auch in diesem Sinne einsetzen. Ich glaube, in Zukunft würde ich das auf einen sehr langen Zeitraum ansetzen, um Veränderungen und Prozesse besser beobachten und begleiten zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Julika:&lt;/em&gt; Meines Erachtens hat eine militante Untersuchung großes Potenzial, es gibt aber auch Risiken, zu denen vor allem die Fehleinschätzung von Ressourcen und Aufwand gehört. Ich glaube trotzdem, dass da spannende Möglichkeiten drinstecken: Es ist eine Möglichkeit, Leute einzubinden und selbst zu Wort kommen zu lassen, die nicht in den klassischen Politstrukturen drinstecken. Ich hab den Eindruck, dass das eine Möglichkeit für Selbstverständigung und Reflektion bietet – auch für die Befragenden selber. Es ist auch für uns interessant gewesen, was Leute aus einem völlig anderen Umfeld unter Prekarisierung verstehen und was die für sie wichtigen Themen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dennis:&lt;/em&gt; Letztlich geht es uns in gewisser Weise darum herauszufinden, wie so etwas wie ‚moderner Klassenkampf’ in der Zukunft aussehen kann.&lt;/p&gt;


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