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 <title>arranca! - Theorie &amp; Praxis</title>
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 <title>Zur Kritik der kritischen Kritik, neueste Folge</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/42/kritik-der-kritischen-kritik</link>
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            &lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;
                    &lt;p&gt;Die kritische Kritik ist das Vehikel, das&lt;br /&gt;
Linken den Weg in den Zynismus ebnet. Der Zynismus ist die Zerrüttung dessen, was ein Subjekt zum freien Subjekt macht, sein Verrat an sich selbst. In Form der diffus-zynischen Vernunft ist der Zynismus die hegemoniale Ideologie einer Epoche, die auf das ‚Ende der Ideologie‘ stolz ist, darin aber nur die Abwesenheit eines revolutionären Projekts feiert. Kritische Kritik ist dann aber, so lässt sich schließen, das Vehikel der Integration von Linken in eben diese diffus-zynische Vernunft. Sie gibt vor, von aller Ideologie frei und deshalb die eigentliche Kritik der Epoche zu sein. Dabei beweist das eine das andere und andersherum: ein Teufelskreis, in dem die Ideologie immer bei den Anderen liegt. So wäre knapp auf den Punkt zu bringen, warum die „Kritik der kritischen Kritik“ (Marx/Engels) nach wie vor eine Hauptaufgabe linker Selbstkritik ist. Zu ihr wird im Folgenden ein Beitrag geleistet.&lt;/p&gt;
        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die kritische Kritik ist das Vehikel, das Linken den Weg in den Zynismus ebnet. Der Zynismus ist die Zerrüttung dessen, was ein Subjekt zum freien Subjekt macht, sein Verrat an sich selbst. In Form der diffus-zynischen Vernunft ist der Zynismus die hegemoniale Ideologie einer Epoche, die auf das ‚Ende der Ideologie‘ stolz ist, darin aber nur die Abwesenheit eines revolutionären Projekts feiert. Kritische Kritik ist dann aber, so lässt sich schließen, das Vehikel der Integration von Linken in eben diese diffus-zynische Vernunft. Sie gibt vor, von aller Ideologie frei und deshalb die eigentliche Kritik der Epoche zu sein. Dabei beweist das eine das andere und andersherum: ein Teufelskreis, in dem die Ideologie immer bei den Anderen liegt. So wäre knapp auf den Punkt zu bringen, warum die „Kritik der kritischen Kritik“ (Marx/Engels) nach wie vor eine Hauptaufgabe linker Selbstkritik ist. Zu ihr wird im Folgenden ein Beitrag geleistet.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Von wem die Rede ist&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Form kritischer Kritik entspringt diversen Mixturen von Wertkritik und Antideutschtum, variiert eine bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Geschichte und hat ihren Ort primär im linksradikalen Milieu. In den 1970ern/80ern war kritische Kritik eher von einer bestimmten Rezeption des Poststrukturalismus geprägt und ermöglichte nicht wenigen Linken die grüne Selbstmoder- nisierung und/oder die entpolitisierte Existenz in zynisch-vernünftigen Modernisierungsgeschäften. Eine etwas früher einsetzende kritische Kritik orientierte sich an den Situationist/innen, am Existenzialismus oder der Kritischen Theorie. Letztere war ab den 1940ern selbst auch (!) eine Artikulation kritischer Kritik, dasselbe galt zuvor schon für Teile der linkskommunistischen Dissidenz und des Anarchismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bleiben zuletzt Marx und Engels zu erinnern, die „kritische Kritik“ zuerst benannt und deshalb auch 1845 die erste „Kritik der kritischen Kritik“ vorgelegt haben. Aufs Korn nahmen sie damals die junghegelianische Bewegung, der sie selbst entstammten. Im Glauben, den Job erledigt und wichtigere Aufgaben zu haben, überließen sie einen 1846 verfassten zweiten Band „der nagenden Kritik der Mäuse“. Das Buch erschien 1932 unter dem Titel „Die Deutsche Ideologie“. Zur Geschichte kritischer Kritik gehören auch ihre diffusen, gesellschaftlich aber oft wirksameren Spuren jenseits der radikalen Linken, aktuell im (nicht parteipolitisch einzuengenden) ‚rot-grünen‘ Milieu. Relevant ist dies in der Kriegsfrage, in der kritische Kritik trotz ihres ‚Praxisvorbehalts‘ eben doch zu praktischen Konsequenzen führt. Wenn ich auf deren Diskussion verzichte, liegt das daran, dass es mir um einen anderen Punkt geht: So wie sich vom Junghegelianismus bis zur antideutschen Wertkritik trotz aller Unterschiede einige Grundfiguren durchgehalten haben, so hielt sich alle Kritik kritischer Kritik in den von Marx/Engels eröffneten Bahnen. Diese Wiederkehr des Gleichen legt den Verdacht nahe, es sei beiden Seiten etwas entgangen. Woher, so ist zu fragen, die fortdauernde Attraktivität kritischer Kritik? Worin besteht diese Attraktivität, weiter noch: Worin liegt das Recht der kritischen Kritik, trotz allem? Und: Was wäre gegen beides, Attraktivität und Recht, geltend zu machen, das nicht schon gesagt wäre? Dazu ist in gedrängter Form erst die Bildungsgeschichte kritisch-kritischer Subjektivität, dann ihr logischer Kern einzuholen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Das harte Herz der schönen Seele&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;In der Phänomenologie des Geistes be-schreibt Hegel eine Subjektivität, die sich in der Gewissheit gründet, gänzlich mit dem Guten übereinzustimmen. Diese Subjektivität wird deshalb „schöne Seele“ genannt und formt sich in zwei Schritten&lt;br /&gt; in der Bildung einer Innerlichkeit, die sich um die Gewissheit der eigenen Güte wölbt, und in der diskursiven Praxis, in der sie dafür Anerkennung sucht und anderen Subjekten Anerkennung erteilt oder verweigert. Sie beschränkt sich also auf eine Praxis des in Wort und Schrift niedergelegten Urteils und verzichtet auf jede anderweitig tätige „Kraft der Entäußerung“. Sie tut dies, weil das radikal gute Gewissen in jeder konkreten Aktion, die über eine bloße Äußerung hinausgeht, aufs Spiel gesetzt wird: Wer sich handelnd in die Welt ‚entäußert‘, setzt sich unumgänglich für bloß partielle Zwecke ein, wird oft auf mindestens einem Auge blind und selbst dann böse oder – um im Bild der ‚schönen Seele‘ zu bleiben – ‚hässlich‘, wenn er/sie dabei das Gute verfolgt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Wort und Schrift Anerkennung gewährend und verweigernd, erfährt die schöne Seele notwendig Widerspruch: Ihr wird gesagt, dass sie selbst ungerecht und also böse sei, da sie andere wegen ihrer Handlungen verurteilt, selbst aber nur insofern handelt, als sie über andere urteilt. Verweigert sie diesem Widerspruch wider besseren Wissens die Anerkennung, muss sie sich gegen ihn verhärten. Unschwer ist einzusehen, dass sich ihr ‚hartes Herz‘ auf dem Feld linker Politik in der kritischen Kritiker/in personalisiert, die jede/n der ‚unkritischen‘ Verstrickung ins Böse der Welt überführt, der ihr die Anerkennung verweigert. Unschwer einzusehen ist aber auch das Geheimnis der schönen Seele: die in der Schärfe der Verurteilung anderer nur mühsam verborgene Unfähigkeit, sich selbst auch handelnd auf die Welt ein-zulassen und sich dort die Hände schmutzig zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Das automatische Subjekt&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Variante des logischen Kerns kritischer Kritik analysiert ein auf 2002 datiertes Papier aus dem Wildcat-Zusammenhang. Kritische Kritik wird auch dort in einer ‚Seele‘, das heißt in einer besonderen Subjektivität verortet: im antideutschen ‚Habitus‘. Zu dessen Bildungsgeschichte gehört die Marxrezeption der ‚Neuen Deutschen Wertkritik‘, ihr subjektiver Gebrauchswert liegt in der Versicherung, selbst „über den Verhältnissen zu stehen“. Die Autor/innen zeigen, dass der antideutsch-wertkritische Antikapitalismus ein Spiegelbild des Diskurses ist, mit dem der herrschende ‚Zeitgeist‘ den Kapitalismus bejaht: Verwandlung der Welt in Ware, Reduktion der Wertschöpfung auf die ‚okkulte Fähigkeit‘ des Kapitals zur ‚Selbstverwertung‘, Verschwinden des Proletariats. Trotz ihres Unterschieds sind sich neoliberaler Zeitgeist und kritische Kritik einig, dass vom Kapitalismus heute nicht mehr als Klassenverhältnis und folglich nicht mehr als Klassenkampf gesprochen werden kann. Zwar wird, was der Zeitgeist abfeiert, wertkritisch als vom ‚Warenfetisch‘ gestifteter, undurchdringlicher ‚Verblendungszusammenhang‘ vereinzelter ‚Warennomaden‘ enthüllt – doch ist der Befund als solcher bei beiden der selbe. Befreiung ist deshalb nur noch in der quasi-hegelianischen Selbstaufhebung des Kapitals als des ‚automatischen Subjekts‘ der Geschichte möglich, in einer Art Implosion des Werts, die (im günstigen Fall) dialektisch in Kommunismus ‚umschlägt‘. Bis dahin gilt es, die Kritik wenigstens in Wort und Schrift vor dem ‚Praktizismus‘ der Linken und ihres ‚Arbeiterbewegungsmarxismus‘ zu ‚retten‘, der nicht auf die Dialektik des Werts, sondern auf die Kämpfe der Klassen setzt und sich im Zug dieser ‚Entäußerung‘ in die Welt zuletzt in Antisemitismus verkehren muss. Ganz im Sinn der Marx/Engels‘schen Kritik an den Junghegelianern wirft Wildcat der ‚Neuen Deutschen Wertkritik‘ deshalb vor, die Kritik und die Massen in einen prinzipiellen Gegensatz zu bringen, statt umgekehrt (O-Ton Marx/Engels) die „kommunistische Kritik“ mit der „Bewegung der großen Masse“ zu verbinden: Trotz der Verkehrung vom junghegelianisch-Positiven (automatische Durchdringung der Welt durch Vernunft) ins wertkritisch-Negative (automatische Durchdringung der Welt durch den Wert) teilen Junghegelianismus und Wertkritik die aggressive und schließlich zynische Verleugnung des subjektiven Faktors möglicher Befreiung, den die ‚kommunistische Kritik‘ im Klassenkampf der nicht nur urteilenden, sondern endlich handelnden Massen verortet. Bei Wildcat heißt es bündig: „Ein Selbstbefreiungsprozess wird von den antideutschen Wertkritikern ausgeschlossen.“&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Wovon nicht die Rede war&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Doch auch wenn alle kritische Kritik tatsächlich quasi-hegelianisch befangen ist und in der Verleugnung und Verleumdung der Klassenkämpfe zuletzt zynisch wird: Verkennung ist auch der Gegen-Kritik zuzuschreiben. Sie liegt in der bloß empirischen Form des Verweises auf Massenkämpfe. So erschöpft sich die Kritik kritischer Kritik oft in der Aufzählung von Beispielen ‚guter‘ Massen, aktuell meist im Verweis aufs neue Prekariat, die chinesischen Wanderarbeiter/innen oder die Migrant/innen aller Länder. Dabei wird übersehen, dass sich auch die antideutsche Massenskepsis auf empirische Beispiele berufen kann: nicht selten auf solche, die ‚links‘ übersehen oder gar verleugnet werden. In der ‚linken‘ Zurückweisung der nicht zu Unrecht im Problem des Antisemitismus gründenden Massenskepsis wird dann auch übersehen, dass mit ihr zumindest anfangs der Versuch unternommen wurde, den Impuls zu retten, der die Selbstbefreiung ursprünglich ans Proletariat verwies: „Oftmals kommt es mir vor, als wäre all‘ das, was wir unterm Aspekt des Proletariats zu sehen gewohnt waren, heute in furchtbarer Konzentration auf die Juden übergegangen. Ich frage mich, ob wir nicht (…) die Dinge, die wir eigentlich sagen wollen, im Zusammenhang mit den Juden sagen sollen, die den Gegenpunkt zur Konzentration der Macht darstellen“ (Adorno an Horkheimer, August 1948; man beachte allerdings den fragenden Status der Überlegung und das Verhältnis von Wollen und Sollen). Damit bin ich endlich bei meinem eigenen Punkt, dem Verweis auf das, was beiderseits übersprungen wurde. Genau besehen handelt es sich um zwei Punkte. Der erste liegt im Vor-Urteil beider Seiten, das ‚richtige‘ Verhältnis der Kritik, der Kämpfe und der Massen zueinander durch jeweils passende empirische Beispiele begründen zu wollen. So aber kann das Problem gar nicht gelöst werden – und zwar schlicht deshalb nicht, weil die Frage, ob die Massen zum Kommunismus oder nur zum ‚deutschen‘ Ressentiment fähig sind, empirisch erst dann entschieden ist, wenn die Geschichte der Klassenkämpfe so oder so ihren Abschluss erreicht hat. Deshalb können Linke der kritischen Kritik nur dann ein „Vertrauen auf die Massen“ (Mao) abverlangen, wenn sie sich dabei nicht allein auf real existierende Massen berufen. Stattdessen wäre die meist hirnlos nachgeplapperte Losung endlich ernst zu nehmen, das heißt allererst zu denken, in der es heißt: „Seien wir realistisch – versuchen wir das Unmögliche!“ Dies deshalb, weil die Selbstbefreiungsprozesse, auf die (nicht nur) Wildcat setzt, nur dann möglich sind, wenn sie zugleich unmöglich, das heißt eben kein ‚Faktum‘ des hier und heute Wirklichen, sondern ein empirisch weder zu beweisendes noch zu widerlegendes ‚Gegen-Wirkliches‘ sind. Damit ist zugleich gesagt, dass die Massen, auf die alle Kritik der kritischen Kritik setzt, nur dann selbst zum Subjekt der Kritik werden können, wenn sie wie jedes Subjekt erst einmal Adressat einer „ideologischen Anrufung“ (Althusser) sind, wenn sie auch von links her mit ihrem Namen – ‚Proletariat‘/‚Multitude‘ – adressiert werden. Was heißt das? Nicht mehr und nicht weniger als dass es nur dann zu einer Verbindung der Kritik und der Massen kommen wird, wenn es auch die Ideologie einer solchen Verbindung gibt und diese Ideologie gleichermaßen die Massen und die Kritiker/innen ‚ergriffen‘, also in einer Praxis zusammengebracht hat, die eine solche der Worte und der Taten, folglich eine organisierende Praxis sein muss. Damit überlasse ich die Frage nach dem subjektiven Faktor von Befreiung nicht einfach der Ideologie, sondern mache den Unterschied von Kritik bzw. Theorie und Ideologie zu einem Unterschied, der in die Ideologie fällt. Die wertkritische Krisis-Gruppe streift diesen Punkt dort, wo sie die Überwindung der Klassengesellschaft völlig zu Recht an die Selbst-Konstitution einer ‚Anti-Klasse‘ bindet: also an ein Subjekt, das der klassengesellschaftlichen Wirklichkeit nur insoweit angehört, als es sie zurückweist und überschreitet. Ein solches Subjekt kann dann aber, um das ein letztes Mal zu sagen, empirisch weder bewiesen noch widerlegt werden, weil es stets auch eine ideo-logische Konstruktion, eine Anrufung: die Nennung eines Namens ist.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Wovon nicht gesprochen wurde&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Dass die ideologische Anrufung un/möglicher kommunistischer Massen eine praktische Frage, das heißt eine solche der Organisation ist, geht natürlich auf Marx/Engels zurück. Tatsächlich war es kein Zufall, dass sich ihr Bruch mit den kritisch-kritischen Junghegelianer/ innen in dem Augenblick vollzog, als die beiden und einige andere 1846 in Brüssel, London und Paris ‚Kommunistische Korrespondenz-Komitees‘ gründeten: die Keime aller späteren Avantgardeparteien. Wenn solche Avantgarden bis heute gescheitert sind, liegt das allerdings genau wieder daran, dass es ihnen nicht gelang, Kritik und Massen/anrufung real-emanzipatorisch zu verbinden. Hier liegen deshalb das Recht und die Attraktivität der kritischen Kritik als einer Avantgarde ohne Massen: Sie verweist radikal auf dieses Scheitern und bejaht stattdessen den Unterschied zwischen real existierender Kritik und real existierenden Massen – bis zum Verfall in den Zynismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine produktive Wendung dieses Problems schlagen Deleuze/Guattari/Parnet mit ihrer Unterscheidung von Klassen- und ‚Minder-heits‘-Kämpfen und der dazugehörigen Forderung vor, Klassenkämpfe immer auch als Minderheitskämpfe und umgekehrt Minderheitskämpfe stets auch als Klassenkämpfe zu führen. Beziehen sich diese im Wortsinn auf das Klassenverhältnis, werden Minderheitskämpfe zwar stets gegen eine ‚Mehrheit‘ geführt, drücken darin aber entgegen dem Wortsinn kein Zahlenverhältnis aus. Stattdessen geht es im Unterschied Minderheit/Mehrheit eher um einen Unterschied in der Bildung von Subjektivität selbst. Mehrheitssubjekte repräsentieren stets die reale Existenz einer sozialen Kategorie und deren subjektbildende Macht. Dies lässt sich in den Kategorien der Nation wie der des Geschlechts, aber auch in der Kategorie der Klasse fassen, also am Beispiel des proletarischen Klassensubjekts, konkret an der ‚Mehrheits‘-Proletarier/in, dem Hassobjekt der kritischen Kritiker/in. Dagegen sind Minderheitssubjekte das, was sich der Macht solcher Kategorisierungen entzieht. Sie sind deshalb weniger besondere Subjekte als vielmehr ein subjektives ‚Minder-Werden‘: das, was einem nationalen, einem Geschlechts- oder auch einem Klassensubjekt ‚entflieht‘. Bezieht man diese Überlegungen auf den Unterschied der Kritik zu den real existierenden Massen (und den real existierenden Linken), dann wären die avantgardistische Selbstüberhöhung und der auf ihr Scheitern folgende zynische Verfall der Kritiker/in dann zu vermeiden, wenn die Kritik in diesem Unterschied ein ‚Minder-Werden‘ eröffnet, das zugleich – daran hängt alles! - ein ‚Minder-Werden‘ der Massen wäre, also ein Werden der Klasse zur Anti-Klasse. Ein erster Punkt ist dann, diesem Werden den Namen zu finden, unter dem es ideologisch angerufen und folglich praktisch werden kann: Zu zeigen wäre, dass dies gerade der Einsatz im Namen ‚Multitude‘ ist. Die ihm entsprechende Praxis ist heute schon eine solche neuer theoretischer Untersuchungen wie neuer Formen der Organisation – einer Organisation, die eine minoritäre und so verstanden eine postavantgardistische ist. Ihr erstes Ziel ist, das Minder-Werden sozialer Bewegungen in seinen nächsten Möglichkeiten anzusprechen und so zu seinem Möglich-Werden beizutragen. Ein solches Projekt setzt allerdings ein ‚Vertrauen auf die Massen‘ voraus, in dem die Kritik die Wette eingeht, dass die Anrufung von Massen im ideologischen Feld tatsächlich Selbstbefreiungsprozesse ‚trifft‘. Wer wettet, setzt auf ein Un/mögliches. Hört auf, schöne Seelen zu päppeln. Versucht das Un/mögliche. Versucht das selbst dann, wenn zwischen Kritik und Massen/praxis ein Rest bleibt, von dem je zu seiner Zeit zu reden ist.&lt;/p&gt;


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 <pubDate>Mon, 13 Dec 2010 11:56:28 +0000</pubDate>
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 <title>Kultur</title>
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                    &lt;p&gt;&lt;em&gt;„Kein Ausdruck bietet sich mehr an, der nicht zum Einverständnis mit herrschenden Denkrichtungen hinstrebte, und was die abgegriffene Sprache nicht selbständig leistet, wird von den gesellschaftlichen Maschinellen präzis nachgeholt.&quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h4&gt;1&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Kein Ausdruck bietet sich mehr an, der nicht zum Einverständnis mit herrschen­den Denkrichtungen hinstrebte, und was die abgegriffene Sprache nicht selbständig leistet, wird von den gesellschaftlichen Maschinellen präzis nachgeholt.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref1_yabphhm&quot; title=&quot;Adorno, T./Horkheimer, M.: Dialektik der Aufklärung.- Leipzig: Reclam, 1989.- 5. 10&quot; href=&quot;#footnote1_yabphhm&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden hier nicht definieren. Uns gilt das Wort einer Sprache, benutzt und geprägt durch eine gesellschaftliche Realität, welche in sich zerrissen ist, zur Besinnung auf das Destruktive. Bleibt es dem Feind überlassen, &lt;em&gt;„verliert das blindlings pragmatisierte Denken seinen aufhebenden Charakter, und darum auch die Beziehung auf Wahrheit.&quot;&lt;/em&gt; &lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref2_p0hmbb1&quot; title=&quot;ebd. S. 11&quot; href=&quot;#footnote2_p0hmbb1&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die in der Wissenschaft unendlichen Versuche einer einheitlichen und funktionalen Definition des Begriffes, zeugen vom Bemühen, die destruktive Seite zu verdecken und ihn durch ein Neutrum zu ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Begriff der Kultur war niemals ge­setzt als Opposition. Verkündend den Stolz des privilegierten Geistes, der im wahrhaften Werk von Kunst und Philosophie die Freiheit vorwegnahm kraft seiner Autonomie gegenüber allem irdischen Übel, schmarotzte er doch am immerwährenden Elend der unter­drückten und ausgebeuteten Massen, derer er bedarf. So entkam er nicht der Antinomie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Setzung des neutralen Begriffs als genaueste Bezeichnung des Realen verdrängt den kritischen Gehalt und das schlechte Gewissen, welches in der Sprache der Alten in der Kluft zwischen Wirklichkeit und Begriff sich noch verriet. Zur Deckung gebracht, verschwindet in der Identität der letzte Rest von Wahrheit, &lt;em&gt;„der ganze Anspruch der Erkenntnis wird preisgegeben. Er besteht nicht im bloßen Wahrnehmen, Klassifizieren und Berechnen, sondern gerade in der bestimmenden Negation des je Unmittelbaren.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref3_3rlloog&quot; title=&quot;ebd. S. 41&quot; href=&quot;#footnote3_3rlloog&quot;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Sinn dieses Aufsatzes liegt im Herantasten an die Problematik, die der Begriff der Kultur für die dialektische Theorie enthält. Die Darstellung der Texte kann die Arbeit mit und an ihnen nicht ersetzen, zumal als Steinbruch benutzt und geplündert, ihre Verkürzung, auch Verflachung sicher ist. Das lesen der Auf­sätze selbst, und das sind insbesondere Walter Benjamins „Thesen zur Ge­schichte&quot;, Herbert Marcuses Aufsätze „Über den affirmativen Charakter der Kultur&quot; und „Bemerkungen zu einer Neubestimmung der Kultur&quot; und der Adornos „Kulturkritik und Gesellschaft&quot; und die, zusammen mit Horkheimer geschriebene „Dialektik der Aufklärung&quot;, wird lohnend sein. Vielleicht kann dieser Text dazu anregen, zumal die Aus­einandersetzung mit dem Stoff in seiner Problematik der einfachen Negation und Denkstruktur sich widersetzend, zur Beunruhigung des beruhigten links­radikalen Geistes werden kann. Eine Dialektik, welche nicht damit rechnet, an jedem Punkt einer erreichten Identität und Erkenntnis zugleich an einem des Zusammenbruchs, der Verzweiflung und des Chaos zu sein, verdient nicht diesen Namen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;2&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Ist der Begriff der Kultur für den historischen Materialisten ein problematischer, so ist ihr der Zerfall in Güter, die der Menschheit ein Objekt des Besitzes würden, ihm eine unnachvollziehbare Vorstellung. Das Werk der Vergangenheit ist ihm nicht abgeschlos­sen. Keiner Epoche sieht er es dinghaft, handlich in den Schoß fallen, und an keinem Teil. Als ein Inbegriff von Gebilden, die unabhängig, wenn nicht von dem Produktionsprozeß, so doch von dein, welchen sie überdauern, betrachtet werden, trägt der Begriff der Kultur einen fetischistischen Zug. Sie erscheint verdinglicht.&lt;/em&gt;&quot;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref4_f0rw4ya&quot; title=&quot;Benjamin, W.: Eduard Fuchs, der Sammler und der Historiker.- in Allgemeinkulrurelle Erfahrung Leipzig: Reclam, 1984.- S. 260&quot; href=&quot;#footnote4_f0rw4ya&quot;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;3&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Norbert Elias schreibt im ersten Kapitel seines Buches „Über den Prozeß der Zivilisation&quot;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref5_qpbepdu&quot; title=&quot;siehe Elias, N.: Über den Prozeß der Zivilisation.- Frankf.: Suhrkamp, 1984.-&quot; href=&quot;#footnote5_qpbepdu&quot;&gt;5&lt;/a&gt; über die Soziogenese der Begriffe der „Zivilisation&quot; und der „Kultur&quot;. Nach ihm ist der spezifische Begriff, der das nationale Selbst­bewußtsein der Deutschen zum Ausdruck brachte (u. immer noch/wieder mal bringt), der der „Kultur&quot;. Ökonomische, politische und gesellschaftliche Fakten, die im deutschen Sprachgebrauch als „Zivilisation&quot; bezeichnet werden, und eben nur als bloße Oberfläche menschlichen Daseins galten, gehen in diesen nicht mit ein. Ist im französischen und englischen Sprachgebrauch „Zivilisation&quot; die Einheit aller Faktoren, menschlichen Haltungen und Leistungen, die das Selbstbewußtsein ergeben, wird im deutschen Sprachgebrauch zwischen religiösen, künstlerischen und geistigen Fakten und denen der unmittelbaren Daseinsweise, dem Reich der Notwendig­keit zugehörigen, scharf unterschieden. „Kulturell&quot; ist nicht, was an sich existiert, sondern, was ein bestimmtes Produkt an Wert und Charakter, nach Anstrengung aufzeigen kann. Akzentuiert der Zivilisationsbegriff mehr, was allen Menschen gemeinsam ist, bzw. werden soll, hat der Kulturbegriff die Tendenz zur Abgrenzung, zur besonderen Hervorheb­ung der besonderen Eigenart der Gemeinschaft im Unterschied zu anderen. Wie die Trennung von „Natur&quot; und „Kultur&quot; in der Gegenüberstellung von Naturmensch und Kulturmensch ihren eurozentrischen Niederschlag fand, so wurde die Unterscheidung von „Kultur&quot; und „Zivilisation&quot; als einmal geistiger und andererseits materieller Umgestaltung insbesondere in Deutschland zum spätbürgerlichen Selbstbild „kultureller&quot; Höherwertigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Elias spricht von einer Fixierung des Kulturbegriffs auf Statisches, Gewordenes, auf die Produktion eines autonomen Geistes, die in Deutschland über die „Kulturnation&quot; der Kompensation einer nicht existenten „Staatsnation&quot; dienen sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Mit dem langsamen Aufstieg des deutschen Bürgertums aus einer zweitrangigen Schicht zum Träger des deutschen Nationalbewußtseins und schließlich - sehr spät und bedingt - zur herrschenden Schicht, aus einer Schicht, die sich zunächst vorwiegend in der Abhebung gegen die höfisch-aristo­kratische Oberschicht, dann vorwiegend in der Abgrenzung gegen konkurrierende Nationen sehen oder legitimieren mußte, ändert auch die Antithese „Kultur&quot; und „Zivilisation&quot; mit dem ganzen Bedeutungsgehalt, der dazugehört, ihren Sinn und ihre Funktion: Aus einer vorwiegend sozialen wird eine vorwiegend nationale Antithese.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref6_yk8eker&quot; title=&quot;ebd. S. 37&quot; href=&quot;#footnote6_yk8eker&quot;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Freilich übersieht hier Elias die viel tiefer liegende Wurzel der Dichotomie „Kultur&quot; und „Gesellschaft&quot;, später „Zivilisation&quot; als eine soziale: daß die Erkenntnis des Guten, Wahren und Schönen einen Bezug zur Praxis hat, war Kernbestand der antiken Philosophie. Bei Platon ist der wahre Philosoph zugleich der wahre Staatsmann. Der Wechsel zum Verzicht auf den Eingriff war historisch erzwungen. Indem die geistige Tätigkeit sich jeder Verantwortung, gegen die schlechte Wirklichkeit zu kämpfen und in sie verbessernd einzugreifen, entledigt, ist dies vielleicht realistisch. Doch damit werden die antagonistischen Wider­sprüche ontologisiert, als unabänder­liche, weil dem Prinzip der Bewegung gehorchend, unabhängig von mensch­licher Erkenntnis und Praxis, gesetzt. Die geistige Beschäftigung mit den Ideen und Werten, als purer Selbstzweck, ist als Reich der Freiheit über das der Notwendigkeit erhoben, Muße, Luxus und Beruf einer privilegierten Schicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Die Trennung des Zweckmäßigen und Notwendigen vom Schönen und vom Genuß ist der Anfang einer Entwicklung, welche das Feld freigibt für den Materialismus der bürgerlichen Praxis einerseits und für den die Stillegung des Glücks und des Geistes in einem Reservatbereich der &#039;Kultur&#039; andererseits.&quot;&lt;/em&gt; &lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref7_mfieytq&quot; title=&quot;Marcuse, H.: Über den affirmativen Charakter der Kultur.- Franf.: Suhrkamp, 1965.- S. 60&quot; href=&quot;#footnote7_mfieytq&quot;&gt;7&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;4&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Die Sublimierung der ‚repressiven Kräfte, welche die Widersprüche in eins bindet, Eifüllung und Entsagung, Freiheit und Unterwerfung&#039; und zwar unerbittlich, ist eben in der Verachtung die Achtung des Verneinten.&quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Daß die geistige Kultur also die materielle Kultur verachtete, ist einerseits Indiz für die Verächtlichkeit dieser Realität, wie der Achtung, die das Individuum dieser Wirklichkeit, deren Teil es ist, entgegenzubringen hat - wie der Achtung, die das Individuum gegen sich selbst aufbringt. Die Ambivalenz der Sache stört die Systeme nicht derart, daß sie nicht können nebeneinander existieren, wohl aber, daß das eine in Rücksichten, besser zu sagen vielleicht Rückkopplung, auf das andere existiert. Dieses Nebeneinander existieren können, ist die Chance für Marcuses mit der gegebenen Wirklichkeit versöhnt werden zu können.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref8_d9xi9f5&quot; title=&quot;Feistner, K.: Wartesaal.- (Manuskript) Berlin: 1991.- S. 23&quot; href=&quot;#footnote8_d9xi9f5&quot;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach Marcuse&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref9_346ij7m&quot; title=&quot;siehe Marcuse, I-1.: Über den affirmativen Charakter der Kultur.&quot; href=&quot;#footnote9_346ij7m&quot;&gt;9&lt;/a&gt; ist der bürgerliche Kulturbegriff erst dann ausgebildet, wenn, (im Gegensatz zu Aristoteles) das Gute, Wahre und Schöne als allgemeinverpflichtende Werte behauptet sind, die von „oben her&quot; auch den Bereich des Notwendigen, den Kampf ums alltägliche Dasein durchdringen und verklären sollen. An die Stelle des Privilegs der geistigen Auseinandersetzung für nur bestimmte gesellschaftliche Schichten tritt die These von der Allgemeinheit und der Allgemeingültigkeit der „Kultur&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die freie Konkurrenz, die die abstrakte, d. h. formale Gleichheit der Menschen fordert und schafft, verlangt auch eine „kulturelle&quot; Praxis, die nicht nur den Umgang mit ideellen Gütern allen Individuen erlaubt, sondern jedes, un­abhängig von Klasse oder Geschlecht, den nun „allgemeingültigen&quot; Werten verpflichtet, sie in ihr Leben aufzuneh­men.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die geistig-seelische Welt als ein selbständiges Wertreich von der materiellen abgehoben, behauptet sich für jeden als eine unbedingt zu bejahende, wertvollere Welt, in welcher sich das Individuum, weil eben wesentlich verschieden von der tatsächlichen Welt des alltäglichen Da­seinskampfes, emanzipieren und verwirk­lichen kann. Die bürgerliche Befreiung der Individuen bedeutet also die Ermöglichung eines neuen Glücks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber die abstrakte Gleichheit der Individuen in der kapitalistischen Produktion und Reproduktion realisiert sich als konkrete Ungleichheit. Der Widerspruch, der sich ergibt einerseits aus dem universalen Charakter der Forderung nach Gleichheit für alle Menschen und andererseits aus dem Stehenbleiben bei der abstrakten Gleichheit als notwendige Bedingung der Herrschaft, verschafft sich seine Bewegungsform durch die „affirmative Kultur.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Die Kultur soll die Sorge für den Glücksanspruch der Individuen übernehmen. Aber die gesellschaftlichen Antagonismen, die ihr zugrundeliegen, lassen den Anspruch nur als verinnerlichten und rationalisierten in die Kultur eingehen.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref10_z09nk6r&quot; title=&quot;ebd. S. 67&quot; href=&quot;#footnote10_z09nk6r&quot;&gt;10&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„So wird aus der Forderung ein Postulat, aus dem Gegenstand eine Idee. Die Bestimmung des Menschen, dem die allgemeine Erfüllung in der materiellen Welt versagt ist, wird als Ideal hypostasiert.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref11_ua08ghc&quot; title=&quot;(11) ebd. S. 66&quot; href=&quot;#footnote11_ua08ghc&quot;&gt;11&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Realisierung des Ideals betrifft nicht die Veränderung der Wirklichkeit, son­dern ein Geschehen in der Seele. Freiheit der Seele entschuldigt die Unterwerfung und Knechtschaft des Leibes. Trotz aller Hemmnisse kann die Seele sich entfalten. Nicht einbezogen in den Arbeitsprozeß und frei von jeder Verdinglichung, wird sie als Sphäre individueller Verwirklich­ung und Befriedung gehütet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der Idee der Seele, die &lt;em&gt;„die nicht­leiblichen Vermögen, Tätigkeiten und Eigenschaften des Menschen zu einer unteilbaren Einheit zusammenfaßt, - eine Einheit, welche sich in allem Verhalten des Individuums manifest durchhält und erst seine Individualität konstituiert&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref12_53s82gg&quot; title=&quot;ebd. S. 7&quot; href=&quot;#footnote12_53s82gg&quot;&gt;12&lt;/a&gt;, protestiert die affirmative Kultur gegen den kapitalistischen Verwertungsprozeß und macht ein beglücktes Dasein innerhalb der schlechten Wirklichkeit möglich. Die Seele hält dem leiblichen Elend ihre Schönheit, der Prostitution des Geistes mit der Macht ihre Reinheit, der geistigen Verurteilung des Bestehenden ihr Verständnis und Einfühlung des Bestehenden entgegen. Das seelisch- beglückte Dasein ist von Anfang an mit der Bindung der Sinnlichkeit an die Seele erkauft. &lt;em&gt;„Freigabe der Sinnlichkeit wäre Freigabe des Genusses.&quot;&lt;/em&gt; (13) Aber die bürgerliche Gesellschaft läßt die reale Möglichkeit zur Befriedigung sinnlicher Bedürfnisse nicht zu und ist im Gegenteil zur Disziplinierung unbefriedigter Massen gezwungen. &lt;em&gt;„Es wird eine der entscheidenden Aufgaben der kulturellen Erziehung, den Genuß zu verinnerlichen durch Beseelung. In dem die Sinnlichkeit in das seelische Geschehen hineinge­nommen wird, soll sie gezügelt und verklärt werden. Aus der Verkoppelung von Sinnlichkeit und Seele erwächst die bürgerliche Idee von Liebe.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref13_zmbqf7z&quot; title=&quot;ebd. S. 7&quot; href=&quot;#footnote13_zmbqf7z&quot;&gt;13&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als eigentliches Bewährungsfeld der Seele soll die Liebe Festung gegen alle Unbeständigkeit und Not, &lt;em&gt;„die indivi­duelle Überwindung der monadischen Isolierung&lt;/em&gt;&quot; sein. Ihr Verlangen nach Ausschließlichkeit, Treue als notwendiger Garant für ihr Bestehen, verpflichtet von der Seele her auch die Sinnlichkeit. &lt;em&gt;„Aber die Beseelung der Sinnlichkeit mutet dieser etwas zu, was sie nicht leisten kann, sie soll dem Wechsel und der Veränderung entzogen und in die Einheit und Unteilbarkeit der Person hineingenommen werden. An diesem einen Punkt soll eine prästabilierte Harmonie zwischen Innerlichkeit und Äußerlichkeit,&amp;nbsp; Möglichkeit und Wirklichkeit bestehen, welche gerade durch das anarchische Prinzip der Gesellschaft überall zerstört ist. Dieser Widerspruch macht die ausschließende Treue unwahr und verkümmert die Sinnlichkeit, welche in der verstohlenen Gemeinheit des Spießbürgers einen Ausweg findet“.&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref14_p3cf3as&quot; title=&quot;ebd. S. 80&quot; href=&quot;#footnote14_p3cf3as&quot;&gt;14&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist im bürgerlichen Alltag die Liebe zur bloßen Pflicht und Gewohnheit verkom­men, wird sie in der Kunst erhöht. Weniger als die Philosophie und die Religion ist die Kunst zu einer Antwort auf die aktuellen gesellschaftlichen Widersprüche verpflichtet und gestaltend nach den Gesetzen der Schönheit kann sie eine Welt der Harmonie und des Glücks, entgegen aller Resignation und Hoffnungslosigkeit, malen. Sie spendet Trost, beruhigt und befriedet in dieser Welt und vermittelt zugleich eine höhere Wahrheit, in dem sie als Ausdruck von Schmerz und Sehnsucht die Welt negiert. Hatten die Ideen des aufstrebenden Bürgertums einen progressiven und über das Erreichte auf Mögliches hinaus­weisenden Charakter, &lt;em&gt;„so treten sie im steigendem Maße mit der sich stabili­sierenden Herrschaft des Bürgertums in den Dienst der Niederhaltung un­zufriedener Massen und der bloßen rechtfertigenden Selbsterhebung: sie verdecken die leibliche und psychische Verkümmerung des Individuums.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref15_c7bx7bu&quot; title=&quot;ebd. S. 66&quot; href=&quot;#footnote15_c7bx7bu&quot;&gt;15&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Individuum kann sich erheben, ohne die tatsächliche Erniedrigung zu beseitigen. Die in der bürgerlichen Ge­sellschaft befreiten Individuen haben ihre Sehnsucht nach Menschlichkeit, Ge­rechtigkeit und Solidarität mit dem affirmativen Vorzeichen versehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Seelische Bildung und seelische Größe einigt Ungleichheit und Unfreiheit der alltäglichen Konkurrenz im Reich der&#039; Kultur, darin die Individuen als gleiche und freie Wesen eingehen.&quot;&lt;/em&gt; Die glücklose Vergänglichkeit des schlechten Daseins aufzulösen vor der Notwendigkeit des Glücks, war eine der entscheidensten gesellschaftlichen Aufgaben der affirmativen Kultur. In dem sie das, freilich scheinbar nur, konnte, war sie &lt;em&gt;„die gesellschaftliche Form, in der die über der materiellen Reproduktion des Daseins hinausgehenden Bedürfnisse der Menschen aufbewahrt blieben.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref16_cjx8bg6&quot; title=&quot;ebd. S. 88&quot; href=&quot;#footnote16_cjx8bg6&quot;&gt;16&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;5&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Die glückliche Ehe zwischen dem menschlichen Verstand und der Natur der Dinge, die er im Sinne hat, ist patriarchal: der Verstand, der den Aberglauben besiegt, soll über die entzauberte Natur gebieten. Das wissen, das Macht ist, kennt keine Schranken, weder in der Ver­sklavung der Kreatur noch in der Willfährigkeit gegen die Herren der Welt.&quot; „Technik ist das Wesen dieses Wissens. Es zielt nicht auf Begriffe und Bilder, nicht auf das Glück der Einsicht, sondern auf Methode, Ausnutzung der Arbeit anderer, Kapital.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref17_3mbrzc9&quot; title=&quot;Adorno, T.: Dialektik der Aufklärung.- Leipz.: Reclam, 1986.-S. 17&quot; href=&quot;#footnote17_3mbrzc9&quot;&gt;17&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Greifen wir Beispiele des innerhalb des Zivilisationsprozesses geschaffenen Kapitals, die außerhalb der Fabrik und ihrer Rationalisierung liegen: Urbanisie­rung&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref18_69yk22p&quot; title=&quot;siehe Stadtgesellschaft und Kindheit im Prozeß der Zivilisation. Oplachen: 1990,-  Leske&quot; href=&quot;#footnote18_69yk22p&quot;&gt;18&lt;/a&gt; als Teil und Motor des „Zivilisationsprozesses&quot;, in der eine soziale Konfiguration von Menschen etabliert und so „modernisierte&quot; Verhal­tensstandards, Persönlichkeitsstrukturen und Mentalitäten, z.T. gegen Widerstände durchgesetzt wurden, ist Teil der Tendenz zur totalen Verdinglichung des Alltags. In der Hygienepolitik ging es darum, die insgesamt von den wuchernden Unterschichten ausgehende politische Bedrohung durch gezielte Maßnahmen zu deren „Hebung&quot; zu entschärfen und zugleich ein gesundes und leistungs­fähiges Arbeitskräftepotential zu schaffen. Im Prozeß der inneren Staatsbildung setzte der aufklärerische Impetus zur Optimierung der Gesellschaft durch Verwissenschaftlichung, Armenfürsorge und Gesundheitspolitik mit der Reinigung und Ordnung des öffentlichen Raumes ein.&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref19_s20uyai&quot; title=&quot;ebd. S. 44&quot; href=&quot;#footnote19_s20uyai&quot;&gt;19&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hygienisierung bewirkt nicht nur die Durchsetzung neuer Normen und Standards (zuerst in Institutionen mit städtisch-öffentlichen Zugriff wie Militär, Hospiz und Knast, dann auch im privaten Bereich), sondern bedeutungsvolle gesellschaftliche Wandlungsprozesse:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Absonderung der Individuen in der Öffentlichkeit und privaten Leben (Menschenansammlungen, seperate Schlafzimmer), Individualisierung;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Schichtenspezifische Segretierung (städtisches Proletariat, unterbäuerliche Schichten);&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die Betonung geschlechtsspezifischer Andersartigkeit; Frau trug Verantwortung für die Reinlichkeit der Privatsphäre (Hausfrauisierung), Überhöhung körper­licher Reinlichkeit als Wahrzeichen allgemeiner Sittlichkeit und bürgerlicher Normerfüllung ( sauberer, geruchsloser Männerkörper als Indiz für Leistungs­stärke; sauberer, duftender Frauenkörper als erotisches Versprechen). Verhäuslichung als ein Gestaltungprin­zip, das darauf basiert, soziale Handlung mit Hilfe dauerhafter Befestigungen voneinander zu isolieren, grenzt auf qualitativ neuartige Weise Handlung­sräume der Menschen ein.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Sie eignet sich - neben anderen „Sozialtechnologien&quot; - vorzüglich, um gesellschaftliches Handeln langfristig, zielgerichtet, plan - und präzise wiederholbar, somit über Zeiten und beteiligte Personen hinweg berechenbar zu gestalten. Durch Verhäuslichung lassen sich Handlungs-Sequenzen jedoch auch wirkungsvoll hierarchisieren, sozial kontrollieren oder mit unterschiedlichen materiellen Ressourcen ausstatten.&quot;&lt;/em&gt; &lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref20_tb4wkqt&quot; title=&quot;ebd. S. 143&quot; href=&quot;#footnote20_tb4wkqt&quot;&gt;20&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie steigert die Effizienz ökonomisch produktiver Handlungskontexte und trägt zur Optimierung reproduktiven, konsumtiven Handelns bei, begünstigt den Prozeß der Individualisierung, entfaltet personenorientierte Bedürfnisse, Handlungsziele und Lebensstile, die den dann angebotenen Formen verfügbar werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wandlungsprozesse auf gesamtge­sellschaftlicher Ebene, die Staatsbildung (Zentralisierung) muß einhergehen mit einem Wandel von Verhalten und Normen auf individueller Ebene. Also einerseits führen Sozialkontrolle, durchge­setzte Normen und Vorschriften auf individueller Ebene zur Regulierung des Affekthaushalts und zur Veränderung der Triebstruktur und andererseits entstehen durch die Herausbildung einer diffe­renzierten Selbstkontrolle staatliche Organe mit alleinigem Gewaltmonopol.. Die unberechenbare, rohe körperliche Gewalt ist freilich höchstens zwischen Männern (im Gegensatz der gegenüber Frauen, Kindern, Alten) tendenziell verschwunden, sozial geächtet. Und im öffentlichen Raum verhindert als un­mittelbare, impulsive Äußerung wird dieser Tatbestand für Kapitalinteressen funktionalisierbar und somit Teil eines, für das Funktionieren des Leistungs­prinzips unverzichtbaren Regimes über die Triebstruktur seiner Individuen ( siehe: Marcuse „Triebstruktur und Gesellschaft&quot;). Kann über den Pro­duktionsprozeß die Sublimierung unterdrückter sexueller Libido nicht mehr gewährleistet werden, muß in dem Maße ein System kompensatorischer Mechanis­men in Kraft treten (von der Sport­veranstaltung bis zur erlaubten Verge­waltigung der Ehefrau).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Zu revolutionieren die Produktivkräfte in universaler Weise innerhalb der bornierten Verhältnisse, ist die Funktion der auf dem Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit basierenden Formation der Gesellschaft.&lt;/em&gt;&quot;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref21_mxoe0px&quot; title=&quot;Feistner, K.: Wartesaal. S. 18&quot; href=&quot;#footnote21_mxoe0px&quot;&gt;21&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Produktivkräfte, hier gefaßt nicht nur die Produktionsmittel, -gegenstände, Natur, Technik, Mensch mit einer not­wendigen Persönlichkeitsstruktur, die Arbeit zu ertragen, sondern auch all die Verhältnisse (soziale, ideologische), die notwendig zur Aufrechterhaltung der Klassengesellschaft sich erweisen. Die Frage nach den Reproduktions- und Produktionsverhältnissen, den notwen­digen Bedingungen, also wodurch Arbeit zur Lohnarbeit/Gratisarbeit/wertschaf­fender, der fremden Aneignung zufallender Arbeit, werden kann. Ist dieses Revolutionieren der Produktiv­kräfte in universaler Weise zusammenzu­bringen mit dem, was als Prozeß der Zivilisierung oder Modernisierung bezeichnet wird? Es handelt sich um die Schaffung neuer Verwertungsbeding­ungen innerhalb eines hegemonialen Verhältnisses, notwendig für&#039;s Kapital seinen Fraß zu sichern, ökonomischen Wert. Er läßt sich schöpfen nur da, wo, indem was vorher als Nicht-Wert existierte, Gebrauchswert erhält.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zivilisierung/Modernisierung erscheint dann als Projekt der „Vergesellschaftung&quot;, mit Hartmann zu sprechen als Kampfprojekt des Kapitals der technischen Formalisierung und sozialen Organisation, sprich sozialen Zerstörung des Alltags und der kollektiven Formen, als Zurichtung zum Gebrauchswert, im Faschismus seine optimierteste Gestalt erreichend. &lt;em&gt;„Es ist die Bilanz von realen hunderten Millionen Hungertoten der drei Kontinente und sozialen Zerstörungen nie gekannten Ausmaßes, aus der die Werte in das Wachstum der metropolitanen Gewaltoffensive eingespeist wurden, die sich in der Hochrüstung der sozialen Fabrikisierung materialisierte.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref22_zswurj7&quot; title=&quot;Hartmann, D.: Leben als Sabotage.- Berlin, 1991.- S. 11&quot; href=&quot;#footnote22_zswurj7&quot;&gt;22&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;6&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Marcuse schreibt 1935 in Paris angesichts der faschistischen Herrschaft:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Die kulturelle Vereinzelung der Individuen zu in sich geschlossenen Persönlichkeiten entspricht immerhin noch einer liberalen Methode der Disziplinierung, die über einen bestimmten Bereich privaten Lebens keine Herrschaft erfordert.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref23_ibm34lm&quot; title=&quot;Marcuse, H.: ebd. S. 92&quot; href=&quot;#footnote23_ibm34lm&quot;&gt;23&lt;/a&gt; Mit der „totalen Mobilmachung&quot; nötig gewordene Unterwerfung der Individuen als Ganze durch den totalitären Staat, werden die &lt;em&gt;„um die Idee der Persönlichkeit zentrierten, fortschrittlichen Momente der Kultur&quot;&lt;/em&gt; negiert. &lt;em&gt;„Die Selbstaufhebung der affirmativen Kultur beginnt&quot;. &lt;/em&gt;Die abstrakte innere Allgemeinheit in Erscheinung eines hoch über den gesellschaftlichen Widersprüchen liegendes Reich der kulturellen Solidarität, wird ersetzt durch eine ebenso abstrakte, äußere Gemeinschaft: eine falsche Kollektivität definiert über Rasse, Volkstum, Blut und Boden. Idealistische Verinnerlichung und heroische Veräußerlichung haben die selbe Funktion:&lt;em&gt; „Entsagung und Einordnung in das Bestehende, erträglich gemacht durch den realen Schein der Befriedigung.&quot;&lt;/em&gt; Die idealistische, affirmative Kultur war als Interessenvertreterin für alle Individuen, deren Existenz an die Erhaltung jener Ordnung gebunden war, in die die Kultur selbst verflochten und als Instrument realer Herrschaft diese legitimierte und stützte, geeignet zu einer Konditio­nierung, die die &lt;em&gt;„befreiten Individuen&quot;&lt;/em&gt; freiwillig in einer „&lt;em&gt;Solidargemeinschaft&lt;/em&gt;&quot; des autoritären Staates organisierte. Schwäche und Irrationalismus in Kritik und Protest der bürgerlichen Kultur gegen ihre neue Gestalt (national­sozialistische) rührt her von dieser Verflochtenheit. Im dumpfen Aufbe­gehren der Bestien gegen die „&lt;em&gt;Kultur&lt;/em&gt;&quot;, die sie ausschließt, verfällt der Faschist doch dem Glauben an Kultur als solcher: Kultur als Ornament von Herrschaft, als organisierte Freizeitgestaltung, Natur­romantik und Sonntagsglück. War dem Nationalsozialismus der Kulturbetrieb die letzte Oase bürgerlicher Sicherheit und Ausflucht, mit der man sich der politischen Entscheidung entziehen kann (Jünger), die Beschäftigung mit den&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Idealen einer objektiven Wissenschaft und einer Kunst, die um ihrer selbst willen besteht&quot;&lt;/em&gt; bloße Verschwendung, hat die Kultur sich nun im Dienst der stärksten ökonomischen Interesen neu zu bestimmen. Kultur in Gestalt des Utilitarismus in dem materiellem Lebensprozeß zurückgenommen, heißt Bereicherung, Verschönerung und Sicherung des Staates gesellschaftlich funktional im Interesse der ökonomisch mächtigsten Gruppen, Ästhetisierung der Politik. &lt;em&gt;„So ist dieser Abbau der Kultur ein Ausdruck der höchsten Tendenzen, welche der affirmativen Kultur schon seit langem zugrunde liegen.&quot;&lt;/em&gt;&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref24_qmwanox&quot; title=&quot;ebd. S. 97&quot; href=&quot;#footnote24_qmwanox&quot;&gt;24&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;7&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Heute ist der Kulturbegriff, der aufging in den Vorstellungen des Bildungs­bürgertums, tendenziell als altmodisch und elitär abgewiesen. Denn heutige Konsumentenkultur prahlt, kein Luxus und Snobismus zu sein und Bestand hat nur, was eindeutig seinen Zweck erfüllt. Die „Alternativkultur&quot;, aber auch schon das Gerede von den „Subkulturen&quot;, waren die ersten deutlichen Anzeichen der politisch-ideologischen Reaktion auf die antiimperialistische Revolte von &#039;68, in der, nach Auflösung ihrer gesamtgesell­schaftlichen Vision die Unterscheidung der Menschen nach Reichtum, Macht und Handeln durch die Unterscheidung von verschiedenen „Kulturen&quot;, die Diskussion über politische Inhalte durch die Über Lebensstile, die politische Solidarität durch „Gemeinschafterlebnisse&quot; ersetzt wurden. Unterschiedliche Konsum­gewohnheiten werden zu unterschied­lichen „Kulturen&quot;. Über den mit viel Gezeter beklagtem Auseinanderfall der Nation in eine „etablierte&quot; und eine „alternative&quot; Kultur einerseits und über den von den Modeindustrien angeheizten und verwerteten „kulturellen Voyeurismus&quot; gegenüber den exotisierten „Anderen&quot;, den fremden „Kulturen&quot; andererseits, konstuiert sich negativ ein neuer, alter Nationalismus, definiert über „Kultur&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das durch die nukleare Aufrüstung aufkommende Gefühl der Bedrohung durch die Supermächte und das Interesse an fremder „Kultur&quot; und Folklore (freilich nicht am Menschen), waren entschei­dende Momente einer Konditionierung im Sinne einer „falschen &quot;Kollektivität.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese ideologische Formierung über den Begriff der „Kultur&quot;, welche innerhalb einer Klassengesellschaft stattfindet, in der reale Machtzentren mit Definitions­macht im Sinne bestimmter Interessen sich durchsetzen, hat Bedingungen, die unter folgenden Punkten zusammengefaßt werden könnten:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;die nach dem Faschismus bisher weitestgehend unmögliche Benutzung der Kategorien „Rasse&quot;, „Heimat&quot;;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die Ablehnung der bisherigen Definition der „Kultur&quot; als eine im wesentlichen die geistigen und künstlerischen Werke und deren Beschäftigung mit ihnen, betreffende;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;der damit verbundene Übergang von einem wertenden zu einem wertfreien Begriff, begünstigt durch den aus der Wissenschaft kommenden Begriff der „Alltagskultur&quot; ‚der verwässert in die Alltagssprache eingeht, damit aber auch den transzendenten Gehalt, der bisher in diesen Begriff eingeschlossen war, beseitigt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die durch die Entlehrung der bisherigen inhaltlichen Bestimmung preisgegebene Willkür an Maßstäben subjektiver Interessen - Klassifizierungs­fähigkeit; - Beibehaltung des Nimbus; - die Eignung der Kategorie, mit ihr bestimmte Sachverhalte zu ontologisieren,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die Eignung zum Gleichsetzen mit der Kategorie „Natur&quot;. Insofern die gesell­schaftlichen und ideologischen Verhält­nisse in der DDR gänzlich verschiedene zu denen der BRD und die Ausbreitung der Warenform zurückgedrängt war, mußte die Kultur, Kulturpolitik und -kritik andere Inhalte und Formen annehmen. Sich der Widersprüchlichkeit der „realsozialistischen&quot; Verhältnisse zu stellen, wäre das Thema einer gesonderten Arbeit.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Nationale Kultur&quot; &lt;/em&gt;wird als ein System gedacht, was die Unterscheidung von „anderen&quot;, „fremden&quot; und „kulturellen&quot; Teilsystemen ermöglicht und grund­sätzlich erlaubt, je nach ideologischer Denkfigur, diese, als vorhanden gesetzte, entweder in kolonialer Manier in ihrem Anderssein zu negieren und (z.B. nach mißglückter Assimilation) abzuwerten, oder aber differentialistisch in absoluter Affirmation der „kulturellen&quot; Eigenarten der dazugehörigen reinen Identitäten diese vor der Gefahr der Vermischung zu bewahren. Das diesen Rassismen&lt;a class=&quot;see-footnote&quot; id=&quot;footnoteref25_z6gbrug&quot; title=&quot;siehe ak Nr. 341: Strukturen einer Dominanzkultur.-&quot; href=&quot;#footnote25_z6gbrug&quot;&gt;25&lt;/a&gt; zugrundeliegende Konstrukt der „Kultur&quot;, dient wie das der „Rasse&quot; gleichermaßen zur ideologischen Legitimation und Durchsetzung von Herrschaft und Macht. Beide „kulturellen&quot; Rassismen existieren heute nebeneinander, wobei als insti­tutionalisierte der Rassismus der „Hetero­phobie&quot; gegen den „inneren&quot; Feind (Gewaltäter, Fixer, Homosexuelle, hier lebende Ausländer) und der Rassismus der „Mixophobie&quot; gegen den äußeren Feind (Ausländer,Asylanten) als Tendenzen (mit einiger Vorsicht) ausgemacht werden können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der von den organisierten Horden schnell identifizierte und gegeißelte „Rechtsextremist&quot;, der Aufschrei über „Ausländerfeindlichkeit&quot; und Gewalt, gefeiert in den Medien und Parteien, welche das neue Asylgesetz durchsetzten, spricht bei gleichzeitiger Anerkennung dieser Asylgesetze die Sprache eines, im bürgerlichen Individuum tiefverwurzelten Rassismus, der sich durch die ver­innerlichten Werte der Gewaltfreiheit und Demokratie in dieser Form als „Kulturalismus&quot; äußert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der bürgerlichen Wissenschaft erscheint parallel zum Zivilisationsprozeß die Kulturentwicklung in dem Maße vorangeschritten, wie die Ersetzung von direkter Gewalt (als Tatsache gesetzt!) durch Recht, Gesetz, Norm einen argumentativen und regulierenden Interessenausgleich ermöglicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Sicht auf Kultur als Arena des friedlichen Wettbewerbs um Normen, Wahrheit, objektive Bedeutung und subjektive Wahrhaftigkeit, für jeden die Möglichkeit enthaltend, seine Sicht als Legitime zu erkämpfen, hat zur Vorraussetzung, die parlamentarische Demokratie, die Verinnerlichung der liberalistischen Ideale der Humanität, Individualität, Meinungsfreiheit etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kultur definiert sich inzwischen als ein Komplex von spezifischen Glaubens­anschauungen, Errungenschaften und Traditionen, wobei „Errungenschaften&quot; wie Zerstörung und Verbrechen, „Traditionen&quot; wie Grausamkeit und Fanatismus ausgeschlossen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Kulturwerte&quot; wie Zunahme von persönlicher und öffentliche Freiheit (gemeint bürgerliche), Verringerung von Ungleichheit (gemeint formale), leis­tungsfähige und vernünftige Verwaltung (weniger Bürokratismus), als auf Kosten anderer durchgesetzte, die Gesellschaft erhaltende entlarvt und negiert, wird in „kulturistischer&quot; und -kritischer Verblendung empört abgewiesen und verdammt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Kultur&quot; im Hinblick auf die erklärten Ziele der abendländischen „Zivilisation&quot; als ein Prozess der Humanisierung verstanden, muß Grausamkeit und Gewalt ausschließen, um diese Definition zu ermöglichen. Sie begrenzt ihre „Verbindlichkeit&quot; auf ein spezifisches Universum (von religiösen, nationalen, kulturellen Identitäten), welches innerhalb und außerhalb Feinde und Räume definiert, für die die „kulturellen&quot; Ziele nicht gelten, „Kultur&quot; suspendiert oder verboten wird. Diese Elemente und Kräfte jedoch sind nicht einfach nur Bestandteil der „Kultur&quot;, in der nur vermittels der Ausübung von Gewalt die erklärten Ziele erreichbar sind (z. B. Gewalt gegenüber Frauen, Koloni­sierung), sondern also notwendige Bedingung. Die tendenzielle Gleichsetz­ung des Begriffs „Kultur&quot; und dem der „Natur&quot;, welche Kulturen als unveränderliche denkt und zu Natureigenschaften der Menschen werden läßt, ermöglicht einerseits den Rassismus, der auf der Angst vor Vermischung und Verfall der „organisch gewachsenen&quot; „kulturellen Identitäten&quot; basiert, andererseits den „kulturellen Feminis­mus&quot;, welcher eine „Kultur&quot; der Frau gegen eine der Männer setzt und die Eigenschaften und Verhaltensweisen der Frauen biologistisch erhöht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum anderen wird seit langem vor allem durch den „Schwarzen Feminisnus&quot; zu recht kritisiert, der weiße Feminismus in Europa habe stur, in kolonialer Manier, kulturelle Unterschiede geleugnet, indem er:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;die soziale Konstruktion des Begriffes der Frau verallgemeinert und von Kategorien wie Klasse und ethnische Zugehörigkeit isoliert und damit spezifische Formen der Unterdrückung in konkreten kulturellen und historischen Zusammenhängen ausgelöscht;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die Frauen unzulässig vergleicht, was in solchen Aussagen „Frauen sind die Neger der Welt&quot; oder die sexuelle Gewaltstruktur sei überall, womit die Frauen ihr in gleicher Weise - nur graduell verschieden - unterworfen sind, zum Ausdruck kommt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die Unterdrückung einfach addiert und durch diese Quantifizierung die quali­tative Aussage einer wirklich anderen Unterdrückung (nicht zusätzlichen) verunmöglicht.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Die Leugnung unterschiedlicher his­torischer und gesellschaftlicher Bedingun­gen von Konditionierung und Unterdrückung der Menschen führt zu Rassismus. Es kommt darauf an, einen Mittelweg zwischen „extremen Ethnozentrismus&quot; und „radikalem Kulturrelativismus&quot;(Meulenbelt) zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Fortsetzung wird die heutige Kultur und Gesellschaft, die Stellung zu Ideologie, Kulturgeschichte und -kritik der Kritischen Theorie und dabei insbesondere die Texte von Marcuse „Bemerkungen zu einer Neubestimmung der Kultur&quot;, von Benjamin „Eduard Fuchs. Sammler und Historiker&quot;, von Adorno „Kulturkritik und Gesellschaft&quot; und die zusammen mit Horkheimer geschriebene „Dialektik der Aufklärung&quot; behandeln.&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;footnotes&quot;&gt;&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote1_yabphhm&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref1_yabphhm&quot;&gt;1.&lt;/a&gt; Adorno, T./Horkheimer, M.: Dialektik der Aufklärung.- Leipzig: Reclam, 1989.- 5. 10&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote2_p0hmbb1&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref2_p0hmbb1&quot;&gt;2.&lt;/a&gt; ebd. S. 11&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote3_3rlloog&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref3_3rlloog&quot;&gt;3.&lt;/a&gt; ebd. S. 41&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote4_f0rw4ya&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref4_f0rw4ya&quot;&gt;4.&lt;/a&gt; Benjamin, W.: Eduard Fuchs, der Sammler und der Historiker.- in Allgemeinkulrurelle Erfahrung Leipzig: Reclam, 1984.- S. 260&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote5_qpbepdu&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref5_qpbepdu&quot;&gt;5.&lt;/a&gt; siehe Elias, N.: Über den Prozeß der Zivilisation.- Frankf.: Suhrkamp, 1984.-&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote6_yk8eker&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref6_yk8eker&quot;&gt;6.&lt;/a&gt; ebd. S. 37&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote7_mfieytq&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref7_mfieytq&quot;&gt;7.&lt;/a&gt; Marcuse, H.: Über den affirmativen Charakter der Kultur.- Franf.: Suhrkamp, 1965.- S. 60&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote8_d9xi9f5&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref8_d9xi9f5&quot;&gt;8.&lt;/a&gt; Feistner, K.: Wartesaal.- (Manuskript) Berlin: 1991.- S. 23&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote9_346ij7m&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref9_346ij7m&quot;&gt;9.&lt;/a&gt; siehe Marcuse, I-1.: Über den affirmativen Charakter der Kultur.&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote10_z09nk6r&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref10_z09nk6r&quot;&gt;10.&lt;/a&gt; ebd. S. 67&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote11_ua08ghc&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref11_ua08ghc&quot;&gt;11.&lt;/a&gt; (11) ebd. S. 66&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote12_53s82gg&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref12_53s82gg&quot;&gt;12.&lt;/a&gt; ebd. S. 7&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote13_zmbqf7z&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref13_zmbqf7z&quot;&gt;13.&lt;/a&gt; ebd. S. 7&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote14_p3cf3as&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref14_p3cf3as&quot;&gt;14.&lt;/a&gt; ebd. S. 80&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote15_c7bx7bu&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref15_c7bx7bu&quot;&gt;15.&lt;/a&gt; ebd. S. 66&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote16_cjx8bg6&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref16_cjx8bg6&quot;&gt;16.&lt;/a&gt; ebd. S. 88&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote17_3mbrzc9&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref17_3mbrzc9&quot;&gt;17.&lt;/a&gt; Adorno, T.: Dialektik der Aufklärung.- Leipz.: Reclam, 1986.-S. 17&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote18_69yk22p&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref18_69yk22p&quot;&gt;18.&lt;/a&gt; siehe Stadtgesellschaft und Kindheit im Prozeß der Zivilisation. Oplachen: 1990,-  Leske&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote19_s20uyai&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref19_s20uyai&quot;&gt;19.&lt;/a&gt; ebd. S. 44&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote20_tb4wkqt&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref20_tb4wkqt&quot;&gt;20.&lt;/a&gt; ebd. S. 143&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote21_mxoe0px&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref21_mxoe0px&quot;&gt;21.&lt;/a&gt; Feistner, K.: Wartesaal. S. 18&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote22_zswurj7&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref22_zswurj7&quot;&gt;22.&lt;/a&gt; Hartmann, D.: Leben als Sabotage.- Berlin, 1991.- S. 11&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote23_ibm34lm&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref23_ibm34lm&quot;&gt;23.&lt;/a&gt; Marcuse, H.: ebd. S. 92&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote24_qmwanox&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref24_qmwanox&quot;&gt;24.&lt;/a&gt; ebd. S. 97&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;footnote&quot; id=&quot;footnote25_z6gbrug&quot;&gt;&lt;a class=&quot;footnote-label&quot; href=&quot;#footnoteref25_z6gbrug&quot;&gt;25.&lt;/a&gt; siehe ak Nr. 341: Strukturen einer Dominanzkultur.-&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

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 <pubDate>Wed, 24 Feb 2010 12:48:55 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Arranca! Zu dieser Zeitung</title>
 <link>https://arranca.org/ausgabe/0/arranca-zu-dieser-zeitung</link>
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                    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;ARRANCA, (span.): &lt;/strong&gt;losmachen oder starten, anfangen, d.h. eigentlich im Imperativ: „leg endlich los&quot;. Wir legen los, weil wir es notwendig finden, für die Organisationsdiskussion jenseits der Vorschläge zum „Aufbau einer kommunistischen Partei&quot; eine eigene Zeitung zu schaffen.&lt;/p&gt;

        &lt;/div&gt;
        &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;ARRANCA, &lt;em&gt;(span.): &lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;losmachen oder starten, anfangen, d.h. eigentlich im Imperativ: &lt;strong&gt;&lt;em&gt;„leg endlich los&quot;. &lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;Wir legen los, weil wir es notwendig finden, für die Organisationsdiskussion jenseits der Vorschläge zum „Aufbau einer kommunistischen Partei&quot; eine eigene Zeitung zu schaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit Oktober 1991 besteht in Berlin die Gruppe &lt;em&gt;‚für eine linke Strömung&quot; &lt;/em&gt;(FELS), die damals vor allem aus der Kritik der autonomen Bewegung entstand, - einer Kritik im übrigen, die wir hier nicht noch einmal wiedergeben wollen, sie ist als Reader erhältlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eines der zentralen Ziele der entstehenden, sehr heterogenen Gruppierung war und ist es für eine politische Organisation in der radikalen Linken zu arbeiten. Nur so ließe sich eine Neuzusammensetzung, eine inhaltliche und praktische Umorientierung, die Zurückgewinnung von linker Definitionsmacht gewährleisten. Das Entstehen neuer Organisationen ist zwar keineswegs das einzige Kriterium notwendiger Neuorientierung, - den Heilsgedanken, Organisationsstrukturen könnten die Linke von fixen Problemen befreien, teilen wir nicht -, aber wir sehen die Frage als einen wesentlichen Bestandteil. Warum haben wir bei früheren Gelegenheiten zu begründen versucht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem hier nur vage angedeuteten Anspruch tritt also auch diese Zeitung an, die aus &lt;strong&gt;fels &lt;/strong&gt;hervorgegangen ist, aber nicht völlig mit der Gruppe identisch ist. Für uns geht es darum, mit &lt;strong&gt;ARRANCA &lt;/strong&gt;ein Medium zu schaffen, das den Organisationsprozeß begleitet und hoffentlich weitertreibt. Zwar besitzen - wie die Erfahrungen mit der Berliner &lt;strong&gt;PROWO &lt;/strong&gt;gezeigt haben - Zeitungsprojekte alleine leider kaum organisierende Wirkung, sie können bestenfalls Debatten strukturieren, aber als begleitendes Element sind sie sicherlich sinnvoll. Wir wollen damit vornewegstellen, daß nicht diese Zeitung, sondern die politische Arbeit, die von verschiedensten Gruppen (darunter auch &lt;strong&gt;Fels) &lt;/strong&gt;geleistet wird, einen Organisationsprozeß ermöglichen wird oder auch nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte einzelne Projekte nicht mit Hoffnungen überladen, und so ist ein Zeitungsprojekt wie dieses nicht Zentrum von Bemühungen, sondern eines von vielen notwendigen Elementen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob wir mit dieser Zeitung wirklich eine Lücke füllen, wird sich zeigen. Unsere Erfahrung der letzten Monate war es zumindest, daß wir mit unserer politischen Zielrichtung im Augenblick in keinem anderen Blatt richtig Platz hatten. Der &lt;strong&gt;AK &lt;/strong&gt;richtet sich seit der Übernahme durch die &lt;strong&gt;KB-Mehrheit &lt;/strong&gt;mehr an ein linkssozialistisches, als an ein revolutionäres Spektrum (und war an Zusammenarbeit nicht interessiert), die meisten Szenezeitungen werden nur regional gelesen und sind zudem hauptsächlich Infoblätter, die Berliner &lt;strong&gt;Interim&lt;/strong&gt;, die von den Zeitschriften der autonomen Bewegung vielleicht noch am ehesten überregionalen Charakter besitzt, ist eine Flugblattsammlung und kein Diskussionsforum (außerdem zensiert sie gerne unsere Beiträge), und die &lt;strong&gt;radikal &lt;/strong&gt;kann aufgrund ihrer Kriminalisierung die für eine Debatte notwendigen Bedingungen von Kontinuität und Transparenz nur schwer leisten. Bleiben also interessante, aber wenig verbreitete Versuche, wie z.B. die Hannoversche &lt;strong&gt;Spezial.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Zeitung orientiert sich denn auch ausdrücklich an zwei politischen Zielen: a) das Entstehen einer revolutionären Organisation mitzuermöglichen, d.h. Teil eines organisatorischen Rahmens zu sein und b) ein Forum für die linke Neubestimmung zu bieten. Für &lt;strong&gt;ARRANCA &lt;/strong&gt;bedeutet dieser Anspruch folgendes: - wir glauben, daß Organisierung sich weder zufällig ergibt noch daß sie von einer Avantgarde- Gruppe zu bewerkstelligen ist. Unsere Zeitung soll ein offenes Forum sein. Für uns wird sie nur Sinn machen, wenn sie von anderen Gruppen und Personen, die an einem Neukonstituierungsprozeß interessiert sind, angenommen wird. Wir hoffen, daß andere Leute Schwerpunkte dieser Zeitung mitsetzen und -füllen werden, und daß wir ein heterogenes Blatt machen werden, das Widersprüche zulassen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der anderen Seite aber halten wir auch nichts von redaktioneller Beliebigkeit. Damit eine Organisierung nicht im Sande verläuft, müssen wir Diskussionen strukturieren können, d.h. wir müssen Schwerpunkte setzen und uns mehr Gedanken machen, als nur wie wir die nächste Ausgabe füllen könnten. Wir wollen kein elitäres Blatt, in dem nur linke Intellektuelle und Wortführerinnen zu Wort kommen, aber eben auch keine Flugblattsammlung. - um das Entstehen einer Organisation zu ermöglichen, müssen unserer Meinung nach theoretische und historische Lücken wieder gefüllt werden. Manchmal wird es einfach nur darum gehen, verloren gegangene Theorieansätze neu zu entdecken. Wir werden deshalb unsere Zeitung nicht vorrangig an der Aktualität orientieren, sondern in Form von Serien, Dokumentationen und einem Themenschwerpunkt pro Heft versuchen, bestimmte Fragen, die unserer Meinung nach für die Neubestimmung wesentlich wären, wieder in Erinnerung zu rufen. An was für Fragen wir dabei denken, dazu gleich unten noch mehr. - wir glauben, daß zur Neubestimmung auch gehören müßte, nicht unmittelbar-politische Aspekte, die von der Linken ausgeblendet werden, stärker zu berücksichtigen. Es gibt eigentlich keinen gesellschaftlichen Bereich, der für die Linke vernachlässigbar ist. Wir als Redaktion können die anzustrebende Reichweite natürlich nicht abdecken, aber wir wollen auf jeden Fall mehr sein als nur ein Diskussionsblatt zu Politik. D.h. Reportagen, ein breiter Kulturteil, und ein hoffentlich immer weniger „politisch bornierter&quot; Horizont sollten das Bild &lt;strong&gt;ARRANCAS &lt;/strong&gt;bestimmen - aus dem obengenannten ergibt sich natürlich auch, daß wir uns primär an die Linke (wobei wir diesen Begriff sehr weit fassen) und nicht an ein Massenpublikum richten. Theoretische Debatten werden die Zeitung wie in dieser Ausgabe prägen und den LeserInnenkreis ganz schnell in der Weise einschränken, daß viele unsere Fragestellungen für „zu weit weg&quot; halten. Trotzdem finden wir es richtig, Diskussionszeitung zu sein. Zwar glauben wir auch, daß die Linke heraus muß aus ihren WGs, Zirkeln und Kleinstgruppen, aber um das zu schaffen, muß sie eben auch grundlegend theoretisch diskutieren. Man kann in einer Zeitung nicht alles gleichzeitig schaffen, was notwendig wäre: sich verständlich an eine breite Öffentlichkeit richten, neue Leute mit den Themen, die sie beschäftigen, ansprechen, und ein Forum für die linke Neubestimmung sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie an dieser Ausgabe bereits ersichtlich liegt das Hauptgewicht &lt;strong&gt;ARRANCAS &lt;/strong&gt;im jeweiligen Themenschwerpunkt. Durch ihn wollen wir einen roten Faden der Zeitung herstellen und die Organisationsdiskussion an verschiedenen Punkten vorantreiben. Für die nächsten Ausgaben halten wir vor allem 3 Auseinandersetzungen für zentral:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- Selbstschulung, Lernprozesse, Pädagogik, Erfahrensvermittlung; wir gehen davon aus, daß die Einbindung von neuen Leuten in politische Strukturen eine der größten Leerstellen in der BRD - Linken der letzten Jahre war. Außer in der DKP und den K-Gruppen, bei denen allerdings die Lernprozesse zumeist wenig emanzipatorisch verliefen, hat sich die konsequente Linke kaum Gedanken gemacht, wie eine politische Struktur wachsen und wie ein sozialer Zusammenhang (den jede Organisationsform darstellt) auch die objektive Emanzipation (d.h. Lernen) beinhalten kann. Bei diesem Schwerpunkt fänden wir es wichtig, uns z.B. mit sozialistischen und kommunistischen Bildungsvereinen vor 1933, mit den Selbstschulungskonzepten in Westeuropa nach 1968 oder der antiautoritären Pädagogik auseinanderzusetzen, - um die Idee nur grob zu umreißen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- Diskussion über Antifa - und Antirassismus - Politik; wir glauben, daß die Linke von der moralisch motivierten Empörungs- und Reaktionspolitik zu einer eigenen Strategie kommen muß. Zwar kann man keine Strategien am grünen Tisch entwerfen, aber wir sind trotzdem der Meinung, daß eine systematischere Diskussion über verschiedene Antifa - Ansätze notwendig ist. Ob wir einen solchen Schwerpunkt füllen können, hängt wesentlich von der Beteiligung anderer Gruppen und FreundInnen ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- die Geschichte des bewaffneten Kampfs; über die Bedeutung des Punktes muß man wahrscheinlich wenig sagen. Wesentlich wäre für uns, die vergessenen, schwarzen Flecken aufzuhellen, die Bedeutung, die der bewaffnete Kampf in den letzten 25 Jahren weltweit hatte, herauszuarbeiten und jetzt, wo es eine breite Diskussionsbereitschaft gibt, über Erfolge und Mißerfolge zu reden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für uns steht fest, daß wir diese Schwerpunkte, die jeweils eines der nächsten Heft füllen sollen, nicht allein erstellen werden können. Wir wollen es auch nicht. &lt;strong&gt;ARRANCA &lt;/strong&gt;soll - wie schon oben gesagt - ein Forum für unterschiedliche Standpunkte sein, und von anderen Gruppen und Personen genützt werden. Wir wissen zwar, daß eine derart ins Blaue hineingemachte Aufforderung in der Regel wenig bewirkt, und wir werden durchaus auch persönlich auf andere zugehen, aber trotzdem sollte diese Einladung im Vorwort nicht fehlen. Wer mit uns an dem Zeitungsprojekt arbeiten möchte, kann uns an die im Impressum genannte Adresse schreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ansonsten nur noch ein paar Sätze zu dieser ersten Nullnummer. Die Organisationsfrage steht, wie nicht anders zu erwarten war, im Mittelpunkt: ein Rückblick auf die Organisierungsformen der BRD - Linken in den letzten 25 Jahren, Thesen zur Neukonstituierung der Linken, eine konkrete Aufforderung zur Zusammenarbeit an Gruppen, die unsere Kriterien in etwa teilen, ein Interview über konkrete Erfahrungen der kolumbianischen politischen Organisation A LUCHAR und die Dokumentation des von Dutschke/Krahl 1967 vor der Delegiertenkonferenz des SDS gehaltenen „Organisationsreferats&quot; füllen den Schwerpunkt. Wir hoffen damit das Thema von den verschiedensten Seiten, historisch, aktuell, praktisch und theoretisch darzustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu sehen an dem Heft ist auch, daß es in der Redaktion bedeutende Widersprüche gibt. Auch wenn uns der Begriff „Fraktionen&quot; mißfällt, weil er beinhaltet, daß wir uns bereits für eine Position eindeutig entschieden haben und diese nur noch verteidigen, gibt es unterschiedliche Gewichtungen: nicht alle messen der Organisationsfrage gleiche Bedeutung bei, einige haben einen „Lenin-freundlicheren&quot; Standpunkt als andere „sozialrevolutionärer&quot; geprägte, und bestimmend ist - auch wenn sich das in der Zeitung vielleicht nicht auf den ersten Blick niederschlägt - der unterschiedliche Sprachgebrauch von Ost und West. Kurzum die Auseinandersetzungen sind heiter bis heftig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So extrem zueinander konträre Standpunkte, wie sie etwa von eingefleischten VerteidigerInnen des Marxismus - Leninismus oder den Autonomie - und Massenrevolten - AnhängerInnen vertreten werden, gibt es allerdings nicht. - Im übrigen, was wahrscheinlich in einer gemischten Redaktion auch schwer zu erwarten wäre, auch keine radikal - feministische Position. Trotzdem hoffen wir, daß es gelungen ist, ein wenig von der notwendigen Unterschiedlichkeit in dieser Ausgabe zusammenzukriegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;die redaktion&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


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 <category domain="https://arranca.org/category/abschnitt/editorial">Editorial</category>
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 <pubDate>Tue, 16 Feb 2010 14:08:15 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Admin istrator</dc:creator>
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 <title>Editorial</title>
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                    &lt;p&gt;Die neue &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt; ist da. Bis auf weiteres nicht an der Börse notiert, garantiert ohne Wahlwerbung und Schminktipps und leider immer noch ohne Überraschungssticker zum Rausnehmen und ins Sammelheft Einkleben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So wie jedes mal also und natürlich trotzdem ganz anders als sonst. Neben zahlreichen Artikeln, die garantiert noch niemand gelesen hat, haben wir diesmal auch ein leicht modifiziertes Innen-Layout.&lt;/p&gt;

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&lt;p&gt;Die neue &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt; ist da. Bis auf weiteres nicht an der Börse notiert, garantiert ohne Wahlwerbung und Schminktipps und leider immer noch ohne Überraschungssticker zum Rausnehmen und ins Sammelheft Einkleben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So wie jedes mal also und natürlich trotzdem ganz anders als sonst. Neben zahlreichen Artikeln, die garantiert noch niemand gelesen hat, haben wir diesmal auch ein leicht modifiziertes Innen-Layout.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem wurden alle Bilder des thematischen Schwerpunktes exklusiv&lt;br /&gt;für dieses Heft gezeichnet. Wir freuen uns auf Kommentare. Business as usual hingegen in Sachen inhaltlicher Gestaltung: Wir, die Mitglieder der &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt;-Redaktion, dokumentieren linke Geschichte – kritisch, aber als TeilnehmerInnen an eben dieser Geschichte, solidarisch, aber ohne Bedürfnis nach einer kurz- oder langfristigen Netzhautablösung. Wir wollen mit der &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt; dort sein, wo sich etwas bewegt, ganz praktisch und mit Haut und Haaren. So jedenfalls die Theorie. Dass diese Ausgabe mit dem schönen Titel »Kopfstoß – Linke Untaten auf 64 Seiten« nun auch ganz real und greifbar vor euch liegt, war dennoch ein hartes Stück Arbeit. Erst die arktische Kälte bis Ende Juni, dann die tropische Hitze bis August und dann die Erkenntnis, dass inzwischen sogar wir hin und wieder über das Wetter reden. Der Sommer 2006 hat die &lt;em&gt;arranca!&lt;/em&gt;-Redaktion nicht nur einmal an ihre geistigen und körperlichen Grenzen herangeführt. Wir mussten wiederholt feststellen, dass die Akkus leer waren, denn die Ausfallerscheinungen wurden schwerwiegender. Bis heute haben wir uns noch nicht wieder ganz erholt, die Redaktion laboriert an einer amüsanten kleinen Depression (wir sind so frei) und wartet darauf, dass der Konsum vielfältiger Antidepressiva im weitesten Sinne langsam wieder zurück geschraubt werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nichtsdestotrotz sind wir vorangekommen. Und das obwohl während unserer Suche nach Artikeln und Themen schnell deutlich wurde, dass der vorläufige Arbeitstitel der Ausgabe »Theorie und Praxis« nicht ganz den Tenor unserer Überlegungen traf. Denn seien wir mal ganz ehrlich: Was ist heute nicht irgendwie »Theorie und Praxis«? Die Dialektik dieser Begriffe fiel uns schnell auf die Füße und so war es nur folgerichtig, dass wir uns letztlich im Bermudadreieck zwischen Denken und Handeln, Ideen und Taten verfahren haben. Der Weg hinaus war beschwerlich aber spannend – einige der Untiefen, Stromschnellen und Kurskorrekturen lassen sich anhand unseres Leitartikels nachvollziehen. Um unserem Anspruch für diese Ausgabe – Rückschau und »Lernerfolgskontrolle« sowie Diskussion und Dokumentation aktueller emanzipativer Projekte und Strategien – gerecht zu werden, haben wir die spektakulärsten Selbstversuche in Bezug auf politische Praxis und linke Theoriebildung der letzten Monate und Jahre Revue passieren lassen. Die Tatsache, dass wir mit der Gruppe FelS eine prominente Partnerin in der Hinterhand hatten, die uns (speziell in Hinblick auf die letzten Jahre) einiges an Material liefern konnte, hat uns die Gestaltung der neuen Ausgabe sehr erleichtert. Tatsächlich sind wir diesmal in der glücklichen Position, mindestens einen Artikel aus jeder FelS-Arbeitsgruppe präsentieren zu können. So haben wir sowohl die Perspektive Antifa als auch verschiedene Aspekte der anstehenden G8 Mobilisierung und – last but not least – eine gründliche Innenrevision der sozialen Kämpfe in Berlin und anderswo anzubieten. Die gruppeninterne Perspektive wird ergänzt durch ein Interview zum Thema Kulturpolitik mit den Gruppen Lucha Amada und Turn it Down, sowie durch einen Artikel über gewerkschaftliche Arbeitskämpfe in Deutschland. Weiter in die Vergangenheit hingegen weist eine Diskussionsdokumentation über das Gründungsdokument des Revolutionären Kampfes. Dieses berühmt-berüchtigte Stück linker Papierproduktion wurde als Grundlage für eine aktualisierte Organisierungsdebatte genommen – gerade hier erhoffen wir uns für die Zukunft angeregte Diskussionen und neue Impulse. Dass die Organisierungsdebatte nicht nur auf theoretischer Ebene begonnen hat, sondern auch ganz praktisch bereits in vollem Gange ist, dokumentiert ein Interview mit der Interventionistischen Linken (IL).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein weiterer Schwerpunktartikel diskutiert Sinn und Unsinn einer Handhabung der Kategorie »Gender« als »Querschnittsthema«, auch hier wird das letzte Wort noch nicht gesprochen sein – gut so! Über die von uns mit Absicht in den Vordergrund gestellte lokale Perspektive hinaus ergänzt ein Interview mit schwedischen GenossInnen des Bündnisses »Die unsichtbare Partei« die Debatte um Formen un Perspektiven eines linken politischen Aktivismus. Außerdem freuen wir uns, dem massenmedialen Schweigen in Bezug auf kritische soziale Bewegungen und Organisierung in den USA etwas entgegensetzen zu können. Der Artikel von David Bacon »Reality Check« befasst sich mit der aktuellen US-amerikanischen Einwanderungspolitik und analysiert vor allem die massenhaften migrantischen Proteste gegen die neuen Gesetze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Praktikum eines Redaktionsmitgliedes bei einer großen deutschen Onlineredaktion schließlich brachte uns einen Artikel zur modernen Produktion von Öffentlichkeit ein. Über die aktuelle Menschenrechtssituation nach den Gefängnisrevolten und den anschließenden Polizeimassakern in Brasilien informiert hingegen das Interview mit Mauricio Campos. Schließlich wird in diesem Heft auch über den aktuellen Stand im Prozess des Roten Kreuzes gegen die allseits geschätzte Rote Hilfe berichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz herzlich bedanken wollen wir uns diesmal vor allem bei zwei Leuten. Zum einen natürlich bei unserem Layouter Mattias, der in Rekordzeit und quasi aus dem Urlaub diese Nummer gemanagt hat. Außerdem bei Lars Sjunnesson (&lt;a href=&quot;mailto:errolsjunne@hotmail.com&quot;&gt;errolsjunne [at] hotmail.com&lt;/a&gt;), der die Bildgestaltung des Schwerpunktes übernommen hat und der selbst Sonderwünsche und kleine Karos unsererseits hingenommen hat, ohne lauthals zu verzweifeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem müssen wir uns schweren Herzens von einem lieben Redaktionsmitglied verabschieden. Warum, warum nur gehst du nach Bayern? Als ob´s da besser wär… Wir vermissen dich jetzt schon Stefan! Wie immer freuen wir uns auf Widersprüche, Diskussionsbeiträge und Artikelangebote.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einen bunten Herbst, besseres Wetter und alle Uhren auf Sturm!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Eure &lt;/em&gt;arranca!&lt;em&gt; Redaktion&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


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