Militante Untersuchung

Den Blick auf allen Ebenen schweifen lassen

Untersuchung und Organisierung im Call-Center

Die Gruppe Kolinko hat in den Jahren 1999 bis 2002 eine Militante Untersuchung in Call Centern im Ruhrgebiet durchgeführt. Die Ergebnisse und Entwicklungen wurden auf ihrer Webseite und im Buch hotlines - call center / untersuchung / kommunismus dokumentiert.
Die arranca! sprach mit Sweet Potato und Boxcar Joe von Kolinko über ihr Konzept von Militanter Untersuchung.

Erschienen in arranca! #39

Von Wirbelwinden und Windspielen

'Movement Building' und Militante Untersuchung in den USA

Wir von Team Colors, AktivistInnen in einem bewegungsorientierten Forschungskollektiv, nutzten die 2008 in den USA stattfi ndenden Protestaktionen aus Anlass der Parteitage der Demokratischen und der Republikanische Partei dazu, eine strategische Untersuchung über ‚Movement Building‘ und die Konstruktion von Klasse anzustoßen.

Erschienen in arranca! #39

Was macht mich krank?

Ein strategischer Diskurs, ein 'Nicht-Bündnis' und eine aktivierende Befragung

Im Vorfeld der Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm trat ein Bündnis an die Öffentlichkeit, das gar kein ‚Bündnis’ sein wollte und dies noch immer nicht ist. Als Initiative für Globale Soziale Rechte geht es der merkwürdigen Formation nicht um einen kurz- oder mittelfristig abgezweckten taktischen Konsens, sondern um eine langfristig angelegte strategische Debatte. Dem entspricht, dass die Beteiligten ihre politische Zugehörigkeit zwar offen benennen und einbringen, dabei jedoch nicht als deren ‚Repräsentant/innen’ auftreten. Den Kern der Initiative bilden bis jetzt Aktivist/innen bzw. Mitarbeiter/innen von attac, der IG Metall, des Netzwerks kein mensch ist illegal, von Greenpeace und medico international, wiederholt mitgewirkt haben Mitarbeiter/ innen von FIAN (Food First Informations- und Aktions-Netzwerk). Gemeinsames Ziel ist eine offene Verständigung über Weg und Ziel einer Emanzipationspolitik im und gegen den globalisierten Kapitalismus. Der wörtlich gemeinten Bestimmung „im und gegen“ entspricht die Absicht, die Debatte um Globale Soziale Rechte der ‚moderaten’ wie der ‚radikalen’ Linken anzutragen.

Erschienen in arranca! #39

Auf den Teppich kotzen, auf dem man steht

Kann künstlerische Arbeit eine Militante Untersuchung sein?

Argentinien Januar 2002: Die ehemalige ‚Kornkammer der Welt’ und noch heute einer der wichtigsten Exporteure von Agrarprodukten und Rindfleisch, sieht sich gezwungen, den Notstand für Nahrungsmittel auszurufen. Nahezu 45 Prozent der Gesamtbevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Land ist bankrott und hat das größte Schuldenmoratorium in der Geschichte der Weltwirtschaft ausgerufen. Im internationalen Kontext scheint Argentinien lediglich die Spitze eines Eisbergs zu sein, das Symptom für eine weltweite Tendenz, die eine allgemeine Krise staatlicher Institutionen zeigt. Aus heutiger Sicht wirkt der Fall des Staatsbankrotts in Argentinien lächerlich angesichts der verzockten Milliarden US-amerikanischer und europäischer Banken. Die Krise staatlicher Institutionen ist eine Machtfrage. Deswegen gibt es hier eben keinen Staatsbankrott.

Erschienen in arranca! #39

Orientierungssinn

Zur Methodologie militanter Untersuchungen

2007 gaben Stevphen Shukaitis und David Graeber ein Buch über Militante Untersuchungen heraus, in dem einige eng an soziale Bewegungen geknüpfte Untersuchungsmethoden vorgestellt werden: Constituent Imagination. Beschrieben sind auch die Precarias a la Deriva, die wir bereits in der arranca! 31 interviewt haben. Ihre und eine weitere Methode aus dem Kapitel Drifting through the Knowledge Machine dokumentieren wir hier gekürzt.

Erschienen in arranca! #39

"Wer eine Sache nicht untersucht hat, hat kein Recht mitzureden" (Mao)

Student_innen in der Fabrik

Valtin wütet auf seinem Gabelstapler wie ein Stier. Er haut immer rein in die Arbeit. Steht keine Sekunde still. [...] Wenn er drei Ladungen zugleich erledigen soll, heißt, wenn drei Maschinen mit Material bedient werden müssen, spürt man so richtig, wie er reinhaut; der helle Schweiß steht ihm dann auf der Stirn – und der sagt: mich kriegen sie nicht klein, mich nicht; ich bleib beim Opel.

Erschienen in arranca! #39

Die Entdeckung des Eigensinns

Anmerkungen zur Geschichte der Militanten Untersuchung

In den langen 1950er Jahren wurde in vielen westeuropäischen Ländern eine alte Marx‘sche Vorhersage zur Realität: Der Anteil der Lohnarbeiter_innen an den Arbeitenden stieg auf einen historischen Höhepunkt, die große Mehrheit lebte vom Verkauf der eigenen Arbeitskraft. Doch der Proletarisierung folgte keine Politisierung im Sinne der traditionellen Parteien und Gewerkschaften, die aus der Zweiten und Dritten Internationale hervorgegangen waren. Überall schien die Arbeiterklasse sich mehr für die neuen Konsummöglichkeiten und das individuelle Fortkommen zu interessieren als für die Revolution. Immer deutlicher wurde, wie die Hoffnung auf die Fabrik als ‚Organisatorin der Massen’ sich nicht erfüllen würde. Die Rebellion, die am Ende des Jahrzehnts auch die Fabriken und Büros ergriff, war vielmehr ein Aufstand gegen die Arbeit einschließlich ihrer stark entfremdeten und hierarchischen Organisationen.

Erschienen in arranca! #39

»Wut und Mut erzeugen …«

Gesundheitsmapping und Globale Soziale Rechte

Zu Recht stehen Militante Untersuchungen derzeit hoch im Kurs – die letzte arranca! war ihnen sogar komplett gewidmet. Eine gerade angelaufene (Pilot-)Untersuchung unter der Leitfrage »Was macht uns krank?«, die in der letzten arranca! von Thomas Seibert vorgestellt wurde, stammt von der Initiative Globale Soziale Rechte (GSR).

Erschienen in arranca! #40

arranca! #39: Militante Untersuchungen

Editorial

Es ist Krise und wir schlagen vor, über Methoden zu reden. Methoden, die da ansetzen, wo wir leben, lieben und kämpfen. Methoden, die fragen, zuhören und hinschauen – Untersuchungen. Nicht „Wie hängen Finanz-, Ernährungs- und Energiekrise zusammen?“ (wüssten wir trotzdem gerne), sondern „Wie geht es mir beim Hangeln von Projekt zu Job zu Projekt?“ / „Wie würdest Du gerne wohnen, arbeiten, leben?“ / „Was macht mich krank?“ / „Wo können wir zusammenkommen?“

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